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Mittwoch, 29. Oktober 2025

Keltenlinks

Wegen dem anstehenden Halloween gibt es zur Zeit viele Medienbeiträge mit Kelten-Verweisen. Arte hat am letzten Samstag sogar eine neue 90minütige Doku zum Thema „Halloween - Mythos der Kelten“ angeboten. Online ist die Doku noch bis 22. Januar 2026 verfügbar. Bis 13. Dezember 2025 kann man bei Arte zudem noch auf eine vor ein paar Wochen gesendete Doku-Wiederholung über „Die Druiden - Mächtige Priester der Kelten“ zugreifen.

In der Zeit als ich meinen Text über die „Mehrfachschanze im Loh bei Oberhaching“ geschrieben habe, hatte man kurz zuvor die Ausgrabungsergebnisse aus dem Oppidum von Manching vorgestellt. Das Oppidum von Manching müßte in der Keltenschanzenwelt bis zu seinem Niedergang einen politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt dargestellt haben.

Der Pressetext gibt für die Errichtung der Stadtmauer von Manching die Zeit um 140/130 v. Chr. und in der Folge einen allmählichen Niedergang an: „Um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. verlor die Siedlung allmählich ihre Bedeutung. Mit dem schrittweisen Rückzug der Bevölkerung endete das urbane Leben.“ In der Wikipedia ist der Niedergang etwas ausführlicher beschrieben: „Zwar könnte der Marsch der Kimbern und Teutonen gegen 120 v. Chr. zu einer kriegerischen Auseinandersetzung geführt haben. Das Ende von Manching ist jedoch durch den Zusammenbruch der Wirtschaftssysteme ausgelöst worden, der mit den caesarischen Eroberungen in Gallien einherging.“

Wesentlich dramatischer klingt demgegenüber das frei lesbare Intro des Geo-Bezahlartikels „Vom Alltag in der Kelten-Metropole“: Die Mauer ist ein „Symbol der Macht – und der Angst“. „ Doch um 105 v. Chr. ist Manching offenbar derart in Gefahr - vermutlich durch Germanenstämme, die raubend durch Süddeutschland ziehen -, dass die Bewohner eine Fallgrube ausheben, die die Zufahrt fast vollständig versperrt.“

Ohne diese Dramatik kommt dagegen ein an die noch bis 9. November in Iphofen stattfindende Ausstellung „Kelten in Franken“ angelehnter komplett freier Geo-Artikel unter dem Titel „"Von den Germanen aufgesogen": Der schnelle Untergang der Kelten“ aus. Er beschreibt das Verschwinden der Kelten als Assimilationsprozess: „Offenbar lebten zugewanderte Germanen und alteingesessene Kelten zunächst getrennt nebeneinander – und vermischten sich dann.“ Der Niedergang Manchings wird hier wieder als Folge von verlorenen Handelsverbindungen beschrieben.

Bei den Oppida von Manching und Kelheim konnte eine große wirtschaftliche Bedeutung archäologisch belegt werden. Im Fall des Oppidums Finsterlohr-Burgstall wurde keine derart prosperierende Siedlung nachgewiesen. Nebst der Möglichkeit, daß dort eine Keltensiedlung bestanden hat, man die aber nicht mehr auf gewohnte Weise nachweisen kann, kann es auch sein, daß die Befestigungen tatsächlich nur für den Verteidigungsfall entstanden sind.

Ähnlich Finsterlohr-Burgstall kommt mir das flächenmäßig riesige Oppidum Heidengraben vor. Hier konnte man die Siedlung zumindest in einer wesentlich kleineren inneren Befestigung verorten. Ich habe es seit einem Kurzbesuch vor mehr als 15 Jahren nicht mehr auf die Hochfläche des Oppidums geschafft. Mittlerweile wurde aber mit dem Heidengrabenzentrum ein neues Keltenmuseum eröffnet, mit dem sich eine ausstehende Erkundung der Wallanlagen ergänzen ließe.

Heidengraben und Finsterlohr-Burgstall wirken von den Funden her nicht so prickelnd, die Gegend um die Heuneburg aber schon. Für den Keltenfan besticht die Heuneburg schon allein durch ihre ikonischen Befestigungsmauern und die umgebenden Großgrabhügel. Seit meinen hier ebenfalls schon lange zurückliegenden Besuchen wurde die Heuneburg selbst durch verschiedene Maßnahmen wie die Rekonstruktion von Steinfundamenten einer Toranlage weiter aufbereitet und in der nahen Umgebung gab es Sensationsfunde wie die alten Burg bei Langenenslingen.

In der jüngeren Vergangenheit setzten sich die Fundmeldungen aus dem nahen Althayingen und Riedlingen fort. Den großen Knaller soll es allerdings bei der „Heuneburg-Aufbereitung“ geben: das bei der Heuneburg liegende landwirtschaftliche Anwesen Talhof soll nach einem Umbau zum Museum und zur Forschungsstätte Teil der „baden-württembergischen Kelten-Erlebniswelt“ werden: „Der Talhof bei der Heuneburg auf dem Weg zur Kelten-Erlebniswelt“.

Sonntag, 1. September 2013

Gemischte Links

Am nächsten Sonntag, dem 8. September, ist in Deutschland Tag des Offenen Denkmals 2013. In der Schweiz finden die Europäischen Tage des Denkmals am 7. und 8.9. statt und in Österreich ist der Tag des Denkmals am 29.9. Die Links zum Programm sind dieselben wie beim Denkmaltag 2012. Das Programm kommt mir dieses Jahr etwas dünn vor, speziell aus Münchner Perspektive. Vielleicht wird noch auf den letzten Drücker nachgefüllt. Schon letztes Jahr erwähnt habe ich den Bajuwarenhof Kirchheim und den Archäologischen Park Herrsching. Richtig neu und interessant sieht der Programmpunkt „Warum wird hier nicht gegraben?“ an der Turminsel in Schöngeising aus, der ist aber nur auf eine Stunde angesetzt. „Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz und Kreisheimatpfleger Toni Drexler führen ein Streitgespräch über Sinn und Aufgabe der Bodendenkmalpflege und den praktischen Vollzug des Denkmalschutzgesetzes. Hintergrund ist eine abgelehnte Grabungserlaubnis für den Historischen Verein Fürstenfeldbruck auf der Turminsel Schöngeising zu graben.“

Es wäre schön, wenn der Historische Verein Fürstenfeldbruck einen Veranstaltungsbericht auf seine Website einstellen würde. Aktuell findet sich bei der „Aufstellung über die Grabungen des Historischen Vereins“ eine letzte Grabung von 2010 und darüber ein „Seither konnten keine archäologischen Grabungen mehr durchgeführt werden, da das Landesamt für Denkmalpflege dafür keine Genehmigungen erteilte.“

Wieder ein Hinweis auf bei Coursera startende Online-Kurse: am Montag starten The Ancient Greeks, und wem das zeitlich zu nahe ist, für den gibt es ab Mittwoch Dino 101: Dinosaur Paleobiology. Über ihre Erfahrungen mit einem Online-Kurs hatte Marcellina nach einer Woche „Archaeology’s Dirty Little Secrets“ in ihrem Posting Keep Learning geschrieben.

Vom Euro-Arabischen Freundschaftskreis ist wieder die Vereinszeitschrift bei mir eingetroffen. Ein dünnes DinA5-Heft mit etwas über 30 Seiten mit Veranstaltungshinweisen, kurzen Buchbesprechungen, Vereinsnachrichten, kurzen Reiseberichten, Reisehinweisen, teilweise auch mit längeren Berichten zur Situation in den Ländern. Es geht dabei um die Länder von Marokko im Westen bis Afghanistan/Pakistan im Osten. Wer sich interessiert und mit Leuten zusammentreffen will, die wochenlang in den Ländern unterwegs waren oder dort sogar jahrelang gearbeitet haben: Gäste sind zu den Vereinstreffen mit Vorträgen im Gasthaus Gartenstadt in der Münchner Naupliastraße willkommen, der Eintritt ist frei. Im nächsten Vortrag am 11.9.2013 widmet sich Horst Münzinger der arabischen Seite Siziliens.

Im Januar bin ich auf den Archäologischen Verein Freising zusammen mit dem Bronzezeit-Fundort Bernstorf unter der Überschrift Archäologischer Verein Freising, Bernstorf eingegangen. Ich empfehle wieder in das Meldungsarchiv der Freisinger hinein zusehen. Das Bronzezeit-Bayern-Museum in Kranzberg soll ab Ende 2013 geöffnet sein. Ob das dem aktuellen Stand entspricht und was die Ausgrabungen bislang ergeben haben, das sollte man in zwei Veranstaltungen des Archäologischen Vereins Erding erfahren können: am 23.09.2013 in einem Vortrag im Museum Erding über „Die Mittelbronzezeitliche Höhenbefestigung von Bernstorf, Lkr. Freising“ und am 29.09.2013 bei der Exkursion ab dem Volksfestplatz Erding „Höhenbefestigung von Bernstorf und das archäologische Museum in Kranzberg, Lkr. Freising“.

