Donnerstag, 13. Oktober 2011

Die Mühltal- oder Bethenquelle

Nach dem Abstecher zum Münchner Marathon geht es in diesem Blog-Eintrag wieder an die Würm. Die letzte Station war dort Petersbrunn. Wenn man die Blog-Reihenfolge einhält, dann muß man zur Quelle auf den Bildern von der Petersbrunner Kapelle wieder zurück zu der Brücke, über die man zuvor von St. Alto Leutstetten gekommen ist, und kurz vor der Brücke links in den Waldweg einbiegen.

Mühltal- oder Bethenquelle

Die Quelle wird teilweise als Mühltalquelle bezeichnet, ich habe sie als Bethenquelle kennengelernt. Mühltal kommt von den Mühlen, die es hier gegeben hat. Das Wasser fließt nach wenigen Metern in die Würm. „Bethenquelle“ kommt von den drei Beten bzw. Bethen in der Kirche St. Alto Leutstetten. Man findet den Namen auch in der Variante „Drei-Bethen-Quelle“ im Netz. Mühltalquelle ist nicht besonders eindeutig - ich habe auf dem kurzen Waldweg von Petersbrunn zu dieser Quelle zwei weitere Quellen mit geringerer Schüttung gesehen, und ich vermute das Haus auf der anderen Seite der Quelle dürfte auch ein ewiges Wasserproblem haben.

Dieses und ein weiteres Haus am Weg, bis man wieder auf die asphaltierte Straße trifft, haben eine eigene Aktennummer im BayernViewer-denkmal (D-1-88-139-92 das Haus vorne an der Asphaltstraße, D-1-88-139-91 das nähere Haus, beide mit Fotos). Man kann also wie beschrieben mit „Suche Denkmal“ auskundschaften, wo der Weg liegt, wenn man aus Richtung Gauting kommt. Oder man verzichtet auf den BayernViewer und achtet von dort aus einfach auf eine Abzweigung nach rechts mit einem Schild „GOLF Gut Rieden“. Dort über die Würmbrücke und dann gleich links hinunter auf den geschotterten Weg.

Mühltal- oder Bethenquelle

Ein Beitrag von BR-Online über die Quelle (BR-Online nennt sie die „Die Wasserquelle im Mühltal bei Starnberg“) erklärt das Wasserphänomen: „Regenwasser, das sich auf der ersten Schicht feinen Sandes im Boden gesammelt hat: Dem Flinz. Die tiefe Schlucht der Würm hat sich durch den Moränenhügel gegraben, und wo sie den Flinz berührt, quillt das Wasser heraus.“ Auf der BR-Webseite ist aktuell noch ein langer Audio-Beitrag über die Quelle verlinkt, dazu auf der Website „Weitwinkel nachhören“ anklicken. Ich hoffe, das wird nicht so schnell nach irgend einer Löschlogik gelöscht, dann kann man die Quelle noch eine Weile rauschen und ein paar Begeisterte von ihren Vorzügen reden hören. Schmecken tut das Wasser in der Darreichungsform kalt aus dem Berg ganz lecker. Ich habe hier Anfang Oktober meine Wasserflasche wieder aufgefüllt. Die Bilder von der Quelle sind von unserer Tour Ende August.

Bethenquelle passt historisch nicht so recht, als Quellheiligtum hätte Petersbrunn die älteren Rechte. Nur kommt man dort nicht mehr an das Wasser heran. Aber es wäre vielleicht auch vorstellbar, daß der ursprüngliche Kult auf dem Karlsberg stattgefunden hat, wenn es die vorzeitlichen Vorgängerinnen der drei Beten wirklich gab und die bis in die Form der drei unbekannten Heiligen durchgereicht wurden. Außerdem erwähnt Martin Bernstein in seinem zitierten Buch vermutete „vorchristliche Kultplätze“ im „nahegelegenen Wildmoos“, also auch so ein Umfeld der ursprünglichen Verehrung wäre statt einer aus dem Berg kommenden Quelle denkbar.

Mühltal- oder Bethenquelle

Zu ergänzen wäre, daß auch eine Verbindung von den unbekannten Heiligen in St. Alto zu einem Frauengrab („Grab der Seherin“) im nahen Hügelgräberfeld beim stillgelegten S-Bahnhof Mühltal gezogen wird. Demnach wäre die dort gefunden Tote eine der drei Beten gewesen. Wobei ich keinen Schimmer habe, in welchem Umfang diese einzelnen Vorstellungen von den Quell- und Hügelgrabbesuchern geteilt werden. Persönlich würde ich eine Version mit den Beten als gebannte Burgfräulein unter der ehemaligen Karlsburg bevorzugen, die dort auf den tapferen Jüngling warten, der sie erlöst. Gerne mit Gedankenleser-Fähigkeiten, damit es ihnen nicht langweilig wird. Und einer Gedankenleser-Suchmaschine, mit der sie herauskriegen können, wer gerade an sie denkt. Und die so mitlesen können, was ich von ihnen geschrieben habe.

4 Kommentare:

Marcellina hat gesagt…

Danke für diese Serie über die Bethen in Leutstetten! Wir waren gerade dort und ich selber habe darüber gebloggt, aber in englisch.

Die Drei waren auch im Oberinnnal in Tirol aktiv. Sehr nah zum Brandopferstätte Goldbichl (südlich von Innsbruck) wurde auch ein Frauengrab entdeckt. Mit ihr wurde ein Webgewicht aus Stein begraben.

Info hier: http://www.goldbichl.at/index.html

Michael hat gesagt…

Sehr informativer Blog. Vielen Dank

Jürgen Kunz hat gesagt…

Danke für die Kommentare und Danke an Marcellina für die Hinweise!

Ich schaue ab und zu rüber und war nur auf dem Stand Andechs mit der Elisabeth-Quelle. Den Link hatte ich mir für einen Hinweis auf eine mögliche Radtour Gauting-Würmtal-Andechs-Herrsching am Ende meiner Serie aufgehoben.

Marcellina hat gesagt…

Glad to be of help! :-)

Östlich von Herrsching, zwischen Landstetten und Frieding gibt es laut Kompass Wanderkarte 791 einige Grabhügel.