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Freitag, 24. Dezember 2021

Eingeebnete Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung auf der Hirschwiese im Forstenrieder Park

Meine Auszeit ist ziemlich lang geworden. Auslöser war wohl im Juli eine Kniebremsung nach einem Fahrfehler beim Einkurven auf einen Waldweg. Das Knie hatte anfänglich meine volle Aufmerksamkeit. Heilte zwar langsam, aber problemlos. Stellvertretend für die Beteiligten sei hier den Personen gedankt, die im WC beim Pullacher Friedhof für gefüllte Behälter mit Desinfektionsmittel und Seife gesorgt haben. Ich hatte nur einen Fotoapparat für das Isarhochwasser und ein Spray für Reifenpannen in den Satteltaschen. Hinsichtlich dem Blog bin ich damals offenbar aus dem Tritt und nicht wieder hinein gekommen.

Links geht es zum Parkplatz

Die Fotos von der Hirschwiese stammen vom 15. Oktober. Für die näher Wohnenden eignet sich die Hirschwiese in der Zeit zwischen den Jahren für einen Spaziergang. Sie hat sogar einen eigenen Parkplatz, der nach den aktuellen Prognosen in dieser Zeit schneefrei bleiben wird. Zum Parkplatz geht es auf dem ersten Foto links in den Wald hinein. Die am Fotografenstandort vorbeiführende Straße ist die B11 bei Pullach. Wo sich der Parkplatz an der B11 befindet, gibt die silberne Markierung auf der Informationstafel auf dem zweiten Foto wieder. In der Richtung, in der man in den Wald zum Parkplatz gefahren ist, bewegt man sich zum umzäunten Teil des Forstenrieder Parks weiter und gelangt dann bald zur Hirschwiese.

Informationstafel Forstenrieder Park

Über einem großen Teil der Hirschwiese im Forstenrieder Park bis hinein in angrenzende Waldgebiete zeigt der BayernAtlas mit Denkmaldaten eine ausgedehnte Rotfläche mit der Beschreibung „Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung“ an. Deutlich erkennbare Grabhügel habe ich weder auf der Wiese noch im Wald gefunden, aber ich wollte diese Örtlichkeit doch einmal vorstellen, denn die Hirschwiese wäre gut mit dem geheimnisvollen Knick der früher südlich davon vorbeiführenden Römerstraße und einem nördlich von der Hirschwiese befindlichen Grabhügelfeld mit gut sichtbaren Grabhügeln kombinierbar. Zudem wäre die Anfahrt außer per Auto oder Rad wegen der nahe gelegenen Haltestelle Buchenhain auch gut mit der S-Bahn zu bewerkstelligen.

Hirschwiese im Forstenrieder Park

Wenn der oben unterlegte direkte Link zur Örtlichkeit im BayernAtlas mit Denkmaldaten nicht funktioniert, kann man auch den aktuell funktionierenden Weg über die Suche nach „Bayerischer Denkmal-Atlas“ ausprobieren. Aktuell erhält man da eine Website mit dem Titel Bayerischer Denkmal-Atlas - Geoportal Bayern vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege angezeigt. Gegenüber dem direkten Weg zum BayernAtlas hat der Weg über das Denkmalamt den Vorteil, daß man via dem „mehr“ neben dem Suchfeld nach der Denkmalnummer suchen kann. In dem Fall ist das die Nummer D-1-7934-0307 . Zum anderen bekommt man so den BayernAtlas gleich mit Denkmaldaten präsentiert. Zu der größeren BayernAtlas-Oberfläche geht es durch Anklicken des „Zum Bayernatlas“ links oben.

Hirschwiese im Forstenrieder Park

Häufig ist es günstig, zum BayernAtlas noch das „Geländerelief“ dazuzuschalten. Den Vorteil erkennt man bspw. bei dem erwähnten nördlichen Grabhügelfeld mit gut erkennbaren Grabhügeln, die man vorab via dem Geländerelief in der Rotfläche lokalisieren kann. Oder bei den Gruben entlang der Römerstraße. Da scheinen die Gruben einfach nur den Knick zu bestätigen, es ist keine Besonderheit erkennbar. Die Ursache des Knicks scheint in der Zeit vor den Gruben zu liegen. In der PC-Version des BayernAtlas kann man das „Geländerelief“ via dem Unterpunkt „Überlagerungen“ des im linken Bereich befindlichen „Freizeit in Bayern“ finden und dazuschalten. Dann erscheint weiter unten unter „Dargestellte Karten“ „Relief“ als Unterpunkt. Um sich damit vertraut zu machen, sollte man dort einmal an dem Regler „Transparenz“ herumspielen.

Hirschwiese im Forstenrieder Park

Wie gesagt habe ich im Fall der Hirschwiese keine Grabhügel gefunden, die Reliefansicht bringt diesbezüglich wenig. Das dort Herumlaufen hatte aber schon etwas. Weil nichts zu sehen war, habe ich damit angefangen, das Gestrüpp um die Bauminseln auf versteckte Hügelchen zu kontrollieren. Bei so einer Suche bin ich dann zwischen den Bauminseln etwas tiefer zu stehen gekommen und hatte eine leichte Erhebung vor mir und bekam dann doch ein Grabhügelfeeling. Ich habe ein Blatt Papier auf die Erhebung gelegt, um sie auf dem Foto besser sichtbar zu machen.

Hirschwiese im Forstenrieder Park

Vielleicht entsprachen den hier mehrfach zu findenden leichten Erhebungen tatsächlich Grabhügel. Ich hätte jetzt vielleicht die Story irgendwie pointierter aufziehen sollen - erst sind keine Grabhügel zu sehen und dann sieht man sie um sich emporwachsen und fühlt sich schließlich von lauter Grabhügeln umgeben. Ein bisschen war es so. Und ein Wildschwein hat auch noch mit mir geredet. Erst hat es mich ignoriert, ich habe es fotografiert und wieder in anderer Richtung nach den Grabhügeln gesehen. Dann hat es einmal laut gegrunzt und ich habe es noch einmal fotografiert. Also die Hirschwiese hat etwas, wenn auch keine großen Grabhügel.