Ein paar Ausstellungen: die anstehende Ötzi-Ausstellung im Museum Herxheim hatte ich schon erwähnt. Am 15. September gibt es zu „Ötzi - Der Mann aus dem Eis“ eine Vernissage, der Eintritt ist frei, nähere Informationen hier. Die Sammlung Wendel habe sogar auch schon erwähnt, in „3d-Film über die Chauvet-Höhle von Werner Herzog“, nur funktioniert dort der unterlegte Link nicht mehr. Die Sammlung ist Grundlage der Ausstellung „Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit. Die Sammlung Wendel“ ab dem 20.9.2013 in der Münchner Archäologischen Staatssammlung. Man beachte das Rahmenprogramm. Sonntagsführungen mit Museumstaschenlampen, Vorträge, und der Chauvet-Film wird auch einmal gezeigt, wobei ich jetzt aber nichts von 3D sehe. Einen aktuell noch funktionierenden Link zu Informationen über die Ausstellung gibt es auch (mit einer kleinen Bildergalerie).

Am Harzhorn gab es eine Schlacht mit den Römern zu einer Zeit, als man glaubte die Römer wären so tief im Germanenland überhaupt nicht mehr unterwegs gewesen. „Das Harzhorn – Ortstermin an einer Jahrhundertfundstelle“ berichtet von den Fundumständen und der archäologischen Erforschung. Nun gibt es zur Schlacht eine Ausstellung: „Ab dem 1. September 2013 werden die spektakulären Funde des am besten erhaltenen Schlachtfeldes, das wir aus der Antike kennen, erstmalig öffentlich ausgestellt. Das Braunschweigische Landesmuseum präsentiert im Auftrag des Landes Niedersachsen die Landesausstellung 'Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn'“. Weiter Informationen hier.

Das Projekt Zeiteninsel, das „Archäologische Freilichtmuseum Marburger Land“, habe ich letzten November mal erwähnt. Aktuell läuft dort ein Lagerwochenende mit Vorführungen. Über den genauen Ort habe ich gerätselt, aber wenn da etwas los ist ist „am westlichen Ortsrand von Weimar-Argenstein der Gemeinde Weimar an der Lahn“ sicher gut zu finden.

Die Zeiteninsel war ein Hinweis für die Hessen. München-näher steht am 15. September das Keltenfest Landersdorf 2013 an. Bei Interesse sollte man bei Stephan gleich noch die anderen Veranstaltungen in der Region durchsehen.

Stephan ist mit seiner Website schnell die Adresse für Ausflugstipps zu Keltenschanzen, Hügelgräbern und Naturdenkmalen in einem immer größer werdenden Radius um einen Mittelpunkt nördlich von München geworden. Rainer Steinke hat seinen Mittelpunkt noch etwas nördlicher und ist mit seinem Blog Kult-Urzeit erst seit diesem Jahr mit dabei. Er muß einen riesigen Fotostapel haben, den er mit einer schnellen Folge von Postings abarbeitet. Aus einer ganz anderen Region kommt Hiltibold. Hinsichtlich dem Newcomer-Fleiß ist er in einem Atemzug mit Rainer zu nennen und man sollte unbedingt mal bei beiden reinsehen, was sich da in den letzten Monaten getan hat.

Tief im Rainer-Land, aber auch Stephan war schon in der Gegend aktiv, hat im Juli die Zeitreisende und Geschichtenerzählerin Petra Gabriel Untergründiges aus Forchheim zutage gefördert. Oder doch nicht ganz, genaueres gibt es erst in ihrem Kurzkrimi. Ein heimisches Revier von Petra Gabriel ist das Dreiländereck Baden, Elsass, Schweiz.

Bei den vielen Entdeckungen in Renates Blog „Quizzy zeigt Euch München“ ist wieder etwas aus meinem Bereich graue Vorzeit bis Spätantike dabei: „Ein jahrtausendalter Brauch“ berichtet von Platten am Münchner Brauerhaus mit Szenen aus dem Gilgamesch-Epos. Als Ergänzung dazu hätte ich den Blick in eine altägyptischen Brauerei zu bieten.

Was viele Münchner Keltenfans nicht so wissen: für Münchner liegt die als keltisches Oppidum gehandelte Fentbachschanze in Kombination mit der S-Bahn in Fahrradreichweite. Ich hatte aber immer nur die Version mit der S-Bahn-Haltestelle Kreuzstraße im Kopf, eine Fußwanderung hätte ich mir ziemlich lang vorgestellt. In Walters Weblog wird die Kombination einer Wanderung mit einer Anfahrt mit der Bayerischen Oberlandbahn in das nähere Darching beschrieben. In Walters Weblog gibt es eine lange Serie solcher Wanderausflüge in das Münchner Umland.

Wir haben gestern wieder die Keltenschanze Buchendorf besucht, Fotos folgen noch. Vorab eines in Christines Blog Strickwerk Verstricktes aus dem Leben und von den Nadeln. Die alte Informationstafel hängt immer noch in Buchendorf, Tempel und Opferschächte und so. Ich meckere dann in meinem neuen Buchendorf-Eintrag darüber herum. Eine aktuelle Sicht der Keltenschanzen kann man in dem sehr gut gemachten pdf zu einer Führung vor fast 4 Jahren zur Keltenschanze Gertholz bei Aach-Linz nachlesen. Aach-Linz liegt etwas über 30 km von der Heuneburg entfernt. Für den Erhalt des dortigen Freilichtmuseums gab es eine Onlinepetition. Zu der ist unter Neuigkeiten die Antwort des Petitionsausschusses des Landtages verlinkt.

So, für alle die brav waren und bis zum Schluß durchgehalten haben, gibt es noch einen Link zu einem neuen Magazin: Kulturas - das Magazin für Natur, Kultur und Geschichte in Portugal und Spanien. Geschrieben in Deutsch. Monatlich. Kostenlos. In der Juni-Juli-Ausgabe 2013 bleiben wir über lange Bildstrecken in der Zeit der Kelten, der Eisenzeit. Es gibt schöne Bilder von den Hinterlassenschaften der Castrokultur. Unbedingt reinsehen!

Freitag, 26. April 2013

Gemischte Links, Teil 1

Ich mache mit dem Steintor von der Heuneburg weiter, mit dem ich im letzten Beitrag aufgehört habe. Neiiiin, kein ungeliebtes Zusammensuchen aktueller Heuneburg-Informationen, jetzt kommen nur olle Kamellen. Das Steintor liegt beim Freilichtmuseum. Bild 1 sollte den Zustand bei meinem Besuch Anfang August 2009 zeigen. Irgendwie hatte ich das mit dem Steintor damals nur halb mitgekriegt und das Foto auf die Schnelle gemacht. Das Gelände des Freilichtmuseums liegt etwa von der Kamerarichtung 90 Grad nach rechts. Am linken Rand des Bildes ist ein Stück der Zufahrtsstraße zu sehen, links davon liegt der große Parkplatz des Freilichtmuseums. Mittels dem aktuellen Luftbild in Google Maps kann man gut erkennen, daß sich beim Steintor zwischenzeitlich etwas getan hat. Einfach nach „Heuneburg“ suchen und reinzoomen.

Heuneburg-Tor

Beim Schwäbischen Heimatbund geht es unter dem Titel „Die Zukunft der Heuneburg ist gesichert“ um dieses Steintor, in dem Artikel als „Stadttor“ bezeichnet. Zum Artikel sehe ich links das Datum 12.10.2011, das ist also vor den aktuellen Diskussionen um die Zukunft des Freilichtmuseums. Interessant ist die gedankliche Linie vom Schutzhaus für das Stadt- bzw. Steintor zum Archäologiepark und der „Zusammenfassung der Funde direkt auf dem Gelände der Heuneburg“. In diesem größeren Zusammenhang muß man wohl auch die in meinem letzten Beitrag zitierte Anfrage nach einem eventuellen weiteren Landesmuseum sehen. Sehenswert sind die beiden im Artikel des Schwäbischen Heimatbunds verlinkten Videos zum Stein-/Stadttor bzw. der Toranlage: das Erste ist auf der Website der Förderstiftung Archäologie in Baden-Württemberg im Abschnitt zur Heuneburg eingebunden, das Zweite wurde von der „DenkmalpflegeBW“ bei Youtube eingestellt.

Grabhügel der Gießübel/Talhau-Gruppe

Zu der im letzten Beitrag angesprochenen Frage nach dem Verbleib der wertvollsten Funde ist noch anzumerken, daß im Falle der „Keltenwelt am Glauberg“ ein Museum vor Ort realisiert wurde, in dem nach der Wikipedia „alle Originalfunde einschließlich der Stele des keltischen Kriegers zu sehen“ sind. Im Keltenmuseum Hochdorf ist die bekannte Grabkammer des „Keltenfürsten“ eine mit Repliken aufgebaute Rekonstruktion, die Orginale sind glaube ich abgesehen vom Skelett des „Keltenfürsten“ im Landesmuseum Württemberg. Wenn also das „Fürstinnengrab“ eine ähnliche Bekanntheit hergibt, dann müßte doch zumindest auch so eine Rekonstruktion für die Heuneburg herausspringen und entsprechend plaziert werden. Raum genug dafür sollte im Museum in Hundersingen vorhanden sein.

