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Dienstag, 30. Oktober 2012

Ein wenig zum römischen Baden-Baden

Baden-Baden hatte ich im letzten Eintrag im Zusammenhang mit dem sich bei Baden-Baden befindlichen Berg Battert erwähnt. Auf dem Berg wurden vorzeitliche Funde gemacht und ein keltisches Befestigungswerk entdeckt. Man kann in dieser Gegend demnach von einem regen keltischen Leben ausgehen, davon zeugen auch die Großgrabhügel beim nahen Hügelsheim.

In römischer Zeit wurde Baden-Baden wegen seiner Thermalquellen zu einem Badeort der Römer, was sich auch im Namen der Siedlung Aquae niederschlug - nach der Wikipedia wurden damals viele Städte mit Heilquellen Aquae genannt. Auf diese Zeit gehen die Soldaten-und Kaiserbäder in der Baden-Badener Altstadt zurück. Von den Soldatenbädern (oder je nach Quelle „Soldatenbad“, „Römische Badruine“) kann man einen gut erhaltenen Teil unter dem Friedrichsbad besichtigen, von den Kaiserbädern (oder Kaiserthermen) Umrisse neben der Stiftskirche. Die unterschiedlichen Bezeichnungen der Bäder haben den Hintergrund, daß die Kaiserbäder prachtvoller ausgestattet waren und der römische Kaiser Caracalla hier gewesen sein soll.

Baden-Badener Merkur

Von einem Besuch im Stadtmuseum Baden-Baden sollte man sich mehr Orientierung über die Geschichte Baden-Badens erhoffen. Das Stadtmuseum ging aber für uns nicht, weil wir bei unserem Aufenthalt nur noch einen Montag für Baden-Baden übrig hatten. Und am Battert sind wir auch nicht gewandert oder auf den auf Bild 1 zu sehenden Merkur hinauf. Der Berg hat seinen Namen wegen eines auf dem Gipfel gefundenen römischen Votivsteins bekommen. Wir haben diese Programmpunkte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und sind eher normaltouristisch von der Trinkhalle über die Spielbank in die Parkanlage an der Lichtentaler Allee geschlendert und dann erst in Richtung Soldatenbäder eingebogen (Bild 2). Der Eintritt kostete 2,50 Euro pro Person. Es ist auf kleinem Raum relativ viel Erhaltenes zu sehen. Ein Video gibt ergänzende Erläuterungen. Fotografieren darf man dort nicht, und das Video habe ich nicht im Internet gefunden. Die Kaiserbäder/Kaiserthermen liegen deutlich höher als die Soldatenbäder, aber nur wenig entfernt. Von ihnen sind heute nur die erwähnten Grundrissmarkierungen neben der Stiftskirche zu sehen (Bild 3 + 4).

Römische Badruinen unter dem Baden-Badener Friedrichsbad

Noch ein paar Links zu anderen Themen: Morgen findet in Riedenburg die Veranstaltung „'Mystische Zeitreise' – Fackelwanderung von den Burggrafen zu den Kelten“ statt. In Stephans Gröschlers Kraftvollen Orten gibt es Bilder von früheren Veranstaltungen und den Link zum Langtext bei der Stadt Riedenburg.

Kaiserthermen neben der Baden-Badener Stiftskirche

Zwei Blogs von Torwen, die ich erst jetzt über das Egogoogeln entdeckt habe. In „Querbeet durch die Archäologie“ sind Bilder von japanischen Flammentöpfen zu sehen. Und im ersten Monat von „Torwen's Blog“ gab es 2006 einen Bericht von einer Ausstellung in Mannheim, von der ich in den unaufmerksameren Jahren vor meinem Blogstart garnichts mitbekommen habe.

Zu einem im Mai bei Youtube hochgeladenen Video von Marc Azéma, das mittlerweile über 368000 Zugriffe hat. Es geht um die Idee, daß die sich teilweise überlagernden Umrisse in prähistorischen Höhlenzeichnungen im Fackellicht zu animierten Bildern werden. Mehr dazu in „Was European Cave Art the Earliest Form of Cinema?“, „Bewegtbild ist ein 30.000 Jahre altes Medium“ und „Komm, wir gehn ins Steinzeitkino“.