Hirschwiese im Forstenrieder Park

Ein großes Manko des „BayernAtlas mit Denkmaldaten“ ist wieder die wenig brauchbare Beschreibung zum Bodendenkmal. Irgendwie muß man ja auf das behauptete Bodendenkmal gekommen sein. Die Begründung dazu könnte man hier angeben. Möglicherweise gab es Funde, von denen man Abbildungen zeigen könnte. Wären es herausragende archäologische Funde gewesen, könnte man auf die zugehörige Literatur und das ausstellende Museum verweisen.

Im Karlsruher Badischen Landesmuseum gibt es mittlerweile auf eine Idee der Museumsdirektor*in hin eine Expothek, in der die Besucher*innen des Museums zu Nutzer*innen werden können. Diese Idee drängt sich eigentlich auf. Man stelle sich einen Schülerausflug in den Forstenrieder Park vor, der mit einem Besuch in einem passenden Depot oder Museum kombiniert wird, in dem man sich die Funde aus besuchten Grabhügelfeldern zeigen und erklären lassen kann.

Mir fällt dazu der Heiligenbuck beim Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden ein. Irgendwann bin ich auf diesen Artikel zu einer Ausstellung in Rastatt gestoßen, darin der Satz: „Dennoch konnten viele Glanzstücke der Region, vor allem aus dem Badischen Landesmuseum, ausgeliehen werden, z. B. die Funde aus dem kleinen Heiligenbuck aus Hügelsheim oder der Spiralarmreif aus der mittleren Bronzezeit aus Elchesheim-Illingen, der vor etwa 1500 Jahren vor Christus kunstvoll hergestellt wurde und den Arm einer Frau zierte.“ Man kann jetzt mit „Heiligenbuck“ und „Elchesheim“ in der Expothek suchen und findet tatsächlich etwas!

Grabhügel im Forstenrieder Park

Mein abschließendes Foto stammt von dem nördlichen Grabhügelfeld D-1-7934-0100 . Ich hatte dieses Grabhügelfeld schon 2011 unter dem Titel „BayernViewer-denkmal und GPS, Teil 3“ im Blog. In diesem alten Beitrag ist auf dem zweiten Bild ein zwischen die Grabhügel führender Weg zu sehen, der dieses Jahr im Oktober ziemlich versumpft war. Ich habe es beim Fotografieren des einen Grabhügels belassen.

Ich wünsche allen schöne Weihnachtsfeiertage und ein gutes neues Jahr! Ich hoffe im nächsten Jahr bewegt sich mein Blog wieder in normaleren Bahnen!

Sonntag, 4. April 2021

Grabhügel zwischen Forsthaus Kasten und Buchendorf

In „Die Preysingsäule im Forst Kasten“ hatte ich berichtet, daß ich die weitere Erkundung eines Grabhügelfeldes zwischen Forsthaus Kasten und Buchendorf (Link zur Reliefansicht der Grabhügelgruppe im BayernAtlas) auf eine Jahreszeit mit Stiefeln und ohne Blätter verschoben hatte. Das mit dem „ohne Blätter“ hat geklappt. Stiefel nicht so, ich bin aber wenigstens am Gründonnerstag nicht mit Sandalen, sondern mit Halbschuhen und Socken hingeradelt und habe mich hinterher mehrfach nach Zecken abgesucht.

Grabhügel zwischen Forsthaus Kasten und Buchendorf

Ohne Blätter war nun deutlich mehr zu sehen. Für schöne Grabhügelfotos ist aber wohl der üppige Bewuchs mit jungen Bäumen trotzdem zu stark. Ich gehe davon aus, daß ich die drei westlichsten der im BayernAtlas dargestellten Grabhügel gesehen habe. Gut erkennbar ist von diesen drei Grabhügeln vor allem der nördlichste Grabhügel, der ist nach Reliefansicht auch der größte Grabhügel der Grabhügelgruppen in diesem Gebiet. Daß sich hier etwas Großes befindet erkennt man selbst im Sommer von dem vorbei führenden geschotterten Waldweg aus gut. Von diesem Waldweg zweigt bei dem Grabhügel ein etwas zugewachsener Weg in den Wald ab, von dem aus die ersten beiden Fotos entstanden.

Grabhügel zwischen Forsthaus Kasten und Buchendorf

Beim mittleren der drei Grabhügel auf dem dritten Foto kann man ebenfalls etwas in den Wald hineinlaufen. Da hatte ich dann den Grabhügel genau vor mir. Zum dritten Grabhügel bei der Wegkreuzung ist es schwerer weiter hinein zu kommen, den habe ich vom Weg aus fotografiert. Man kann ihn im vierten Bild etwas an seiner abfallenden Seitenfläche in der Bildmitte erkennen.

Grabhügel zwischen Forsthaus Kasten und Buchendorf

Wenn man in der Gegend per Automobil vorbeikommt ist das Grabhügelfeld sehr einfach zu erreichen. Geht man im BayernAtlas etwas näher an das Grabhügelfeld heran, dann sieht man links an dem nach Norden vom Grabhügelfeld wegführenden Waldweg bei der Straßeneinmündung eine Parkplatz-Kennzeichnung. Man braucht nur von der Strecke Gauting-Neuried in Richtung Buchendorf abzweigen und dann wäre man bei der ersten ausgeschilderten Parkmöglichkeit auf der linken Seite schon auf dem richtigen Waldweg zu den Grabhügeln.

Grabhügel zwischen Forsthaus Kasten und Buchendorf

Südwestlich vom Grabhügelfeld beginnen großflächige Felder. In dem Gebiet ist die Ost-West-Verbindung für die Fußgänger und Radler blockiert. Das mag eine Ursache dafür sein, daß die Strecke direkt am Grabhügelfeld vorbei relativ belebt ist. Eine andere viel begangene und beradelte Strecke führt vom Forsthaus Kasten direkt nach Süden in Richtung auf die Preysingsäule zu. Nach der Preysingsäule kann man entweder in Richtung Buchendorf/Gauting einschwenken oder wie ich am Gründonnerstag via Hexenhäusl und Achterlacke zurück nach München radeln. Jedenfalls läge das Grabhügelfeld auch relativ nahe zu der belebten Strecke vom Forsthaus Kasten hin zur Preysingsäule. Also wenn man mal einen Hügelgräberlehrpfad einrichten wollte, dann träfe bei dem Grabhügelfeld ein gutes Grabhügelangebot auf rege Verkehrsströme.