Baumburg

Meine Fotos habe ich alle am Tag des „Bienenmarkts auf der Heuneburg“ 2009 aufgenommen. Via dem Label Heuneburg findet man die bisherigen im Blog veröffentlichten Bilder. Auf Bild 2 ist einer der Grabhügel der Gießübel/Talhau-Gruppe zu sehen. Den habe ich etwas herangezoomt von einem Standort beim Lehenbühl bei Hundersingen aus aufgenommen. Der vom Museum in Hundersingen kommende Rundweg führt zunächst am oberhalb der Donau befindlichen Lehenbühl und an der Baumburg vorbei. Der Weg entfernt sich dann ab der Baumburg von der Donau (Bild 3 zeigt die Baumburg aus der Entfernung) und kommt am entferntesten Ende des Parkplatzes beim Freilichtmuseum an. Vom Freilichtmuseum führt der Rundwanderweg an der Gießübel/Talhau-Grabhügelgruppe vorbei zum Hohmichele. Den hatte ich schon im Blog, dieses Mal gibt es ein vom Hohmichele aus aufgenommenes Bild in Richtung „Kleiner Hohmichele“. Der „Kleine Hohmichele“ soll bei der Baumgruppe in der Bildmitte liegen. Bild 5 zeigt die Erhebung vom vorbeiführenden Weg aus. Der „Kleine Hohmichele“ wird ebenfalls zu den Großgrabhügeln gezählt. Seine Höhe soll nach mündlicher Quelle auch dadurch gelitten haben, daß einem Landwirt erlaubt wurde davon Erde abzutragen.

Kleiner Hohmichele

In Bayern könnte man nun nachsehen, wie weit man die Verhältnisse vor Ort mit dem BayernViewer-denkmal bzw. dem BayernAtlas nachvollziehen kann. In Baden-Württemberg gibt es das Geoportal Baden-Württemberg, wie ich der Zusammenstellung „Die Bundesländer und ihre Online-Kartendienste für topografische Karten“ von Stephan Gröschler entnehme. Ich habe ein wenig herumprobiert und es immerhin geschafft, zwei offenbar „geotouristische“ Markierungen auf die Karte zu bekommen - auf Hundersingen und auf die Heuneburg jeweils einen kleinen blauen Kreis mit einem „M“. Aber ich sehe auf die Schnelle nicht, wie man an Infos zu den Markierungen kommt und an Markierungen der Grabhügelfelder kommt man so offenbar auch nicht. Informativ ist es trotzdem etwas - man sieht wie nah das nächste „M“ in Mengen ist. Zu diesem Museum hatte ich schon mal die „Leckeren Grüsse von Apicius“ von Reinhold Siegel verlinkt.

Kleiner Hohmichele

Die Links sind natürlich auch immer so gedacht, daß man bei Gefallen auf den Websites herumstöbert und sie weiter verfolgt. Bei Stephan greife ich noch die Keltenfeste 2013 heraus. Bei Hiltibold „Haare färben im antiken Rom“ und „Du hast die Haare schön: Rekonstruierte Frisuren aus dem antiken Rom“. Aus dem Burgerbe-Blog von Jan Popp-Sewing den Hinweis auf die Ausstellung „Ausstellung auf Schloss Gottorf: Das Nydamboot, ein germanisches Wassertaxi“ und von Markus Zwittmeier „Karl der Große auf Arte“. Karl der Große ist natürlich nach meiner Zeit und davon findet sich bei Markus Zwittmeier jede Menge, aber er hätte das vermutlich genauso über den zuvor auf Arte gelaufenen Abend mit den Römern in Britannien schreiben können. Die Filme dürften genau auf demselben Niveau gewesen sein.

Sonntag, 14. April 2013

Noch einmal zur Heuneburg-Onlinepetition

Was ist eigentlich aus der Onlinepetition für den „Erhalt des Freilichtmuseums keltischer Fürstensitz Heuneburg“ geworden? Die Antwort kann man auf openPetition in der Mail des Initiators Willy Weinmann „an alle Freunde und Unterstützer der Heuneburg“ lesen: „am 29.3. ist die Petition ausgelaufen. Leider haben wir nur 1966 anstatt der erhofften 10.000 Stimmen bekommen. Trotzdem habe ich sie eben an den Petitionsausschuss des Landtages weitergeleitet.“

Das klingt enttäuscht, aber aus meiner Sicht sind 1966 Stimmen ein glänzendes Ergebnis. Derzeit läuft die Frist für diese Petition in Nordrhein-Westfalen: „Angekündigte Streichung der Landeszuschüsse für die Archäologie und Denkmalpflege zurücknehmen!“. In dem Fall ist die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e. V. (DGUF) der Initiator, die Online-Unterstützung ist wesentlich massiver und die Berichte in den klassischen Medien sind viel zahlreicher. Außerdem ist ein ganzes Bundesland mit mehr als 17 Millionen Einwohnern betroffen. Nach über einem Drittel der Zeichnungsfrist liegt die Unterstützerzahl bei 16305.

Zur Heuneburg-Petition ist wichtig zu wissen, daß es neben dem Freilichtmuseum mit der bekannten Lehmziegelmauer-Rekonstruktion auf dem Geländesporn über der Donau auch noch das Museum im zu Herbertingen gehörenden Hundersingen gibt. Das Freilichtmuseum ist Gegenstand der Petition, weil sich die „Gemeinde Herbertingen ... aus finanziellen Gründen vom Unterhalt des Freilichtmuseums keltischer Fürstensitz Heuneburg zurückgezogen“ hat. Das Freilichtmuseum und das Museum in Hundersingen sind durch einen Runderwanderweg verbunden, in den auch mehrere Großgrabhügel eingebunden sind. Siehe mein Besuchsbericht vom Bienenmarkt auf der Heuneburg. Rundwanderweg und Museen liegen auf der westlichen Seite der Donau. Das vor zwei Jahren durch eine Blockbergung bekannt gewordene „Fürstinnengrab“ und die zuvor gefundenen Reste eines Kindergrabs sind auf der östlichen Seite der Donau gefunden worden. Im nordwestlich von Herbertingen gelegenen Gräberfeld Bettelbühl. Namensgebend für das Gräberfeld ist der Großgrabhügel Bettelbühl, der mittlerweile aber weniger als 4 m hoch sein soll. Siehe hier der Wikipedia-Artikel zum Gräberfeld Bettelbühl und mein Eintrag über den Sensationsfund bei der Heuneburg.

Bei der Onlinepetition ging es um den Erhalt des Freilichtmuseums. Das Museum in Hundersingen muß natürlich in die Betrachtung miteinbezogen werden. Würden die Funde aus dem Kinder- und dem „Fürstinnengrab“ dauerhaft in Hundersingen statt in Stuttgart gezeigt, dann könnte durch die höhere Attraktivität des Museums auch die Besucherzahl des Freilichtmuseums gesteigert werden. Als Argument zur Onlinepetition ist zu lesen: „Die Fundstücke gehören dort ausgestellt, wo sie auch gefunden wurden. So wird der Zusammenhang zu den Landschaften und den Menschen aufgezeigt. Den Menschen sollen ihre Wurzeln an Ort und Stelle gezeigt werden. Dies schafft Heimat und Verbundenheit“. Was würde man selbst vorziehen: eine supertolle teure Präsentation dieser Funde neben vielem anderen in Stuttgart? Oder eine einfache Präsentation in Hundersingen, von der aus man nach ein paar Minuten Fußweg von oberhalb der Donau auf die Ebene auf anderen Seite hinuntersehen kann, wo die Frau und das Kind begraben wurden?

