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Freitag, 27. März 2020

Auch was zu Corona

Bei so einem Anlaß will ich etwas allgemein Nützliches an den Anfang stellen und weise auf die BR-Webseiten „Corona-Hilfe: Wichtige Social Media-Gruppen bei Ihnen vor Ort“ und „Auf diesen Plattformen vernetzt sich ganz Bayern zu praktischer Nachbarschaftshilfe“ hin.

Die aktuelle Situation führte in den letzten Tagen sowohl zu vielen Hinweisen auf bestehende online nutzbare Möglichkeiten als auch zu sehr vielen anläßlich Corona neu aufgelegten und in der Regel befristeten Angeboten. Viviane Diederich sammelt derzeit „Links zu Online-Bibliotheken“ und im Weblog Netbib findet man „Kostenlose zusätzliche Kulturangebote“.

Man möge die genannten Links als beispielhaft ansehen und ggf. selbst weiter suchen. Es gibt natürlich eine Vielzahl von Corona-Links, die ich auch in den ersten Abschnitt hätte packen können. Und es gibt auch mittlerweile einige solcher Sammelseiten wie die im zweiten Abschnitt genannten. Und eine Vielzahl von Angeboten, die nicht auf so einer Sammelseite erfasst wurden.

Viviane Diederichs Archäologie-Blog war sowieso schon ein Kandidat für meine „Gemischten Links“. Neben einem Ausgrabungsprojekt im Ackerbürgerhaus in Bärnau ist der Blog der Wechselwirkung von sozialen Medien in der Wissenschaftskommunikation von archäologischer Forschung gewidmet. Man möge bei Interesse dort vorbeisehen und wird dann wegen dieser Wechselwirkung auch gleich Teil des Ganzen werden.

Am letzten Wochenende bin ich der etwas abknickenden Kurve des Robert Koch-Instituts aufgesessen. So ein „Wochenend-Effekt“ mit verzögert eintreffenden Daten war zwar als Erklärung naheliegend, ich wollte aber in so einer brisanten Situation erst einmal nicht daran glauben. Mittlerweile verweist man in der Darstellung auf einen „Übermittlungsverzug“ und zeigt den „Stand gestern“ und die „neu berichteten“ Fälle der vergangenen Tage farblich getrennt an.

Für die fehlenden Datenlieferungen kann der auf der Website genannte Softwarehersteller von Geoinformationssystemen (GIS) Esri nichts. Das ArcGIS im Domain-Namen der Website ist der Oberbegriff für Geoinformationssystem-Softwareprodukte des Unternehmens. ArcGIS kostet, das in meinen letzten „Gemischten Links“ erwähnte QGIS ist eine freie Geoinformationssystemssoftware. Der Risklayer Explorer verweist auf Mapbox und OpenStreetMap. Bei Mapbox wird es etwas kompliziert. Das ist laut Wikipedia „an American provider of custom online maps for websites and applications“ und „the creator of, or a significant contributor to, some open source mapping libraries and applications“. Noch komplizierter war für mich der ArcGIS-Kosmos, als ich mir deren Produktpalette mal anläßlich einer seinerzeit neu angebotenen Coursera-Spezialisierung angesehen habe.

Idealerweise findet man statt mir irgendwo einen GIS-Experten, der einem die Vor- und Nachteile der einzelnen Produktwelten auseinander fieselt. Vermuten können wird man aber schon, daß für eine Nebenher-Beschäftigung ohne besondere Refinanzierungs-Perspektive eine weit verbreitete kostenlose Variante zumindest für den Anfang ganz interessant sein könnte. Im Falle QGIS scheint sich das auch mit der Verwendung in unserem Archäologiesystem zu treffen - siehe die QGIS-Rezensionsangebote der DGUF, die ich in den „Gemischten Links“ erwähnt habe, oder das kostenlose iDAI.tutorial, das die „Pressestelle des Deutschen Archäologischen Instituts“ vor einer Woche angepriesen hat.

Abschließend noch der Hinweis auf den am 2. April beginnenden „zweiten Lauf des MOOC 'Discovering Greek&Roman Cities'“. Der „erste Lauf“ begann im September letzten Jahres, vielleicht findet man Erfahrungsberichte. Ich hatte in seinerzeitigen „Gemischten Links“ auf den MOOC hingewiesen.

Freitag, 17. August 2018

Arte-Serie über die Ursprünge der Zivilisation

Vorletztes Jahr hatte ich in meinem Blog auf den Göbekli-Tepe-Blog „The Tepe Telegrams - Breaking News from the Göbekli Tepe Research Staff“ von Oliver Dietrich und Jens Notroff hingewiesen. Nicht ohne mit dem Argument „mancher Blog führt ja nur ein kurzes reges Leben“ auch noch sicherheitshalber die Academia.edu-Accounts der beiden Blog-„Correspondents“ zu erwähnen.

Der Blog ist zum Glück noch ganz lebendig, die Zahl der „Correspondents“ hat sich sogar deutlich vergrößert. Darüber hinaus sind die beiden Ur-Correspondents auch auf anderen Plattformen so rege unterwegs, daß ich schon an einen Erinnerungshinweis hier in meinem Blog gedacht habe. Denn zum einen kennen viele potentielle Interessentinnen und Interessenten die beiden und und ihr Angebot trotz reger Medienpräsenz bislang immer noch nicht. Zum anderen ist der Hinweis auf das weiterführende Angebot aber leider auch regelmäßig für diejenigen notwendig, die Oliver Dietrich und Jens Notroff in den „klassischen Medien“ als Experten kennengelernt haben.

Nun hat Jens Notroff am letzten Dienstag mit einem Tweet die ab morgen Abend im Fernsehen zu sehende vierteilige Arte-Serie „Am Anfang war das Wir - Die Ursprünge der Zivilisation“ beworben: eine „spannende Dokumentation über die Geschichte der Sesshaftwerdung“. „Und für die Qualität der versammelten archäologischen Expertise verbürge ich mich. Also zumindest die der Kollegen.“ - Jens Notroff selbst ist im ersten Serienteil für die Göbekli-Tepe-Expertise zuständig!

Die morgen ausgestrahlten ersten beiden Teile sind jetzt schon in der Mediathek verfügbar. Bis 25.9.2018 - da lasse ich die Verlinkung sein, sonst müßte ich die dann nur wieder rausnehmen.

Der Tweet von Jens Notroff gibt mir die gewünschte Gelegenheit für den Erinnerungshinweis. Ich kann an meinen letzten Eintrag anknüpfen, in dem es auch um eine Arte-Sendung ging. Mein oben verlinkter Göbekli-Tepe-Eintrag endete seinerzeit mit dem Karlsruher Landesmuseum, über dessen Etrusker-Ausstellung schon einige Zeit ein Text bei mir herumliegt, der nun nach Ende der Hitzewelle hoffentlich bald fertig wird. Und die aktuelle Arte-Serie ist eine trauriglustige Bestätigung meiner obigen Behauptung, daß die „klassischen Medien“ nicht auf das weiterführende Angebot hinweisen. Zum einen ist es lustig, weil da „von oben“ auf die alten Kulturen heruntergeschaut wird und man derweil mit einer Serie aus dem Jahr 2018 hinsichtlich der Metainformationen voll in der „Fernseh- und Zeitungszeit“ hängen geblieben ist. Also via den Filmen und den Sender-Webseiten über die Filme kommt man nicht direkt an eventuelle Blogs oder frei verfügbare weiterführende Artikel der Experten heran. Traurig ist, daß überhaupt keine Bemühungen erkennbar sind, da irgendetwas besser machen zu wollen.

Sonntag, 26. März 2017

Rom-Links, Rom-MOOC, Rom in 3D

Die im „Georgensteinblick“ erwähnte Römerstraße führte in westlicher Richtung in das römerzeitliche Gauting. Von Gauting aus sind mehrere weiterführende Römerstraßen belegt. Eine davon kreuzte bei Raisting südlich des Ammersees eine römische Nord-Süd-Verbindung und führte dann in Richtung römerzeitliches Kempten und Bregenz weiter. Marcellina hat Raisting einen Ausflug gewidmet. Ihren Bericht „In Via: Raisting“ finde ich wegen dem für die Römerstraßenfotos gerade passenden Schneebelag ziemlich orginell.

Zusätzliche Infos zu den dortigen Römerstraßen gibt es vom „Arbeitskreis der Heimatforscher des Ammerseegebiets“: „Römerstraßen im Ammermoos“. Und natürlich auch im Bayerischen Denkmal-Atlas, da gibt es in der Gegend ziemlich viele Rot-Markierungen.

2015 hatte ich unter dem Titel „Rom-Links“ auf den Start einer Rom-Serie im Archaeologos-Blog hingewiesen: „archaeologos auf Reisen: Rom I – die Basics“. Im Februar startete mit „Wenn einer eine Reise tut…“ wieder eine Rom-Serie mit umfangreichen Tipps für die Reiseplanung.

Vom Häferlkaffee-Blog habe ich, glaube ich, erst in der jüngeren Vergangenheit etwas mitbekommen. Also „Roma – immer etwas Neues zu entdecken!“ vom Februar dürfte der erste Rom-Beitrag gewesen sein, den ich gesehen habe. An ältere Beiträge kommt man via dem Tag „Rom“. Das ist aber nur ein sehr kleiner Teil des sehr umfangreichen Werks, durch das man zumindest mal durchscrollen sollte. Wenn man schon dabei ist, sollte man das Durchscrollen auch noch mit dem älteren Blog „in via archaeologica“ fortsetzen.

