Montag, 29. April 2019

Die Keltenschanze Holzhausen 1

Das Umfeld dieser zweiten nach dem Allinger Ortsteil Holzhausen benannten Keltenschanze hatte ich schon unter Verweis auf Stephan Gröschlers Anfahrtsbeschreibungen und seinem Bildmaterial in „Die keltische Fünfeckschanze von Holzhausen“ (da ging es um die Schanze Holzhausen 2) und in „Römerstraße bei Holzhausen“ beschrieben.

Keltenschanze Holzhausen 1
Keltenschanze Holzhausen 1

Von der Fünfeckschanze Holzhausen 2 sind es nur ein paar Fußminuten bis zur Keltenschanze Holzhausen 1. Die genauen Geokoordinaten gibt es wieder von Stephan in „Viereckschanze Holzhausen 1 (Gemeinde Alling)“. Wie schon erwähnt verwirrt bei seinem eingezeichneten Weg die Holzhausen-Nummerierung. Holzhausen 1 ist die südliche und im Bild untere Schanze. Ansonsten stimmt die Zeichnung und die von Stephan zu Holzhausen 1 angegebenen Geokoordinaten passen auch.

Keltenschanze Holzhausen 1

Laut Infotafel gehört Holzhausen 1 zu den am besten erhaltenen Schanzen in ganz Bayern. Die Augustmitte war aber wegen dem starken Bewuchs die falsche Jahreszeit um dies nachvollziehen zu können. Gut von allen Seiten sichtbar war eigentlich nur die Nordseite. Bild 2 zeigt den Anmarschpfad von Westen, von dem aus man ohne Blätter die Keltenschanze hätte sehen können. Der östliche Schanzenbereich war ebenfalls von jungen Buchen bewachsen. Das letzte Bild zeigt den Bewuchs im Bereich der Südostecke der Schanze. Ich bin bis dahin auf der Schanze geblieben, das Drumherumlaufen um die Schanze habe ich sein gelassen. Man genieße Stephans Foto- und Videomaterial.

Keltenschanze Holzhausen 1

Wegen der Häufigkeit der hiesigen Keltenschanzen sollte man ihre absoluten Besuchszahlen nicht unterschätzen. Lokale Anwohner kennen die Schanzen in ihrer Umgebung. Auf dem Waldweg durch die nahe Holzhausener Fünfeckschanze sind zu unserer Besuchszeit mehrere Spaziergänger durchgekommen. Gut erhaltene Schanzen werden gerne in thematisch ganz andere Führungen aufgenommen. So konnten wir mal einen ganz kurzen Halt einer Radlergruppe an der Keltenschanze im Laufzorner Holz miterleben. Die beiden Holzhausener Keltenschanzen sind, wie ich von einer Lehrerin mitbekommen habe, zusammen mit dem Amper-Tal Kandidaten für Schüler-Wandertage.

Keltenschanze Holzhausen 1
Keltenschanze Holzhausen 1

Diejenigen, die darüber hinaus dabei bleiben und eigens für Keltenschanzen eine längere Anfahrt für auf sich nehmen, werden dagegen eine Minderheit sein. Ich wurde aber da auch mal von der Empfehlung der „schönen Holzhausener Schanzen“ einer Münchner Archäologen-Ehefrau überrascht, die in einem ganz anderen Gebiet studiert und dann gearbeitet hat. Also es sind nur Erdwälle, aber wenn man Spass daran hat und es einen hinzieht, sollte man es sich nicht vermiesen lassen.

Keltenschanze Holzhausen 1

Es gibt einen relativ aktuellen Text von Caroline von Nicolai über die „Viereckschanzen in Bayern“, in dem die breite Verteilung der Schanzen im süddeutschen Raum gut veranschaulicht wird. In Bayern kann man mittels dem Bayerischen Denkmal-Atlas nach Schanzen in der Nähe suchen und deren Besuch ggf. noch mit Hügelgräbern oder wie im Holzhausener Fall mit einer ehemaligen Römerstraßen kombinieren. Die Denkmalnummer von Holzhausen 1 ist D-1-7833-0024.

