Mittwoch, 15. Februar 2012

Wanderungen und Radtouren

So richtig auf Wander- und Radstrecken eingegangen bin ich trotz Verwendung der Stichworte „Wanderungen“ und „Radtouren“ in der Blog-Beschreibung kaum. Ursprünglich hatte ich mir die Blog-Einträge aber schon stärker als Abbildung von Touren vorgestellt. Also Keltenschanze 1, dann um die Ecke herum, dann Keltenschanze 2. Das hat sich aber als nicht praktikabel erwiesen. Anfahrtsbeschreibung, drei Bilder pro Keltenschanze, dann genauere Streckenbeschreibungen bis zur nächsten Schanze usf. sprengen das Blog-Format. Meine Lösung sind Beschreibungen einzelner Ziele, auf deren Verkettung ich dann in einem übergeordneten Blog-Eintrag eingehe, ein Beispiel ist „Zu Gauting/Buchendorf bis Villa rustica Leutstetten“. Davon soll es noch mehr geben.

Limes bei Pfahlbach

Bei der Limeswanderung von Rolf Bierwirth mußte natürlich die Strecke im Vordergrund stehen. Nach der Strecke von Rheinbrohl bis zur Donau hat er den Odenwaldlimes erwandert. Und nun ist er dabei, in seinem Blog seine Wanderung entlang des Hadrianwalls aufzuschreiben. Bilder von der Tour und eine komplette englische Version des Textes gibt es schon auf seiner Homepage, hier die erste Etappe von Bowness on Solway to Boustead Hill.

Wachposten 9/14 südlich von Sindringen

Daß er dieses Vorhaben auch gemeistert hat, hatte mir letztes Jahr ein anderer Limeswanderer geschrieben. Werner Lang hat sich auf die Spuren von Rolf Bierwirth begeben und seine Wanderpakete nach Bundesländern eingeteilt: 2010 Rheinland-Pfalz, 2011 Hessen, 2012 Baden-Württemberg, 2013 Bayern. In Bayern bis zum Endpunkt des Limes bei Eining/Abusina und dann aus persönlicher Verbundenheit noch weiter bis Regensburg. Seine Tour kann man auf www.limeswanderweg.org mitverfolgen. Mehr durch Bilder, nicht wie Rolf Bierwirth auch durch längeren Text. Dafür gibt es bei ihm den Limeswanderweg auf Google-Karten und im GPS Exchange Format, außerdem viele Linktipps und eine längere Literaturliste zum Limes und zum Wandern. (Zu seiner ausstehenden Strecke hätte ich noch die Rezensionen von „Welterbe Limes. Roms Grenze am Main.“ und von „Der römische Limes in Bayern“ zu bieten).

Blick auf Sindringen und den Kocher

Mit meinem Bildern habe ich mich jetzt etwas frech bei den beiden eingereiht. Sie stammen von einer „gemeinsamen“ Tagestour mit Rolf Bierwirth. Durch besondere Umstände ist er einmal entgegengesetzt zu seiner üblichen Richtung marschiert, nämlich von Pfahlbach nach Jagsthausen. Ich denke mit demselben Parkplatz als Startpunkt bin ich mit den Limes-Cicerones auch nach Jagsthausen gewandert. Die Beschreibung kann ich mir also sparen, die von Rolf Bierwirth wäre sowieso besser. An dem Tag habe ich mich viel nachhängen lassen, ich habe garnicht mitbekommen, ob unser Cicerone auf das von Rolf Bierwirth erwähnte Fundament eines Römerturmes im Kocher auch hingewiesen hat. Ich habe aber dafür den Töpfermarkt in Sindringen gesehen. Ein Bild vom Wachposten 9/14 hatte ich schon in einem Blogeintrag mit mehr Infos zu den Limes-Türmen verwendet.

Töpfermarkt in Sindringen


Etwas frech ist meine Einreihung, weil so ambitionierte Wanderungen eigentlich garnicht mein Ding sind. Rolf Bierwirths Tagestouren waren normalerweise länger als meine mit den Limes-Cicerones, plus sein zusätzlicher Aufwand für die Wegsuche und für die Logistik. Und das meist mit mehr Tagen in Folge als ich mit den Limes-Cicerones unterwegs war, bei mir waren das jeweils nur 4 Tage.