Forsthaus Kasten am Gründonnerstag 2021

Abschließend noch ein Foto vom Forsthaus Kasten am Gründonnerstag 2021 um die Mittagszeit. Ich habe jetzt erst gesehen, daß es auf dem Gelände des Forsthauses Adventsmärkte gibt. So etwas wäre ja eine gute Kombination mit einem Grabhügelbesuch in Stiefeln. Ich hoffe solche Veranstaltungen und der Biergartenbetrieb kommen hier bald wieder gut ins Laufen.

Freitag, 8. März 2013

Wildbeobachtungsstelle mit Hügelgrab im Forstenrieder Park

Trotz noch herumliegender Schneereste wäre München nach ein paar Tagen Sonne und Wärme total in Frühlingsstimmung, wenn nicht schon wieder Winterwetter angesagt worden wäre. Wir waren am letzten Sonntag noch auf Schnee zur Wildbeobachtungsstelle mit Hügelgrab im Forstenrieder Park südlich von München unterwegs. Vorrangiges Ziel war das Wild, nicht der Grabhügel links im ersten Bild. Wobei wir sehr überrascht waren, wieviel von dem Wild herum lief. Soviel sahen wir hier noch nie. Darüber, wie man die Wildbeobachtungsstelle findet, hatte ich schon einmal anläßlich eines Besuchs am Faschingsdienstag 2010 geschrieben. Grabhügelmäßig machen im Forstenrieder Park die in BayernViewer-denkmal und GPS, Teil 3 beschriebenen deutlich mehr her. Mit dem Fahrrad wäre man von der Wildbeobachtungsstelle in 10 Minuten dort.

BayernViewer-denkmal funktioniert immer noch wie in den alten Texten beschrieben. Also aufrufen, auf „Suche Denkmal “ umstellen und dort D-1-7934-0090 eingeben und schon ist man über der Lichtung für die Wildfütterung. Die Daten des BayernViewer-denkmal gibt es aber jetzt auch unter der Haube des BayernAtlas. Stephan Gröschler beschäftigte sich in mehreren Einträgen mit dem BayernAtlas und hat dazu aktuell eine Anleitung: So funktioniert der BayernAtlas geschrieben. Um zu den aus BayernViewer-denkmal bekannten Geländemarkierungen zu kommen, muß man im BayernAtlas in den Experten-Modus und sich dort bei den „Mehr “-Themenkarten die „Denkmal-Daten (BLfD)“ heraussuchen. Man könnte jetzt auf die Idee kommen, daß sich auch die BayernAtlas-Suche dynamisch an die geladenen Daten anpasst, da tut sich aber nichts. Wie man im BayernAtlas mittels der Denkmalnummer sucht, sehe ich auf die Schnelle nicht.

Wildbeobachtungsstelle mit Hügelgrab im Forstenrieder Park

Seit meinem Bericht von der Buchvorstellung von Dr. Frank Stefan Becker beim Euro-Arabischen Freundschaftskreis e.V. (EAF) schickt mir der EAF regelmäßig seine Vereinszeitschrift „PANORAMA“ zu. Zum letzten Wochenende ist wieder ein Exemplar eingetroffen und ich will etwas Werbung für die EAF-Vorträge machen. Der Veranstaltungsort hat sich mittlerweile geändert (Gaststätte Gartenstadt, Naupliastr. 2, 81547 München), der Modus ist gleich geblieben: erst Mitgliedertreffen, ab 20 Uhr der Beginn der Vorträge, zu denen Gäste willkommen sind. Bei freiem Eintritt, falls nichts anderes angegeben ist.

Dr. Frank Stefan Becker habe ich über die Münchner Volkshochschule kennengelernt. Dort ist er immer noch aktiv und wie ich sehe, kann man sich derzeit noch für mehrere Vorträge von ihm anmelden. Ich war länger nicht mehr auf der Website der Münchner VHS und habe eben wie ich es von anderen Suchfunktionen gewohnt bin gewohnheitsmäßig die Return-Taste gedrückt. Und es funktioniert mittlerweile! Also die Suche ist gegenüber der in Vergangenheitsausflug via Volkshochschule beschriebenen überarbeitet. Zeitweise habe ich das breite Volkshochschul-Angebot zu mehreren Vorträgen und Radausflügen pro Semester genutzt. Es lohnt sich, das Programm der örtlichen Volkshochschulen durchzuzusehen.

Wildfütterungstelle im Forstenrieder Park

Ich glaube in Quizzy zeigt uns Neptun habe ich zuletzt etwas über die Grünwalder Burg geschrieben und auch ein paar Fotos von ihr eingestellt. Ich hatte öfters nach Informationen über die weitere Entwicklung des dortigen Museums gesucht, nichts gefunden, und wollte die weitere Beobachtung anderen überlassen. Ich will auch weiterhin nicht mehr beobachten, sondern in diesem wie auch in einigen anderen Fällen die Information mehr Social-Media-gemäß auf mich zukommen lassen. Zwar nicht über Social Media, aber zugekommen, ist mir die folgende Information: das Museum eröffnet am 30.3. mit der Sonderausstellung „Italien und die Antike. Andreas Wachter - Gemälde und Skulpur “ und einem neu gestaltetem Eingangsbereich mit Museumsshop und einem Kaffee- und Kuchen-Angebot. Im Juli soll die neue Dauerausstellung „Burgen in Bayern“ folgen. Alles ohne Gewähr, wer hin will sollte sich noch einmal vergewissern. Eine Hauptattraktion des Museums war für mich immer der Turm. Obwohl leider nie die Berge frei waren, wenn ich oben war. Da weiß ich nicht, ob man wieder hoch darf.

Nicht eingebaut hatte ich im Februar einen Hinweis auf den Tweetup im Museum Villa Stuck zum 150. Geburtstag von Franz von Stuck. Gut, die Villa Stuck liegt neben meinem zeitlichen und thematischen Kernbereich und die Frage, wo diese Kopie einer „Spes“ von Bertel Thorvaldsen steht, konnte hier auch niemand beantworten. Anderseits finde ich, daß die Tweetups und stARTcamps hier in München eine sehr gute Möglichkeit sind, um mit den Museumsprofis in Kontakt zu kommen. Wenn man auch bei der großen Teilnehmerzahl in der Villa Stuck vielleicht etwas untergangen wäre. Jedenfalls, diese Offenheit finde ich toll. Das nächste Münchner stARTcamp findet am 20. April 2013 statt.