Keltenschanze Holzhausen 1

Wie ich schon erwähnt hatte, gibt es auch zwei nach dem Straßlacher Holzhausen benannte Keltenschanzen und eine der beiden, Holzhausen 2, war Gegenstand von Grabungen, die lange die Diskussion in Richtung einer kultischen Interpretation der Schanzen bestimmte. Näheres dazu ist in „Sakral oder profan? Späteisenzeitliche Einfriedungen in Nordfrankreich und Süddeutschland“ (pdf) von Caroline von Nicolai zu finden.

Keltenschanze Holzhausen 1

Laut den „Magnetometrischen Untersuchungen an spätkeltischen Viereckschanzen in Bayern“ (pdf) von Karin Berghausen hat die untersuchte Straßlacher Schanze die Denkmalnummer D-1-8035-0021. Hierzu ist festzustellen, daß die Angabe der Denkmalnummer ungewöhnlich ist. Also normalerweise würde da nur auf Holzhausen 2 verwiesen. Passenderweise findet man im Denkmal-Atlas unter dieser Denkmalnummer nur die Beschreibung „Viereckschanze der späten Latènezeit“. D.h. es ist über den Denkmal-Atlas nicht herauszubekommen, daß es sich hier um die vielfach wegen den Ausgrabungen von Klaus Schwarz in der Literatur und auf veralteten Infotafeln erwähnte Schanze Holzhausen 2 handelt.

Keltenschanze Holzhausen 1
Keltenschanze Holzhausen 1

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß man teilweise auch noch veraltete Informationstafeln weiter- und wiederverwendet. Ich war da ja mal 2012 irritiert über eine neu aussehende Tafel bei der Keltenschanze Kreuzpullach. Nach dieser Tafel handelte es sich bei der Schanze um eine „Kultstätte des Volkes der Kelten“. Bis ich gepeilt hatte, daß man die Holzteile erneuert und die alte Informationtafel wiederverwendet hatte, die sich noch auf die sakrale Interpretation von Klaus Schwarz bezog.

Freitag, 19. April 2019

Die keltische Fünfeckschanze von Holzhausen

Die Fotos zeigen die Keltenschanze Holzhausen 2. Eine der beiden Keltenschanzen bei Holzhausen, Ortsteil der Gemeinde Alling im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck, die wir letztes Jahr an Maria Himmelfahrt besucht haben. In „Römerstraße bei Holzhausen“ hatte ich die Tour erwähnt und Bilder vom Beifang „Waldweg so in etwa auf der Trasse der ehemaligen Römerstraße bei Holzhausen“ gezeigt.

Infotafel an der Südwestecke der Keltenschanze Holzhausen 2
Infotafel an der Südwestecke der Keltenschanze Holzhausen 2

Für Keltenschanzen-Neulinge wird verwirrend sein, daß es auch zwei nach dem Ortsteil Holzhausen der oberbayerischen Gemeinde Straßlach-Dingharting im Landkreis München benannte Keltenschanzen gibt. Eine dieser beiden Keltenschanzen, die Keltenschanze Holzhausen 2, wird zudem wegen den 1957 bis 1963 stattgefundenen Grabungen von Klaus Schwarz häufig in der Literatur erwähnt. Manchmal sieht man auch noch Hinweise auf diese Grabung auf Keltenschanzen-Infotafeln.

Westseite der Keltenschanze Holzhausen 2

Im ersten Abschnitt meines Römerstraßeneintrags habe ich auf Stephan Gröschlers „Ausflugstipp: Rund um das Ampertal – eine kraftvolle und mystische Gegend“ verlinkt. Ich will an der Stelle die Empfehlung seiner „Kraftvollen Orte“ mit dem Link auf „Viereckschanze Holzhausen 2 (Gemeinde Alling)“ wiederholen. Man findet bei Stephan eine Anfahrtsbeschreibung, Bildmaterial und Geokoordinaten.