Töpfermarkt in Sindringen

Auf dieser Basis kann ich also garnicht mitreden. Aber vor Jahrzehnten habe einmal als Student etwas gemacht, was in die Richtung geht. Damals bin ich von Jugendherberge zu Jugendherberge aus dem Raum Karlsruhe in Richtung Norden durch Deutschland geradelt. Das war vergleichsweise immer noch eine Schönwettertour - die Abbruchkriterien waren niedrig gehängt, ohne Reservierung von irgendwo per Bahn mit dem Rad zurückzureisen ging zu der Zeit ziemlich problemlos.

Reste des Römerbads Jagsthausen

Damals hat mich sehr beeindruckt, wieviele Szenen von der Strecke in der Erinnerung hängengeblieben sind. Im Vergleich dazu bleibt mit den schnellen Verkehrsmitteln Auto, Bahn oder Bus nahezu nichts übrig. An die Leute, die man getroffen hat, erinnert man sich wohl sowieso oft noch lange. Im Norden von Marburg bin ich auf einer großen planierten Fläche gelandet und habe einen Mann gefragt, ob ich irgendwo da hinten weiter nach Norden durchkomme. Er hat mir das dann erklärt und gefragt, woher ich komme und wohin ich will und mich mit glänzenden Augen angesehen, ich glaube er wollte am liebsten mit.

Infotafel Kohortenkastell Jagsthausen

Ich glaube es gibt ziemlich viele Leute, die auf so etwas anspringen, und hätte eigentlich eine größe Resonanz auf die Limeswanderung von Rolf Bierwirth erwartet. Jetzt hat Rolf Bierwirth ja den Limesorden erhalten, schreibt Werner Lang in seinem News-Eintrag vom 31.12.2011. Sollten wirklich Limesoffizielle seine Touren zur Kenntnis genommen haben? Oder hat den Werner Lang selbst anfertigen lassen? Jedenfalls meine Gratulation, verdient hat er ihn!

Montag, 30. Januar 2012

Zu meiner Blogsoftware

Als ich die Links meines Blog-Eintrags „Keltenjahr 2012“ mit dem Internet Explorer ausprobiert habe, ist er mir auf den Seiten mit den Heuneburg-Einträgen „eingefroren“. Beim Zugriff auf die Seiten tat sich nichts mehr. Um es kurz zu machen: es lag an den Kommentaren. Die Heuneburg-Einträge hatten welche, die anderen verlinkten Einträge von mir nicht. Es war glücklicherweise schnell zu finden und schnell mit einer Änderung an der Kommentar-Anzeige zu beheben. Aber: ich habe vorher nicht an den Einstellungen herumgespielt. Und ich habe ein paar Tage zuvor dieses Editorial der c't 1/12 gelesen.

Unter dem Titel „Ungleiches Rennen“ geht es um die Konkurrenz der Browser, und in dem Editorial wird ein systematisches Aussperren des Opera-Browsers von neuen Google-Diensten behauptet. Ich habe mich beim Lesen nicht so betroffen gefühlt, ich verwende mit blogger.com zwar einen Google-Dienst zum Bloggen, aber dazu keinen Opera-Browser. Heiß wurde es mir erst durch den Vorfall vorletzte Woche - zum Lesen des Blogs sollte man nicht unbedingt einen Google-genehmen Browser benötigen.

