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Donnerstag, 26. Februar 2015

Sacred Objects

Wieder ein Hinweis auf einen MOOC. Dieses Mal geht es um Spirituality and Sensuality: Sacred Objects in Religious Life. Der Kurs beginnt am 1. März 2015.

Ich finde gerade „heilig“, „ehrwürdig“, „geweiht“, „sakralrelig. geistlich“ für „Sacred“. Ein Teil derjenigen, die sich regelmäßig an der Bethenquelle im Mühltal mit Wasser versorgen oder versorgt haben, wird der Quelle schon eine gewisse Heiligkeit zusprechen. Die Bethenquelle wird gern mit dem Grab der Seherin verbunden, wobei die Seherin als eine der drei Bethen gilt. Wenn auch die Verbindungen von Quelle und Bethen und von den Bethen mit dem bronzezeitlichen Grab sehr zweifelhaft sind, werden für das Grab selbst die Aspekte „ehrwürdig“, „geweiht“, „sakralrelig. geistlich“ vermutlich über Jahrhunderte gegolten haben. Der Bayerische Denkmal-Atlas gibt für dieses Grabhügelfeld mit der Denkmalnummer D-1-7934-0273 „Grabhügel mit Bestattungen der Bronzezeit, der Hallstattzeit und der frühen Latènezeit“ an.

Vielleicht geht für viele die Quelle ohne die Seherin nicht - die Verbindung wird jedenfalls in einem fünfminütigen Video des Bayerischen Rundfunks über die Quelle ebenfalls gezogen. Unter dem Titel „Umstrittenes Wasser“ befasst man sich mit der Bakterienbelastung der Bethenquelle. Wie aus meinem Blog-Eintrag über die Quelle hervorgeht, habe ich dort bei Radtouren meinen Wasservorrat wiederaufgefrischt. Das fand ich auch ganz vernünftig - wenn soviele Leute in teilweise großem Umfang da Wasser holen, wird mir der Liter für die Rückfahrt auch nicht schaden. Netterweise hat mich letztes Jahr ein Kommentar informiert, daß mittlerweile Hinweisschilder vor dem Genuß des Wassers warnen. Ich habe daraufhin meinem Text einen Warnung hinzugefügt. Werde aber jetzt den ganzen Abschnitt ändern, denn die halbstündige Radiosendung, auf die ich damals verwiesen habe, finde ich schon lange nicht mehr, und stattdessen könnte ich das Video einbauen.

Via der nächtlichen Tour einer Heilpraktikerin wird im Video von der Quelle zum Grab der Seherin übergeleitet. Mittels der Heilpraktikerin geht das Video zum Schluß auch zur vielleicht echteren Quelle bei Petersbrunn über. Die Quelle ist aber leider leider nicht mehr zugänglich. Ausgelassen werden Martin Bernsteins vermutete „vorchristliche Kultplätze“ im „nahegelegenen Wildmoos“, die ich in meinem Blog-Eintrag zur Quelle erwähnt hatte. Man könnte an ein Nudging mit dem Ziel denken, die Leute dauerhaft von der Bethenquelle wegzubekommen und auch nicht nach Alternativen suchen zu lassen. Interessanterweise wird im Video auch nicht nach der Ursache der Colibakterien gefragt und ob dagegen etwas unternommen wurde. Für regelmäßige Konsumenten der Bethenquelle wäre auch wichtig gewesen zu wissen, seit wann man untersucht hat und welche Werte die einzelnen Messungen ergeben haben.

Aus unserer Sicht - Blog-Thema ist ja die graue Vorzeit bis Spätantike - bleibt die Frage nach den vermuteten vorchristlichen Kultplätzen. Darüber hinaus wäre noch interessant, ob die Muldenlage einer Quelle besonders bedeutsam ist. Bethenquelle und Petersbrunn liegen ja beide nur fast in der Mulde. Der früher als heilkräftig erachtete Moosbronner Lindenbrunnen entspringt tatsächlich einer, während man den umgebenden Quellen in Hanglage keine solche Bedeutung zugemessen hat.

Das BR-Video hilft auch bei der Frage nach dem Verbleib der Funde aus dem Grab der Seherin nicht weiter. Im zweiten Weltkrieg verschollen - das fasst zusammen, was ich gehört und wiedergegeben habe. Man hätte da als wertiger Interessent mal Genaueres dazu erfragen können.

Wie oben angedeutet würde ich weder darauf wetten, daß im Grab der Seherin eine der Bethen bestattet wurde, noch daß sie eine Frau mit seherischen Kräften gewesen ist. Anderseits spielen drei Frauen im Großraum offenbar häufiger ein Rolle, und speziell in dieser kleinräumigen Gegend um Leutstetten tauchen sie besonders oft in unterschiedlicher Variation auf. Mein Favorit sind die drei Burgfräulein in den Kellergewölben der Karlsburg, spätestens seit ich ganz alleine mit ab und zu in der Oktobersonne herunterflirrenden trockenen Buchenblättern oben war. Vielleicht gibt es für die Häufung der drei Frauen Erklärungsmodelle. Vielleicht fanden 3-Frauen-Geschichten durch die jedem bekannten Ainpet, Gberpet und Firpet in St. Alto Leutstetten einen guten Nährboden. Man könnte ja versuchen die einzelnen Sachverhalte seriös aufzulisten und sich erst auf diesem gemeinsamen Nenner in die einzelnen Liebhabereien aufzuspalten - die einen glauben an die Heilkraft der Quelle, die anderen auch noch an die Seherin, und manche mögen die Burgfräulein. Wobei ich ja hoffe und gehofft habe, daß sich ein paar von den Quellen- und Seherinnen-Fans auch mal für meine zweite Liebhaberei Brandopferplatz Gauting interessieren.

Der MOOC „Spirituality and Sensuality: Sacred Objects in Religious Life“ wird vermutlich erst einmal diejenigen ansprechen, die tatsächlich mit „Sacred Objects“ in ihrem „Religious Life“ regelmäßig zu tun haben. Vielleicht liefert er darüber hinaus Anregungen, wie sich so gemeinsame Nenner von Sachverhalten erarbeiten lassen und wie man sich über die darüber hinausgehenden „Liebhabereien“ seine Gedanken machen kann.

