Donnerstag, 14. Januar 2021

Geschichte und Geschichten mit Martin Mundorf

Passend zum angefangenen Jahr und Martin Mundorfs Themenfeld beginne ich mit einem Link auf seine Neujahrswünsche vom Römerbrunnen bei Wassenach. Es geht bei Martin Mundorf viel um Linksrheinisches zur Römerzeit irgendwo zwischen Köln und Trier.

Bisweilen landet man bei ihm aber auch direkt in Rom. Ganz interessant fand ich bei seiner Beantwortung von Zuschauerfragen die Erläuterung, wie die Christen anfänglich durch Stiftungen zu ihren Basiliken gekommen sind. Gerade wenn man so Darstellungen vom frühchristlichen Märtyrertum und Missionseifer im Hinterkopf hat, würde man an mehr Eigenleistung denken. Die gab es sicher auch. Aber die ganz großen neuen Räder müssen wohl häufig von außen installiert und angeschoben werden.

Ein paar meiner alten Blogeinträge hätte ich über die drei Bethen verbandeln können. Das betrifft im Umfeld von St. Alto Leutstetten etwa die Karlsburg, die Drei-Bethen-Quelle und „Das Grab der Seherin“. Es gibt die Aussage, daß es lokal um Leutstetten ein gehäuftes Auftreten von Sagen über das Auftreten von drei Frauen gibt und schon deshalb dort irgend etwas mehr an der Sache dran sein könnte. Ich bin nicht so sicher. Ich habe den Verdacht, Geschichten mit drei Frauen hatten mal eine Hochkonjunktur ähnlich wie die zeitweise an vielen Orten vermuteten versunkenen Städte und nur dank Aufnahme in neuzeitliche Führer und Führungsprogramme konnten die drei Bethen um Leutstetten herum gut überleben.

Wie dem auch ist, ich hatte seinerzeit im St.-Alto-Eintrag den möglichen Bezug zu den „Matronen der Kelten“ aus einem Buch von Martin Bernstein zitiert. Und Martin Mundorf erklärt in zwei Videos („von Göttern und Tempeln - Teil 13 - der Matronenkult im Rheinland - Teil 1“,„von Göttern und Tempeln - Teil 13 - der Matronenkult im Rheinland - Teil 2“), was über diesen Matronenkult im Rheinland bekannt ist.

Das Gebiet, in dem die Matronen eine nachweisbar sehr prominente Rolle spielten, deckt sich laut Martin Mundorf in etwa mit dem Gebiet der Ubier, das wären laut Wikipedia Westgermanen, keine Kelten. Ein Beweis dafür, daß es bei den bayerischen Kelten nicht ein ähnliches Gedankengut gegeben hat, ist es aber nicht. Der Matronenkult könnte ja auf gemeinsame Wurzeln der Indoeuropäer zurückgehen oder von zuvor im Ubiergebiet wohnenden oder später zugezogenen Kelten inspiriert sein. In Bayern hat vielleicht vieles einfach nicht die Zeit und die Ressourcen gefunden um sich in etwas später Nachweisbares zu materialisieren.

Martin Mundorf verweist am Ende seiner Videos auf Unterstützungsmöglichkeiten über ein Video-Liken, ein Kanal-Abonnieren oder über seine Patreon- und Paypal-Links. Ich finde das im Prinzip nicht schlecht und habe jetzt wenigstens mal bei einem Amazon-Weihnachtseinkauf nicht vergessen mich an anderer Stelle an einen Partnerlink zu erinnern. Ich befürchte aber, daß bei unseren eher kleinen Zahlengerüsten nicht soviel rüberkommen wird. Ich hoffe, daß Martin Mundorf die gute Werbung für sein Wissen und seine starke Bildschirmpräsenz durch die Videos sieht und trotz eventueller Feedback-Frustrationen mit den Videos weitermacht.

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Der Befreier / The Liberator bei Netflix

„Der Befreier“ ist eine Miniserie, die kurz nach den „Barbaren“ am 11. November, dem amerikanischen Veterans Day, bei Netflix startete. Vorlage dieser Serie ist ein Buch über den Offizier der United States Army Felix L. Sparks, dessen 157th Infantry Regiment zunächst an der Befreiung Italiens und Frankreichs mitwirkte und dann als eine der ersten alliierten Einheiten das Konzentrationslager Dachau erreichte.