Zum Thema Rom läuft seit vorletztem Montag ein MOOC: „Rome: a Virtual Tour of the Ancient City“: „Take a guided tour around ancient Rome with University of Reading expert, Dr Matthew Nicholls, using his detailed, historically accurate and award-winning, 3D digital model of this awe-inspiring city. Immerse yourself in the architecture and history of Ancient Rome.“ Der Kurs dauert 5 Wochen, es wird ein Aufwand von 3 Stunden pro Woche angegeben und er läuft als „FREE online course“, für den ein „Upgrade available“ ist.

Samstag, 7. Mai 2016

Ein Göbekli-Tepe-Blog

Wer mit dem Stichwort „Göbekli Tepe“ etwas anfangen kann, dem kommen vermutlich meterhohe T-förmige Steinpfeiler in den Sinn, irgendwo in der Türkei, irgendwas über 10000 Jahre alt. Und mitbekommen hat man das vermutlich schon vor längerer Zeit. Ging uns jedenfalls so. Göbekli Tepe war für uns schon 2007 ein Begriff, als ich mit Bruder und Schwägerin die Karlsruher Ausstellung „Vor 12 000 Jahren in Anatolien - Die ältesten Monumente der Menschheit“ besuchte. Passend zu dieser Erinnerung ist auf der Website der Terra-X-Doku „Jenseits von Eden - Der Jahrtausendfund - Kultstätte in Ostanatolien“ das Jahr 2004 angegeben. Beim ZDF habe ich diese sehenswerte Doku jetzt nicht mehr gefunden, aber das Einstellen auf Youtube scheint man zu tolerieren. Und für aktualisierten Basiskenntnisse über die Verhältnisse vor Ort kann man die Wikipedia bemühen.

Göbekli Tepe scheint also vor 10 Jahren eine bessere Konjunktur gehabt zu haben. Jedenfalls gab es bei mir irgendwann einen Filmriss, eine weiße Fläche, nur irgendwann unterbrochen durch Meldungen vom Tod des Göbekli-Tepe-Ausgräbers Klaus Schmidt. Aber sie graben dort immer noch! Via Jens Notroff bin ich auf den Blog „The Tepe Telegrams - Breaking News from the Göbekli Tepe Research Staff“ gestoßen. Auf der Website sind Jens Notroff und Oliver Dietrich als „Correspondents“ genannt und an die beiden will ich nun in Sachen Göbekli Tepe übergeben. Nicht ohne sicherheitshalber auch auf die Academia.edu-Accounts von Oliver Dietrich und Jens Notroff zu verweisen - mancher Blog führt ja nur ein kurzes reges Leben. Und das „Göbekligate“-Interview erwähne ich hier auch noch: „Göbekligate! Ein verschwörerisches Interview mit Jens Notroff“.

Anläßlich der Münchner Kykladen-Ausstellung hatte ich die Opulenz der Karlsruher Ausstellungen gepriesen. Nun fand ich in einem Nachruf auf Klaus Schmidt in der Berliner Zeitung die Aussage, daß Göbekli Tepe „mit der Ausstellung in der Karlsruher Kunsthalle 2007“ „international berühmt wurde“. Kunsthalle stimmt nicht, die liegt 10 Fußminuten vom Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss entfernt. Aber wenn das mit der internationalen Bedeutung der Karlsruher Ausstellung stimmt, dann ist das natürlich toll. Und da verweise ich gerne auf die Ausstellung „Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil“, die am 17.12.2016 im Badischen Landesmuseum beginnen soll.

Die Karlsruher Ausstellung fand vor meiner Blogger-Zeit statt - keine Notizen, keine Fotos vom Schloss. Travelwriticus Andreas Susana war mir in solchen Fällen schon eine große Hilfe. In „Hannibal ad Portas - Macht und Reichtum Karthagos“ und in „Römer, Christen, Alamannen - Die Spätantike am Oberrhein“ war ich auch und konnte mich mit seiner Hilfe an schon Vergessenes erinnern. Seine Serie ging zwar bis zur „Schönheit im alten Ägypten“, aber dazwischen hat er eine Göbekli-Tepe-Lücke. Dann suchen wir etwas weiter und finden glücklichweise noch bei Spectrum.de einen Ausstellungsbericht: „Jungsteinzeit: Evolution und Revolution“

Donnerstag, 21. April 2016

Kelten-April-April bei Arte und ZDF?

Am letzten Samstag zeigte Arte eine dreiteilige Terra-X-Serie über „Die Kelten“. Am letzten Sonntag war der erste Teil dieser Serie im ZDF zu sehen. Am 24. April und am 1. Mai folgen im ZDF die nächsten Teile. Online kann man auf die Serie bei Arte (Suche via „Kelten Arte“) noch bis 23.4. zugreifen. Außerdem gibt Arte Wiederholungstermine im Mai an. Die Arte-Version empfiehlt sich, weil sie ein paar Minuten länger als die ZDF-Version ist.

Eine englische BBC-Version ist schon letztes Jahr gelaufen und Terra X hatte letztes Jahr ein paar Bilder der deutschen Version auf Facebook eingestellt. Beides soll zu einiger Kritik geführt haben. Woraufhin László Matthias Simon-Nanko für seinen Blog „Archäologische Phantastereien - Den Fakten auf der Spur“ zwei Experten der „living History“ befragte, die sich an der Diskussion zu den bei Facebook eingestellten Bildern beteiligt hatten. Die Gespräche hat er in zwei Einträgen unter dem Titel „Terra X und die Authentizität: Des Kelten neue Kleider“ veröffentlicht. Teil 1 enthält das Gespräch mit Hans Trauner vom Naturhistorischen Museum Nürnberg, Teil 2 das mit Christian Havenith.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend, ich zitiere mal den ersten Satz von Hans Trauner auf die Frage László Matthias Simon-Nankos was ihn bzw. andere Reenacter an den Bildern besonders gestört hat: „Die tatsächlich völlige Abwesenheit auch nur eines einzigen historisch richtigen oder angenäherten Details“. Ähnliche Vorwürfe gab es in den letzten Jahren immer wieder. Siehe die „Universallegionäre“ in meinem ersten Blogjahr 2009. Da scheint also keine Trendwende in Sicht zu sein.

Den ersten Teil der Serie habe ich angesehen und fand die Spielszenen generell nicht so toll. Unterhalb der feindlichen Mauern im Kreis herumreitende und das Schwert schwingende Keltendarsteller. Andere die derweil mit der Carnyx herumtröten. Brennus kam für mich nie als Führungsfigur rüber. Die Schlacht an der Allia mit einigen 10 herumkämpfenden Römer- und Keltendarstellern. Das alles kann so offensichtlich damals nicht so gewesen sein, daß man schon eine absichtliche Verfremdung vermuten darf? Ein Film-Brennus, den man absichtlich möglichst nicht mit dem richtigen Brennus gleichsetzen sollte? Aber dann hätten die in die Spielszenen eingeschnittene Experteninterviews tragender sein müssen, die sich teilweise auf Schlagwortsätze mit dünner Information beschränkten? Und dazu für Kelten-Neulinge kaum nachvollziehbare Sprünge von der Heuneburg mit den relativ neuen Schmuckfunden aus dem „Fürstinnengrab“ zum Hochdorfer Grabhügel und „Keltenfürsten“-Skelett und dazu ab und zu die Stele vom Glauberg. Aber wenn man das alles groß und breit erklärt hätte, dann hätte die Zeit nicht gereicht und die vielen Details hätte sich auch niemand merken können.

Also was soll's? Muss man den Anspruch nicht tiefer legen und ist es nicht sogar gut, wenn man statt die korrektere Kleidung zu recherchieren lieber Geld gespart hat? Muß man bei dieser Bewertung nicht auch das Umfeld miteinbeziehen? Das Keltenschuh-Foto von Harald Trauner etwa in den „Archäologischen Phantastereien“. Auf welcher Vorlage beruht der Schuh, auf welcher Vorlage die Textilie am Bein? Wenn es sich um eine Ausgrabung handelt, ist die online recherchierbar? Mal als Beispiel die in „Archäologiepark Altmühltal“ erwähnten schönen Fotos inklusive Luftaufnahmen von den Ausgrabungen beim Bau des Main-Donau-Kanals in den Jahren 1976 bis 1991. Hätte man die nicht freigeben und das Internet damit fluten können? Vielleicht gab es ja bei den Ausgrabungen Schuh- und Textilienfunde und zusammen mit den besser in die Köpfe gebrachten Bildern hätten örtliche Läden vielleicht Produkte im Stil „Altmühltal frühe Bronzezeit“ oder „Altmühltal 300 v.Chr.“ anbieten können? Passt demgegenüber das Keltenschuh-Foto von Harald Trauner ohne Angaben zur Vorlage nicht genau zu dem kritisierten Problem, daß Kelten in den Filmen völlig undifferenziert durch Zeit und Ort rübergebracht werden?