Freitag, 4. April 2014

Grabhügelsuche in der Allacher Lohe

Vor zwei Wochen war ich in Allach. Allach liegt im Nordwesten von München und ist Teil des Münchner Stadtbezirks Allach-Untermenzing. Nach der Wikipedia wurde Allach „erstmals urkundlich am 30. März 774 als Ahaloh erwähnt. Der Name bedeutet Wald am Wasser, da 'aha' = Wasser und 'loh' = Wald bedeutet. 'Loh' wurde im Laufe der Zeit zu '-lach' abgeschliffen.“

St. Peter und Paul Allach

Mit dem Wasser meinte man wohl damals die durch Allach fließende Würm. Zum übrig gebliebenen Wald wollte ich auf Empfehlung des BayernViewer-denkmal weiter, um nach den Grabhügeln mit der Denkmalnummer D-1-7734-0102 zu sehen.

Aus dem Großraum München ist die kleine Tour in den Grabhügelwald bequem via dem S-Bahnhof Karlsfeld nachvollziehbar. Wenn man die Allacher Kirche St. Peter und Paul und den Blick auf die Würm mitnehmen will, dann geht das gut über den S-Bahnhof Allach. Von da kommt man mit dem Bus bis nahe an die Würm und die Kirche mit Friedhof (Denkmalnummer D-1-7734-0132 und D-1-7734-0132). Bei St. Peter und Paul geht es dann gleich via der Pasteurstraße weiter in Richtung Wald und in Karlsfeld kann man wieder in die S-Bahn einsteigen.

Ich nehme es vorweg: meine Grabhügelergebnisse waren jetzt nicht so der Knaller. Die wesentlich interessanteren Inhalte zu Allach habe ich bei meiner Allacher-Lohe-Bildersuche im Vorfeld gefunden (den Blog „Nerd In Deutschland. Kristen spends a year in Germany“) bzw. sind kurz vor meiner Tour an mir vorbeigetwittert (der Link auf auf den Ende Februar bei Archäologie Online eingestellten Artikel „Die Plejaden in Gold auf einem keltischen Schwert“ von Dr. Dr. Peter Kurzmann).

Den Blog von Kristen empfehle ich ausgiebig zu durchforsten. Die Fotos ihrer Allacher Exkursion finden sich mit anderen Bildern in „I go and find things: grave mounds, Celtic stuff, castle ruins, empty fields“. Im Artikel von Dr. Dr. Peter Kurzmann geht es um ein schon 1891 „in der Nähe des Bahnhofs Allach an der Bahnlinie München-Ingolstadt in einem nach Dannheimer offenbar früh- bis frühmittellatènezeitlichen Grab“ gefundenes Schwert. Mit diesem Grab könnte vielleicht ein „Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung, daraus Funde der Bronzezeit, der frühen Latènezeit und der römischen Kaiserzeit.“ Denkmalnummer D-1-7834-0102 direkt beim heutigen S-Bahnhof Allach gemeint sein. Durch dieses Grabhügelfeld fahren heutzutage werktäglich Tausende mit der S-Bahn.

Noch zu meiner Tour: ich habe im Anschluß an einen Termin in Allach meinen Stadtplan für die Grabhügelsuche weiterverwendet. In dem war anstatt der roten Fläche im BayernViewer-denkmal der Text „Grabhügel“ gestanden. Ich tippe jetzt schon auf ein Gräberfeld mit verflachten Gräbern, an denen ich zumindest vorbeigekommen bin. Das konkrete Problem waren die unsicheren Orientierungsmarken. Manchmal gibt es solche Marken und wenig Auswahl bei den Wegen und dann kommt man auch auf so eine sparsame Weise noch ganz gut hin. Aber in dem Fall passten die eingezeichneten Wege nur zum Teil auf die besser ausgebauten Waldwege vor Ort. Beim anderen Teil hatte man die Auswahl zwischen wenig ausgebauten Waldwegen und zahlreichen gut ausgelaufenen Fußpfaden. Also besser als da immer herumzurätseln ist natürlich richtig schön ausmessen und dann mit GPS mittenrein.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Ein wenig zum römischen Baden-Baden

Baden-Baden hatte ich im letzten Eintrag im Zusammenhang mit dem sich bei Baden-Baden befindlichen Berg Battert erwähnt. Auf dem Berg wurden vorzeitliche Funde gemacht und ein keltisches Befestigungswerk entdeckt. Man kann in dieser Gegend demnach von einem regen keltischen Leben ausgehen, davon zeugen auch die Großgrabhügel beim nahen Hügelsheim.

In römischer Zeit wurde Baden-Baden wegen seiner Thermalquellen zu einem Badeort der Römer, was sich auch im Namen der Siedlung Aquae niederschlug - nach der Wikipedia wurden damals viele Städte mit Heilquellen Aquae genannt. Auf diese Zeit gehen die Soldaten-und Kaiserbäder in der Baden-Badener Altstadt zurück. Von den Soldatenbädern (oder je nach Quelle „Soldatenbad“, „Römische Badruine“) kann man einen gut erhaltenen Teil unter dem Friedrichsbad besichtigen, von den Kaiserbädern (oder Kaiserthermen) Umrisse neben der Stiftskirche. Die unterschiedlichen Bezeichnungen der Bäder haben den Hintergrund, daß die Kaiserbäder prachtvoller ausgestattet waren und der römische Kaiser Caracalla hier gewesen sein soll.

Baden-Badener Merkur

Von einem Besuch im Stadtmuseum Baden-Baden sollte man sich mehr Orientierung über die Geschichte Baden-Badens erhoffen. Das Stadtmuseum ging aber für uns nicht, weil wir bei unserem Aufenthalt nur noch einen Montag für Baden-Baden übrig hatten. Und am Battert sind wir auch nicht gewandert oder auf den auf Bild 1 zu sehenden Merkur hinauf. Der Berg hat seinen Namen wegen eines auf dem Gipfel gefundenen römischen Votivsteins bekommen. Wir haben diese Programmpunkte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und sind eher normaltouristisch von der Trinkhalle über die Spielbank in die Parkanlage an der Lichtentaler Allee geschlendert und dann erst in Richtung Soldatenbäder eingebogen (Bild 2). Der Eintritt kostete 2,50 Euro pro Person. Es ist auf kleinem Raum relativ viel Erhaltenes zu sehen. Ein Video gibt ergänzende Erläuterungen. Fotografieren darf man dort nicht, und das Video habe ich nicht im Internet gefunden. Die Kaiserbäder/Kaiserthermen liegen deutlich höher als die Soldatenbäder, aber nur wenig entfernt. Von ihnen sind heute nur die erwähnten Grundrissmarkierungen neben der Stiftskirche zu sehen (Bild 3 + 4).