'Arbeit macht frei'-Tor der KZ-Gedenkstätte Dachau

Diese Zeit ist nicht mein Blog-Thema. Dachau und die Strecken der Todesmärsche sind für mich nicht so günstig via Fahrradtouren zu erreichen, deshalb habe ich nicht viel aus der Gegend im Blog. Und zur Entscheidung für das verwendete Filmverfahren - man möge sich dazu den Trailer bei Netflix ansehen - sollte ich nicht viel schreiben. Ich bin da nicht reingewachsen und kenne jetzt nicht mal eine Stelle im Web, die die Entscheidung für diese Technik ausführlicher diskutiert.

Anderseits kann ich für München-Neulinge zumindest ein paar Stichworte zum Weitersuchen liefern. Dachau liegt hier verkehrstechnisch sicher nicht aus der Welt. Die letzten Fotos von unserer Tour nach Markt Indersdorf habe ich nur wenige Kilometer vom ehemaligen KZ entfernt aufgenommen. Auf der Weiterfahrt heim in den Münchner Süden sind wir erst 250 Meter entfernt am ehemaligen SS-Schießplatz Hebertshausen und dann auf der Straße vor den in Bild 1 und 6 zu sehenden Bäumen an der KZ-Gedenkstätte vorbeigefahren. Das „Arbeit macht frei“-Tor befindet sich auf der westlichen Seite des Lagers, die vorbeiführende Straße mit der Baumreihe auf der östlichen. Die ersten sechs Fotos sind im südlichen Bereich der Gedenkstätte aufgenommen, das letzte Foto blickt vom nördlichen Bereich in den Süden.

KZ-Gedenkstätte Dachau

Das Fahrrad wäre schon im Fall meiner Grabhügelsuche in der Allacher Lohe ganz nützlich gewesen. Ich war damals bei meiner Grabhügelsuche zu Fuß im Wald unterwegs und mit dem Fahrrad hätte ich ein paar zusätzliche Suchschleifen fahren können. Das Fahrrad mag aber für den Besuch der zeitlich näher liegenden Stätten noch nützlicher sein. Man kann leicht Allach und die Grabhügelsuche in der Allacher Lohe mit den Vielleicht-Bombenkratern, von denen ich einen fotografiert hatte, mit dem heutigen Allacher Industriegebiet und dem früheren Standort des KZ-Außenlagers München-Allach kombinieren.

KZ-Gedenkstätte Dachau

Zum dem Thema Außenlager möge man selbst weitergoogeln, ich gebe jetzt nur noch wegen einem relativ frischen Tweet von Andrea Halbritter den Link auf ihren Artikel „Vergessene Konzentrationslager: das KZ-Außenlager Gablingen“ an.

KZ-Gedenkstätte Dachau

Dachau liegt wie gesagt für mich per Fahrrad nicht so günstig. Aber da München flach ist, gehen relativ weiträumige Touren. Man kann zudem mit E-Bikes den Radius erweitern und via S-Bahn den Startpunkt verlegen. Die Fotos sind 2007 auf einer Tour in den Schloßpark Schleißheim und dann weiter zum ehemaligen KZ entstanden. Bei unserer Dreiecksfahrt war die Strecke Oberschleißheim - Dachau der mit Abstand kürzeste Teil, d.h. Kombinationen aus Oberschleißheim, Dachau und Allach wären nicht so anstrengend. Flugzeugfans könnten etwa auch gut die Flugwerft Schleißheim mit Allach kombinieren.

KZ-Gedenkstätte Dachau

2007 habe ich mich auch via einer von der Volkshochschule angebotenen Radtour der Gegend genähert. Bernd-Michael Schülke führte ab der Blutenburg die Würm entlang Richtung Norden und kam bei der Gelegenheit auch durch Allach. Nördlich der A99 sind wir dann zunächst in Richtung Nordwesten und dann nach Süden weitergeradelt, um dem Tour-Titel „Westliche Moore: von der Blutenburg zur Aubinger Lohe“ gerecht zu werden.

KZ-Gedenkstätte Dachau

Bei der Blutenburg befindet sich ein Todesmarsch-Denkmal. Man könnte eine Würm-Tour in Richtung Süden dem Thema widmen. Das Todesmarsch-Denkmal bei der Petersbrunner Kapelle St. Peter hatte ich mal fotografiert.