Auf den Februar ist eine Stellungnahme des baden-württembergischen Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft (pdf) datiert, nach der das Land dafür Sorge tragen will, „dass das Freilichtmuseum weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird.“ Von Ende März scheint dieser Beitrag des SWR zu sein, nach dem eine Lösung für das Freilichtmuseum Heuneburg in Sicht ist: „Der Museumsverein Heuneburg will das keltische Freilichtmuseum Heuneburg bei Herbertingen im nächsten Jahr weiterführen“ und der Finanzstaatssekretär Ingo Rust „ist zuversichtlich, dass es bis zum Frühsommer zu einer Lösung kommt.“

In der obigen Stellungnahme des Ministeriums wird auch der Verbleib der Funde angesprochen. Die Stellungnahme ist aufgrund eines Antrags der CDU-Fraktion erfolgt. Dort ist in der „Begründung“ u.a. zu lesen: „Mit der Planung und Umsetzung beispielsweise eines Landesmuseums könnten die reichhaltigen Funde und edelsten Goldschmuckstücke vor Ort gezeigt werden.“ Diese Einrichtung eines weiteren Landesmuseums kommt aber laut der Stellungnahme des Ministeriums nicht in Betracht. Und: „Die Funde der archäologischen Untersuchungen auf der Heuneburg werden und wurden bereits u. a. durch das 'Keltenmuseum auf der Heuneburg' oder im Rahmen der Großen Landesausstellung 'Die Kelten' vom Archäologischen Landesmuseum und vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart gemeinsam der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Eine noch stärkere Einbindung in die kulturellen und touristischen Konzepte des Landes wird angestrebt.“

Schlußbemerkung: In meinem letzten Eintrag zur Heuneburg-Onlinepetition hatte ich den Wunsch geäußert, daß man vor Ort selbst über die eigenen Angelegenheiten berichtet. Und daß ich keine Lust habe, mir die Informationen so wie damals zusammenzusuchen. Dabei ist es geblieben. Ich habe jetzt auch nicht mehr die Gemeindewebsite nach den Informationen durchsucht, die ich auf der Heuneburg-Website nicht gefunden habe. Und ich habe nicht versucht, alle online gestellten Zeitungsartikel durchzusehen. Und außerdem würde ich mich auch weiterhin darüber freuen, wenn ab und zu ein aktuelles Foto von der Heuneburg und den im Stellungnahme-pdf erwähnten steuerfinanzierten Grabungen zu sehen sein würde. Und ich würde auch gerne via einer Heuneburg-Website mitbekommen, wie es mit der im pdf angesprochenen „Sicherung, Präsentation und Vermittlung des Steintors“ weitergeht.

Freitag, 8. Februar 2013

Zur Heuneburg-Onlinepetition

In den Steinzeitlinks hatte ich auf die Onlinepetition für den Erhalt des Freilichtmuseums keltischer Fürstensitz Heuneburg hingewiesen. Die ist mittlerweile über der 1000er-Grenze, das ist sehr beachtlich. Insbesonders auch die vielen unterschiedlichen Unterstützer im Netz, wenn man mal via Google nach „Heuneburg Onlinepetition“ sucht.

Zu meiner etwas kryptischen Formulierung des Hinweises in den „Steinzeitlinks“: man sollte in eigener Sache selbst etwas sagen, wenn man die Plattform dafür hat. Und die Heuneburg hat ihre Website, und da sehe ich unter „Aktuelles“ immer noch nichts. Also bis jetzt gibt es offenbar aus der Heuneburg-Perspektive überhaupt kein Problem? Von offizieller Seite finde ich aus der jüngeren Vergangenheit drei pdfs mit Inhalten zur Heuneburg bei der Gemeinde Herbertingen: den „Kurzbericht zur öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderats am 11.12.2012“, in der es um die „Entscheidung über die Kündigung der Miet- und Gestattungsverträge mit dem Land Baden-Württemberg“ geht. Den JAHRESRÜCKBLICK 2012 Gemeinde Herbertingen, Hundersingen, Marbach, Mieterkingen und nochmal für sich den Rückblick auf die Saison 2012 der Heuneburgmuseen in der „Vorlage für die Sitzung des Gemeinderates Herbertingen am 30.01.2013“. Daß das alles für die eigene Bevölkerung so transparent gemacht wird, finde ich ja gut. Aber es sollte nicht so sein, daß ein auswärtiger Heuneburginteressent die Gemeinderatsprotokolle auf der Herbertinger Website durchscrollen muß. Weiter ist weder auf der Heuneburg-Website noch in den pdfs etwas vom Abblitzen beim Wunsch zu sehen, auf dem Gemeindegebiet gefundene und derzeit in der Keltenausstellung in Stuttgart gezeigte Stücke nach Ende der Ausstellung im Heuneburg-Museum zeigen zu dürfen. Das muß man in dem vom Initiator der Onlinepetition verlinkten Beitrag des Wochenblatts Bad Saulgau nachlesen.

Es ist daher absehbar, daß man sich die Informationen über den weiteren Fortgang genau in dieser Weise zusammenbasteln muß. Insbesonders auch über die Online-Ableger der Zeitungen, und die will ich aus mehreren Gründen nicht so gern verlinken. Mittlerweile ist mir sogar die Lust vergangen, das überhaupt nur durchzulesen, wenn erkennbar der journalistische Leistungsumfang sehr gering ist und die Quelle das genauso gut selbst hätte online stellen können. Es ist immer noch das Leistungsschutzrecht für Presseverlage in der Mache. Hier Telepolis zum Stand nach der aktuellen Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestags. Es wurde zwar gegenüber dem letztjährigen Stand, als ich darüber geschrieben habe, angeblich entschärft, aber ich will mich nicht stundenlang über die möglichen doch-noch-Gefahren informieren.

Ein anderer Aspekt ist, daß, naja, gewachsene Man-kennt-sich-Systeme vorliegen. Das ist ja nicht von vornherein schlecht. Aber die sollten nicht dazu führen, daß Anpassungen an bessere Gegebenheiten verhindert oder weitmöglichst verzögert werden. Hier bei Matthias Spielkamp gibt es einen Link auf die „Nationale Initiative Printmedien“ von Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Selbst zu besten Zeitungszeiten erinnere ich mich nicht daran, jemals ein Gruppe von Jugendlichen mit so vielen interessierten Zeitungslesern gesehen zu haben.

In den USA gab es 1968 schon von Alan Kay das Konzept für das Dynabook. Wer die Stichworte nicht kennt, kann mal die über Xerox PARC verlaufende Kette der weiteren Entwicklungen nachverfolgen. Vielleicht hätte ein visionärer Kulturbetrieb vor 20 Jahren Science-Fiction-Theaterstücke fördern müssen, in denen die Leute mit Dynabooks herumlaufen. Dann wäre manchem geistigen Leuchtfeuer vielleicht auf die Sprünge geholfen worden und es müßte jetzt nicht nach Kohlepfennigen für seine Holzmedien suchen. Im Umfeld der etwas verqueren Begründungssysteme für diese Geldwünsche hat man sich auch mal die Blogger als böse ausgeguckt, weil sie durch ihre Verlinkungen Inhalte klauen. Ist ein Witz. Gerade in der kleinen Archäologienische glaube ich, daß meine Links manchmal die einzigen von außen auf manche Zeitungsartikel gewesen sind. Also sie hätten wegen dieser kostenlosen Werbung eigentlich froh sein können. Waren es aber nicht. Also lasse ich es möglichst.

Weiter meckere ich dauernd daran herum, daß die Archäologen selbst nicht genug online stellen. Eigentlich mache ich mich mit der Meckerei lächerlich. In anderen Welten war die Diskussion vor 10 Jahren schon durch. Da konnte man sich längst sein Auto mit Außenfarbe und Innenbezügen im Internet selbst zusammenklicken, während es heute nicht geht, zeitnah ein paar schöne Ausgrabungsfotos in das Netz durchzureichen. Ein wichtiger Unterschied ist natürlich, daß man selbst entscheiden kann, ob man sein Geld für das Auto ausgibt. Jedenfalls will ich unter dem Gesichtspunkt auch nicht mehr so gerne hintenweg aus den kleinen Teilmengen der online gestellten Presseartikel brav welche verlinken und dadurch eine „wir haben die Öffentlichkeit informiert“-Alibifunktion unterstützen.

Also zur Heuneburg: irgendwie sollte selbst fortlaufend von den eigenen Angelegenheiten berichtet werden. Dann lese ich mir das durch und verlinke das bisweilen auch gerne. Aber wenn es über zweite Hände läuft, mag ich nicht. Es ist auch ohne meine Anti-Haltung irgendwie witzlos auf diese Weise die Kontroverse zu verfolgen. Der eine Artikel wird online gestellt, und die wichtige Mitteilung im nächsten Artikel nicht.

Noch allgemein zur Heuneburg-Website: Weil es zur Heuneburg aus aktuellen Grabungen oder dem vor zwei Jahren geborgenen Keltengrab immer etwas Neues gibt, finde ich natürlich toll, daß in der Rubrik „Archäologische Grabungen“ über diese berichtet wird. Schlecht hingegen, daß man selbst vor Ort ist und sich so massiv an die klassischen Medien anlehnt. Meine Meinung zur technischen Realisierung entspricht der zur Website des Archäologischen Vereins Freising. Die Einzelmeldungen würde ich personalisieren und mit „Aktuelles“ und der „Fotogalerie“ zusammenziehen. Man kann ja dann wieder die Meldungen über Tags/Labels kategorisieren.