Ich hoffe, daß mein Problemchen ein kleiner Warnschuß bleibt und kein Vorspiel für ein permanentes großes Browser-Problem ist. Ich will aber trotzdem die Gelegenheit nutzen und etwas zur Auswahl meiner Blogsoftware schreiben. Das war kein Ergebnis sorgsamer Evaluation. Eigentlich wäre etwas Größeres notwendig gewesen, als Blogger.com zu bieten hatte (wenn es ganz schnell ganz viele Keltenschanzen-Besuche geworden wären und ich dringend Übersichtsseiten und Übersichtskarten gebraucht hätte, oder wenn sich dauernd Gastblogger beworben hätten u.ä.). Aber für den Anfang reichte die Blogger.com-Klasse, und in der Klasse ist Blogger.com in demselben Sinne ein sehr gutes Angebot gewesen, so wie mancher von uns den Email-Dienst von Google ausgewählt. Beim Email-Dienst wäre das Argument vielleicht das besseres Angebot als die Alternativen, und die Werbung fliegt einem auch nicht so um die Ohren. Beim Blogger-Dienst war der Vorteil, daß man gleich loslegen konnte. Es gab keine Sorgen wegen dem Speicherplatz für die Bilder, der Dienst war immer erreichbar, die Blog-Einträge nie verschwunden. Ich muß mir keine Sorgen um Software-Updates machen.

Von der Mächtigkeit und den Erweiterungsmöglichkeiten her hätte ich seinerzeit Content Management Systeme (CMS) mit Blogerweiterung oben hin gesetzt, dann käme die Wordpress-Klasse auf eigenem Webspace und dann die gehosteten Systeme der Blogger.com-Klasse. Mittlerweile dürfte die ursprüngliche Blogsoftware Wordpress mit ihren Erweiterungen noch weiter in die CMS-Klasse hineingewachsen sein, als sie vor drei Jahren schon war. Zudem kommen laufend leichtgewichtigere Dienste unterhalb der Blogger.com-Klasse dazu, die sich je nach Veröffentlichungsprojekt auch eignen würden. Das Anfangen ist sehr einfach, nur die Sichtbarkeit fehlt.

Übrigens, wenn jemand loslegt und das Projekt zu meinem Themenspektrum passt, kann sie oder er mir gerne mailen und ich baue irgendwann einen Hinweis bei mir ein. Zwischenzeitlich hatte ich mal ein besseres Selbstbewußtsein, was meinen Überblick angeht. Derzeit denke ich, man kann sehr gut im Web untergehen, wenn man keine Werbung für sein Projekt macht. Bei der Suche nach „Keltenschanzen“ findet Google gerade 57.700 Ergebnisse, da braucht es schon einen Extra-Hinweis, um gesehen zu werden.

Zurück zu Blogger.com: Einen großen Denkfehler habe ich gemacht, und da muß ich dem Editorial widersprechen. Ich glaube statt diesem „Ingenieurstraum, dass sich die richtigen Ideen von alleine durchsetzen werden“ gab es schon früher einen Knick in die Richtung „Club“. Als Manko der Blogger.com-Software habe ich die fehlenden Trackback-Möglichkeiten angesehen. Trackbacks wären ganz gut um anhand der Kommentare sehen zu können, wer sich auf meine Blog-Einträge bezogen hat. Das sieht man bei mir nicht. Umgekehrt muß ich manuell versuchen, Trackbacks auf andere Blogs zu setzen, was je nach Einstellung und Blogsoftware oft nicht funktioniert. Ich war überzeugt, Google wird da über die Zeit aufschließen („Ingenieurstraum“), es tat sich aber nichts. Ich glaube in der ersten Hälfte 2010 habe ich dann Artikel im Sinne Facebook (also ein „Club“) als Bedrohung für Google gelesen, ab da habe ich das Manko im Sinne der Konkurrenz zwischen „Clubs“ interpretiert. Denn die Mehrzahl der Blogger verwendet eine andere Blogsoftware als die von Google, die Unterstützung der Vernetzung der Blogosphäre würde aus dem Google-Club herausführen.