Noch ein paar Videos für das schlechtere Wetter am Wochenende. Bei L.I.S.A, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, gibt es eine schöne Serie unter dem Titel „Ewige Götter - Ausgrabungen in Kalapodi (Griechenland) “.

Montag, 24. Oktober 2011

Grab der Seherin

Zum Grabhügelfeld mit dem „Grab der Seherin“ geht es die im ersten Bild des letzten Blog-Eintrags gezeigte Abzweigung von der Straße Gauting - Starnberg hoch zum stillgelegten Bahnhof Mühltal. Die Asphaltstraße unterquert da oben die Bahnlinie, und direkt nach der Unterquerung biegt man rechts in einen Schotterweg zum Grabhügelfeld ein, während die Asphaltstraße eine Linksbiegung macht und sich dann in die Richtungen Gut Rieden und Hanfeld teilt.

Der in den Wald ansteigende Schotterweg verläuft zunächst parallel zur Bahnstrecke und macht dann eine 90°-Linksbiegung. Zum „Grab der Seherin“ muß man kurz darauf in einen Weg nach rechts einbiegen, die 90° sind wieder korrigiert und man ist so in etwa wieder parallel mit der Bahnstrecke, die jetzt ein wenig weiter rechts entfernt verläuft. Auf diesem Weg kommt man an einem umzäunten Gelände vorbei, via Google Maps ist es als Freifläche im Wald erkennbar. Dann sieht man links und rechts neben dem Weg Grabhügel, den großen Grabhügel in Bild 1 - 3 gleich links nach dem Zaun. Wenn man den Weg weitergeht - es geht jetzt schon wieder abwärts - gelangt man zu einer Weggabelung. Vor dieser Gabelung muß man zum „Grab der Seherin“ rechts in den Wald hinein. Vom Weg ist schon der ausgetretene Fußpfad und die Dekoration zu sehen, das Grab ist also kaum zu verfehlen. Zudem könnte man sich noch an der sehr nah vorbeiführenden Bahnlinie orientieren - in Bild 8 sind links oben waagrechte Drähte zu erkennen, das sind die Stromleitungen. Wenn es im Bild rechts oben nicht so hell wäre, könnte man da die Drähte vermutlich auch sehen.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Man sollte sich das alles noch im BayernViewer-Denkmal ansehen (Verwendungshinweise gibt es im Blog-Eintrag BayernViewer-denkmal und GPS). Der Hügelgräberfriedhof ist dort zwar nur eine rot eingefärbte Fläche mit der Angabe „Grabhügel der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“, Denkmalnummer D-1-7934-0273, aber man sieht in etwa die Ausdehnung. Vor allem ist bemerkenswert, daß man schon nach der Unterquerung der Bahnlinie auf eine ehemalige Römerstraße stößt, und daß man dieser Strecke auf dem Parallelweg zur Bahnlinie folgt. Wobei die weiteren Markierungen der Straße dann eher verwirrend wirken. Wie dem auch ist, irgendwo da verlief die Römerstraße. Der Text im BayernViewer-Denkmal ist „Straße der römischen Kaiserzeit, Teilstück der Trasse Gauting-Kempten“, die Nummern sind D-1-7934-0146 und D-1-7934-0147.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Die Mulden oben in den Hügeln gehen vermutlich auf Dr. Julius Naue zurück, der hier im 19. Jahrhundert als Ausgräber tätig war. Es gibt Beschreibungen seiner Ausgrabungen, die sind zum Teil in seinem Buch Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee. Geöffnet, untersucht und beschrieben von Dr. Julius Naue. zu finden, das man bei archive.org als pdf-Datei herunterladen kann. Dort sind aber nach Titel, Karte und Durchblättern nur Ausgrabungen andernorts beschrieben. Vielleicht ist die Beschreibung der Ausgrabung dieses Hügelgräberfeld in seinem Buch „Die Bronzezeit in Oberbayern“ enthalten.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Hinsichtlich der „Seherin“ scheint der Grabungsbericht von Dr. Julius Naue die einzige noch vorhandene archäologische Basis zu sein. Von Julius Naue muß es zwei Zeichnungen geben, die ich glaube einmal als durchgereichte Kopien gesehen zu haben. Die eine Zeichnung zeigte glaube ich Skelett, erhaltene Metallteile der Kleidung und erhaltene Beigaben in der Fundsituation. Zudem gab es wohl eine Rekonstruktionszeichnung, die man sich Dank Itzá hier im Flower of Life Forum ansehen kann. Nach meiner sicher nicht fotografischen Erinnerung gab es eine rockartig aufgespreizte, getrennte Anordnung von Metallstreifen in der Fundzeichnung, die in der Rekonstruktionszeichnung unten dicht aneinander an dem Kleidungsstück befestigt sind.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Die damaligen Funde sollen heute nicht mehr verfügbar sein. Nach einer gehörten Version sind die Funde in Berlin, nach einer anderen sind sie in der Archäologischen Staatssammlung ausgebombt worden. Eine Dame im Hörteil des im Blog-Eintrag über die Mühltal- oder Bethenquelle verlinkten BR-Online-Beitrages brachte das zusammen: nach Berlin zur Untersuchung gebracht und dort im Bombenhagel verschwunden.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Itzá zitiert aus einer nicht mehr zugreifbaren pdf-Datei einen „vierspeichiger Bronzeradschmuck oder Bronzering mit Mittelkreuz“ unter der „rechten Handfläche der Seherin“, der nicht nur bei ihr Anlaß zu weiter reichenden Interpretationen gibt. Dr. Julius Naue stellt in dem herunterladbaren Buch „Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee“ auf Seite 189ff. dagegen „bronzene Kopfringe“ in den Vordergrund: „In besonderen Ehren scheinen die Frauen gestanden zu sein; da über ihren Grabstätten häufig hohe Grabhügel errichtet wurden; auch bevorzugte Stellen und Würden müssen ihnen geworden sein, da wir jene bronzenen Kopfringe, die sicher als Würdenabzeichen aufzufassen sind, nur bei weiblichen Skeletten, oder mit anderen weiblichen Schmuckstücken in Brandgräbern gefunden haben.“ Und jemand, der mir erzählt hat, daß die Bethenquelle genau in der Mitte zwischen dem Grab der Seherin, dem Karlsberg und St. Alto in Leutstetten liegt, hat mir erzählt, daß die nördliche Lage des Hügelgrabes im Gräberfeld allein schon die besondere Stellung des Grabes ausweisen würde, weil der Norden früher immer eine besondere Bedeutung gehabt hat.