Für sehr wichtig würde ich die Einbindung der vor Ort tätigen Archäologen halten - siehe die Bemerkung oben. Die in der Rubrik aufgezählten Medien mögen bekannte Namen haben, aber sie erreichen inhaltlich selten das, was zu den früheren Grabungen von www.fuerstensitze.de angeboten wurde (seit 2010 gibt es auf der Website keine neuen Inhalte mehr, ich hatte die Website in „Bienenmarkt auf der Heuneburg“ erwähnt). Toll wäre wieder die Kommentarmöglichkeit. Wenn Archäologen, Museumsleitung und Bürgermeister mitschreiben würden, dann könnte man mit der Kommentarmöglichkeit auch von einer Kenntnisnahme der Rückmeldungen ausgehen. Wie weit ich mit meiner blassen Theorie von der gemeinschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit anscheinend von der Realität weg bin, sehe ich im „Jahresrückblick 2012“-pdf. Da wird auf den noch ausstehenden Bericht des Landesamts für Denkmalpflege von den archäologischen Forschungen verwiesen. Die Berichte zu den Vorjahren sind in der Rubrik „Archäologische Grabungen“ verlinkt. Aber man könnte ja mal aktuelle Stände fotografieren, wenn man dauernd daran vorbeikommt.

Zum Interesse für Rückmeldungen: im April 2012 ist in den Oberschwäbischen Mannigfaltigkeiten ein Beitrag über das „Landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg“ LEO-BW erschienen. Vermutlich wurde diese für LEO-BW kostenlose Analyse mit Aufwand und einigem Sachverstand erstellt. Daß sich die LEO-BW-Leute darüber nur freuen müssen, will ich nicht verlangen, aber interessiert durchlesen könnte es einer. Ich habe jetzt nachgesehen, das in den Mannigfaltigkeiten als Beispiel für eine falsche Zuordnung angegebene Walksche Haus ist immer noch fälschlich dem württembergischen statt dem badischen Weingarten zugeordnet. Hier beim Landesmedienzentrum Baden-Württemberg ist es übrigens auch württembergisch. So aus dem hohlen Bauch heraus könnte man vermuten, daß man LEO-BW in die Landschaft gestellt hat, ohne daß eine Viertelstelle für Rückflüsse vorgesehen wurde. Also bei ambitionierten Websites wäre eine Kommentarfunktion mit Weiterleitung an die richtige Stelle wirklich nicht schlecht.

Wir haben von einem Spaziergang in Weingarten im letzten Jahr ein paar Fotos mit dem Walkschen Haus darauf. Aber keines mit Abstand und ihm in der Mitte und für ein Panorama sind die Fotos eigentlich ungeeignet. Mich wundert, daß die Software noch was daraus machen konnte (Bild 1). Wenn auch verzerrt, ich stelle deshalb die Vorlagen mit ein.

Walksches Haus im badischen Weingarten
Walksches Haus im badischen Weingarten
Walksches Haus im badischen Weingarten

Im Umfeld des Keltenjahrs 2012 sind mehrere offizielle Websites erschienen. Ich hatte kurz in den Mixed Links die Keltenblock-Website erwähnt. Es gibt die Website zum Keltenjahr 2012 und die Website zur Stuttgarter Keltenausstellung. Über die zugrunde liegende Strategie wollte ich mir schon beim Keltenblock nicht so die Gedanken machen. Groß in die Internetwelt hinein gedacht war sie vermutlich nicht. Für diese Behauptung war es gut, daß Stephan Gröschler versucht hat, als Blogger freien Eintritt in die Keltenausstellung zu bekommen (siehe hier seinen Kommentar). Stephan hat ihn nicht gekriegt, während jeder journalistenrabatterprobte Presseausweisinhaber, der noch nie was über Kelten geschrieben hat, den kostenlosen Eintritt bekommen hätte.

Der hinter neuen Websites wie LEO-BW und Keltenblock etc. stehende Anspruch scheint mir verglichen zur Fürstensitze-Website deutlich gesunken zu sein. Sehr gute Inhalte wie auf der Fürstensitze-Website zusammenstellen konnte man offensichtlich. Man hätte das weiterführen und im nächsten Schritt geeignet in lokale Websites wie etwa der von der Heuneburg reinbeamen können, einleitende Worte des Archäologen drumherum, Kommentarfunktion. Zum „Fall Hypathia“ hatte ich erwähnt, daß Peter O. Chotjewitz für das Buch eine ausführliche Internetrecherche gemacht hat. Das war 2001!!! Mir kommt es so vor, daß damals zeitweise wirklich ein Schritt vor den anderen gemacht wurde. Und im Schritt nach den Websites von 2001 erschienen Websites wie www.fuerstensitze.de oder in Bayern der BayernViewer-denkmal, letzterer mittlerweile unter der Haube des BayernAtlas. Jetzt hätten eigentlich neue Schritte vorwärts kommen müssen. Wenn die Schritte stattdessen rückwärts gehen, dann sollte man vielleicht auf diese Websites gar nicht mehr eingehen.

Jetzt noch zu den Zugriffen auf die einzelnen Websites. Da hat man manchmal mittels Alexa einen ungefähren Anhaltspunkt. Die Zahlen waren nie sooo richtig. Manchmal funktioniert es auch überhaupt nicht, etwa bei den Mannigfaltigkeiten. Die Zugriffe der twoday-Blogs gehen glaube ich immer bei twoday unter. Bei mir funktioniert es nicht mehr, seit ich sowohl unter zeitspringer.blogspot.com als auch unter zeitspringer.blogspot.de erreichbar bin (war nicht meine Entscheidung, hat die Google-Blogsoftware so entschieden). Aber bei eigenen Domänen geht das einigermaßen, also legen wir mal los (Zeitpunkt der Auswertung ist der 7.2.2013 ab 22:30 Uhr): Der Sieger ist die Ausstellungswebsite kelten-stuttgart.de mit einem Alexa Traffic Rank von 1,296,472. Zweiter ist Stephan mit kraftvolle-orte.de mit einem Alexa Traffic Rank von 2,113,562. Dritter knapp dahinter leo-bw.de mit einem Alexa Traffic Rank von 2,238,052. Die Werte ändern sich andauernd, also bei dem geringen Abstand können die Plätze dauernd wechseln. Aber heute ist der Abstand noch größer geworden. Auf dem vierten Platz liegt die heuneburg.de mit einem Rank von 4,329,931. Auf Platz 5 die in diesem Eintrag bislang unerwähnte Website denkmalpflege-bw.de mit einem Rank 6,190,448. Die eigentlich gestorbene Website fuerstensitze.de liegt immer noch bei 9,454,206. keltenjahr2012.de liegt bei 20,617,482 und zum keltenblock.de hat Alexa No data.

Über dieses Ergebnis könnte man jetzt ein paar Blog-Einträge spekulieren. Der erste Platz der Ausstellungswebsite dürfte daran liegen, daß sich viele Ausstellungsbesucher vorab informieren. Wenn man sich die Zahlen ansieht - ich glaube zur Halbzeit der Ausstellung sollen es 80.000 Besucher gewesen sein, und die Zahlen von Stephan, er gibt für seinen Blog 60000 Besucher in den ersten zwei Jahren an, dann passt diese Interpretation schon irgendwie. Darüber, daß das „Landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg“ LEO-BW, das vermutlich richtiges Geld gekostet hat, etwa gleichauf mit Stephans neben der Berufstätigkeit entstandenen „Kraftvollen Orten“ liegt, kann man jetzt denken was man will. Die Website der Denkmalpflege könnte wohl mehr Zugriffe haben, wenn sie ihre Aktuellsten Nachrichten in irgendwelche mitlaufende Ticker auf verbundenen Webseiten hineinbugsieren würde. Die Heuneburg-Website profitiert vielleicht derzeit ebenso wie die Fürstensitze-Website von der Ausstellung. Sie hat aber durch das Alter der Website und die vielen eingehenden Links eine sehr gute Basis. Zudem werden sich fortlaufend Besucher über die Museen informieren wollen. Und siehe oben die Google-Suche nach der Onlinepetition - die Heuneburg hat viele potentielle Unterstützer im Netz. Mit den Voraussetzungen im Rücken müßte doch ein Blog auf der Website mit Berichten über die aktuellen Ausgrabungen, Ausstellungen und dem aktuellen Stand der Dinge in Sachen Freilichtmuseum bei Alexa durch die Decke gehen?

Samstag, 12. Januar 2013

Steinzeitlinks

Vor den Steinzeitlinks noch zwei andere Links: Simon Kahnert weist auf eine Onlinepetition für den Erhalt des Freilichtmuseums Heuneburg hin. Ich will nicht dem Simon Kahnert in den Rücken fallen, aber sagen wir's mal so: ich habe von der Entscheidung des Gemeinderats im letzten Monat auch etwas mitbekommen, aber auf der Website des Museums sehe ich aktuell nichts davon, obwohl da eigentlich sehr kostengünstig etwas mitgeteilt werden könnte.

Der zweite Link sollte für alle hochinteressant sein, die sich für niederländische Geschichtswebsites interessieren. Wie Jörn Borchert schreibt, werden „auch dieses Jahr wieder die besten Websites der Niederlande gesucht, die sich mit historischen Themen befassen.“ Die Kandidatenliste bietet eine gute Gelegenheit, im niederländischen Angebot zu stöbern.

Nun zum schnellen Eintrag vor Weihnachten über die Website zur Prähistorischen Archäologie noch ein paar Steinzeitlinks.