Dienstag, 1. März 2016

Dr. Christian Köllerers Notizen

„Dr. Christian Köllerers Notizen – Mehr als 2500 Wiener Notizen über Klassiker, Kulturelles und Reisen“ — wer den Blog noch nicht kennt, möge mal reinsehen. Bei der Durchsicht des sehr reichhaltigen, über viele Jahre entstandenen Angebots helfen „Kategorien“. Etwa aus der Perspektive meines Filters „graue Vorzeit bis Spätantike“ die Kategorien „Kategorie Antike (Geschichte)“ oder die „Kategorie Antike (Klassiker)“.

Zur Zeit ist Dr. Christian Köllerer auf einer Studienreise durch Mexiko, Guatemala und Honduras, von der er auf Twitter Kurznachrichten und auf seinem Facebook-Album Fotos einstellt. Und vielleicht gibt es von dieser Studienreise auch noch irgendwann einen Bericht wie etwa den von seiner Reise nach Peru und Bolivien: „Wo Jesus Meerschweinchen verspeist“.

Freitag, 4. April 2014

Grabhügelsuche in der Allacher Lohe

Vor zwei Wochen war ich in Allach. Allach liegt im Nordwesten von München und ist Teil des Münchner Stadtbezirks Allach-Untermenzing. Nach der Wikipedia wurde Allach „erstmals urkundlich am 30. März 774 als Ahaloh erwähnt. Der Name bedeutet Wald am Wasser, da 'aha' = Wasser und 'loh' = Wald bedeutet. 'Loh' wurde im Laufe der Zeit zu '-lach' abgeschliffen.“

St. Peter und Paul Allach

Mit dem Wasser meinte man wohl damals die durch Allach fließende Würm. Zum übrig gebliebenen Wald wollte ich auf Empfehlung des BayernViewer-denkmal weiter, um nach den Grabhügeln mit der Denkmalnummer D-1-7734-0102 zu sehen.

Aus dem Großraum München ist die kleine Tour in den Grabhügelwald bequem via dem S-Bahnhof Karlsfeld nachvollziehbar. Wenn man die Allacher Kirche St. Peter und Paul und den Blick auf die Würm mitnehmen will, dann geht das gut über den S-Bahnhof Allach. Von da kommt man mit dem Bus bis nahe an die Würm und die Kirche mit Friedhof (Denkmalnummer D-1-7734-0132 und D-1-7734-0132). Bei St. Peter und Paul geht es dann gleich via der Pasteurstraße weiter in Richtung Wald und in Karlsfeld kann man wieder in die S-Bahn einsteigen.

Ich nehme es vorweg: meine Grabhügelergebnisse waren jetzt nicht so der Knaller. Die wesentlich interessanteren Inhalte zu Allach habe ich bei meiner Allacher-Lohe-Bildersuche im Vorfeld gefunden (den Blog „Nerd In Deutschland. Kristen spends a year in Germany“) bzw. sind kurz vor meiner Tour an mir vorbeigetwittert (der Link auf auf den Ende Februar bei Archäologie Online eingestellten Artikel „Die Plejaden in Gold auf einem keltischen Schwert“ von Dr. Dr. Peter Kurzmann).

Den Blog von Kristen empfehle ich ausgiebig zu durchforsten. Die Fotos ihrer Allacher Exkursion finden sich mit anderen Bildern in „I go and find things: grave mounds, Celtic stuff, castle ruins, empty fields“. Im Artikel von Dr. Dr. Peter Kurzmann geht es um ein schon 1891 „in der Nähe des Bahnhofs Allach an der Bahnlinie München-Ingolstadt in einem nach Dannheimer offenbar früh- bis frühmittellatènezeitlichen Grab“ gefundenes Schwert. Mit diesem Grab könnte vielleicht ein „Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung, daraus Funde der Bronzezeit, der frühen Latènezeit und der römischen Kaiserzeit.“ Denkmalnummer D-1-7834-0102 direkt beim heutigen S-Bahnhof Allach gemeint sein. Durch dieses Grabhügelfeld fahren heutzutage werktäglich Tausende mit der S-Bahn.

Noch zu meiner Tour: ich habe im Anschluß an einen Termin in Allach meinen Stadtplan für die Grabhügelsuche weiterverwendet. In dem war anstatt der roten Fläche im BayernViewer-denkmal der Text „Grabhügel“ gestanden. Ich tippe jetzt schon auf ein Gräberfeld mit verflachten Gräbern, an denen ich zumindest vorbeigekommen bin. Das konkrete Problem waren die unsicheren Orientierungsmarken. Manchmal gibt es solche Marken und wenig Auswahl bei den Wegen und dann kommt man auch auf so eine sparsame Weise noch ganz gut hin. Aber in dem Fall passten die eingezeichneten Wege nur zum Teil auf die besser ausgebauten Waldwege vor Ort. Beim anderen Teil hatte man die Auswahl zwischen wenig ausgebauten Waldwegen und zahlreichen gut ausgelaufenen Fußpfaden. Also besser als da immer herumzurätseln ist natürlich richtig schön ausmessen und dann mit GPS mittenrein.

Samstag, 29. März 2014

Am nächsten Freitag beginnt der HanseMOOC!

Wieder der Hinweis auf ein paar Massive Open Online Courses (MOOCs): Schon seit dem 10. März geht es bei Coursera um das Thema Practicing Tolerance in a Religious Society: The Church and the Jews in Italy. Ab nächster Woche kann man mit der Fachhochschule Lübeck im HanseMOOC die Hanse entdecken. Ende April startet bei Coursera der Kurs The Art and Archaeology of Ancient Nubia und im Mai The Bible's Prehistory, Purpose, and Political Future.

Vom HanseMOOC war ich besonders freudig überrascht. Freudig deshalb, weil es zu Geschichte und Archäologie sicher auch hierzulande viele hörenswerte Stimmen gibt. Da ist es doch schön, wenn einem zum Hören so eine Gelegenheit gegeben wird. Überrascht war ich, weil die Systeme, mit denen ich in den 5 Bloggerjahren zu tun hatte, häufig nicht besonders anpassungfähig wirkten. Nun muß man den HanseMOOC noch vor dem Hintergrund sehen, daß die MOOC-Welle gerade erst ins Rollen kommt. Das muß in Deutschland erst noch so richtig festgestellt und danach kritisch ausdiskutiert werden. Die Entscheidung für den HanseMOOC ist aber zwecks Vorbereitung sicher schon vor einiger Zeit gefallen. Und dafür mußten auch noch mehrere Beteiligte von dem neuen Format überzeugt werden. Laut FH Lübeck findet das „zehnwöchige Kursangebot, gefördert durch die Possehl-Stiftung“ „in Hinführung auf den Hansetag 2014 statt, der vom 22.-25. Mai 2014 in Lübeck abgehalten wird.“ Also schon viel zur Hanse passender unternehmerischer Geist im Vorfeld des HanseMOOCs, dem ich sehr viel Erfolg wünsche!

Leserinnen und Leser, die sich mehr vom Thema Ancient Nubia oder dem ägyptischen und nahöstlichen Hintergrund des Bibel-Kurses angesprochen fühlen, mögen einmal die Twitter-Timeline von Dr. Julia Budka mit zahlreichen interessanten Links durchsehen. Über Julia Budka gibt es einen Artikel bei derStandard.at vom Juli 2012 ( „Die Archäologin Julia Budka wird ägyptische Siedlungen im Nordsudan ausgraben“). Viel Text und zahlreiche Fotos zu dieser Ausgrabung kann man in dem Projekt-Blog AcrossBorders finden.

Freitag, 14. März 2014

Steinreiches Korsika

Via der Blogroll von Quizzy bin ich schon früher einmal auf dem Steinreich-Blog gelandet. Dort wird mit Steinen ein Faden gesponnen. Und ich glaube, damals bin ich in etwas Interessantes hineingeraten und drumherum ging es mit ganz anderen Themen mit Stein-Bezug weiter.

Nun gibt es aber aus dem Korsika-Urlaub eine ganze Serie von Einträgen zu meinem Zeitbereich, etwa den Dolmen von Fontanaccia oder das Castellu di Capula. Die Interessierten mögen sich via Vor- und Zurückpfeilen durch den Korsika-Urlaub klicken oder via dieser Übersicht einsteigen.

Der schottischen Megalithanlage Cairn o’ Get ist ein älterer Eintrag gewidmet. Über diese Schottland-Ecke habe ich auch den Link zum Ring of Bodar bei Rabensturm gefunden. Zwischen Cairn o’ Get und der Fortingall Yew, dem vielleicht ältesten Baum Europas, liegen im Steinreich-Blog noch ein paar Schlösser, Burgen und natürliche Felsformationen. Wenn mehr entsprechend Interessierte rübersehen, müssen wir unbedingt geeignete Tags für „Graue Vorzeit“, „Burgen“ und ggf. auch „Kultplatz“ beantragen.

So ein „Kultplatz“-Tag ist heikel. Oft ist ja nicht klar, ob es wirklich ein Kultplatz gewesen ist. Aber ich brauche den Tag jetzt zur Überleitung auf die Veranstaltung „Kultplätze und Heiligtümer – Was macht einen Platz zum Kultplatz?“ des Forums Eggenberg, welche sich gestern mit dieser Kultplatz-Frage beschäftigt hat. Zu der Veranstaltung soll es noch einen Nachbericht geben.