Grabhügel im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Nach meinem Stand ist es ein bronzezeitliches Grab, da paßt ja dann auch der oben genannte Schmuck dazu. Sicher bin ich mir nicht - mein vorliegender Text hat eine umfangreiche Literaturliste ohne Julius Naue, der Autor hat also vermutlich nur bei jemand abgeschrieben, der vielleicht das Orginal gelesen hat. Das wäre also eine Supergelegenheit für BayernViewer-denkmal um statt „Grabhügel der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“ Stärke zu zeigen und das große Interesse zu nutzen, um den Leuten etwas über den Unterschied zwischen Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit und deren Grabsitten beizubringen.

„Grab der Seherin“ im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Das Interesse konzentriert sich im Hügelgräberfeld vor allem auf das Grab der Seherin, wenngleich ich es dort eher nicht so schön finde. Die Erde des Hügels ist um die Mulde herum schon ziemlich gleichmäßig festgetreten. Die Mulde wirkt etwas muffelig feucht, nicht so beeindruckend wie die Mulde des Grabes oben in den ersten drei Bildern und nicht so kuschelig wie die Mulde des letzten Grabes in diesem Blog-Eintrag. Zudem bricht in ein eventuelles Versinken in andere Welten gleich wieder eine vorbeifahrende Bahn hinein. Ich hätte trotzdem gedacht, daß sich das Interesse hauptsächlich auf dieses Grab bezieht und die anderen Gräber ziemlich nichts abbekommen, aber Nusas Beobachtung, die er im Blog von Massive Squad beschrieben hat, ist eine andere.

„Grab der Seherin“ im Hügelgräberfeld beim stillgelegten Bahnhof Mühltal

Anzumerken wäre noch, daß wir neben Hügelgrabintressenten auf der Strecke entlang des „Grabes der Seherin“ auch „normale“ Radfahrer und Spaziergänger gesehen haben. Also zum einen ist vermutlich eine passable Verbindung westlich der Bahnlinie in nördliche Richtung gegeben - ich bin ja immer von Osten aus dem Mühltal hochgekommen. Zum anderen ist der „Unheimlichkeitsfaktor“ hier vielleicht nicht so hoch wie bei dem unübersichtlicheren Karlsberg.

Die Bahnlinie soll extra wegen den Hügelgräben eine Kurve machen, hatte ich auch schon gehört. Anderseits orientiert sich die Bahnlinie m.A. nach so viel besser an den Höhenlinien, als wenn sie durch das aktuell im BayernViewer-denkmal ausgezeichnete Hügelgräberfeld führen würde. So oder so können Hügelgräber über die Zeit hinweg verloren gegangen sein, die Einfärbung im BayernViewer geht ja nördlich auch ein Stück über das „Grab der Seherin“ hinaus. Anregender als Lageüberlegungen zu einem bestimmten Grab ist vielleicht die Frage nach der zugehörigen Siedlung. Julius Naue vermutete auf S. 188 die Niederlassungen der vorgeschichtlichen Bewohner in unmittelbaren Nähe der Grabhügel.

Dienstag, 17. Mai 2011

BayernViewer-denkmal und GPS, Teil 3

Im letzten Teil dieser Serie geht es um „Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung“ mit der Denkmalnummer D-1-7934-0100 im Forstenrieder Park. Die vorgefundenen Grabhügel waren eine positive Überraschung, sie liegen wesentlich schöner und stimmungsvoller im Wald als die Grabhügel im ersten Teil BayernViewer-denkmal und GPS.

Bild 1: Grabhügel im Forstenrieder Park

Anvisiert haben wir das östliche Grabhügelsymbol in der relativ großen, für das Denkmal rot markierten Fläche. Um sich das anzusehen, wäre wieder der BayernViewer-denkmal zu starten, „Suche Adresse“ auf „Suche Denkmal“ umzuschalten und die Denkmalnummer einzugeben. Die Grabhügelsymbole sieht man, wenn man die „Topograph. Karten“ anklickt. Es sollten zwei Grabhügelsymbole in der rot markierten Fläche zu sehen sein.

Bild 2: Grabhügel im Forstenrieder Park

Dieses Waldstück war schon bei der Tour „Bei den Wildschweinen im Forstenrieder Park“ vor zwei Jahren das zuletzt angesteuerte Ziel. Damals mit wenig Erfolg in der westlichen Ecke des Gebietes. Dort sahen die gefundenen Hügel alle so aus, als wären sie aufgrund von Erdarbeiten jüngeren Datums entstanden.

Bild 3: Grabhügel im Forstenrieder Park

An die westliche Ecke gelangt man, wenn man beim Gelben Haus von „Ludwig Geräumt“ in nordöstliche Richtung abzweigt. Wir sind bei der Tour am diesjährigen Ostersamstag schon am letzten Schotterweg vor dem Gelben Haus abgebogen, sind wie im zweiten Teil BayernViewer-denkmal und GPS beschrieben kurz auf die ehemalige Römerstraße eingebogen, sind danach wieder zurück auf die Kreuzung Schotterweg / ehemalige Römerstraße (hier noch einmal die mit einem grünen Pfeil markierten Stelle in Google-Maps) und sind dann den Schotterweg in nordöstliche Richtung weitergeradelt. Der Schotterweg tangiert im Osten die markierte Fläche von Denkmal D-1-7934-0100.