Ich beginne mit den Steinzeitseiten von Klaus Rädecke, weil ich die schon am längsten kenne und es mir immer dort gefallen hat. Die Website widmet sich „vorgeschichtlichen Monumenten der Jungsteinzeit in Deutschland. Hier liegen rund 800 Dokumentationen aus der Zeit vor 4000-6000 Jahren, gezeigt mit eigenen Fotografien aus den Jahren seit 1999.“ Also ein Projekt aus der Web-1.0-Zeit, das bis heute weitergeführt worden ist.

Zur Jungsteinzeit wäre die Jungsteinsite zu erwähnen, deren „Ressourcen Links“-Rubrik allerdings seit 2004 nicht mehr upgedatet wurde. In der Artikel-Rubrik herrscht noch ein gewisses Leben mit downloadbaren Artikeln aus der Zeit nach 2004. Speziell zur jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur hätte ich einen Bericht von der Karlsruher Ausstellung anzubieten.

Laut Wikipedia werden die Wortverbindungen Ur- und Frühgeschichte, Vor- und Frühgeschichte sowie Prähistorische Archäologie häufig synonym verwendet und umfassen auch Zeiten nach der Steinzeit. Verbandsmäßig weiß ich nicht, ob es noch etwas speziell für die Steinzeitler gibt, ansonsten müßte das von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte abgedeckt werden.

Umfangreiche Informationen zur Steinzeit gibt es auf der Website Steinzeit & Co - Die Steinzeit in Deutschland von Christian Fuchs. Beachtlich sind auch die zahlreichen Links zu Webseiten und frei im Netz verfügbaren pdf-Dateien.

Gegenüber dem in die Breite gehenden Angebot von „Steinzeit & Co“ ist der Blog Umgepflügt. Sammlung Robert Bollow schon sehr speziell. Es geht in zeitweise sehr vielen Einträgen um „Archäologische Lesefunde des Paläolithikums, des Mesolithikums, des Neolithikums / Bandkeramik, Stichbandkeramik, ua. Mittelneolithikum / Jungneolithikum. Desweiteren Lesefunde bis in die Neuzeit: Bronzezeit, Frühmittelalter, Römische Funde, Keramik aller Zeitstellungen.“

Zum Abschluß der Steinzeitlinks ein Blick hinüber zu Marcellina. Sie hat passenderweise gerade einen Tipp für alle eingestellt, die sich mal so richtig mit prähistorischen Petroglyphen beschäftigen wollen.

Freitag, 19. Oktober 2012

Hohloh und Hohlohsee

Im letzten Eintrag hatte ich zum Mahlberg geschrieben, daß das Gebiet ursprünglich keltisch gewesen ist und als Beispiel die keltische Eisenerzproduktion beim östlich liegenden Neuenbürg erwähnt. Die Entfernung vom Mahlberg zum Neuenbürger Schlossberg habe ich nochmal mit Maßstab und Karte nachgemessen und bin auf 16 km Luftlinie gekommen (die per Bildschirm und Google Maps ermittelten 14 km im Mahlberg-Eintrag habe ich dort korrigiert). Zum Neuenbürger Beispiel hinzuzufügen ist ein keltisches Fürstengrab in südwestlicher Richtung vom Mahlberg, nämlich der in knapp 21 km Entfernung bei Hügelsheim gelegene „Heiligenbuck“ (südlich Hügelsheim bei der B36 und der Zufahrt zum Baden-Airpark). Der Grabhügel soll zwar schon vorzeitlich beraubt worden sein, die Bestattung konnte aber durch Zurückgebliebenes der jüngeren Hallstattkultur und einem Zeitraum um 550 v.Chr. zugeordnet werden. Im dritten Bild des Mahlberg-Eintrags läge das Grab in Richtung links von dem Berg in der Bildmitte. In diesem Blog-Eintrag ist das sechste Bild in Richtung auf den Rhein aufgenommen. Unten ist das Murgtal und links hinter der Bergkette das Oostal. Was dort an Häusern zu erkennen ist, sollte zu Baden-Baden gehören. In Richtung der linken Seite des Oostales müßte etwa das Grab liegen.

Hohlohsee

Um diesen nahe des Rheins liegenden Heiligenbuck herum sollen auf beiden Rheinseiten weitere solcher reichen Bestattungen nachgewiesen sein. Also man darf hier ein keltisches Kulturzentrum ähnlich Gebiet um die Heuneburg oder bei dem vermutlich zu einem Zentrum auf dem Hohenasperg gehörenden Fürstengrab von Hochdorf vermuten. Mit den mittelbadisch/elsässischen Hügelgräbern werden umfangreiche Befestigungswerke am Battert nördlich von Baden-Baden in Verbindung gebracht. Der Battert liegt zwischen Murg- und Oostal, er ist etwas über 10 km Luftlinie vom Mahlberg entfernt.

Hohlohsee

Misst man die Luftlinien nach Neuenbürg auf der Landkarte aus und zieht dabei noch Nagold mit in Betracht, das mit dem „Krautbühl“ ebenfalls ein Fürstengrab besitzt, dann ist der Hohenasperg am weitesten von Neuenbürg entfernt (knapp 41 km). Das überrascht etwas, denn das Keltenzentrum am Hohenasperg müßte durch die Verbindung über die Enz eine besondere Stellung gegenüber Neuenbürg gehabt haben. Der Battert liegt Neuenbürg mit etwas weniger als 26 km am nähesten. Hochdorf käme mit knapp 31 km auf den zweiten Platz. Nagold (knapp 34 km) wäre mit leichtem Vorsprung vor Hügelsheim (knapp 37 km) Dritter. Dieser Vergleich setzt voraus, daß es in der Hallstattzeit einen Zeitraum gegeben hat, in dem diese keltischen Zentren gleichermaßen aktiv waren.

Steg am Hohlohsee zur Besucherführung

Wo werden die Verbindungswege verlaufen sein? Die Optionen müßten ziemlich zahlreich sein, denn vermutlich war das Gebiet zwischen Neunbürg und Murgtal so löchrig wie ein Schweizer Käse und zudem wären auch kombinierte Transporte denkbar. Also vielleicht ein Schwertransport per Karren bis zu einem der in den Rhein mündenden Gewässer und dann weiter nach Hügelsheim. Aus römischer Zeit ist der Abzweig von der durch das Rheintal führenden Straße bei Ettlingen in Richtung auf Pforzheim/Portus an der Enz bekannt. Vielleicht wäre das auch der passende Weg für eine repräsentative Hohenasperger/Neuenbürger Delegation mit Pferd und Wagen zur prachtvollen Hügelsheimer Beerdigung gewesen. Aber die Luftlinie Neuenbürg - Ettlingen entspricht etwa der direkt zum Murgtal, also zumindest wenn man etwas auf dem eigenen Rücken oder mit geführten Tragtieren transportiert wären solche Direktverbindungen näher gelegen.

Hohlohturm bzw. Kaiser-Wilhelm-Turm

Sucht man in Google Maps per „Route verbinden“ zwischen Neuenbürg und Ebersteinburg (da liegt der Battert) eine Verbindung, dann wird einem der Weg über Dobel, Bad Herrenalb und Loffenau vorgeschlagen. Im letzten Bild des Mahlberg-Eintrages führt diese Straße hinter Mauzenstein und Mauzenberg (759 m) über das Käppele (538 m). In Laufnähe, dort gibt es einen Parkplatz, von dem aus viele ihre Mauzen- und Bernstein-Wanderung starten. Interessant ist die „Zu Fuß“-Option in Google-Maps. Da führt der Weg sogar zwischen Mahlberg und Mauzenberg durch. Diese „Zu Fuß“-Option scheint mittlerweile auch bei Waldstrecken überraschend gut mit Wegen bestückt zu sein. Sie ist aber für unsere Zwecke noch nicht so ideal. Google kennt anscheinend die Waldwirtschaftswege, aber nicht unbedingt die Fußpfade, die teilweise „schon ewig“ benutzt wurden. Präferenzen bei den Höhenunterschieden sind auch nicht einbeziehbar. Abgesehen von diesen Feinheiten ist das Ergebnis der „Zu Fuß“-Option aber doch schon ganz interessant.

Hohlohturm bzw. Kaiser-Wilhelm-Turm

D.h. es gab vermutlich zahlreiche bessere Optionen und man wird das weiter murgaufwärts liegende Gebiet am Hohloh weitgehend ausschließen können. Der kleine Vorteil dieses Gebiets ist nur, daß man hier eine Direktverbindung von Murg- und Enztal hätte. Das Hohloh-Platau liegt auf der einen Seite am Murgtal und zur anderen Seite entwässert es in die Enz. In das Gebiet kann man schon bei Loffenau bei der Teufelsmühle aufsteigen und kommt dann auf Plateaus, die verglichen dem Mauzenberg ein Stockwerk höher liegen. Für die Teufelsmühle werden 908 m angegeben, auf dem Hohlohplateau ist man fast bei 1000 m und auf dem Hohlohturm (auch Kaiser-Wilhelm-Turm) schafft man es über die 1000.