Für bayerische Schnellstarter ein sehr interessanter und noch wahrnehmbarer Termin: morgen startet im Manchinger Museum eine Archäologische Wanderung mit Museumsdirektor Dr. Wolfgang David M.A. zu Stätten der Antike und des Zweiten Weltkrieges. Die Wanderung führt u.a. zur Tor-Kulisse am echten Wall und zum ehemaligen Osttor des Oppidums Manching. Wie im Eintrag zur Keltenschanze Buchendorf erwähnt, wurde am Osttor das Skelett eines etwa 6-jährigen Kindes gefunden, welches als Bauopfer interpretiert wurde. Also das wäre dann wohl ein Nachweis kultischer Handlungen. Manching liegt tief im Stephan-Land, da noch schnell der Link zu seinen gesammelten Keltenfesten 2014.

Die Wanderung startet morgen um 14 Uhr mit einer 30minütigen Einführung. In der Tageszeit habe ich nach unserem letzten Besuch des kelten römer museum manching die Fotos im Außenbereich gemacht. Danach sind wir weiter zum ehemaligen Kastell Abusina. Das ließe sich morgen in umgedrehter Reihenfolge wiederholen. Man könnte aber auch in der Gegend von Eining bleiben und das Kastell mit dort räumlich viel näher liegenden Zielen kombinieren. Zur reichen Auswahl ist mit dem Limesturm Hienheim eine neue Attraktion hinzugekommen. Offenbar will man am Limes die Anzahl der Türme wieder auf den alten Stand bringen. In seinen Limeswanderweg-News berichtet Werner Lang auch von neuen Türmen im Limespark Osterburken und bei Rommelshausen/Limeshain.

Einem fast schon ein Jahr alten Werner-Lang-Hinweis auf einen Podcast bei piratte looking at things von einem Road-Trip ein paar Kilometer entlang des Hessischen Limes bin ich seinerzeit nicht gefolgt. Aber zum Glück über eine andere Ecke vor ein paar Tagen wieder darauf gestoßen. So etwa ab Minute 3 gehts zu unseren Themen richtig los. Der Podcast ist super gemacht und bleibt mit vielen Informationen bis zum Schluß sehr hörenswert.

Abschließend noch ein Blick auf die MOOCs (Massive Open Online Courses). Da wird ab Mai 2014 bei Future Learn der Kurs Archaeology of Portus: exploring the lost harbour of ancient Rome angeboten. Ich bin in einem früheren Eintrag auf einige Aspekte der MOOCs eingegangen. Drei Wochen später ist ein Interview mit Prof. Dr. Bernd Huber von der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema erschienen. Das Interview richtet natürlich auch den Blick auf die Auswirkungen auf die klassische Universitätsausbildung. Da wäre anzumerken, daß schon vor Jahrzehnten vom lebenslangem Lernen gesprochen wurde und daß sich deshalb etwas hinsichtlich universitären Weiterbildungsangeboten für Absolventen tun sollte. Vielleicht lag es an der oft beklagten Unterfinanzierung, jedenfalls habe ich in den Jahren nichts groß von solchen neuen Angeboten mitbekommen. Bis eben jetzt im Zuge der MOOCs, an denen sich auch deutsche Hochschulen beteiligen.

Die Verwertbarkeit der Kurse und die Finanzierung der Kursanbieter wurde in dem Interview auch angesprochen. Ich hatte in meinem Eintrag gemeint, daß ich in einer Bewerbung auch die Erwähnung eines kurzen einführenden Kurses für nützlich halten würde, wenn die Inhalte auf eine Position passen und die Hauptqualifikation woanders gesucht wird. Man könnte da vielleicht sechswöchige openHPI-Kurse ohne abgeprüfte Übungen als Beispiel nehmen, also vielleicht so etwa maximal halber Vorlesungsumfang ohne Übungen. Anderseits gibt es schon deutlich verschärftere Varianten - länger dauernde Kurse mit abgeprüften Übungen. Solche Kurse kann man dann noch bündeln und dafür ein Zertifikat vergeben, das gibt es mittlerweile in Form von „Specializations“ auch von Coursera, wobei Coursera ergänzend zu den Kursen noch die Teilnahme an einem abschließenden „Capstone Project“ verlangt. Damit kann man sich schon sehr weit in ein Gebiet einarbeiten und das dürfte auch viele motivieren die Kosten für „Verified Certificates“ aufzubringen. Die kostenlosen Kurs-Versionen gibt es glücklicherweise noch weiterhin.

Sonntag, 1. September 2013

Gemischte Links

Am nächsten Sonntag, dem 8. September, ist in Deutschland Tag des Offenen Denkmals 2013. In der Schweiz finden die Europäischen Tage des Denkmals am 7. und 8.9. statt und in Österreich ist der Tag des Denkmals am 29.9. Die Links zum Programm sind dieselben wie beim Denkmaltag 2012. Das Programm kommt mir dieses Jahr etwas dünn vor, speziell aus Münchner Perspektive. Vielleicht wird noch auf den letzten Drücker nachgefüllt. Schon letztes Jahr erwähnt habe ich den Bajuwarenhof Kirchheim und den Archäologischen Park Herrsching. Richtig neu und interessant sieht der Programmpunkt „Warum wird hier nicht gegraben?“ an der Turminsel in Schöngeising aus, der ist aber nur auf eine Stunde angesetzt. „Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz und Kreisheimatpfleger Toni Drexler führen ein Streitgespräch über Sinn und Aufgabe der Bodendenkmalpflege und den praktischen Vollzug des Denkmalschutzgesetzes. Hintergrund ist eine abgelehnte Grabungserlaubnis für den Historischen Verein Fürstenfeldbruck auf der Turminsel Schöngeising zu graben.“

Es wäre schön, wenn der Historische Verein Fürstenfeldbruck einen Veranstaltungsbericht auf seine Website einstellen würde. Aktuell findet sich bei der „Aufstellung über die Grabungen des Historischen Vereins“ eine letzte Grabung von 2010 und darüber ein „Seither konnten keine archäologischen Grabungen mehr durchgeführt werden, da das Landesamt für Denkmalpflege dafür keine Genehmigungen erteilte.“

Wieder ein Hinweis auf bei Coursera startende Online-Kurse: am Montag starten The Ancient Greeks, und wem das zeitlich zu nahe ist, für den gibt es ab Mittwoch Dino 101: Dinosaur Paleobiology. Über ihre Erfahrungen mit einem Online-Kurs hatte Marcellina nach einer Woche „Archaeology’s Dirty Little Secrets“ in ihrem Posting Keep Learning geschrieben.

Vom Euro-Arabischen Freundschaftskreis ist wieder die Vereinszeitschrift bei mir eingetroffen. Ein dünnes DinA5-Heft mit etwas über 30 Seiten mit Veranstaltungshinweisen, kurzen Buchbesprechungen, Vereinsnachrichten, kurzen Reiseberichten, Reisehinweisen, teilweise auch mit längeren Berichten zur Situation in den Ländern. Es geht dabei um die Länder von Marokko im Westen bis Afghanistan/Pakistan im Osten. Wer sich interessiert und mit Leuten zusammentreffen will, die wochenlang in den Ländern unterwegs waren oder dort sogar jahrelang gearbeitet haben: Gäste sind zu den Vereinstreffen mit Vorträgen im Gasthaus Gartenstadt in der Münchner Naupliastraße willkommen, der Eintritt ist frei. Im nächsten Vortrag am 11.9.2013 widmet sich Horst Münzinger der arabischen Seite Siziliens.

Im Januar bin ich auf den Archäologischen Verein Freising zusammen mit dem Bronzezeit-Fundort Bernstorf unter der Überschrift Archäologischer Verein Freising, Bernstorf eingegangen. Ich empfehle wieder in das Meldungsarchiv der Freisinger hinein zusehen. Das Bronzezeit-Bayern-Museum in Kranzberg soll ab Ende 2013 geöffnet sein. Ob das dem aktuellen Stand entspricht und was die Ausgrabungen bislang ergeben haben, das sollte man in zwei Veranstaltungen des Archäologischen Vereins Erding erfahren können: am 23.09.2013 in einem Vortrag im Museum Erding über „Die Mittelbronzezeitliche Höhenbefestigung von Bernstorf, Lkr. Freising“ und am 29.09.2013 bei der Exkursion ab dem Volksfestplatz Erding „Höhenbefestigung von Bernstorf und das archäologische Museum in Kranzberg, Lkr. Freising“.

Ein paar Ausstellungen: die anstehende Ötzi-Ausstellung im Museum Herxheim hatte ich schon erwähnt. Am 15. September gibt es zu „Ötzi - Der Mann aus dem Eis“ eine Vernissage, der Eintritt ist frei, nähere Informationen hier. Die Sammlung Wendel habe sogar auch schon erwähnt, in „3d-Film über die Chauvet-Höhle von Werner Herzog“, nur funktioniert dort der unterlegte Link nicht mehr. Die Sammlung ist Grundlage der Ausstellung „Bilder im Dunkeln – Höhlenkunst der Eiszeit. Die Sammlung Wendel“ ab dem 20.9.2013 in der Münchner Archäologischen Staatssammlung. Man beachte das Rahmenprogramm. Sonntagsführungen mit Museumstaschenlampen, Vorträge, und der Chauvet-Film wird auch einmal gezeigt, wobei ich jetzt aber nichts von 3D sehe. Einen aktuell noch funktionierenden Link zu Informationen über die Ausstellung gibt es auch (mit einer kleinen Bildergalerie).