Von der Blutenburg aus der Würm entlang nach Norden sind wir seinerzeit an der Obermenzinger Gaststätte vorbei, in der sich Hitler mit anderen „Größen des Reiches“ getroffen hatte. Interessenten mögen da nach den Stichworten „Hitler“ und „Obermenzing“ googeln. Unsere damalige Tour könnte man natürlich statt nach Nordwesten auch bei Allach in Richtung Nordosten in die Allacher Lohe und weiter nach Dachau fortsetzen.

KZ-Gedenkstätte Dachau

Abschließend zum verwendeten Filmverfahren für den „Befreier“: ich bin mal in eine Sendung über die Pariser Kathedrale Notre Dame geraten. Dort wurden nicht nur die Änderungen an Notre Dame über die Jahrhunderte als Animationen dargestellt, sondern man hat auch auf relativ einfache Weise die jeweiligen Baumeister zu Spielszenen in und am Gebäude wiederauferstehen lassen. Also vielleicht ist diese im „Befreier“ verwendete neue Technologie besonders interessant, wenn Gebäude oder ganze Städte rekonstruiert werden sollen. Vergleicht man die relativ kleinräumigen Aktionen mit wenigen Personen in der „Barbaren“-Serie mit dem „Befreier“, dann wirken die „Barbaren“ durch diese Kleinräumigkeit billig gemacht, während die Kampfszenen beim „Befreier“ großflächiger und mit umfangreicherem Material angelegt werden konnten. Angesichts der gezeigten Leichenstapel in Bahnwaggons im letzten Teil der „Befreier“-Serie mag man sich auch fragen, welche Rückwirkungen die umfangreichere Zeigbarkeit solcher Szenen auf zukünftige Filme haben wird.

Montag, 7. Dezember 2020

Barbaren-Nachtrag

Mit meinem Blogeintrag über die „Schlacht im Teutoburger Wald bei Netflix“ dachte ich diesbezüglich meine Mission erfüllt zu haben.

Im internen Modus habe ich dann meinen Freund Wintersonne nach seinen Erfahrungen mit der Barbaren- und der Damengambit-Serie gefragt. Das Damengambit war in der Woche an erster Stelle der Netflix-Serienzugriffe, in der wie von mir geschrieben die Barbaren auf dem zweiten Platz landeten. Und ich habe ja wie schon mal erwähnt auch eine Schach-Historie.

Bei Wintersonne hatten die Barbaren schon verloren. Er hatte sich nur die erste und den Anfang der zweiten Folge angesehen und konnte mit der Serie nichts anfangen. Die Dialoge waren aus seiner Sicht „leider auf Vollpfosten-Niveau“. Er wollte sich wegen meinem Blogeintrag noch die letzte Folge ansehen, „da wird dann hoffentlich nicht soviel gequatscht.“ Aber: „leider wurde wieder geredet, auch die Kampfszenen redundant und gähn“.

Derweil habe ich via Hiltibold aus Graz festgestellt, daß es schon Tage vor meinem Blogeintrag eine 44-minütige Diskussion unter dem Titel „Die 'Barbaren' auf Netflix - Was wissen wir über die Varus-Schlacht?“ mit dem von mir erwähnten Reinhard Wolters gegeben hatte. Das hätte ich zumindest im kleinen „Gemischte Links“-Format nachtragen müssen. Ich habe mich stattdessen zu einem eigenen Blogeintrag entschlossen und nun auch länger in die Serie reingesehen.

Hinsichtlich der Dialog-Sensibilität sehe ich Wintersonne als führend bei uns an, da brauche ich also nichts mehr zu sagen. Allgemeiner gefasst würde ich seine Sicht unter etwas einsortieren, das für mein Gefühl sehr treffend mit dem in irgendeiner Serienbesprechung verwendeten Wort „unterkomplex“ beschrieben werden kann. Also es fehlt nicht nur bei den „Vollpfostendialogen“ unangenehm bemerkbar an Komplexität.

Um das an ein paar Beispielen zu erläutern: ziemlich am Anfang der Serie reitet ein Minitrupp Römer mit ihrem Legionsadler zum Abgaben-Einsammeln im germanischen Minidorf des Cherusker-Chefs ein. Das ist zwar vielleicht für den Fortlauf der Handlung nicht schlecht, weil die Zuschauer nun schon eine Beziehung zum Adler aufbauen können. Das wird sich auch im weiteren Verlauf der Serie bestätigen - dieser einfachen Sprache kann man gut folgen. Aber diese unterkomplexe Darstellung ist von der Logik her gesehen Quatsch, weil die Römer ein ziemliches Risiko für ihren Adler eingehen.