Blick vom Hohlohturm über Murg- und Oostal in Richtung Rhein

Bild 7 ist ein Panorama aus vier Fotografien. Man kommt die Straße von Reichental links hoch, fährt noch Stück die Bergkante entlang und steigt dann nach rechts in die erste zu sehende Vertiefung ab. Dort liegen die Häuser von Kaltenbronn. Wer sich über die Lage dort oben mittels der Karte in dem Faltblatt Naturschutzgebiete Hohlohsee und Wildseemoor (pdf) genauer informieren will: Der etwas rechts von der Mitte zu sehende Weg ist ein Fußweg vor zur Straße, vorne liegt die Schwarzmißhütte. In der Richtung des Weges sieht man auch etwas Taldunst, zwischen dem Tal und Kaltenbronn liegt wieder eine plateauartige Fläche, auf der sich der Wildsee befindet.

Zur jüngeren Geschichte des Hohlohsees gibt es interessante Informationen von Fritz Möbus. Luftbilder der Moorseen kann man sich beim Tourismus Zweckverband „Im Tal der Murg“ ansehen. Zu nennen ist auch eine Website eines eigenen Infozentrums für das Gebiet.

Panorama vom Hohlohturm über das Gebiet am Hohloh

Es gibt einige Sagen zu den Seen. Die oben genannte Bezeichnung „Teufelsmühle“ hat auch so einen sagenhaften Ursprung, mit der man die dort herumliegenden Steine erklärt hat. Wahrscheinlich haben die Kelten diese besonderen Naturerscheinungen in ähnlicher Weise verarbeitet. Die Sagen zu den Seen haben meist etwas mit deren Tiefe und dem Verschwinden im See zu tun, wirken also nicht so spezifisch auf das Gebiet zugeschnitten. Eine Sage wirkt sogar etwas überzogen - wenn man einen Stein in den Hohlohsee wirft, dann droht ein Unwetter über dem See und das Wasser gerät in Wallung. Man könnte denken, so eine Sage funktioniert überhaupt nicht, das können ja alle ausprobieren und dann ist es vorbei. Aber vielleicht hat diese Sage sogar die ältesten Vorläufer. Als wir (ohne Steine in den See zu werfen) zum Parkplatz zurück kamen hat es genieselt, an einem Parkplatz an der Kante zum Murgtal hin haben wir nochmal geparkt (Bild 8), da war es in Richtung Murgtal nur grau. Weiter unten dann wieder friedlicher leichter Regen. Und vor über 20 Jahren bin ich mal auf der Rückfahrt vom Hohlohsee mit dem Fahrrad von einem Sommergewitter überrascht worden. Glücklicherweise in der Nähe der Schwarzmisshütte. Damals war unten in den Tälern am ganzen Tag Sonnenschein und niemand dachte daran, daß Gewitter durchziehen. Also die Gegend da oben ist schon sehr besonders.

Beim Hohloh an der Straße in Richtung Reichental

Nun noch ein Blick zu den hessischen Kelten. Rolf Bierwirth wandert derzeit vormals keltische Höhen nahe Frankfurt ab. Sein letzter Eintrag handelt vom Altkönig, dort gibt es mit dem Ringwall Altkönig keltische Befestigungen. Also neben potentiellen Wanderern an Limes und Hadrianswall sollten auch die Vorgeschichtsinteressenten aus dem Frankfurter Raum mal bei ihm vorbeisehen. Aus der Zeit von Rolfs Limeswanderung stammt sein Abstecher zum Glauberg, damals war das Museum noch nicht eröffnet. Ich hatte im Mahlberg-Eintrag die germanischen Höhensiedlungen erwähnt, von der aber keine in Mahlbergnähe verzeichnet war. Auf dem Glauberg war hingegen so eine Siedlung. Er gilt auch als bedeutender Fundplatz des 4./5. Jahrhunderts. Schließlich noch der Hinweis von Rolf auf die Website Hessen-Archäologie, mit mehreren Beiträgen pro Monat eine sehr gute Informationsquelle über archäologische Neuigkeiten in Hessen.

Donnerstag, 6. September 2012

Nochmal Denkmaltag

Nochmal der Hinweis auf den Tag des offenen Denkmals 2012. Archäologie Online hat bundesweit einige Veranstaltungen ausgesucht.

Wer gerne Kultur- und Baudenkmäler fotografiert und mit den Fotos nicht gleich selbst eine Blog-Karriere starten will, kann mit den gewonnenen Schätzen beim Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments 2012 teilnehmen. Für die Besitzer passender Smartphones gibt es zum Wettbewerb eine Wiki Loves Monuments Android app.

Es lohnt sich, in einem größeren Radius im Denkmaltag-Programm nachzusuchen. Manche Veranstaltungen lassen sich zu einem Paket verbinden - ich hatte im letzten Eintrag über Open Access die Kombination von Eining, Abensberg, Kelheim und Essing erwähnt. Manche Ziele sind nur am Denkmaltag für die Allgemeinheit geöffnet, etwa der römische Ziegelbrennofen von Karlsruhe-Grünwinkel. Ich habe nur durch das Programm mitbekommen, daß es von dem noch Reste gibt und wo die sich befinden. Und manchmal hat man große Veranstaltungen auf dieses Wochenende gelegt - beim neuen Schutzhaus und römischen Küchen- und Heilkräuter-Lehrgarten der Villa Rustica Peiting gibt es am Wochenende ein zweitägiges Fest mit Porcetta, römischem Essen und verschiedenen Vorführungen.

Auf der Heuneburg finden am Sonntag ebenfalls mehrere Veranstaltungen statt, darunter eine Führung zu den aktuellen Grabungen. Derzeit gibt es noch ein super 15-minütiges Interview zur Heuneburg mit Prof. Dr. Dirk Krausse in der ZDF-Mediathek. Ich weiß nicht, ob ich so einen Link überhaupt bringen soll - wenn die 7-Tage-Regel gilt, dann wird der Beitrag morgen depubliziert.

Montag, 16. Januar 2012

Keltenjahr 2012

Im September wird in Stuttgart die große Landesausstellung „Die Welt der Kelten“ eröffnet. Das ist für die Baden-Württemberger der Anlaß, das Jahr 2012 mit einem umfangreichen Begleitprogramm zum Keltenjahr auszurufen.

Von den bekanntesten baden-württembergischen Kelten-Orten hatte ich hier im Blog schon das Keltenmuseum Hochdorf, das Oppidum Heidengraben und zweimal die Heuneburg (Bienenmarkt auf der Heuneburg und etwas zum Sensationsfund). Das Oppidum Finsterlohr-Burgstall ist bei mir gerade noch im Bau.

An diesen Orten finden sowieso immer wieder Veranstaltungen statt. Aber wenn man sich das Veranstaltungsprogramm zum Keltenjahr 2012 ansieht, ist man beeindruckt, was in diesem Jahr angeboten wird.

Sonntag, 27. Februar 2011

Zum Sensationsfund bei der Heuneburg

Kurz vor Jahresende ging die Blockbergung eines Keltengrabes in der Nähe der Heuneburg durch die Medien. Der Fund soll das Ergebnis einer Nachsuche gewesen sein, welche durch ein im Herbst 2005 entdecktes keltisches Kindergrab ausgelöst wurde.

Ich hatte dieses Kindergrab in meinem Besuchsbericht von der Heuneburg erwähnt und dann mit der etwas flapsigen Aussage fortgesetzt, daß es sich hier um keine „archäologisch ausgelutschte Gegend“ handelt. Dem lag keine archäologische Hellsichtigkeit zugrunde. Ich wußte ja, daß weiter gegraben wurde, und daß deshalb wegen den vermuteten keltischen Siedlungsflächen und den Verteidigungsanlagen um die Heuneburg dann und wann immer wieder Meldungen über Funde zu erwarten waren. Die Funde hätte ich in dieser Größenordnung vermutet und kein sogenanntes Fürsten- bzw. Fürstinnengrab.

Ausblick von der Heuneburg in Richtung Nordosten

Besonders phantasievoll war ich auch nicht. Wo das Kindergrab genau gefunden wurde, hat mich nicht interessiert. Vielleicht hätte man mir das auch nicht gesagt, ich wußte zwar, daß es „unten“ auf den Feldern gefunden wurde, kann mich nicht erinnern, daß irgendwo das Gräberfeld Bettelbühl erwähnt wurde. Wenn Sie im Wikipedia-Artikel über das Gräberfeld Bettelbühl die Geo-Koordinaten rechts oben anklicken und auf der dann erscheinenden Webseite das Satelliten-Bild von Google auswählen, dann zeigt die Pfeilspitze auf den für das Gräberfeld namensgebenden Grabhügel Bettelbühl. Die aktuelle Grabungsstelle ist dem Luftbild entnehmbar, das der Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart beigefügt wurde. Das Luftbild wurde von nordwestlich der Ausgrabungsstelle aufgenommen, im Bild ist etwa in Richtung zwei Uhr von der Ausgrabungsstelle als leichte Erhebung der Bettelbühl zu sehen, auch erkennbar durch den in der Wikipedia erwähnten daneben liegenden Bettelbühl-Bach.