Römische Badruinen unter dem Baden-Badener Friedrichsbad

Noch ein paar Links zu anderen Themen: Morgen findet in Riedenburg die Veranstaltung „'Mystische Zeitreise' – Fackelwanderung von den Burggrafen zu den Kelten“ statt. In Stephans Gröschlers Kraftvollen Orten gibt es Bilder von früheren Veranstaltungen und den Link zum Langtext bei der Stadt Riedenburg.

Kaiserthermen neben der Baden-Badener Stiftskirche

Zwei Blogs von Torwen, die ich erst jetzt über das Egogoogeln entdeckt habe. In „Querbeet durch die Archäologie“ sind Bilder von japanischen Flammentöpfen zu sehen. Und im ersten Monat von „Torwen's Blog“ gab es 2006 einen Bericht von einer Ausstellung in Mannheim, von der ich in den unaufmerksameren Jahren vor meinem Blogstart garnichts mitbekommen habe.

Zu einem im Mai bei Youtube hochgeladenen Video von Marc Azéma, das mittlerweile über 368000 Zugriffe hat. Es geht um die Idee, daß die sich teilweise überlagernden Umrisse in prähistorischen Höhlenzeichnungen im Fackellicht zu animierten Bildern werden. Mehr dazu in „Was European Cave Art the Earliest Form of Cinema?“, „Bewegtbild ist ein 30.000 Jahre altes Medium“ und „Komm, wir gehn ins Steinzeitkino“.

Kaiserthermen neben der Baden-Badener Stiftskirche

Abschließend das Video „Mystische Orte – Auf den Spuren der drei Bethen“. In dem professionell gemachten Video - am besten gleich auf Vollbild klicken - stellt Christopher Weidner meine letztjährigen Ziele Karlsberg, das Grab der Seherin, die Mühltal- oder Bethenquelle und die Petersbrunner Kapelle vor.

Montag, 24. Oktober 2011

Grab der Seherin

Zum Grabhügelfeld mit dem „Grab der Seherin“ geht es die im ersten Bild des letzten Blog-Eintrags gezeigte Abzweigung von der Straße Gauting - Starnberg hoch zum stillgelegten Bahnhof Mühltal. Die Asphaltstraße unterquert da oben die Bahnlinie, und direkt nach der Unterquerung biegt man rechts in einen Schotterweg zum Grabhügelfeld ein, während die Asphaltstraße eine Linksbiegung macht und sich dann in die Richtungen Gut Rieden und Hanfeld teilt.

Der in den Wald ansteigende Schotterweg verläuft zunächst parallel zur Bahnstrecke und macht dann eine 90°-Linksbiegung. Zum „Grab der Seherin“ muß man kurz darauf in einen Weg nach rechts einbiegen, die 90° sind wieder korrigiert und man ist so in etwa wieder parallel mit der Bahnstrecke, die jetzt ein wenig weiter rechts entfernt verläuft. Auf diesem Weg kommt man an einem umzäunten Gelände vorbei, via Google Maps ist es als Freifläche im Wald erkennbar. Dann sieht man links und rechts neben dem Weg Grabhügel, den großen Grabhügel in Bild 1 - 3 gleich links nach dem Zaun. Wenn man den Weg weitergeht - es geht jetzt schon wieder abwärts - gelangt man zu einer Weggabelung. Vor dieser Gabelung muß man zum „Grab der Seherin“ rechts in den Wald hinein. Vom Weg ist schon der ausgetretene Fußpfad und die Dekoration zu sehen, das Grab ist also kaum zu verfehlen. Zudem könnte man sich noch an der sehr nah vorbeiführenden Bahnlinie orientieren - in Bild 8 sind links oben waagrechte Drähte zu erkennen, das sind die Stromleitungen. Wenn es im Bild rechts oben nicht so hell wäre, könnte man da die Drähte vermutlich auch sehen.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Man sollte sich das alles noch im BayernViewer-Denkmal ansehen (Verwendungshinweise gibt es im Blog-Eintrag BayernViewer-denkmal und GPS). Der Hügelgräberfriedhof ist dort zwar nur eine rot eingefärbte Fläche mit der Angabe „Grabhügel der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“, Denkmalnummer D-1-7934-0273, aber man sieht in etwa die Ausdehnung. Vor allem ist bemerkenswert, daß man schon nach der Unterquerung der Bahnlinie auf eine ehemalige Römerstraße stößt, und daß man dieser Strecke auf dem Parallelweg zur Bahnlinie folgt. Wobei die weiteren Markierungen der Straße dann eher verwirrend wirken. Wie dem auch ist, irgendwo da verlief die Römerstraße. Der Text im BayernViewer-Denkmal ist „Straße der römischen Kaiserzeit, Teilstück der Trasse Gauting-Kempten“, die Nummern sind D-1-7934-0146 und D-1-7934-0147.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Die Mulden oben in den Hügeln gehen vermutlich auf Dr. Julius Naue zurück, der hier im 19. Jahrhundert als Ausgräber tätig war. Es gibt Beschreibungen seiner Ausgrabungen, die sind zum Teil in seinem Buch Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee. Geöffnet, untersucht und beschrieben von Dr. Julius Naue. zu finden, das man bei archive.org als pdf-Datei herunterladen kann. Dort sind aber nach Titel, Karte und Durchblättern nur Ausgrabungen andernorts beschrieben. Vielleicht ist die Beschreibung der Ausgrabung dieses Hügelgräberfeld in seinem Buch „Die Bronzezeit in Oberbayern“ enthalten.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Hinsichtlich der „Seherin“ scheint der Grabungsbericht von Dr. Julius Naue die einzige noch vorhandene archäologische Basis zu sein. Von Julius Naue muß es zwei Zeichnungen geben, die ich glaube einmal als durchgereichte Kopien gesehen zu haben. Die eine Zeichnung zeigte glaube ich Skelett, erhaltene Metallteile der Kleidung und erhaltene Beigaben in der Fundsituation. Zudem gab es wohl eine Rekonstruktionszeichnung, die man sich Dank Itzá hier im Flower of Life Forum ansehen kann. Nach meiner sicher nicht fotografischen Erinnerung gab es eine rockartig aufgespreizte, getrennte Anordnung von Metallstreifen in der Fundzeichnung, die in der Rekonstruktionszeichnung unten dicht aneinander an dem Kleidungsstück befestigt sind.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Die damaligen Funde sollen heute nicht mehr verfügbar sein. Nach einer gehörten Version sind die Funde in Berlin, nach einer anderen sind sie in der Archäologischen Staatssammlung ausgebombt worden. Eine Dame im Hörteil des im Blog-Eintrag über die Mühltal- oder Bethenquelle verlinkten BR-Online-Beitrages brachte das zusammen: nach Berlin zur Untersuchung gebracht und dort im Bombenhagel verschwunden.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Itzá zitiert aus einer nicht mehr zugreifbaren pdf-Datei einen „vierspeichiger Bronzeradschmuck oder Bronzering mit Mittelkreuz“ unter der „rechten Handfläche der Seherin“, der nicht nur bei ihr Anlaß zu weiter reichenden Interpretationen gibt. Dr. Julius Naue stellt in dem herunterladbaren Buch „Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee“ auf Seite 189ff. dagegen „bronzene Kopfringe“ in den Vordergrund: „In besonderen Ehren scheinen die Frauen gestanden zu sein; da über ihren Grabstätten häufig hohe Grabhügel errichtet wurden; auch bevorzugte Stellen und Würden müssen ihnen geworden sein, da wir jene bronzenen Kopfringe, die sicher als Würdenabzeichen aufzufassen sind, nur bei weiblichen Skeletten, oder mit anderen weiblichen Schmuckstücken in Brandgräbern gefunden haben.“ Und jemand, der mir erzählt hat, daß die Bethenquelle genau in der Mitte zwischen dem Grab der Seherin, dem Karlsberg und St. Alto in Leutstetten liegt, hat mir erzählt, daß die nördliche Lage des Hügelgrabes im Gräberfeld allein schon die besondere Stellung des Grabes ausweisen würde, weil der Norden früher immer eine besondere Bedeutung gehabt hat.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Nach meinem Stand ist es ein bronzezeitliches Grab, da paßt ja dann auch der oben genannte Schmuck dazu. Sicher bin ich mir nicht - mein vorliegender Text hat eine umfangreiche Literaturliste ohne Julius Naue, der Autor hat also vermutlich nur bei jemand abgeschrieben, der vielleicht das Orginal gelesen hat. Das wäre also eine Supergelegenheit für BayernViewer-denkmal um statt „Grabhügel der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“ Stärke zu zeigen und das große Interesse zu nutzen, um den Leuten etwas über den Unterschied zwischen Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit und deren Grabsitten beizubringen.