Es geht wie gesagt um Abgaben, die Römer sind nicht zufrieden und wollen mehr Abgaben haben und geben drei Tage Zeit. Die Germanen kommen daraufhin auf die Idee, ein Thing einzuberufen, um mit den anderen Stammesführern das weitere Vorgehen zu bereden. Das Thing findet tatsächlich in der nächsten Szene schon statt. Für den Fortlauf der Erzählung ist das natürlich nicht schlecht. Man kann das nächste Glied in die Erzählkette hängen und nun ohne daß sich die Zuschauer etwas Komplexeres über den zeitlichen Verlauf merken müssen gleich die Zerstrittenheit der Germanen darstellen. Die Szene ist auch recht malerisch und wenn die Germanenkleidung einigermaßen korrekt auf archäologischen Vorlagen beruht, stellt sie sicher einen Wert an sich dar. Aber sie passt halt nicht zur Szene mit der Dreitagevorgabe.

Der angekündigte nächste Römerbesuch beim Cherusker-Chef wird dramatisch. Der Cherusker muß den Adler als Unterwerfungsgeste küssen, Thusnelda will das verhindern, ihr kleiner Bruder wird dabei schwer verletzt. An dieser Stelle wäre die erste Folge der Serie Rom von 2005 zu erwähnen, in der Vercingetorix vor Caesar niederknien und den Adler küssen muß. Diese erste Folge hieß der „Der gestohlene Adler (The Stolen Eagle)“. Passenderweise kommen Thusnelda und ihr Geliebter Folkwin Wolfspeer auf die Idee, den römischen Legionsadler zu klauen. Thusnelda, Folkwin und Arminius sind Freunde aus Kindheitstagen und Thusnelda und Folkwin retteten damals Arminius einmal vor einem Wolf. Deshalb hat jeder von ihnen einen herausgebrochenen Wolfszahn, von denen einer bei der Klauaktion im Lager verloren geht und selbstverständlich von Arminius gefunden wird.

Der Adler wird im Lager geklaut, nicht einfach ein Minitrupp abgabensammelnder Römer überfallen. Folkwin und Thusnelda gehen nach schnell erstelltem Plan nächtens vorne durch den Eingang rein und sind für den Adler zuständig, zwei weitere Gefährten sollen hinten reinkommen und die beiden wieder aus dem Römerlager bringen. Das funktioniert tatsächlich so unterkomplex wie geplant, in dem Thusnelda als Lustsklavin ausgegeben wird, die einem Offizier zugeführt werden muß, und in dem die anderen beiden „hinten“ durch das römische Abwasser tauchen. Diese beiden Germanen dringen dann in ein Römerzelt ein, morden schnell zwei römische Soldaten und verkleiden sich mit deren Ausrüstung und geleiten dann Thusnelda und Folkwin mit dem eingewickelten Adler als vorgebliche Bewachung aus dem Lager.

Einiges an der Serie soll aus Expertensicht relativ gut gelungen sein, ich glaube das Haus des Cherusker-Chefs gehört dazu. Kritisiert wurde mehrfach, daß die vorgestellten germanischen Minidörfer direkt im Wald liegen. Das funktioniert so wirklich nicht, die Dörfer bräuchten umfangreich Äcker und Weideflächen für ihre Ernährung. Um die Felder zu bewirtschaften und den Holzbedarf zu decken bräuchte es Wägen und Zugtiere. In realen Dörfern müßte logistisch gesehen viel los gewesen sein. Hier habe ich keine ausgefahrenen Wege und keine Radspuren gesehen.