Ausblick von der Heuneburg in Richtung Osten

Noch zu „oben“ und „unten“: meine drei beigefügten Fotos sind von „oben“ aufgenommen, sie sind ein Ausblick von der Heuneburg etwa in Richtung Nordosten, nach Osten und nach Südosten. Das Gräberfeld Bettelbühl liegt nahe Herbertingen zwischen Herbertingen und der Heuneburg. Diese Linie müßte in dem dritten Bild in Richtung Südosten abgedeckt sein. Der Weg von Herbertingen zur Heuneburg führt über das zu Herbertingen gehörende Hundersingen. Dort macht die von Westen kommende Donau einen fast-90-Grad Knick in fast nördliche Richtung. Hundersingen liegt in dem fast-90-Grad-Knick. Nachdem man die Donau überquert hat, geht es in Hundersingen hoch, oben befindet sich das Museum in der früheren Zehntscheuer des Klosters Heiligkreuztal. Von Hundersingen geht es dann per Straße oder archäologischem Rundwanderweg weiter zur oberhalb der Donau liegenden Heuneburg.

Ausblick von der Heuneburg in Richtung Südosten

Es wird derzeit noch davon ausgegangen, daß das Grab nicht ausgeraubt wurde. Außerdem schließt man aus den bisherigen Funden, daß es ein sehr herausragendes Grab ist und eine Frau bestattet wurde. Damit hätte die Region außer ihrer einzigartigen Heuneburg und der Perspektive langfristig durch Ausgrabungen weitere archäologische Erkenntnisse und Schlagzeilen liefern zu können auch noch ein „Fürstinnengrab“. Es wird dann vielleicht eine Lösung wie beim Keltenmuseum Hochdorf geben, bei der Fundreplikate für eine nachgestellte Grabkammer an die Region zurückgegeben werden?

In der der oben verlinkten Pressemitteilung wurde statt Fürstinnen- bzw. Fürstengrab der Begriff „Prunkgrab“ verwendet. Besonders wenn man an die Fürsten-Bezeichnung gedanklich eine Regentschaft des ganzen Gebiets koppelt, wird „Prunkgrab“ vermutlich korrekter sein. Ich hatte ja in meinem Blog-Eintrag zur Heuneburg erwähnt, daß es bei den Großgrabhügeln eine Erklärungs-Tendenz weg vom herausragenden Fürstengrab und hin zu Grablegen unterschiedlicher Sippen gibt. Wobei ich mich aber gerne von neuen Funden und neuen Erkenntnissen überraschen lasse.

Dienstag, 28. September 2010

Keltenmuseum Hochdorf

Einen Tag nach der Speyer-Tour vorletzte Woche haben wir eineinhalb Stunden Keltenmuseum in Eberdingen-Hochdorf vor einen anderen Termin gequetscht. Ich weiß, so wird man kein Vorbild als Kulturgenießer. Und für die mangelnde Vorbereitung wurden wir gleich sonderausstellungsmäßig bestraft: Am Aufbau von „Mit Hightech auf den Spuren der Kelten“ wurde gerade gewerkelt, die Ausstellung ging erst am 19.9.2010 mit einem „Keltischen Sonntag“ los (das Programm ist derzeit noch beim Förderverein des Keltenmuseums einsehbar). Das hätte sich organisieren lassen.

Keltenmuseum Hochdorf

Ich will trotzdem schnell weitermachen und ohne aufwendiges Nachsurfen beschreiben, was wir uns in der Kürze angesehen haben. Das Nachsurfen kommt aber spätestens nach einem weiteren Hochdorf-Termin mit detaillierteren Erkundungen. Die Websuche müßte ich dort fortsetzen, wo ich bei der Heuneburg aufgehört habe. Hochdorf liegt wie die Heuneburg in einem Gebiet mit relativ vielen bekannten Großgrabhügeln. Nur daß bei der Heuneburg die Heuneburg selbst das Zentrum mit den meisten Großgrabhügeln ist, im Fall Hochdorf ist das der Hohenasperg, und das in Hochdorf gefundene Grab liegt ein ganzes Stück vom Hohenasperg entfernt.

Keltenmuseum Hochdorf

Hochdorf ist ja vor allem durch dieses von Grabräubern nicht geplünderte Grab bekannt geworden. Wobei der Grabhügel als solcher nicht mehr zu erkennen war und nur durch herausgepflügte Steine entdeckt wurde. Die Funde waren eine archäologische Sensation, manches wurde in dem Zusammenhang erstmalig entdeckt, manches blieb weltweit einmalig, wie die Kline, auf die der Leichnam gelegt wurde. Außer durch die Funde wurden auch wichtige Erkenntnisse durch den Nachbau mit orginalgetreuem Material in alter Technik gewonnen, die Grabkammer im Keltenmuseum ist auf diese Weise mit Repliken ausgestattet worden.

Grabkammer Keltenmuseum Hochdorf

Die Bewegkraft des Sensationsfunds von 1978 - Ausstellungen in Stuttgart, Köln und Paris mit der Grabkammer als Mittelpunkt sollen zusammen 600000 Besucher gehabt haben - hat zum Bau des 1991 fertiggestellten Museums 400 m vom Fundort entfernt durch die Gemeinde Eberdingen geführt. Die Architektur des Keltenmuseums ist stark auf diesen Grabfund ausgerichtet. Der Metallbogen stellt eine Abstraktion des Grabhügels dar, die Grabkammer ist im Keller in der passenden Position zum gedachten Grabhügel.

Rekonstruktion eines keltischen Gehöfts beim Keltenmuseum Hochdorf

Das Keltenmuseum wurde im Bereich einer früheren keltischen Siedlung gebaut, die durch eine großflächige Grabung erforscht wurde. Die Ergebnisse führten zu dem keltischen Gehöft im Außenbereich des Museums. Rekonstruiert wurde ein Wohnhaus, ein Grubenhaus, ein Speicher, ein Erdkeller und ein Garten.

Keltischer Garten beim Keltenmuseum Hochdorf

Das Grubenhaus ist im vierten Bild rechts vor dem Wohnhaus zu sehen. Der Speicher ist auf diesem Bild ganz links und der Erdkeller befindet sich unter dem Dach zwischen Speicher und Wohnhaus. Grubenhäuser wurden als Werkstätten für Metall- oder Webarbeiten verwendet. Im Garten findet man kurze Stücke Flechtzaun und Palisade, die nach Grabungsbefund auch in der Keltensiedlung zum Schutz vor Tieren verwendet wurden. Die Pflanzen im Garten sollen dort archäobotanisch nachgewiesen sein. Diese Informationen habe ich jetzt aus dem Heft „Daheim bei den Kelten. Dokumentation des Nachbaus eines keltischen Gehöftes in Hochdorf“ (an der Kasse für 2 Euro). Die Angaben zu den Ausstellungen aus dem Heft „Keltenmuseum Hochdorf“ (3,50 Euro).

Grabhügelrekonstruktion Hochdorf

Im Museum gibt es Texttafeln zu den außen beispielhaft rekonstruierten Gebäudetypen, außen haben wir aber sehr wenig Text vorgefunden. Nebst dem Texte kaufen oder speichern müssen Sie im Museum auch noch einen Film über den Grabfund ansehen - haben wir auch gemacht, waren angeblich nur 20 Minuten. Nach dem Museum und dem Keltengehöft wären noch zwei Sachen zu besichtigen: Auf jeden Fall der am Fundort wiederaufgeschüttete Grabhügel. Und zuhause habe im Buch „Archäologie erleben“ gesehen, daß es im Hügelgräberfriedhof im nahen „Pfaffenwäldle“ einen Schauhügel gibt.

Grabhügelrekonstruktion Hochdorf

Selbst wenn wir es gewußt hätten, hätte es für beides nicht mehr gereicht. Zum „Pfaffenwäldle“ muß man in die entgegengesetzte Richtung. Zum Großgrabhügel geht es in Richtung Osten um den Friedhof dazwischen herum. Man kann ein paar Meter Fußweg sparen und dort am Friedhofsparkplatz parken. Der Grabhügel ist mit einer informativen Texttafel ausgestattet und frei zugänglich, kann also auch unabhängig vom Museum besucht werden.

Grabhügelrekonstruktion Hochdorf

Also auf die Liste: Alles noch mal mit mehr Zeit ansehen. Das „Pfaffenwäldle“ nicht auslassen. Das Landesmuseum Stuttgart besuchen und sehen, was dort an Orginalen aus Hochdorf ausgestellt wird. Den Keltenweg ansehen, ob sich das günstig mit weiteren Zielen, und die Website des Keltenmuseums, ob sich das mit interessanten Terminen verbinden läßt. Und jetzt noch vielen Dank nach Hochdorf an die Museumsleiterin Frau Dr. Simone Stork für die Erlaubnis, meine auf dem Museumsgelände gemachten Fotos in das Internet einzustellen! Und dann Feierabend.