Nordwestliche und nördliche Ecke der Keltenschanze Holzhausen 2

Zwei ergänzende Anmerkungen dazu: man darf nach unserem Stand nicht von Holzhausen aus hoch zur Keltenschanze fahren. Kommt man mit dem Auto, sollte man wie von Stephan beschrieben zwar in den Feldweg hinein, aber dort gleich parken. Und bei seiner kleinen Karte mit eingezeichneter Strecke zwischen der Schanze Holzhausen 1 und Holzhausen 2 sind die Zahlen vertauscht. Die nördlichere ist die Fünfeckschanze Holzhausen 2, nicht Holzhausen 1. Ansonsten passt die Zeichnung. Man geht von Holzhausen hoch bis der Weg durch die Schanze Holzhausen 2 führt. Dann auf dem Weg weiter, bis ein Weg nach links abknickt. Auf diesem abknickenden Weg sollte man bald auf die links am Wegrand stehende Informationstafel der Schanze Holzhausen 1 stoßen.

Nordöstliche und nördliche Ecke der Keltenschanze Holzhausen 2

In meinem oben verlinkten „Römerstraße bei Holzhausen“-Eintrag hatte ich den Bayerischen Denkmal-Atlas erwähnt. Die Denkmalnummer der Fünfeckschanze Holzhausen 2 ist D-1-7833-0081. Der Bayerische Denkmal-Atlas zeigt sehr schön, daß man die Möglichkeit hat die beiden Holzhausener Keltenschanzen mit einer Fußwanderung auf der Trasse der Römerstraße zu den bei Steinlach liegenden Keltenschanzen zu verbinden. Durch die S-Bahn-Linien nach Gilching und in das Ampertal böten sich auch Radtouren in Kombination mit der S-Bahn an. Ggf. kann man sich da auch an Tourenvorschlägen und Führungsangeboten der örtlichen Vereine orientieren. Letztes Jahr hatte ich mich ja wegen eines aktuellen Angebots des Vereins „Zeitreise Gilching“ mit dem Römerstraßen-Eintrag beeilt.

Durch die Keltenschanze Holzhausen 2 führender Weg in Richtung der südwestlichen Ecke

Mittels dem Bayerischen Denkmal-Atlas sieht man schön wie die Fünfeckschanze hin zur Römerstraße liegt - die vorspringende nördliche Ecke zeigt in Richtung der Römerstraße. Zu beachten ist dabei, daß sich die Schanze oberhalb von Holzhausen und der Römerstraße befindet. Denkt man sich den Wald weg, also freier Blick auf die unten liegenden Felder und die Römerstraße, und in die nördliche Ecke der Schanze eine Veranda oder so etwas ähnliches eingebaut, von der man diese Aussicht genießen kann, mutet die Schanze in Kombination mit dem durchführenden Weg in ihrem hinteren Teil ziemlich neuzeitlich an. Die Wirklichkeit wird anders ausgesehen haben. Da hatten vermutlich die höheren Schanzen und Palisaden auch die Funktion die größere Exponiertheit gegenüber dem Wetter auszugleichen.

Durch die Keltenschanze Holzhausen 2 führender Weg in Richtung der südöstlichen Ecke und weiter nach Holzhausen

Eine andere Besonderheit der Schanze außer ihrer atypischen Fünfeckform ist, daß sie auf einer Wasserscheide liegt. Richtung Süden geht es ebenfalls abwärts und dort muß sich trotz der letztjährigen langen Trockenheit eine Basis für Stechmücken gehalten haben. Unsere Besuchszeit Mitte August kann ich auch wegen dem starken Bewuchs im Bereich der Schanze Holzhausen 1 nicht empfehlen. Stephan hat es zeitlich wesentlich besser erwischt.