Kaiserthermen neben der Baden-Badener Stiftskirche

Abschließend das Video „Mystische Orte – Auf den Spuren der drei Bethen“. In dem professionell gemachten Video - am besten gleich auf Vollbild klicken - stellt Christopher Weidner meine letztjährigen Ziele Karlsberg, das Grab der Seherin, die Mühltal- oder Bethenquelle und die Petersbrunner Kapelle vor.

Sonntag, 18. Juli 2010

Kelten-Links

Zeit- und hitzebedingt ging es mit dem vorgesehenen eigenen Eintrag (Münchner Glyptothek) nicht voran und ich habe mich stattdessen in anderen Texten herumgetrieben. Nachdem sich so ein paar Kelten-Links angesammelt haben, schiebe ich die doch erst einmal hier ein.

In zwei der Links geht es um neue Dissertationen. Titel der Dissertation von Jürgen Hald ist „Die Eisenzeit im Oberen Gäu. Studien zur hallstatt- und latènezeitlichen Besiedlungsgeschichte.“ Der Artikel von Willibald Ruscheinski im Schwäbischen Tagblatt zeigt, wie in dieser Dissertation versucht wird, anhand der zahlreichen lokalen Funde die großen Veränderungen in der keltischen Geschichte nachzuvollziehen.

Räumlich noch viel enger ist der Fokus des Buchs von Christian Bollacher auf die „Die keltische Viereckschanze auf der Klinge bei Riedlingen“ gerichtet. Keltische Viereckschanzen bzw. Keltenschanzen gibt es mehrere hundert im süddeutschen Raum, aber, wie Jiří Waldhauser in seiner Rezension (pdf) schreibt, im Fall der Viereckschanze auf der Klinge bei Riedlingen wurde zum ersten Mal eine ganze Viereckschanze mit zugehöriger Siedlung vollständig ausgegraben.

Keltenschanze/Viereckschanze Hohmichele

In dem Artikel von Heiko Hofmann im Schwarzwälder Boten geht es um eine abgeschlossene Grabung auf der Nagolder Rötenhöhe. Als kleine Sensation wird angesehen, daß der keltische Hof fast nahtlos in einen römischen Gutshof überging, d.h. die Römer haben zumindest hier keine „Helvetierwüste“ oder „Helvetier-Einöde“ vorgefunden. Weiter schließt man aus der fehlenden Befestigung der Siedlung auf vergleichsweise friedliche Zeiten.

Keltenschanze/Viereckschanze Hohmichele

Schließlich nimmt uns Werner Sturm zusammen mit dem Kelten-Experten Georg Schmid zu einer Spurensuche im Raum Breitenbrunn mit. Werner Sturm hat noch einen zweiten Artikel im Donaukurier nachgelegt, der sich mehr allgemein mit den Kelten befasst und mit dem Bild einer sehr schönen in Breitenbrunn gefundenen Keltenschale versehen ist.

Breitenbrunn gehört zu Bayern, d.h. man kann wieder den BayernViewer-Denkmal anwerfen und sehen, ob man das im ersten Breitenbrunn-Artikel angegebene Gräberfeld mit 107 Hügelgräbern findet. Dazu nach dem Start entweder „Breitenbrunn“ eingeben und dasjenige mit der Postleitzahl 92363 auswählen oder gleich mit dieser Postleitzahl suchen.

Meine beiden eingebundenen Fotos stammen von der Kelten- bzw. Viereckschanze beim Hohmichele. Die Keltenschanze beim Hohmichele ist eine Station des dortigen archäologischen Heuneburg-Rundwanderwegs (mehr dazu im Eintrag über die Heuneburg). Diese Keltenschanze ist nach Google-Maps etwa 10 km von Riedlingen entfernt. Die Schanze ist bei weitem nicht so gut erhalten wie die von Buchendorf, aber ihre Informationstafel ist auf einem aktuelleren Stand.