Bild 4: Grabhügel im Forstenrieder Park

Wie im ersten Teil geschrieben, ging es bei dieser Tour darum Geo-Koordinaten aus dem BayernViewer-denkmal zu übernehmen und zu sehen, was sich bei Markierungen wie den Grabhügelsymbolen befindet. In dem Fall war bei der östlichen Markierung wirklich etwas zu sehen, was wohl einmal ein Grabhügel gewesen ist. In der Nähe, etwa 30 Meter nach den gemessenen Koordinaten, befinden sich zwei weitere vermutliche Grabhügel. Das zweite Grabhügelsymbol im BayernViewer-denkmal bezeichnet dagegen nach der Funktion „Linienzug messen“ eine Stelle, die etwa 114 Meter entfernt ist.

Bild 5: Grabhügel im Forstenrieder Park

Diese Möglichkeit im BayernViewer-denkmal Strecken auszumessen ist eine sehr große Hilfe. Wie ich schon im ersten Teil geschrieben habe, wäre mit unserer Ausrüstung ein Herannavigieren mit dem Navi auf den letzten Metern hoffnungslos gewesen, weil sich das Navi nicht hätte ablesen lassen. Mit dem Ablesen des Fahrradtachos und notierten ca. 310 m ab der letzten Schotterweg-Kreuzung und dann links in den Wald hat das aber fantastisch funktioniert.

Bild 6: Grabhügel im Forstenrieder Park

Zu den einzelnen Bildern: Die ersten drei Bilder stammen vom Grabhügel beim Grabhügelsymbol. Die im vorletzten Blog-Eintrag erwähnte, häufig als Ausgrabungshinterlassenschaft bei Grabhügeln zu sehende Mulde ist in diesem Fall eine Furche. Der schönste der drei Grabhügel im vierten Bild zeigt keine Spuren einer Ausgrabung. Zum dritten Grabhügel gehören die restlichen Bilder. Im fünften Bild befindet er sich schwer erkennbar im Bildzentrum, im siebten Bild die typische Mulde. Diese hier ist die im letzten Blog-Eintrag im Zusammenhang mit den Wildschweinen erwähnte „kuschelige Hügelgrabmulde“. Das Navi hat bei den drei Grabhügel folgende Koordinaten angezeigt 1.) 48° 03.140', 11° 29.222' 2.) 48° 03.148', 11° 29.199' 3.) 48° 03.160', 11° 29.214'

Bild 7: Grabhügel im Forstenrieder Park

Zum Thema des letzten Blog-Eintrags, der Römerstraße und der daran angelehnten Via Julia, bitte ich den Kommentar von Aponius P. Fronto zu beachten. Aponius P. Fronto weist auf eine entstehende römische Straßenstation an der Via Julia in Zusmarshausen zwischen Augsburg und Günzburg hin.

Ich will ergänzen, daß derzeit entlang der Via Claudia Augusta - das war die römische Verbindung zwischen Süddeutschland und Norditalien - eine Radstaffel mit zusätzlichen Veranstaltungen an den verbundenen Orten stattfindet. Die Radstaffel soll „die Bevölkerung verbindende Geschichte und Gemeinschaft erleben lassen“, wie im Text zu den „Römertagen der Via Claudia Augusta in Neumarkt“ geschrieben steht. Dort in Neumarkt/Südtirol soll es am nächsten Samstag, 21. Mai, ein Römerlager geben, an der auch Aponius P. Frontos Augsburger Historische Römergruppe, die Populares Vindelicenses, teilnimmt.

Mittwoch, 27. April 2011

BayernViewer-denkmal und GPS

Bei unserer Radtour am Ostersamstag wollten wir etwas die Möglichkeiten des BayernViewer-denkmal ausloten. Die Tour war eine Variation der im April 2009 beschriebenen Hügelgrabsuche im Forstenrieder Park („Bei den Wildschweinen im Forstenrieder Park“), die ich jetzt bildmengenhalber auf drei Blog-Einträge aufteile.

Bild 1: Grünwalder Isarbrücke

Archäologisches Ziel ist im ersten Teil das Hügelgräberfeld von Höllriegelskreuth/Pullach, im zweiten Teil die in der Nähe liegende Römerstraße („Via Julia“) und zuletzt kommen Hügelgräber im Wildpark/Wildgehe-Teil des Forstenrieder Parks.

Bild 2: Jaiserbrünnerl

Wir waren bei der Tour im April 2009 technologisch rückständig, ein Navi haben wir erst für unsere wenig später stattgefundene Sizilien-Tour gekauft („Sizilien, mit Familienanschluß“). Mittlerweile sind wir immer noch technologisch rückständig und waren letzten Samstag mit dem alten Navi und nicht mit einem Smartphone unterwegs. Deshalb steige ich jetzt auch nicht zu tief in das GPS-Thema ein.

Bild 3: Hügel entsprechend dem nordöstlichen Grabhügelsymbol in der Markierungsfläche

Im Detail ging es um drei Fragen: 1.) funktioniert die Umwandlung der vom BayernViewer-denkmal angegebenen Geo-Koordinaten in andere Darstellungen, also etwa in die, die man auf seinem Navigationsgerät hat? 2.) wenn die GPS-Daten gut verwendbar sind, wie genau kann man mit Symbolen in den roten BayernViewer-Markierungsflächen ein Ziel ansteuern? Speziell die Grabhügel-Symbole: Ist es ein einzelner Grabhügel, eine Grabhügelgruppe, ist überhaupt etwas da? 3.) wie gut ist die Möglichkeit im BayernViewer-denkmal Strecken in Meter auszumessen in diesem Zusammenhang verwendbar?

Bild 4: Hügel entsprechend dem nordwestlichen Grabhügelsymbol in der Markierungsfläche

Zu 1.), das kann man komplett zuhause am Rechner ausprobieren. Das empfiehlt sich als Gegenprobe sogar, damit man vor Ort nicht mit falschen Daten sucht.

Bild 5: Mulde im nordwestlichen Grabhügel

Zum Koordinaten-Ermitteln starten wir den BayernViewer-denkmal: denkmal-start. Wenn man jetzt den Mauszeiger auf der Karte bewegt, sieht man unten links hinter „GK:“ ein Zahlenpaar. Das sollten die Gauß-Krüger-Koordinaten an der Stelle des Zeigers sein. In der Hilfe-Datei, an die man durch Anklicken des „?“ im rechten oberen Viertel gelangt, sind die Gauß-Krüger-Koordinaten nur im Zusammenhang mit einer Druck-Funktion erwähnt, wenn man vor dem Druck eine Fläche markiert hat. Ausgegeben werden die Werte dann auf dem Ausdruck bzw. der Druckvorschau.