Am Harzhorn gab es eine Schlacht mit den Römern zu einer Zeit, als man glaubte die Römer wären so tief im Germanenland überhaupt nicht mehr unterwegs gewesen. „Das Harzhorn – Ortstermin an einer Jahrhundertfundstelle“ berichtet von den Fundumständen und der archäologischen Erforschung. Nun gibt es zur Schlacht eine Ausstellung: „Ab dem 1. September 2013 werden die spektakulären Funde des am besten erhaltenen Schlachtfeldes, das wir aus der Antike kennen, erstmalig öffentlich ausgestellt. Das Braunschweigische Landesmuseum präsentiert im Auftrag des Landes Niedersachsen die Landesausstellung 'Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn'“. Weiter Informationen hier.

Das Projekt Zeiteninsel, das „Archäologische Freilichtmuseum Marburger Land“, habe ich letzten November mal erwähnt. Aktuell läuft dort ein Lagerwochenende mit Vorführungen. Über den genauen Ort habe ich gerätselt, aber wenn da etwas los ist ist „am westlichen Ortsrand von Weimar-Argenstein der Gemeinde Weimar an der Lahn“ sicher gut zu finden.

Die Zeiteninsel war ein Hinweis für die Hessen. München-näher steht am 15. September das Keltenfest Landersdorf 2013 an. Bei Interesse sollte man bei Stephan gleich noch die anderen Veranstaltungen in der Region durchsehen.

Stephan ist mit seiner Website schnell die Adresse für Ausflugstipps zu Keltenschanzen, Hügelgräbern und Naturdenkmalen in einem immer größer werdenden Radius um einen Mittelpunkt nördlich von München geworden. Rainer Steinke hat seinen Mittelpunkt noch etwas nördlicher und ist mit seinem Blog Kult-Urzeit erst seit diesem Jahr mit dabei. Er muß einen riesigen Fotostapel haben, den er mit einer schnellen Folge von Postings abarbeitet. Aus einer ganz anderen Region kommt Hiltibold. Hinsichtlich dem Newcomer-Fleiß ist er in einem Atemzug mit Rainer zu nennen und man sollte unbedingt mal bei beiden reinsehen, was sich da in den letzten Monaten getan hat.

Tief im Rainer-Land, aber auch Stephan war schon in der Gegend aktiv, hat im Juli die Zeitreisende und Geschichtenerzählerin Petra Gabriel Untergründiges aus Forchheim zutage gefördert. Oder doch nicht ganz, genaueres gibt es erst in ihrem Kurzkrimi. Ein heimisches Revier von Petra Gabriel ist das Dreiländereck Baden, Elsass, Schweiz.

Bei den vielen Entdeckungen in Renates Blog „Quizzy zeigt Euch München“ ist wieder etwas aus meinem Bereich graue Vorzeit bis Spätantike dabei: „Ein jahrtausendalter Brauch“ berichtet von Platten am Münchner Brauerhaus mit Szenen aus dem Gilgamesch-Epos. Als Ergänzung dazu hätte ich den Blick in eine altägyptischen Brauerei zu bieten.

Was viele Münchner Keltenfans nicht so wissen: für Münchner liegt die als keltisches Oppidum gehandelte Fentbachschanze in Kombination mit der S-Bahn in Fahrradreichweite. Ich hatte aber immer nur die Version mit der S-Bahn-Haltestelle Kreuzstraße im Kopf, eine Fußwanderung hätte ich mir ziemlich lang vorgestellt. In Walters Weblog wird die Kombination einer Wanderung mit einer Anfahrt mit der Bayerischen Oberlandbahn in das nähere Darching beschrieben. In Walters Weblog gibt es eine lange Serie solcher Wanderausflüge in das Münchner Umland.

Wir haben gestern wieder die Keltenschanze Buchendorf besucht, Fotos folgen noch. Vorab eines in Christines Blog Strickwerk Verstricktes aus dem Leben und von den Nadeln. Die alte Informationstafel hängt immer noch in Buchendorf, Tempel und Opferschächte und so. Ich meckere dann in meinem neuen Buchendorf-Eintrag darüber herum. Eine aktuelle Sicht der Keltenschanzen kann man in dem sehr gut gemachten pdf zu einer Führung vor fast 4 Jahren zur Keltenschanze Gertholz bei Aach-Linz nachlesen. Aach-Linz liegt etwas über 30 km von der Heuneburg entfernt. Für den Erhalt des dortigen Freilichtmuseums gab es eine Onlinepetition. Zu der ist unter Neuigkeiten die Antwort des Petitionsausschusses des Landtages verlinkt.

So, für alle die brav waren und bis zum Schluß durchgehalten haben, gibt es noch einen Link zu einem neuen Magazin: Kulturas - das Magazin für Natur, Kultur und Geschichte in Portugal und Spanien. Geschrieben in Deutsch. Monatlich. Kostenlos. In der Juni-Juli-Ausgabe 2013 bleiben wir über lange Bildstrecken in der Zeit der Kelten, der Eisenzeit. Es gibt schöne Bilder von den Hinterlassenschaften der Castrokultur. Unbedingt reinsehen!

Mittwoch, 8. Mai 2013

Gemischte Links, Teil 2

Marcellina hat das Rätsel gelöst, auf welchen Römerstein sich der Straßennamen „Am Römerstein“ in Gilching bezieht, und mich dabei sehr freundlich erwähnt. Da sage ich vielen Dank und fange natürlich den zweiten Teil der „Gemischten Links“ mit ihrem „At The Roman Stone“ an. Wer die Römersteine selbst vor Ort besichtigen will, sollte sich zuvor die Website „Zeitreise Gilching“ wegen weiteren Zielen in der Gegend ansehen.

Bauplatz Gymnasium Grünwald

Am 12. Mai ist internationaler Museumstag (und Muttertag!!). Das Angebot der Museen ist sehr unterschiedlich, wenn sich meine Stichprobe verallgemeinern lässt. Einmal Führungen, die zusätzlich zum Eintritt etwas kosten, einmal Führungen ohne Preisangabe bei freiem Eintritt. Also alle mal selbst auf der passenden Website nach den favorisierten Museen suchen: in Deutschland, der Schweiz und in Österreich.

Bauplatz Gymnasium Grünwald

Wer dagegen Auslauf im Freien braucht, für den ist vielleicht ein Archäopark das Richtige. Da gibt es seit letzter Woche mit dem „Archäopark Vogelherd“ einen neuen (Stichworte: Vogelherdhöhle, Lonetal, nordöstlich von Ulm, Autobahnnähe).

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Am vorletzten Donnerstag ist in Berlin die Ausstellung „Uruk 5000 Jahre Megacity“ eröffnet worden. Außer auf der Website selbst kann man sich mittels der umfangreichen Linkliste im „Pressespiegel“ informieren. Von der Ausstellung hatte ich im Vorfeld etwas über den Twitter-Account von Artefacts Berlin mitbekommen. Auf der Website von Artefacts Berlin sollte man außer auf die Visualisierungen auch mal auf den „Blog“ klicken. Da gibt es Einträge zur aktuellen Uruk-Ausstellung und auch eine „Do you speak Turkish?“-Anfrage zu einer früher realierten „website on the prehistoric rock paintings of the Latmos Mountains in Western Turkey“. Die Website gibt es mittlerweile auch in einer türkischen Sprachversion, „So, if you have any Turkish friends who might be interested, please share this link to the Latmos Website: http://latmos-felsbilder.de/“.

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Via Artefacts Berlin und Retweets zur Urukausstellung bin ich auf den Twitter-Account von Prof. Markus Hilgert und von da auf der Website Materiale Textkulturen gelandet. Und von dort bin ich auf das Video portrait of Leyla Lau-Lamb, Senior Conservator of Books and Papyri at the University of Michigan Library gestoßen.

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Zu Berlin vielleicht noch schnell das Video von der „Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin“, nach dem Text auf der Youtube-Seite ist die Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin „die weltgrößte Institution dieser Art“. Ich vermute, daß die Gipsformerei mit den Werken in dem „Verkaufskatalog“ auf der Website der Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin in Verbindung steht. Auf den Verkaufskatalog hatte ich schon einmal 2009 in „Drei Grazien für 125 Euro“ hingewiesen. Den Hinweis auf das Video der Gipsformerei habe ich über den Twitter-Account von „prometheus – Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre e.V.“ bekommen.

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Die Zwischenstationen klingen für die Social-Media-Fernen etwas umständlich, man kann sie aber auch als hilfreiche Filter sehen. Finde ich einen Hinweis von Artefacts oder Prometheus, dann lese ich mir das durch. Im Idealfall funktioniert das wirklich so wie in einem Globalen Dorf, in dem man mehr von dem was einen interessiert mitbekommt als das früher mit den klassischen Medien möglich gewesen wäre. In dem Sinne müßte also idealerweise der Link zu Singularch schon irgendwie bei jemand aus der Nachbarschaft des neuen Grünwalder Gymnasiums, bei einem der zukünftigen Lehrer oder bei einem Schüler gelandet sein. Von da aus sollte er weiter in die Anwohner-, Lehrer- oder Schüler-Runde gegeben werden und die Interessierten picken sich das wieder heraus.