Montag, 15. April 2019

Gemischte Links

Die in „Venus von Milo in S, M und L“ erwähnte Karlsruher Walhalla mußte zum Jahreswechsel schließen. Wir sind jahrelang in Abständen von wenigen Monaten rein, waren ein paar Tage vor der Schließung wieder dort und wurden von der Wirtin informiert. Der Wirt hat dann noch eine Viertelstunde mit uns geredet und uns per Handschlag verabschiedet. Wir fühlen uns entsprechend verwaist. Hinsichtlich dem Blog hat seinerzeit die Kombination aus Restaurantname, griechischem Restaurant und der Venus von Milo in der Theopedia gut gepasst. Geschichtlich interessanter ist aber der zum Restaurant gehörende Saal, der über die Jahrzehnte unzählige Veranstaltungen erlebt hat. U.a. diente der Saal als Ersatz für eine ausgebomte Kirche, als Kino und für viele politische, Ausbildungs- und Vergnügungsveranstaltungen. Das alles blieb unter den letzten Pächtern bis zur Schließung sehr vital. Noch Ende Oktober 2018 gab es ein Publikumsgespräch mit Anton Hofreiter im Walhalla-Saal, der von der Walhalla-Küche bekocht wurde und im Restaurant gegessen hat. Suche ich nach, scheint weiter unklar zu sein, wie es mit dem hinteren Walhalla-Teil mit dem Saal weitergeht, während straßenseitig wohl Teile geschützt sind. Würde tatsächlich der Saal verloren gehen, an dem hunderttausende Erinnerungen hängen, und der straßenseitige Teil auf Grund denkmalpflegerischer Gesichtspunkte erhalten bleiben, wäre das ziemlich Potemkin-mäßig.

„Gewalt und Kannibalismus - Tatorte in der Jungsteinzeit“ wurde vor ein paar Wochen zu guter Samstagabendfernsehzeit bei Arte gezeigt und ist online bei Arte noch bis zum 21.4.2019 ansehbar. Da der Film mit der Jahresangabe 2019 versehen ist, habe ich mir etwas über den aktuellen Stand zu den Toten von Herxheim erhofft. Der Herxheim-Teil ist aber ziemlich dünn. Im Film sind die archäologisch nachgewiesenen Toten nun geopferte Gefangene. Für den Kannibalismus gibt es wie gehabt Indizien, man kann ihn aber nicht sicher nachweisen. Allgemein stellt der Film eine steigende Gewalt in einem Großszenario mit steigender Bevölkerung und geändertem Klima fest, man lese u.a. zu diesem Punkt die Kritik von Detlef Gronenborn im Archaeologik-Blog. Detlef Gronenborn blickt aus seiner Experten-Perspektive auf den Film und hält hier den Daumen hoch und dort ein wenig runter - der Film ist zwar fehlerhaft, für den Laien aus seiner Sicht wohl noch passabel, „… aber Steinzeit kann mehr“. Nun können sich aber selbst Laien analog diesem Daumen hoch und runter von Detlef Gronenborn eine schon früh zum Filmprojekt erstellte Liste vorstellen, auf der neben den im Film dargestellten archäologischen Aussagen ihre wissenschaftlichen Begründungen mit Hinweisen auf weiterführende Informationen stehen. Beratende oder später im Film auftretende Experten sollten diese Liste eigentlich schnell erstellen oder abhaken können. Diese Liste könnte man mit den Namen der Abhakenden zum Film in die Mediathek einstellen. Selbst so ein einfaches Mittel könnte aus meiner Sicht die Qualität und die Einschätzbarkeit der Filme und Experten schon heben. Interessant, daß da anscheinend nichts vorausgesetzt und nichts angemahnt wird. Ein anderer Punkt ist die Löschpraxis der gebührenfinanzierten Sender. Ein Experte, der es wie Detlef Gronenborn gut findet, wenn auch der Laie vom Fortschritt der Wissenschaft unterrichtet wird, sollte dieses schnelle Löschen eines aktuellen Films schon registrieren. Und unabhängig davon, wie sich das beim einzelnen Film auf Grund der jeweiligen Filmrechte gestaltet, sollte generell die verpasste Chance im Zusammenhang mit den laut Wikipedia auf mittlerweile über eine Million geschätzten depublizierten Online-Dokumenten gesehen werden. Auf die depublizierten Berichte zu Ausgrabungsorten oder Museen, die in einem archäologischen Film erwähnt werden, kann man dann halt nicht mehr in der Mediathek hinweisen. Als interessierter Laie habe ich jedenfalls den Eindruck, daß seitens der Experten hinsichtlich der Film-Qualitätssicherungs- und der Medienkompetenz seit den vor bald 100 Jahren in Unteruhldingen entstandenen Filmen nicht erkennbar viel hinzugekommen ist. Vielleicht fehlen in diesen alten Filmen sogar die „Unsauberkeiten“ wegen dem „enormen Zeitdruck, unter dem moderne TV-Produktionen stehen“.