An die schnelle Hundwerdung des Wolfes im Steinzeitfilm „Alpha“ konnte ich ja auch nicht glauben, das war dann eben ein märchenhaftes Zusammenziehen, was über einen längeren Zeitraum passiert ist. Aber man hat doch dauernd die Gelegenheit bekommen, in die Fiktion einzutauchen. Im 13ten Krieger etwa stieß vielen das schnelle Sprachenlernen von Ahmad Ibn Fadlān und das blitzschnelle Umarbeiten seines Schwerts auf. Aber in vieles konnte man sich auch hineinziehen lassen. Die schöne Schamanin im Film Alpha etwa könnte wegen der archäologischen Vorlage ihrer Ausstattung sogar genauso in der Steinzeit rübergekommen sein. Das muß man sich mal vergegenwärtigen, welche Mühe die sich damals gegeben haben um den Teilnehmern an so einem Schamaninen-Event etwas zu bieten. Beim 13ten Krieger ist der auftretende „Engel des Todes“ eine alte Frau ohne jeglichen Schmuck. Die Szene funktioniert eigentlich nur mit ihrer trotz Alter und Unscheinbarkeit vorhandenen Autorität und der Regisseur kriegt das auch hin. Ahmad Ibn Fadlān sitzt bequem als Zuschauer dabei, als sich die anderen zwölf Krieger zusammenstellen und dann sieht der „Engel des Todes“ aus ihren Knochen, daß der 13te Krieger kein Nordmann sein darf. Man kann das über weitere Nebenrollen in dem Film fortsetzen. Den Schauspielern kauft man ihre Rollen ab.

In der Barbaren-Serie fehlte mir das. Ich würde Arminius und Varus und vielleicht noch Schauspielern aus dem Stab des Varus ihre Rolle abkaufen, aber Folkwin etwa wäre für mich eher ein Typ zum Fernhalten. Wenn der vorne mit Gedöns und einer Eroberung wie dem Adler in das Dorf reitet, hätte ich das Gefühl nach hinten aus dem Dorf abhauen zu wollen. Die ganzen etablierten Stammesführer kamen für mich ähnlich dünn rüber. Das kann nicht vorwiegend an den Schauspielern liegen. Die Germanen-Heilerin hatte aus meiner Sicht keine Chance. Die praktiziert in einer Art Höhle, in der überall Holz herumliegt und vor allem passend für die Kamera sechs Feuer verteilt brennen. Ich habe nicht verstanden, was die überzähligen Feuer für einen Zweck haben sollen. Dazu spielt die Heilerin sehr verhalten, das war vielleicht gewünscht und sollte geheimnisvoll wirken, aber das war bei mir dann dauerhaft von der Sechs-Feuer-Frage überdeckt.

Ich würde denjenigen, die sich soweit interessieren, daß sie bis hier unten im Text gekommen sind, trotzdem empfehlen, durch die Serie zumindest zu springen, wenn sich eine bequeme Gelegenheit dazu ergibt. Die Argumentation dafür geht in die Richtung, derentwegen ich auch froh war, den „Schlacht im Teutoburger Wald bei Netflix“-Text noch einigermaßen zeitnah zum Schwung der Medienveröffentlichungen eingestellt zu haben. Das Stichwort „Awareness“ scheint nach Nachgoogeln gerade vom Marketing gekapert zu sein. Aber die Idee wäre ein Bewußtsein zu haben, was gerade läuft. Vielleicht hat jemand einen Kontakt auf der anderen Seite des Erdballs und der kommt auf die Serie zu sprechen. In meinem Fall gab es jetzt die Überraschung, daß ich beim Eintragen dieses Textes ins Internet noch Namen kontrolliert habe und beim Wolfspeer-Nachgoogeln auf ein Barbarians Wiki gestoßen bin.

Wer die Serien bequem zugreifbar hat, möge auch noch in das Damengambit hineinsehen. Freund Wintersonne fand die Serie gegenüber den Barbaren „wesentlich ertragbarer“ und „unter dem Märchengesichtspunkt ganz okay“. Viele Aufnahmen in der Serie sind sehr schön, also selbst Durchhopsen ohne Ton lohnt sich. „Where was The Queen's Gambit filmed?“ hält ein paar Appetithappen bereit. Die Turniersaal-Atmosphäre wirkt sehr echt. Das schnelle Ziehen passt zwar eher zu Blitzschach- als zu Langpartien, aber mit den Schauspielern soll laut „Die Netflix-Sensation 'Das Damengambit'“ geübt worden zu sein, die Figuren wie ein echter Schachspieler anzufassen. Und der Exweltmeister Garry Kasparow soll die zu sehenden Züge vorgegeben haben. Wer dann selbst mehr Schach spielen will: die eben verlinkten „Perlen vom Bodensee“ sammeln aktuell für eine Neuausgabe des alten Artikels über „Für Sparfüchse: die Schach-Grundausstattung gratis“.