„Grab der Seherin“ im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Das Interesse konzentriert sich im Hügelgräberfeld vor allem auf das Grab der Seherin, wenngleich ich es dort eher nicht so schön finde. Die Erde des Hügels ist um die Mulde herum schon ziemlich gleichmäßig festgetreten. Die Mulde wirkt etwas muffelig feucht, nicht so beeindruckend wie die Mulde des Grabes oben in den ersten drei Bildern und nicht so kuschelig wie die Mulde des letzten Grabes in diesem Blog-Eintrag. Zudem bricht in ein eventuelles Versinken in andere Welten gleich wieder eine vorbeifahrende Bahn hinein. Ich hätte trotzdem gedacht, daß sich das Interesse hauptsächlich auf dieses Grab bezieht und die anderen Gräber ziemlich nichts abbekommen, aber Nusas Beobachtung, die er im Blog von Massive Squad beschrieben hat, ist eine andere.

„Grab der Seherin“ im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Anzumerken wäre noch, daß wir neben Hügelgrabintressenten auf der Strecke entlang des „Grabes der Seherin“ auch „normale“ Radfahrer und Spaziergänger gesehen haben. Also zum einen ist vermutlich eine passable Verbindung westlich der Bahnlinie in nördliche Richtung gegeben - ich bin ja immer von Osten aus dem Mühltal hochgekommen. Zum anderen ist der „Unheimlichkeitsfaktor“ hier vielleicht nicht so hoch wie bei dem unübersichtlicheren Karlsberg.

Die Bahnlinie soll extra wegen den Hügelgräben eine Kurve machen, hatte ich auch schon gehört. Anderseits orientiert sich die Bahnlinie m.A. nach so viel besser an den Höhenlinien, als wenn sie durch das aktuell im BayernViewer-denkmal ausgezeichnete Hügelgräberfeld führen würde. So oder so können Hügelgräber über die Zeit hinweg verloren gegangen sein, die Einfärbung im BayernViewer geht ja nördlich auch ein Stück über das „Grab der Seherin“ hinaus. Anregender als Lageüberlegungen zu einem bestimmten Grab ist vielleicht die Frage nach der zugehörigen Siedlung. Julius Naue vermutete auf S. 188 die Niederlassungen der vorgeschichtlichen Bewohner in unmittelbaren Nähe der Grabhügel.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Karlsberg mit Karlsburgresten

Im ersten Bild geht es vorne links neben dem gelben Schild auf den Karlsberg. Zum Karlsberg und zur Karlsburg gibt es einen längeren Artikel in der Wikipedia. Die kürzeren Texte, die ich zur Karlsburg habe, weichen untereinander und gegenüber der Wikipedia in Einzelheiten etwas voneinander ab. Gemeinsam scheint aber zu sein, daß Karl der Große hier sehr wahrscheinlich nicht geboren wurde, daß sicher eine größere mittelalterliche Burg existiert hat, und daß Steine der Burg später für das Schloss Leutstetten verwendet wurden.

Bild 1: Aufstieg auf den Karlsberg

Vorgeschichtliche Hinterlassenschaften wurden gefunden. Aber etwas Größeres, also etwa ein herrschaftlicher Sitz zeitgleich mit den nahen vorzeitlichen Hügelgräbern auf der anderen Seite der Würm, ist reine Spekulation. Wenn man hochkommt sieht man auch, daß die Fläche für die mittelalterlichen Befestigungen vermutlich komplett überarbeitet wurde.

Bild 2: Aufstieg auf den Karlsberg

Es geht an der genannten Stelle in Bild 1 erst ein kurzes Stück relativ steil den Hang hoch. Wenn das Rad schiebend wieder einigermaßen in die Horizontale bekommt, ist man nahe an der Kameraposition in Bild 2. Hier habe ich die paar Mal, die ich hier war, immer mein Fahrrad stehen lassen. Links ist der Pfad, auf dem ich hochgekommen bin, und rechts geht es auf dem Pfad ohne besondere Anstrengung auf den Karlsberg weiter. Man befindet sich zunächst an der Seite der Vorwälle auf Höhe der Grabensohlen, Bild 3 zeigt einen Blick vom Pfad in den rechts davon liegenden letzten Graben vor der ehemaligen Burganlage.