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Die archäologische Ausgrabung auf dem Baugelände des Grünwalder Gymnasiums war letztes Jahr in den Zeitungen und sogar im Bayerischen Rundfunk. Nichts Sensationelles, eher eine interessant gemachte Information der Bevölkerung, hier die damalige Pressemitteilung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege: „Unerwartete Einblicke in die Vorgeschichte Grünwalds“ (pdf). Zumindest die Überschriften der weiteren Pressemitteilungen des Amts kann man sich bei der Gelegenheit auch durchsehen. Wir sind letztes Jahr zwei Mal an dem Gelände auf dem Weg zur Grünwalder Sauschütt vorbeigeradelt. Beim ersten Mal war schon Feierabend. Da gab es zumindest noch einen Archäologen-Container, auf den uns ein Anwohner hingewiesen hat. Und beim zweiten Mal sah es überhaupt nicht mehr nach Archäologie auf der Baustelle aus (da sind alle hier verwendeten Fotos entstanden). Ich kannte den langen Bericht von einer früheren Ausgrabung bei der nahen Tiefgarage (die Singularch-Referenzen nach unten scrollen) und hoffte deshalb auch auf einen umfangreichen Grabungsbericht vom Baugelände des Grünwalder Gymnasiums. Ich finde es ganz toll mit 33 Sternchen (ein Stern für jede Seite des Grabungsberichts), daß der jetzt tatsächlich so umfangreich eingestellt wurde.

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Ein paar schon länger liegende Links, die ich jetzt loswerden will: der zum Blog ARbanning archaeology in the Rhine-Meuse region und der zu einer Website über die Kelten im Siegerland. Im ARbanning-Blog finden Steinzeitfreunde umfangreich ausgearbeite Informationen und jede Menge weiterführende Links. Die zweite Website „beschäftigt sich mit dem Siegerland der Antike von 800 bis 100 v.Chr., der Eisenzeit“ und schließt eine Lücke in meinem Blog - ich glaube ich habe nie Kelten in der Gegend erwähnt.

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Noch zwei Ausstellungshinweise: In Basel wurde die Petra-Ausstellung bis zum 20. Mai verlängert, dazu gibt es in „Ancient History Encyclopedia“ einen Beitrag. Und in München gibt es ein ArchaeoBioCenter und von dem ist aktuell die Sonderausstellung „Vom Kleinen Teil zum Großen Ganzen, Fragen und Antworten zur Umwelt und zum Leben Alter Kulturen“ im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in der Residenz zu sehen. Näheres in diesem Flyer (pdf).

Wildschweine in der Grünwalder Sauschütt

Abschließend noch zwei Entdeckungen kurz vor meinem Redaktionsschluß: „Not the Hagia Sophia“ beschäftigt sich mit einer „Dokumentation über die in Istanbuls ältesten Stadtteils Fatih beheimatete Hagia Sophia“. Und in der Kult-Urzeit von Rainer Steinke gibt es tolle Fotos von Megalithen, Lochsteinen, Kultplätzen und Druidenhainen.

Freitag, 26. April 2013

Gemischte Links, Teil 1

Ich mache mit dem Steintor von der Heuneburg weiter, mit dem ich im letzten Beitrag aufgehört habe. Neiiiin, kein ungeliebtes Zusammensuchen aktueller Heuneburg-Informationen, jetzt kommen nur olle Kamellen. Das Steintor liegt beim Freilichtmuseum. Bild 1 sollte den Zustand bei meinem Besuch Anfang August 2009 zeigen. Irgendwie hatte ich das mit dem Steintor damals nur halb mitgekriegt und das Foto auf die Schnelle gemacht. Das Gelände des Freilichtmuseums liegt etwa von der Kamerarichtung 90 Grad nach rechts. Am linken Rand des Bildes ist ein Stück der Zufahrtsstraße zu sehen, links davon liegt der große Parkplatz des Freilichtmuseums. Mittels dem aktuellen Luftbild in Google Maps kann man gut erkennen, daß sich beim Steintor zwischenzeitlich etwas getan hat. Einfach nach „Heuneburg“ suchen und reinzoomen.

Heuneburg-Tor

Beim Schwäbischen Heimatbund geht es unter dem Titel „Die Zukunft der Heuneburg ist gesichert“ um dieses Steintor, in dem Artikel als „Stadttor“ bezeichnet. Zum Artikel sehe ich links das Datum 12.10.2011, das ist also vor den aktuellen Diskussionen um die Zukunft des Freilichtmuseums. Interessant ist die gedankliche Linie vom Schutzhaus für das Stadt- bzw. Steintor zum Archäologiepark und der „Zusammenfassung der Funde direkt auf dem Gelände der Heuneburg“. In diesem größeren Zusammenhang muß man wohl auch die in meinem letzten Beitrag zitierte Anfrage nach einem eventuellen weiteren Landesmuseum sehen. Sehenswert sind die beiden im Artikel des Schwäbischen Heimatbunds verlinkten Videos zum Stein-/Stadttor bzw. der Toranlage: das Erste ist auf der Website der Förderstiftung Archäologie in Baden-Württemberg im Abschnitt zur Heuneburg eingebunden, das Zweite wurde von der „DenkmalpflegeBW“ bei Youtube eingestellt.

Grabhügel der Gießübel/Talhau-Gruppe

Zu der im letzten Beitrag angesprochenen Frage nach dem Verbleib der wertvollsten Funde ist noch anzumerken, daß im Falle der „Keltenwelt am Glauberg“ ein Museum vor Ort realisiert wurde, in dem nach der Wikipedia „alle Originalfunde einschließlich der Stele des keltischen Kriegers zu sehen“ sind. Im Keltenmuseum Hochdorf ist die bekannte Grabkammer des „Keltenfürsten“ eine mit Repliken aufgebaute Rekonstruktion, die Orginale sind glaube ich abgesehen vom Skelett des „Keltenfürsten“ im Landesmuseum Württemberg. Wenn also das „Fürstinnengrab“ eine ähnliche Bekanntheit hergibt, dann müßte doch zumindest auch so eine Rekonstruktion für die Heuneburg herausspringen und entsprechend plaziert werden. Raum genug dafür sollte im Museum in Hundersingen vorhanden sein.

Baumburg

Meine Fotos habe ich alle am Tag des „Bienenmarkts auf der Heuneburg“ 2009 aufgenommen. Via dem Label Heuneburg findet man die bisherigen im Blog veröffentlichten Bilder. Auf Bild 2 ist einer der Grabhügel der Gießübel/Talhau-Gruppe zu sehen. Den habe ich etwas herangezoomt von einem Standort beim Lehenbühl bei Hundersingen aus aufgenommen. Der vom Museum in Hundersingen kommende Rundweg führt zunächst am oberhalb der Donau befindlichen Lehenbühl und an der Baumburg vorbei. Der Weg entfernt sich dann ab der Baumburg von der Donau (Bild 3 zeigt die Baumburg aus der Entfernung) und kommt am entferntesten Ende des Parkplatzes beim Freilichtmuseum an. Vom Freilichtmuseum führt der Rundwanderweg an der Gießübel/Talhau-Grabhügelgruppe vorbei zum Hohmichele. Den hatte ich schon im Blog, dieses Mal gibt es ein vom Hohmichele aus aufgenommenes Bild in Richtung „Kleiner Hohmichele“. Der „Kleine Hohmichele“ soll bei der Baumgruppe in der Bildmitte liegen. Bild 5 zeigt die Erhebung vom vorbeiführenden Weg aus. Der „Kleine Hohmichele“ wird ebenfalls zu den Großgrabhügeln gezählt. Seine Höhe soll nach mündlicher Quelle auch dadurch gelitten haben, daß einem Landwirt erlaubt wurde davon Erde abzutragen.

Kleiner Hohmichele

In Bayern könnte man nun nachsehen, wie weit man die Verhältnisse vor Ort mit dem BayernViewer-denkmal bzw. dem BayernAtlas nachvollziehen kann. In Baden-Württemberg gibt es das Geoportal Baden-Württemberg, wie ich der Zusammenstellung „Die Bundesländer und ihre Online-Kartendienste für topografische Karten“ von Stephan Gröschler entnehme. Ich habe ein wenig herumprobiert und es immerhin geschafft, zwei offenbar „geotouristische“ Markierungen auf die Karte zu bekommen - auf Hundersingen und auf die Heuneburg jeweils einen kleinen blauen Kreis mit einem „M“. Aber ich sehe auf die Schnelle nicht, wie man an Infos zu den Markierungen kommt und an Markierungen der Grabhügelfelder kommt man so offenbar auch nicht. Informativ ist es trotzdem etwas - man sieht wie nah das nächste „M“ in Mengen ist. Zu diesem Museum hatte ich schon mal die „Leckeren Grüsse von Apicius“ von Reinhold Siegel verlinkt.