Bild 6: Infotafel Grabhügelgruppe der Hallstattzeit (800-500 v.Chr.) in Höllriegelskreuth

Man sollte das Flächenmarkieren und die Druckvorschau einmal ausprobieren. Denn wenn man damit gut sein Ziel markieren kann, kann man dann die Koordinaten mit der Tastenkombination Ctrl-C aus der Druckvorschau übernehmen. Ansonsten müßte man die Zeigerposition abtippen, etwa in dem man einen zweiten Web-Browser öffnet, im ersten Browser mit dem BayernViewer den Mauszeiger auf dem Ziel positioniert und dann mit Alt-Tab zum Browser mit einem Umrechnungsprogramm hinüberwechselt und dort die Daten eintippt.

Bild 7: Sogenanntes Fürstengrab mit Infotafeln

Zum Umrechnen der Daten (ohne Kommastelle!) habe ich diese Webseite verwendet: Umrechnung der Gauß-Krüger-Notation in Längen- und Breitengrade. Mit dem Ergebnis kann man gleich die Gegenprobe bei Google-Maps durchführen und dort die beiden Zahlen in dezimaler Notation getrennt durch ein Komma eingeben. Man kann die Werte auch mit folgender Seite weiter umrechnen, unser Navi zeigt bspw. die Koordinaten in Grad und Dezimalminuten an: Umrechnung von Geo-Koordinaten.

Bild 8: Mulde im Fürstengrab

2. wäre jetzt die Frage, ob man genau auf ein Grabhügel-Symbol positionieren kann und dann einen Grabhügel findet. Grob gesagt war es in den Fällen am Samstag so, daß tatsächlich entweder ein oder mehrere Grabhügel vorhanden waren. Was bedeutet, daß man mit den Symbolen bei mehreren vorhandenen Grabhügeln nicht alle abdecken kann. Zu bedenken ist weiter, daß diese Symbole wahrscheinlich vom unterlegten Kartenmaterial her stammen und daß die Arbeit am BayernViewer vermutlich nicht zu einer Änderung dieser unterlegten Karte führt. Bspw. hat die Markierung des Grabhügels „D-1-7934-0090“ vom Blog-Eintrag „Grabhügel mit Damwild“ im BayernViewer-denkmal offensichtlich nicht dazu geführt, daß auch ein Grabhügelsymbol auf die Karte gekommen ist.

Bild 9: Hügel in der Grabhügelgruppe Höllriegelskreuth/Pullach

Damit das nicht zu abstrakt wird, sollte man sich das einmal anhand unseres ersten Ziels ansehen. Man kann zum Ansteuern statt der Adresse die Denkmalnummer angeben, wenn man bei „Adresse“ die Auswahl anklickt und dort „Suche Denkmal“ auswählt. Als Denkmal „D-1-7935-0092“ ohne Hochkomma eingeben. Man sollte bei einer größeren Fläche in der Gemeinde Pullach im Isartal mit der Beschreibung „Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung, daraus Funde der Hallstattzeit“ landen (erst „Denkmalinfo anzeigen“ anklicken, dann die rote Markierungsfläche, wenn beim Anklicken der Markierungsfläche keine Denkmalinfo kommt).

Bild 10: Hügel in der Grabhügelgruppe Höllriegelskreuth/Pullach

Unter der roten Markierungsfläche sieht man vier Grabhügelsymbole (ggf. dazu auf „Topograph. Karten“ umschalten). Zu dem Symbol rechts oben habe ich einen lädierten Hügel direkt an dem oberhalb der Markierungsfläche vorbeiführenden Weg zur Habenschadenstraße gefunden, etwa 1,60 m hoch, zu sehen in Bild 3. Zum einzelnen Grabhügel-Symbol nordwestlich gab es ebenfalls eine Erhebung in der Landschaft, etwas über einen Meter hoch. Der Hügel ist in Bild 4 zu sehen, auf Bild eine Mulde in dieser Erhebung. Wie mir erzählt wurde, können diese Mulden kennzeichnend für frühe archäologische Grabungen sein, also die Mulden müssen nicht auf Vandalismus oder Raubgräberei in jüngerer Zeit hindeuten.

Bild 11: Hügel in der Grabhügelgruppe Höllriegelskreuth/Pullach

Das würde zu den Angaben auf der Infotafel (Bild 5) passen, daß die ersten Ausgrabungen schon 1882/1883 stattfanden. Die Infotafel ist der Isar zugewandt und befindet in dem Bereich rechts der beiden unteren Grabhügelsymbole. Wenn man vom östlich vorbeiführenden Radweg in den Wald hineinsehen würde, dann würde man sie sehen. Im Bereich der beiden Grabhügelsymbole gibt es zahlreiche Geländeerhebungen (Bild 9 bis 14). Da ist letztendlich unklar wieviele das sind, ob bspw. der Hügel in Bild 14 noch mitzählt oder ob das Aushub von einem anderen Hügelgrab ist.

Bild 12: Hügel in der Grabhügelgruppe Höllriegelskreuth/Pullach

Bemerkenswert ist, daß die Infotafel mehr Informationen als der BayernViewer-denkmal enthält (Grabhügel der Hallstattzeit 800-500 v.Chr., Höllriegelskreuth, Angaben über die Funde und über die Ausgrabungen, ein „sogenanntes Fürstengrab“). Vielleicht war das Fürstengrab dasjenige hinter der Tafel auf Bild 6, ich ernenne es jetzt mal dazu. Dieser Hügel wurde noch mit einem weiteren Schild der Gemeinde Pullach versehen. Wegen seiner Mulde sieht der Hügel auch richtig echt aus.