Der Pfad führt an der Südseite des Karlsbergs und der ehemaligen Karlsburg entlang weiter nach oben, so daß man fast auf der den Wällen gegenüberliegenden Seite die Hochfläche erreicht. Bild 4 zeigt diesen flachen Bereich. Vermutlich wird man diesen Geländesporn oben komplett für die Burg aufbereitet haben, und auf der gefährdeten Seite des Sporns in Richtung Osten ist alles Wall oder Graben. Also wo sollte man vorgeschichtliche Spuren nachweisen? Vielleicht die Wälle untersuchen, um oben Abgeräumtes zu finden?

Bild 3: Letzter Graben vor der ehemaligen Karlsburg

Als ich die Fotos Anfang Oktober gemacht habe, war es auf der Fläche oben kaum windig. Eine ruhige Stimmung, warm, sonnig, und ab und zu kam ein trockenes Buchenblatt heruntergeflittert. Lauter war es an der Kante in Bild 5. Unten liegt das Forsthaus Mühltal und die Autostraße, die Kamera hat den Helligkeitsunterschied zum mit dem Auge erkennbaren Haus aber nicht gepackt.

Bild 4: Gelände der ehemaligen Karlsburg auf dem Karlsberg

Ich war etwa eine halbe Stunde oben und habe in der Zeit nicht versucht, irgendwelche Stellen der mittelalterlichen Burganlage zuzuordnen. Also ob das Loch in Bild 6 einen bestimmten Ort anzeigt, dem man archäologisch beikommen wollte, oder ob jemand wegen seiner Sehnsucht nach den drei Burgfräulein auf's Geratewohl gegraben hat. Auffällig ist auch die vertiefte Fläche auf der östlichen Seite in Bild 7 ist, oberhalb des ersten Grabens. Hatte die etwas mit der Burg zu tun oder nur mit dem späteren Abgraben von Material? Die entsprechenden Fans können da oben Stunden zubringen, um einen Überblick über die Wallanlagen und noch sichtbare Reste der Burg zu bekommen. Da wäre vielleicht eine Anfahrt mit dem Auto empfehlenswert, für das mir gleich vier Parkmöglichkeiten einfallen.

Man könnte am Aufnahmeort des ersten Bildes an der Straße parken, so wie es die Autofahrer unter den Wasserholern an der Mühltal- oder Bethenquelle tun. Die Straße ist nämlich die im letzten Blog-Eintrag erwähnte Abzweigung in Richtung „GOLF Gut Rieden“, vorne links geht es nach Gauting, vorne rechts führt die Straße nach Leutstetten und Starnberg weiter.

Bild 5: Blick vom Gelände der ehemaligen Karlsburg hinunter zum Forsthaus Mühltal

Der Fuß- und Radweg in Richtung Gauting führt zunächst links an der Straße entlang, dann geht es rüber zum Forsthaus Mühltal auf der rechten Seite der Straße, dort in den Wald und wie in einem Knick ein gutes Stück den Karlsberg hoch und dann wieder herunter nach Gauting. Wenn man stattdessen weiter hoch geht, müßte man von dort auch schnell auf den Karlsberg kommen. Man könnte die Tour also auch mit einem Besuch des Forsthauses Mühltal verbinden. Ich habe diese Strecke nach oben aber nie ausprobiert. Der erstgenannte Weg vorne im Bild 1 den Hang hoch wird dagegen offensichtlich viel begangen. Er ist aber in Gegenrichtung mit dem Fahrrad selbst zu Fuß ziemlich ungünstig, weil es unten kaum Auslauf gibt und die Autofahrer keinen aus dem Wald schlitternden Radler erwarten.

Bild 6: Gelände der ehemaligen Karlsburg auf dem Karlsberg

Wenn man wie beschrieben den Hang in Bild 1 hoch und nach der Karlsberg-Besichtigung genau diesen Pfad weiter geht, kommt man zunächst an den restlichen Vorwällen vorbei, danach wieder aus dem Wald und stößt auf eine Feldweg-Gabelung. Rechts geht es eine Kuppe hoch. Von der aus kann man ein Alpenpanorama sehen, wenn man Glück, und eine Ecke Starnberger See, wenn man ein Fernglas oder ein Zoom-Objektiv dabei hat (Bild 8). Nach der Kuppe geht es wieder nach unten, der Weg führt direkt hinter die Schlossgaststätte Leutstetten (Parkmöglichkeit 3).

Nimmt man an der Gabelung den Weg nach links und nicht den Weg hoch zur Kuppe, kommt man auf dem Feldweg bis zu der Autostraße, die aus Leutstetten in Richtung Osten hochführt. Und zwar, wichtig für Radfahrer, die mit ihren Kräften haushalten müssen, bis kurz vor das Ende des Anstiegs. Dort befinden sich auch Parkmöglichkeiten, man könnte von da entweder den Feldweg oder den Wald entlang zum Karlsberg laufen.

Bild 7: Gelände der ehemaligen Karlsburg auf dem Karlsberg

Zur Orientierung im Blog noch einmal das Bild 1: rechts vom Aufnahmeort geht es wie gesagt zur Mühltal- oder Bethenquelle. Dieser Weg ist wäre auch der Rad- und Fußweg, auf dem es nach Petersbrunn, zu St. Alto Leutstetten und zur Villa rustica Leutstetten weiter geht, außer man nimmt nach Leutstetten den Weg über den Karlsberg. Nach hinten führt die Straße hoch zum stillgelegten S-Bahnhof Mühltal, dort soll der Hügelgräberfriedhof mit dem „Grab der Seherin“ die nächste Station im Blog werden, danach geht es vorne im Bild links nach Gauting weiter.

Bild 8: Blick von oberhalb Leutstetten Richtung Starnberger See und Alpen

Zum letzten Blog-Eintrag bitte ich den Kommentar von Marcellina zu beachten, es geht um „einem der interessantesten Grabungsplätze Tirols“, den Goldbichl, bei dem in der Nähe eines Brandopferplatzes ein vermutliches Frauengrab gefunden wurde. „Vermutlich“ wohl wegen den wenigen gefundenen Knochenreste, und „Frauengrab“ wegen einem absichtlich zerbrochenen Webgewicht aus Stein. Die Website informiert über die archäologische Erforschung und gibt touristische Hinweise.