Kleiner Hohmichele

Die Links sind natürlich auch immer so gedacht, daß man bei Gefallen auf den Websites herumstöbert und sie weiter verfolgt. Bei Stephan greife ich noch die Keltenfeste 2013 heraus. Bei Hiltibold „Haare färben im antiken Rom“ und „Du hast die Haare schön: Rekonstruierte Frisuren aus dem antiken Rom“. Aus dem Burgerbe-Blog von Jan Popp-Sewing den Hinweis auf die Ausstellung „Ausstellung auf Schloss Gottorf: Das Nydamboot, ein germanisches Wassertaxi“ und von Markus Zwittmeier „Karl der Große auf Arte“. Karl der Große ist natürlich nach meiner Zeit und davon findet sich bei Markus Zwittmeier jede Menge, aber er hätte das vermutlich genauso über den zuvor auf Arte gelaufenen Abend mit den Römern in Britannien schreiben können. Die Filme dürften genau auf demselben Niveau gewesen sein.

Freitag, 15. Februar 2013

Hiltibold aus Graz

Auf „Hiltibold.blogspot.com Römisches & Mittelalter“ bin ich erst vor kurzem via Twitter gestoßen. Hiltibold will sich im „Rahmen dieses Blogs“ „hauptsächlich Gedanken zur römischen Antike und dem Frühmittelalter machen: Archäologie, Religion, Living History, Literatur - nichts wird ausgelassen. Feedback ist willkommen!“

Das Feedback hat Hiltibold schon. Ich greife mal mit „Böse Metallsucher?“ einen Eintrag heraus, der zu besonders vielen Kommentaren angeregt hat. Das ist so etwa das, was ich mir unter den Vorteilen von Kommentaren vorstelle: der Blogger entwickelt seine Vorstellungen, in den Kommentaren kommen noch andere hinzu, und schließlich profitieren alle von dem breiten Gedankenspektrum, das für sie ausgebreitet wurde.

Ich füge noch den Hinweis auf die Website „Sondengänger in Deutschland“ von Thorsten Straub hinzu. Diese Website hatte ich wegen den umfangreichen Hintergrundinformationen schon früher verlinkt. Bei Hiltibold ging es um den Schaden und Nutzen der Metallsucher, mittelbar auch um deren Fundmitteilungen. In meinem letzten Beitrag zur Heuneburg-Onlinepetition ging es auch um Beispiele für die Mitteilungen von Amtsarchäologie, Museen und Gemeinden. Also vielleicht könnte man das bei der ehrenamtlichen Mitarbeit berücksichtigen und alle Funde vorab erfassen und der Öffentlichkeit auf Plattformen abseits der Ämter zur Verfügung stellen. Einen netten Zusatzaspekt so einer Veröffentlichung gibt es bei Thorsten Straub nachzulesen.

Neben seinen Blog-Einträgen hat Hiltibold noch weiteres im Angebot. Die Rubrik „Hörbares“ ist eine sehr gute Idee. Man kann sich eine Stunde lang etwas von Plinius anhören und daneben irgend etwas anderes machen, für das man nicht viel Kopf braucht. In der Rubrik ist auch etwas von Prof. Karl-Wilhelm Weeber über die Bikini-Mädchen verlinkt. Klar ist, sie sind einzigartig. Aber was sie nun wirklich gewesen sind, ist weiterhin unklar.

Freitag, 8. Februar 2013

Zur Heuneburg-Onlinepetition

In den Steinzeitlinks hatte ich auf die Onlinepetition für den Erhalt des Freilichtmuseums keltischer Fürstensitz Heuneburg hingewiesen. Die ist mittlerweile über der 1000er-Grenze, das ist sehr beachtlich. Insbesonders auch die vielen unterschiedlichen Unterstützer im Netz, wenn man mal via Google nach „Heuneburg Onlinepetition“ sucht.

Zu meiner etwas kryptischen Formulierung des Hinweises in den „Steinzeitlinks“: man sollte in eigener Sache selbst etwas sagen, wenn man die Plattform dafür hat. Und die Heuneburg hat ihre Website, und da sehe ich unter „Aktuelles“ immer noch nichts. Also bis jetzt gibt es offenbar aus der Heuneburg-Perspektive überhaupt kein Problem? Von offizieller Seite finde ich aus der jüngeren Vergangenheit drei pdfs mit Inhalten zur Heuneburg bei der Gemeinde Herbertingen: den „Kurzbericht zur öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderats am 11.12.2012“, in der es um die „Entscheidung über die Kündigung der Miet- und Gestattungsverträge mit dem Land Baden-Württemberg“ geht. Den JAHRESRÜCKBLICK 2012 Gemeinde Herbertingen, Hundersingen, Marbach, Mieterkingen und nochmal für sich den Rückblick auf die Saison 2012 der Heuneburgmuseen in der „Vorlage für die Sitzung des Gemeinderates Herbertingen am 30.01.2013“. Daß das alles für die eigene Bevölkerung so transparent gemacht wird, finde ich ja gut. Aber es sollte nicht so sein, daß ein auswärtiger Heuneburginteressent die Gemeinderatsprotokolle auf der Herbertinger Website durchscrollen muß. Weiter ist weder auf der Heuneburg-Website noch in den pdfs etwas vom Abblitzen beim Wunsch zu sehen, auf dem Gemeindegebiet gefundene und derzeit in der Keltenausstellung in Stuttgart gezeigte Stücke nach Ende der Ausstellung im Heuneburg-Museum zeigen zu dürfen. Das muß man in dem vom Initiator der Onlinepetition verlinkten Beitrag des Wochenblatts Bad Saulgau nachlesen.

Es ist daher absehbar, daß man sich die Informationen über den weiteren Fortgang genau in dieser Weise zusammenbasteln muß. Insbesonders auch über die Online-Ableger der Zeitungen, und die will ich aus mehreren Gründen nicht so gern verlinken. Mittlerweile ist mir sogar die Lust vergangen, das überhaupt nur durchzulesen, wenn erkennbar der journalistische Leistungsumfang sehr gering ist und die Quelle das genauso gut selbst hätte online stellen können. Es ist immer noch das Leistungsschutzrecht für Presseverlage in der Mache. Hier Telepolis zum Stand nach der aktuellen Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestags. Es wurde zwar gegenüber dem letztjährigen Stand, als ich darüber geschrieben habe, angeblich entschärft, aber ich will mich nicht stundenlang über die möglichen doch-noch-Gefahren informieren.

Ein anderer Aspekt ist, daß, naja, gewachsene Man-kennt-sich-Systeme vorliegen. Das ist ja nicht von vornherein schlecht. Aber die sollten nicht dazu führen, daß Anpassungen an bessere Gegebenheiten verhindert oder weitmöglichst verzögert werden. Hier bei Matthias Spielkamp gibt es einen Link auf die „Nationale Initiative Printmedien“ von Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Selbst zu besten Zeitungszeiten erinnere ich mich nicht daran, jemals ein Gruppe von Jugendlichen mit so vielen interessierten Zeitungslesern gesehen zu haben.

In den USA gab es 1968 schon von Alan Kay das Konzept für das Dynabook. Wer die Stichworte nicht kennt, kann mal die über Xerox PARC verlaufende Kette der weiteren Entwicklungen nachverfolgen. Vielleicht hätte ein visionärer Kulturbetrieb vor 20 Jahren Science-Fiction-Theaterstücke fördern müssen, in denen die Leute mit Dynabooks herumlaufen. Dann wäre manchem geistigen Leuchtfeuer vielleicht auf die Sprünge geholfen worden und es müßte jetzt nicht nach Kohlepfennigen für seine Holzmedien suchen. Im Umfeld der etwas verqueren Begründungssysteme für diese Geldwünsche hat man sich auch mal die Blogger als böse ausgeguckt, weil sie durch ihre Verlinkungen Inhalte klauen. Ist ein Witz. Gerade in der kleinen Archäologienische glaube ich, daß meine Links manchmal die einzigen von außen auf manche Zeitungsartikel gewesen sind. Also sie hätten wegen dieser kostenlosen Werbung eigentlich froh sein können. Waren es aber nicht. Also lasse ich es möglichst.

Weiter meckere ich dauernd daran herum, daß die Archäologen selbst nicht genug online stellen. Eigentlich mache ich mich mit der Meckerei lächerlich. In anderen Welten war die Diskussion vor 10 Jahren schon durch. Da konnte man sich längst sein Auto mit Außenfarbe und Innenbezügen im Internet selbst zusammenklicken, während es heute nicht geht, zeitnah ein paar schöne Ausgrabungsfotos in das Netz durchzureichen. Ein wichtiger Unterschied ist natürlich, daß man selbst entscheiden kann, ob man sein Geld für das Auto ausgibt. Jedenfalls will ich unter dem Gesichtspunkt auch nicht mehr so gerne hintenweg aus den kleinen Teilmengen der online gestellten Presseartikel brav welche verlinken und dadurch eine „wir haben die Öffentlichkeit informiert“-Alibifunktion unterstützen.

Also zur Heuneburg: irgendwie sollte selbst fortlaufend von den eigenen Angelegenheiten berichtet werden. Dann lese ich mir das durch und verlinke das bisweilen auch gerne. Aber wenn es über zweite Hände läuft, mag ich nicht. Es ist auch ohne meine Anti-Haltung irgendwie witzlos auf diese Weise die Kontroverse zu verfolgen. Der eine Artikel wird online gestellt, und die wichtige Mitteilung im nächsten Artikel nicht.