Bild 13: Hügel in der Grabhügelgruppe Höllriegelskreuth/Pullach

Um jetzt zur 2. Frage zurückzukommen: solche Grabhügelsymbole können eine hilfreiche Ergänzung sein. Letztlich spricht der BayernViewer-denkmal aber zu uns mittels den Markierungsflächen und der „Denkmalinfo“. Und wenn er will, dann kann er das auch ziemlich punktgenau. Das sieht man am Beispiel der kleinen Markierungen am rechten Rand der großen Markierungsfläche. Im einen Fall ist es das Jaiserbrünnerl in Bild 2. Das ist das Denkmal „D-1-84-139-11“, mit der Beschreibung „Laufbrunnen zur Erinnerung an Wilhelm Jaiser, sog. Jaiserbrünnerl, in Form eines Bildstocks mit Figur des Hl. Christopherus, Nagelfluh, bez. 1932.“. Im anderen Fall das Gabriel-von-Seidl-Denkmal „Aktennummer D-1-84-139-12“ auf Bild 15.

Bild 14: Hügel in der Grabhügelgruppe Höllriegelskreuth/Pullach

Letztlich läuft deshalb die 2. Frage darauf hinaus, daß es sinnvoll wäre, in die großen Markierungsflächen weitere Detailangaben in dieser Art einzufügen. Also eine kleine rote Markierung für das „sogenannte Fürstengrab“ mit einem mindestens so umfangreichen Beschreibungstext wie auf der Infotafel vor Ort. In diesem Falle halte ich so eine Verfeinerung für angebracht. Der vorbeiführende Radweg ist eine viel befahrene Ausflugschneise für die Münchner in Richtung Süden, da wäre es eine gute und verglichen mit einem Museum sehr kostengünstige Möglichkeit, sie mit der keltischen Vergangenheit bekannt zu machen. Noch dazu überbrückt dieser Radweg ein paar Meter weiter den an der Römerstraße orientierten, von Grünwald kommenden Radwanderweg „Via Julia“. Diese Grabhügel sind auch im Bewußtsein der Pullacher. Bei meinem Besuch der Birg habe ich mit einem Ehepaar geredet, wo der Mann in Pullach aufgewachsen ist und mir zuallererst dieses Grabhügelfeld empfohlen hat.

Bild 15: Gabriel-von-Seidl-Denkmal

Noch zur 3. Frage, da ging es um die Möglichkeit Strecken mit der Funktion „Linienzug messen“ zu messen. Das funktioniert mit Punktesetzen mit linkem Mausklick und mit zusätzlichem Klick der rechten Maustaste, um die Entfernungsmessung abzuschließen. Diese Möglichkeit ist sehr hilfreich. Sich die Entfernungen in den Kartenausdruck reinzumalen hilft vor Ort um abschätzen zu können, wo etwa das nächste Ziel liegt. Vor allem ist es eine „robuste Lösung“. Ich hätte bspw. beim Hügelgräberziel im Forstenrieder Park die Koordinaten vom Navi wegen Sonne und Wackeln und Anpassungsgeschwindigkeit beim Fahrradfahren nicht ablesen können, hatte mir aber die Wegstrecke von der letzten Wegekreuzung notiert und mit dem Fahrradtacho hat die Entfernungsmessung dann super geklappt.

Bild 16: Burg Grünwald

Noch zu den Bildern: die herangezoomte Grünwalder Isarbrücke im ersten Bild ist von einer Sitzbank ein Stück nördlich des Jaiserbrünnerls aufgenommen. Ein paar Schritt vom Jaiserbrünnerl entfernt ist eine kleine kostenlose Kneipanlage, daneben befindet sich der Verbindungsweg zur Habenschadenstraße. An dem liegt das vermutliche Hügelgrab in Bild 3. An der Biegung der Habenschadenstraße in die Kagerbauerstraße führt ein Fußpfad in das markierte Waldgebiet. Von einer Pfadkreuzung im Wald aus kann man schon die Erhebung des Hügelgrabs in Bild 4 sehen. Die Infotafel sieht man, wenn man links vom Gabriel-von-Seidl-Denkmal ein Stück den Fahrradweg entlanggeht, die Stelle liegt zwischen dem Gabriel-von-Seidl-Denkmal und dem Hügel neben dem Schild in Bild 14. Die Grünwalder Burg ist etwa von diesem Bereich südlich des Denkmals aufgenommen.

Sonntag, 17. April 2011

Grabhügel mit Damwild

Heute wieder der schon mehrfach fotografierte Grabhügel im eingezäunten Wildpark-Teil des Forstenrieder Parks östlich der Garmischer Autobahn. Wie man den Grabhügel mittels BayernViewer-Denkmal findet, ist in den Blog-Einträgen über die Grabhügel-Suche im Forstenrieder Park vor zwei Jahren und über unseren Faschingsdienstags-Spaziergang 2010 beschrieben.

Grabhügel mit Damwild

Wenn ich das nachvollziehbar beschrieben habe, sollte der BayernViewer-Denkmal an der gefundenen Stelle als „Denkmalinfo“ die Denkmalnummer „D-1-7934-0090“ und als Beschreibung „Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung“ anzeigen.

Grabhügel mit Damwild

Auf das mehrfache Fotografieren desselben Objekts bin ich im Blog-Eintrag über die Keltenschanze Buchendorf eingegangen. Ich wollte das aber in diesem Fall nicht auf die Spitze treiben. Eigentlich sollte ich wegen möglichen Wildschweinen mit Jungtieren den Fotoapparat mitnehmen.

Grabhügel mit Damwild

Im vorliegenden Fall war das aber auch hinsichtlich dem Hügelgrab ganz gut, weil ich so einen Schatten noch nie auf dem Hügelgrab gesehen habe. Vermutlich wegen anderer Tageszeit oder fehlender Sonne, wir war heute um 14:15 Uhr herum dort. Dann kam das Männchen aus dem Wald rechts vom Hügelgrab, blieb kurz an der Stelle hinter dem Grabhügel, und lief dann nach links zu den Futterkrippen weiter. Kurz darauf folgte das Weibchen nach, hielt ebenfalls an derselben Stelle und lief dann auch weiter.

Grabhügel mit Damwild

Nach der Wikipedia sollen „Phönizier und nach ihnen die Römer den Damhirsch in vielen Ländern des Mittelmeerraums“ eingeführt haben, außerdem sei er der „Jagdgöttin Artemis/Diana heilig“ gewesen.