Marcellina hat auch Petersbrunn, St. Alto und die Villa rustica Leutstetten besucht und einiges in ihrem Blog-Eintrag Pagans In Bavaria: Leutstetten drin, was ich ausgelassen habe, sowohl im Text als auch bei den Bildern, insbesonders hat sie ein schönes großes Bild von Ainpet, Gberpet und Firpet. Passend zum Bethen-Thema gibt es auch einen aktuellen Beitrag in Archäologie Online über ein Heiligtum für die „sogenannten Matronae Vacallinehae“ auf einer Anhöhe im Nöthener Wald. Ob das jetzt den Karlsberg als Ort einer vorzeitlichen Drei-Göttinnen-Verehrung besser in's Spiel bringt? Anderseits, einen Brunnen gab es in der Anlage im Nöthener Wald auch...

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Die Mühltal- oder Bethenquelle

Nach dem Abstecher zum Münchner Marathon geht es in diesem Blog-Eintrag wieder an die Würm. Die letzte Station entlang der Würm war Petersbrunn. Wer die Reihenfolge im Blog einhalten will, der muß um zur Mühltal- oder Bethenquelle zu kommen von der Petersbrunner Kapelle den Weg wieder zurück zu der Brücke, über die man von der vorletzten Station St. Alto Leutstetten gekommen ist. Man überquert die Brücke aber nicht wieder, sondern biegt kurz vor der Brücke nach links in den Waldweg ein.

Mühltal- oder Bethenquelle

Die Quelle auf den Fotos wird teilweise als Mühltalquelle bezeichnet, ich habe sie als Bethenquelle kennengelernt. Der Name Mühltal kommt von den Mühlen, die es hier gegeben hat. Im Mühltal fließt die Würm. In sie mündet das Wasser der Mühltalquelle wenige Meter nachdem sie dem Hang entsprungen ist. „Bethenquelle“ kommt von den drei Bethen (oder Beten, je nach Schreibweise) in der Kirche St. Alto Leutstetten. Man findet den Namen auch in der Variante „Drei-Bethen-Quelle“ im Netz. Quellen gibt es hier übrigens häufig - ich habe auf dem kurzen Waldweg oberhalb der Würm hin zu dieser Quelle zwei weitere Quellen mit geringerer Schüttung gesehen, und ich vermute das Haus das am weiteren Verlauf des Waldweges liegt dürfte ein ewiges Wasserproblem haben.

Dieses und ein weiteres Haus am Weg, bis man wieder auf die asphaltierte Straße trifft, haben eine eigene Aktennummer im BayernViewer-denkmal (D-1-88-139-92 das Haus vorne an der Asphaltstraße, D-1-88-139-91 das näher bei der Quelle liegende Haus, beide mit Fotos). Man kann also wie beschrieben mit „Suche Denkmal“ auskundschaften, wo der Weg liegt, wenn man aus Richtung Gauting kommt. Oder man verzichtet auf den BayernViewer und achtet von dort aus einfach auf eine Abzweigung nach rechts mit einem Schild „GOLF Gut Rieden“. Dort über die Würmbrücke und dann gleich links hinunter auf den geschotterten Weg.

Mühltal- oder Bethenquelle

In einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks unter dem Titel die „Die Wasserquelle im Mühltal bei Starnberg“ wurde das an mehreren Stellen zutage tretende Wasser wie folgt erklärt: „Regenwasser, das sich auf der ersten Schicht feinen Sandes im Boden gesammelt hat: Dem Flinz. Die tiefe Schlucht der Würm hat sich durch den Moränenhügel gegraben, und wo sie den Flinz berührt, quillt das Wasser heraus.“ Bei Radtouren habe ich hier vom Quellwasser getrunken und meinen Vorrat für die Rückfahrt aufgefrischt. 2014 wurde aber vor dem Wasser durch Warnschilder gewarnt, siehe der Kommentar vom 1.10.2014. Ich habe daraufhin diesem Abschnitt auch eine Warnung hinzugefügt. Mittlerweile gibt es zu dem Thema das BR-Video „Umstrittenes Wasser“. Und da der ursprüngliche BR-Beitrag „Die Wasserquelle im Mühltal bei Starnberg“ schon lange nicht mehr zugreifbar war, habe ich den ganzen Abschnitt umgeschrieben (mehr dazu in Sacred Objects vom 26.2.2015). Ich denke, da es um die Volkserziehung geht, wird uns das Video länger erhalten bleiben. Die BR-Website mit dem Einführungtext, dem ich die Flinz-Information entnommen habe, sowie einem nachhörbaren halbstündigen Hörbeitrag über die Quelle, bleibt hingegen verschwunden. Ich hatte einen Stand von 7.06.2011 verlinkt. Am 1.09.2012 gab es noch einmal eine halbstündige BR-Weitwinkel-Sendung unter dem Titel, vermutlich eine Wiederholung. So, jetzt wieder weiter mit dem alten Text von 2011:

Bethenquelle passt historisch nicht so recht, als Quellheiligtum hätte Petersbrunn die älteren Rechte. Nur kommt man dort nicht mehr an das Wasser heran. Aber es wäre vielleicht auch vorstellbar, daß der ursprüngliche Kult auf dem Karlsberg stattgefunden hat, wenn es die vorzeitlichen Vorgängerinnen der drei Beten wirklich gab und die bis in die Form der drei unbekannten Heiligen durchgereicht wurden. Außerdem erwähnt Martin Bernstein in seinem zitierten Buch vermutete „vorchristliche Kultplätze“ im „nahegelegenen Wildmoos“, also auch so ein Umfeld der ursprünglichen Verehrung wäre statt einer aus dem Berg kommenden Quelle denkbar.

Mühltal- oder Bethenquelle

Zu ergänzen wäre, daß auch eine Verbindung von den unbekannten Heiligen in St. Alto zu einem Frauengrab („Grab der Seherin“) im nahen Hügelgräberfeld beim stillgelegten S-Bahnhof Mühltal gezogen wird. Demnach wäre die dort gefunden Tote eine der drei Beten gewesen. Wobei ich keinen Schimmer habe, in welchem Umfang diese einzelnen Vorstellungen von den Quell- und Hügelgrabbesuchern geteilt werden. Persönlich würde ich eine Version mit den Beten als gebannte Burgfräulein unter der ehemaligen Karlsburg bevorzugen, die dort auf den tapferen Jüngling warten, der sie erlöst. Gerne mit Gedankenleser-Fähigkeiten, damit es ihnen nicht langweilig wird. Und einer Gedankenleser-Suchmaschine, mit der sie herauskriegen können, wer gerade an sie denkt. Und die so mitlesen können, was ich von ihnen geschrieben habe.