Seit dem deutschen Leistungsschutzrecht für Presseverleger vermeide ich auf online gestellte deutsche Zeitungsartikel zu verlinken. Teilweise basieren diese Zeitungsartikel auf steuerfinanzierten Pressemitteilungen, im Fall meines Blogs sind da etwa Museen oder Denkmalämter relevant. Solche Pressemitteilungen sollten eigentlich dauerhaft unter einer festen Adresse frei zugreifbar bereitgestellt werden, damit die Netzwelt stattdessen auf sie verweisen kann. Über dieses Pressematerial hinaus kann in das Internet natürlich wesentlich mehr eingestellt werden, als die Verleger in ihren beschränkten Medien verwerten können. In Bayern gibt es zudem seit über 10 Jahren mit dem BayernViewer-Denkmal bzw. seinem Nachfolger, dem Bayerischen Denkmal-Atlas, ein Geo-Informationssystem, mit dem diese ins Netz gestellte Informationen verbandelt werden könnten. Ich will jetzt nicht weiter meckern, sondern nur kurz auf ein paar Kriterien hinaus, nach denen man in dieser Informationsvermittlungsecke profimäßiges Handeln bewerten könnte. Und Profis soll man ja aus Sicht des Denkmalamts beauftragen und bezahlen, wenn man das Pech hat ein Bodendenkmal zu stören, siehe das Beispiel „Graben in Sulzfeld im Grabfeld?“. Aber wie gesagt, ich will nicht weiter meckern, sondern sogar ein schönes Angebot des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erwähnen, das man sich unbedingt ansehen sollte: „Aufgedeckt - Highlights der bayerischen Bodendenkmalpflege - 17 Grabungsprojekte in Text und Bild“. Zwar an gestrigen Formaten orientiert, aber immerhin downloadbar. Den unterlegten Link lasse ich bleiben, da kann auch schnell wieder nichts mehr zu finden sein.

Harald Meller ist über die Jahre schon mehrfach mit schönen Sachen bei mir im Blog aufgetaucht. Ich habe gerade einen gebrochenen Link von 2012 im Kopf, passenderweise wieder zu einem Landesamt für Denkmalpflege. Aber die Videos aus der Serie „Harald Meller trifft... Forschung aus erster Hand“ findet man dort via Suchmaschine noch immer, nur halt etwas anders einsortiert. Letztes Jahr ist von Harald Meller und Kai Michel das Buch „Die Himmelsscheibe von Nebra: Der Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas“ erschienen. Ich will in dem Zusammenhang auf die Buchbesprechung in über 20 Teilen von Florian Freistätter hinweisen, als Einstieg empfehle ich seinen Blog-Eintrag „Die Himmelsscheibe von Nebra: Die komplette Serie“. Die Himmelsscheibe von Nebra ist bronzezeitlich, und die Bronzezeit haben die Münchner nahe der Haustür - man braucht nur den Bayerischen Denkmal-Atlas anwerfen und kann ein paar nicht weit entfernte bronzezeitliche Grabhügel finden. Die Himmelsscheibe von Nebra soll nachweisbar geografisch auf die Gegend des späteren Fundorts bezogen sein, und diese Gegend ist von München nur etwas über 400 km entfernt. Der Untertitel „Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur“ ist so etwa in die Richtung zu verstehen, daß man über die für die Himmelsscheibe verwendeten Materialien und dem für die Erstellung notwendigen Wissen auf die Fähigkeiten und Handelsbeziehungen der lokalen Kultur rückschließen kann.