Noch allgemein zur Heuneburg-Website: Weil es zur Heuneburg aus aktuellen Grabungen oder dem vor zwei Jahren geborgenen Keltengrab immer etwas Neues gibt, finde ich natürlich toll, daß in der Rubrik „Archäologische Grabungen“ über diese berichtet wird. Schlecht hingegen, daß man selbst vor Ort ist und sich so massiv an die klassischen Medien anlehnt. Meine Meinung zur technischen Realisierung entspricht der zur Website des Archäologischen Vereins Freising. Die Einzelmeldungen würde ich personalisieren und mit „Aktuelles“ und der „Fotogalerie“ zusammenziehen. Man kann ja dann wieder die Meldungen über Tags/Labels kategorisieren.

Für sehr wichtig würde ich die Einbindung der vor Ort tätigen Archäologen halten - siehe die Bemerkung oben. Die in der Rubrik aufgezählten Medien mögen bekannte Namen haben, aber sie erreichen inhaltlich selten das, was zu den früheren Grabungen von www.fuerstensitze.de angeboten wurde (seit 2010 gibt es auf der Website keine neuen Inhalte mehr, ich hatte die Website in „Bienenmarkt auf der Heuneburg“ erwähnt). Toll wäre wieder die Kommentarmöglichkeit. Wenn Archäologen, Museumsleitung und Bürgermeister mitschreiben würden, dann könnte man mit der Kommentarmöglichkeit auch von einer Kenntnisnahme der Rückmeldungen ausgehen. Wie weit ich mit meiner blassen Theorie von der gemeinschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit anscheinend von der Realität weg bin, sehe ich im „Jahresrückblick 2012“-pdf. Da wird auf den noch ausstehenden Bericht des Landesamts für Denkmalpflege von den archäologischen Forschungen verwiesen. Die Berichte zu den Vorjahren sind in der Rubrik „Archäologische Grabungen“ verlinkt. Aber man könnte ja mal aktuelle Stände fotografieren, wenn man dauernd daran vorbeikommt.

Zum Interesse für Rückmeldungen: im April 2012 ist in den Oberschwäbischen Mannigfaltigkeiten ein Beitrag über das „Landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg“ LEO-BW erschienen. Vermutlich wurde diese für LEO-BW kostenlose Analyse mit Aufwand und einigem Sachverstand erstellt. Daß sich die LEO-BW-Leute darüber nur freuen müssen, will ich nicht verlangen, aber interessiert durchlesen könnte es einer. Ich habe jetzt nachgesehen, das in den Mannigfaltigkeiten als Beispiel für eine falsche Zuordnung angegebene Walksche Haus ist immer noch fälschlich dem württembergischen statt dem badischen Weingarten zugeordnet. Hier beim Landesmedienzentrum Baden-Württemberg ist es übrigens auch württembergisch. So aus dem hohlen Bauch heraus könnte man vermuten, daß man LEO-BW in die Landschaft gestellt hat, ohne daß eine Viertelstelle für Rückflüsse vorgesehen wurde. Also bei ambitionierten Websites wäre eine Kommentarfunktion mit Weiterleitung an die richtige Stelle wirklich nicht schlecht.

Wir haben von einem Spaziergang in Weingarten im letzten Jahr ein paar Fotos mit dem Walkschen Haus darauf. Aber keines mit Abstand und ihm in der Mitte und für ein Panorama sind die Fotos eigentlich ungeeignet. Mich wundert, daß die Software noch was daraus machen konnte (Bild 1). Wenn auch verzerrt, ich stelle deshalb die Vorlagen mit ein.

Walksches Haus im badischen Weingarten
Walksches Haus im badischen Weingarten
Walksches Haus im badischen Weingarten

Im Umfeld des Keltenjahrs 2012 sind mehrere offizielle Websites erschienen. Ich hatte kurz in den Mixed Links die Keltenblock-Website erwähnt. Es gibt die Website zum Keltenjahr 2012 und die Website zur Stuttgarter Keltenausstellung. Über die zugrunde liegende Strategie wollte ich mir schon beim Keltenblock nicht so die Gedanken machen. Groß in die Internetwelt hinein gedacht war sie vermutlich nicht. Für diese Behauptung war es gut, daß Stephan Gröschler versucht hat, als Blogger freien Eintritt in die Keltenausstellung zu bekommen (siehe hier seinen Kommentar). Stephan hat ihn nicht gekriegt, während jeder journalistenrabatterprobte Presseausweisinhaber, der noch nie was über Kelten geschrieben hat, den kostenlosen Eintritt bekommen hätte.

Der hinter neuen Websites wie LEO-BW und Keltenblock etc. stehende Anspruch scheint mir verglichen zur Fürstensitze-Website deutlich gesunken zu sein. Sehr gute Inhalte wie auf der Fürstensitze-Website zusammenstellen konnte man offensichtlich. Man hätte das weiterführen und im nächsten Schritt geeignet in lokale Websites wie etwa der von der Heuneburg reinbeamen können, einleitende Worte des Archäologen drumherum, Kommentarfunktion. Zum „Fall Hypathia“ hatte ich erwähnt, daß Peter O. Chotjewitz für das Buch eine ausführliche Internetrecherche gemacht hat. Das war 2001!!! Mir kommt es so vor, daß damals zeitweise wirklich ein Schritt vor den anderen gemacht wurde. Und im Schritt nach den Websites von 2001 erschienen Websites wie www.fuerstensitze.de oder in Bayern der BayernViewer-denkmal, letzterer mittlerweile unter der Haube des BayernAtlas. Jetzt hätten eigentlich neue Schritte vorwärts kommen müssen. Wenn die Schritte stattdessen rückwärts gehen, dann sollte man vielleicht auf diese Websites gar nicht mehr eingehen.

Jetzt noch zu den Zugriffen auf die einzelnen Websites. Da hat man manchmal mittels Alexa einen ungefähren Anhaltspunkt. Die Zahlen waren nie sooo richtig. Manchmal funktioniert es auch überhaupt nicht, etwa bei den Mannigfaltigkeiten. Die Zugriffe der twoday-Blogs gehen glaube ich immer bei twoday unter. Bei mir funktioniert es nicht mehr, seit ich sowohl unter zeitspringer.blogspot.com als auch unter zeitspringer.blogspot.de erreichbar bin (war nicht meine Entscheidung, hat die Google-Blogsoftware so entschieden). Aber bei eigenen Domänen geht das einigermaßen, also legen wir mal los (Zeitpunkt der Auswertung ist der 7.2.2013 ab 22:30 Uhr): Der Sieger ist die Ausstellungswebsite kelten-stuttgart.de mit einem Alexa Traffic Rank von 1,296,472. Zweiter ist Stephan mit kraftvolle-orte.de mit einem Alexa Traffic Rank von 2,113,562. Dritter knapp dahinter leo-bw.de mit einem Alexa Traffic Rank von 2,238,052. Die Werte ändern sich andauernd, also bei dem geringen Abstand können die Plätze dauernd wechseln. Aber heute ist der Abstand noch größer geworden. Auf dem vierten Platz liegt die heuneburg.de mit einem Rank von 4,329,931. Auf Platz 5 die in diesem Eintrag bislang unerwähnte Website denkmalpflege-bw.de mit einem Rank 6,190,448. Die eigentlich gestorbene Website fuerstensitze.de liegt immer noch bei 9,454,206. keltenjahr2012.de liegt bei 20,617,482 und zum keltenblock.de hat Alexa No data.

Über dieses Ergebnis könnte man jetzt ein paar Blog-Einträge spekulieren. Der erste Platz der Ausstellungswebsite dürfte daran liegen, daß sich viele Ausstellungsbesucher vorab informieren. Wenn man sich die Zahlen ansieht - ich glaube zur Halbzeit der Ausstellung sollen es 80.000 Besucher gewesen sein, und die Zahlen von Stephan, er gibt für seinen Blog 60000 Besucher in den ersten zwei Jahren an, dann passt diese Interpretation schon irgendwie. Darüber, daß das „Landeskundliche Informationssystem für Baden-Württemberg“ LEO-BW, das vermutlich richtiges Geld gekostet hat, etwa gleichauf mit Stephans neben der Berufstätigkeit entstandenen „Kraftvollen Orten“ liegt, kann man jetzt denken was man will. Die Website der Denkmalpflege könnte wohl mehr Zugriffe haben, wenn sie ihre Aktuellsten Nachrichten in irgendwelche mitlaufende Ticker auf verbundenen Webseiten hineinbugsieren würde. Die Heuneburg-Website profitiert vielleicht derzeit ebenso wie die Fürstensitze-Website von der Ausstellung. Sie hat aber durch das Alter der Website und die vielen eingehenden Links eine sehr gute Basis. Zudem werden sich fortlaufend Besucher über die Museen informieren wollen. Und siehe oben die Google-Suche nach der Onlinepetition - die Heuneburg hat viele potentielle Unterstützer im Netz. Mit den Voraussetzungen im Rücken müßte doch ein Blog auf der Website mit Berichten über die aktuellen Ausgrabungen, Ausstellungen und dem aktuellen Stand der Dinge in Sachen Freilichtmuseum bei Alexa durch die Decke gehen?