Sonntag, 10. April 2011

Keltenschanze Buchendorf

Gestern sind wir wieder bei der Keltenschanze Buchendorf vorbei geradelt. Wir haben uns gefreut, daß wir unseren Radius ein paar Kilometer weiter ausdehnen konnten - unsere längste Radtour in diesem Jahr. Aber jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, denn nach zwei Jahren Blog ist meine Keltenschanzen-Abdeckung im Münchner Raum miserabel. Und nun schon wieder die Keltenschanze Buchendorf.

Keltenschanze Buchendorf von Südosten

Auf eine mögliche Abhilfe gegen diese fehlende Vielfalt gehe ich im nächsten Blog-Eintrag ein. Hier will ich stattdessen zu den Vorteilen einer mehrfachen Überdeckung etwas zitieren, was bei mir so ungefähr von einem Vortrag von Arwed Vogel (Schriftsteller und Dozent für literarisches Schreiben, hier seine literarische Verarbeitung eines bronzezeitlichen Prügelwegs) im Gasteig hängengeblieben ist: es ging speziell um Romane und die Frage, ob überhaupt noch welche geschrieben werden sollten, wenn es doch schon so viele davon gibt. Arwed Vogel meinte auf jeden Fall, denn die Sprache verändert sich und muß immer wieder neu erprobt werden.

Informationstafel Keltenschanze Buchendorf

Westseite Keltenschanze Buchendorf mit dem früheren Durchgang (Panorama aus zwei Fotos)

Das trifft sicher zu. Wenn man die Fotografie auch als Sprachmittel ansieht, hat man schon gute Beispiele: die kleinen Bilder, die früher wegen den Datenübertragungskosten für den gemieteten Webspace eingestellt wurden, sind großen Bildern gewichen, weil die Kosten auf nichts oder relativ wenig gesunken sind. Oder man denke an die Fälle, wo neue Kameras ausprobiert werden müssen. Oder an das Erstellen von Panoramen aus mehreren Fotografien. Und morgen wird es unterschiedliche Versuche mit 3d-Fotos geben. Und wer die Keltenschanze kennt, will vielleicht einfach nur wissen wie sie aktuell aussieht. Oder die Keltenschanze als Vorlage für ein Stimmungsbild, Keltenschanze im Gewitter oder so.

Südwestecke Keltenschanze Buchendorf mit Zugang aus neuerer Zeit

Panoramabild aus drei Fotos aus der Südwestecke der Keltenschanze Buchendorf

Panoramabild aus drei Fotos aus der Südostecke der Keltenschanze Buchendorf

In unserem Fall waren ohne Stativ aufgenommene Fotos die Grundlage für die Panoramabilder. Nachdem unsere Radtour so ambitioniert war, wollte ich nicht noch das Stativ auf den Rücken hängen. Die Software hat das überraschend gut verdaut. Nur im Falle der nach Norden niedriger werdenden Keltenschanze im dritten Bild habe ich jetzt gerätselt, ob die Keltenschanze wirklich niedriger wird. Also Stativ und aufgesetzte Wasserwaage wären schon die bessere Lösung. Kommt dann mal bei einem anderen Besuch...

Panoramabild aus fünf Fotos aus der Mitte der Ostseite der Keltenschanze Buchendorf

Panoramabild aus zwei Fotos aus der Nordostecke der Keltenschanze Buchendorf

Über die Keltenschanze Buchendorf und ihre Lage an der heute „Via Julia“ genannten ehemaligen Römerstraße habe ich vor fast zwei Jahren im Blog-Eintrag Buchendorf am Vatertag geschrieben, im November 2009 über die Hügelgräber und die „Siedlung unbekannter Zeitstellung“ zwischen Keltenschanze und Forsthaus Kasten im Blog-Eintrag Von Forsthaus Kasten nach Buchendorf. Hier der Link zu Google-Maps mit der Sicht von oben. Die im Vatertags-Blogeintrag erwähnte Informationstafel mit veralteten Informationen gibt es noch immer, ausführlich gehe ich darauf im Blog-Eintrag Die Viereckschanze 2 von Holzhausen ein. Der Begriff „Keltenschanze“ und „keltische Viereckschanze“ hat bei diesen Keltenschanzen dieselbe Bedeutung.

Panoramabild aus drei Fotos aus der Nordwestecke der Keltenschanze Buchendorf

Die Seiten der Keltenschanze sind nicht exakt nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Ginge auch nicht, weil die Keltenschanze nach Luftbild ein gleichschenkliges Trapez bildet. Aber mit wenig Unterschied zwischen den beiden parallelen Seiten. Die parallelen Seiten sind etwas gegen den Uhrzeigersinn aus der Nord-Süd-Richtung gedreht. Ich verwende jetzt trotzdem die Begriffe Westseite, Südostecke usw. Die breite Seite in diesem leichten Trapez ist die Westseite, in deren Mitte sich nach der Infotafel das Eingangstor befunden hat. Der Durchbruch durch die Südwestecke im vierten Bild stammt aus neuerer Zeit.

Freitag, 22. Mai 2009

Buchendorf am Vatertag

Überraschend belebt war gestern bei Buchendorf die ehemalige aus Iuvavum, dem heutigen Salzburg, kommende römische Fernstraße, die über Bratanium, das mit dem heutigen Gauting identifiziert wird, weiter in Richtung Augusta Vindelicum (Augsburg) führte.



Die Zahl der Radfahrer auf dem heutigen Feldweg von Buchendorf nach Gauting überstieg deutlich diejenige der Autos, die hinter uns auf der Asphaltstraße nach Buchendorf einfuhren. Hier der Link zu Google Maps, wo unser Standort am Ortseingang an der Neurieder Straße und die Keltenschanze zu sehen ist.

Der Strom der Radfahrer teilte sich am Standort. Bei den meisten führte die Strecke in nördliche Richtung weiter, entweder gleich auf der Asphaltstraße vom Ort weg oder erst noch auf der Straße „Zur Keltenschanze“ ein Stück nach Osten und dann in den Feldweg nach Norden. Dort liegt sehr nahe der Biergarten vom Forsthaus Kasten und ein Stück weiter Neuried.

Ein kleinerer Teil folgte dem weiteren Verlauf der heute „Via Julia“ genannten früheren Römerstraße, die von Buchendorf erst kurz in Richtung Süden und dann nach Osten in den Forstenrieder Park führt. Bei Google Maps sieht man diese Strecke als Feldweg Richtung Süden, der von der Straße zum alleinstehenden Gebäude rechts unten im Bild nach rechts abknickt. Die Radfahrer sind normalerweise an dieser Stelle in eine Ortsdurchfahrung und von da wieder auf den Feldweg Richtung Gauting eingebogen, so daß die Keltenschanze Buchendorf nur wenige Besucher abbekam.



Aber eigentlich hat die römische Straße früher direkt an der Keltenschanze vorbeigeführt. Das wäre also vom obigen Standort am Ortseingang von Buchendorf nach Osten in die Straße „Zur Keltenschanze“ hinein, dort den Weg geradeaus etwas hoch zur Keltenschanze und dann an ihr vorbei Richtung Süden, die ursprüngliche Strecke ist hier noch anhand der Feldgrenzen sichtbar.



Keltenschanzen haben immer vier Ecken und werden deshalb auch Viereckschanzen genannt. Wie man am Google-Maps-Bild sieht, wäre die Viereckschanze von Buchendorf sogar eine Trapezschanze. Zum (hoffe ich doch) aktuellen Forschungsstand welchem Zweck die Keltenschanzen seinerzeit dienten siehe die Wikipedia. Die Informationstafeln an den Keltenschanzen im Münchner Raum beschreiben einen überholten Stand auf Basis ein halbes Jahrhundert alter Untersuchungen an einer Schanze bei Holzhausen.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Vergangenheitsausflug via Volkshochschule

Die Suchfunktion der Münchner Volkshochschule auf www.mvhs.de ist für mich fast wie der Kaffeeautomat in „Kottan ermittelt“. Tausendmal habe ich in die „Schnellsuche“ einen Suchtext eingetippt und dann die Return-Taste berührt. Passiert ist nichts. Ich hätte statt die Return-Taste zu berühren das „Suche starten“-Feld anklicken müssen. Bei der „Volltextsuche“ erinnere ich mich an das Anklicken und vergesse das notwendige Häkchen. Und am letzten Montagmorgen, dem Programmveröffentlichungs- und Anmeldestarttag für das Sommersemester, habe ich es nicht einmal geschafft einen Dozentennamen via „Schnellsuche“ zu finden. Abends zu zweit ging das. Trotzdem glaube ich noch nicht, daß die Suchfunktion wie der Kottan'sche Kaffeeautomat personalisiert ist, sondern an irgendwelche erst zum Abend hin datenbanktechnisch gegrabene Startlöcher.

Gesucht habe ich am Montagmorgen den Namen „Becker“. Dr. Frank Stefan Becker war der freundliche, engagierte und kompetente Dozent des letzten Vortrages in der VHS, den wir uns angehört haben: „2000 Jahre Rom — Aufstieg, Fall und Renaissance“. Gefunden — wie gesagt vermutlich eine datenbanktechnische Unpässlichkeit — habe ich beim Suchwort „Becker“ nur einen Vortrag über Frau Modersohn-Becker. Mittlerweile funktioniert die Suche und liefert 26 Treffer — neben Frau Modersohn-Becker im Kurstitel auch verschiedene Dozenten Becker. Suche ich mit „Frank Becker“, wird die Suche perfekt. Montagmorgen habe ich auch mal statt „Becker“ „Römer“ eingegeben. Das ergibt jetzt über 150 Treffer wegen den Veranstaltungsorten im Bürgerhaus Römerschanz und in der Römerstraße, es gibt sogar eine Frau Römer. Habe ich ein Glück, daß der Herr Becker nicht Herr Bäcker heißt. Bei der Suche nach „Bäcker“ gibt es über 350 Treffer wegen dem Veranstaltungsort Bäckerstraße. Später entdeckt: „Bäcker“ in Hochkomma angeben reduziert die Menge auf einen alleinstehenden Bäcker.

Jedenfalls, wenn solche Hürden überwunden sind, wird alles höchstwahrscheinlich gut: sehr interessante Kurse, man kann sich online anmelden und die zu meinem Blog passenden Kurse sind oft nicht so heiß begehrt. Manchmal kann man noch bis vor dem Kurstermin und sogar noch vor Ort eine Karte erwerben. Bei wenig begehrten Kursen sollte man aber bei der Anmeldung eine Telefonnummer hinterlassen, dann wird man noch relativ kurzfristig vor dem Kurs über eine Absage benachrichtigt. Und das Beste bei der Volkshochschule: Man muß keine Studienarbeiten schreiben und wird auch nicht benotet.

Ich gebe mal einige Kurstitel und einen Themenbereich zur Weitersuche vor — wer nachsucht wird sicher mehr als ich finden! Die Suche im Text zur Veranstaltung funktioniert gerade (bei mir) nicht. Also trotz Volltext-Versprechen bringt z.B. „Keltenschanze“ „0 Treffer“, obwohl die „Keltenschanze Buchendorf“ im Text zu den Radtouren „Tritt für Tritt entlang der alten Römerstraße“ und „Auf den Spuren der Kelten und Römer im Würmtal“ vorkommt und „Keltenschanzen“ zweimal im Text zur Wanderung „Die Aubinger Lohe und ihre Sagen“. Weitere interessante Kurstitel wären „Nebel, Sümpfe, schreckliche Wälder — Rom in Germanien“ und das schon erwähnte, aber von zwei auf einen Abend verkürzte „2000 Jahre Rom — Aufstieg, Fall und Renaissance“. Weiter „Das Aristotelisch-Ptolemäische Weltbild der Antike“, „Einführung in das philosophische Denken der Antike — Denken als Lebensform und Lebenskunst“, „Hades, Elysium und Seelenwanderung — Das Jenseits in der griechischen Antike“, „Auf den Spuren der Antike in der Westtürkei“, „Literarische Klassiker: Ovid — Metamorphosen“, „Die Villa rustica bei Leutstetten“. Sehr ergiebig der Bereich „Kunst und Kultur in Europa“, zu dem man sich im Gesamtprogramm via „Kultur, Kunst, Kreativität“ und „Kunst- und Kulturgeschichte“ vorhangeln muß. Hier finden sich zwei Streifzüge „durch die Archäologie“, „Römisches Leben am Golf von Neapel“, „Glanz und Elend des Imperium Romanum“, „Zypern von der Jungsteinzeit bis zum Ausgang der Antike“ und „Römische Villen“.