Bei dieser Gelegenheit auch etwas zu Blog-Zugriffsstatistiken und zu Google Analytics - den Punkt fand mein bei den Kykladen in Karlsruhe erwähnter Freund interessant. Nein, ich kann nicht sehen, ob aus dem Raum Karlsruhe überhaupt Zugriffe kommen. Ich wollte Google Analytics installieren, das habe ich vor mir hergeschoben, und irgendwann hat Google seiner Blogger-Blogsoftware Zugriffsstatistiken spendiert. Die sind verglichen mit den in die Kritik geratenen Möglichkeiten von Analytics sehr rudimentär. Ich rätsele etwas bei den Zahlen herum - Gesamtzugriffe und Zugriffe auf einzelne Posts - aber ich komme derzeit einigermaßen damit hin. Wem das noch unbekannt ist, daß die da gucken wer auf ihre Website zugreift - das kommt in den besten Kreisen vor, gerade ist was vom Informationsdienst Wissenschaft über die Zugriffe auf die Archäologische Objektdatenbank Arachne durchgetickert. Je ernsthafter der Einsatz für eine Website ist, desto wichtiger sind auch die Zugriffsstatistiken (Optimierung des Angebots, Erfolgsnachweis für Geldgeber oder Werbepartner etc.), und bei dieser Software glänzt dann Google genau wie bei der Blogsoftware und dem Email-Dienst mit einem guten kostenlosen Angebot.

Ein Problem des Analytics-Einsatz ist die im verlinkten Wikipedia-Artikel erwähnte potentiell mögliche Verfolgbarkeit der Zugriffe einer bestimmten Person über verschiedene Analytics nutzende Websites hinweg, wobei die Person beim Anmelden an einen Google-Dienst auch noch genauer identifizierbar ist. Diese potentielle Möglichkeit der Datenzusammenführung wäre natürlich auch schon gegeben, wenn man auf einen von Google gehosteten Blog zugreift. Das wäre sozusagen eine Möglichkeit „von unten“, bspw. über die IP-Adresse. Die jetzt vorgesehene, hier von Martin Mißfeldt im tagSeoBlog behandelte Änderung der Google-Datenschutzbestimmungen ist etwas anderes, nämlich eine Zusammenführung der Daten „von oben“, also ausgehend von einer Anmeldung an einen Google-Dienst würden die Daten dieses Dienstes mit den weiteren genutzten Google-Diensten zusammengeführt. Diese offizielle Datenzusammenführung würde nach meinem Verständnis wesentlich weniger Daten zusammenführen als es potentiell möglich ist.

Das größere Analytics-Gedöns ist ja jetzt schon eine Zeitlang her. Damals ist mir dazu eine Menge eingefallen, u.a. meine alte Tante, die in den 90ern die Lösungen von Kreuzworträtseln in Apotheker-, Metzger-Heft und Frauenzeitschrift eingesandt und sich über unerwünschte Werbepost und -Anrufe gewundert hat. Die aktuelle Änderung der Datenschutzbestimmungen begleitet Google dagegen mit folgender Zusicherung: „Ihre persönlichen Daten werden weder von uns verkauft, noch (abgesehen von seltenen Ausnahmefällen wie wirksamen rechtlichen Anfragen) ohne Ihre Genehmigung weitergegeben.“ Die Sache ist natürlich trotzdem ziemlich heiß wegen den vielen Diensten von Google und den viel mehr in die Privatsphäre gehenden Daten, an die Google mittlerweile via Google+ und Android-Smartphones heran kommt.

Das Image der Politik ist hinsichtlich der Internetkompetenz nicht so besonders, siehe die Broschüre „Wie das Internet funktioniert“ von der Digitalen Gesellschaft. Diese Imageprobleme gehen jetzt in die zweite Generation, manche erinnern sich noch an das Modem-Monopol der Deutschen Bundespost (Geschichte des Modems in der Wikipedia). Den Druck auf unsere Politiker durch die Neuerungen von der anderen Seite des großen Teichs finde ich da ganz gut. Mit eigenen Mitteln bin ich sehr sehr skeptisch, wann wir zu so einem Stand wie jetzt gekommen wären. Wobei ich an den deutschen oder europäischen Ingenieuren nicht zweifle. Aber es gibt ja soviele Clubs, deren Interessen gewahrt bleiben müssen.

Ich freue mich also über die Dynamik, die mir unter dem Strich viel gebracht hat. Irgendwas bleibt da aber noch. Ich will mal ein wildes Szenario beschreiben: etwa die Vorstellung, daß das Programmieren irgendwann bspw. durch (ggf. triviale) Softwarepatente - siehe hier die Warnung von Richard Stallman vor dem EU-Einheitspatenten - zum Minenfeld wird. Gleichzeitig wird kontrolliert, was wir auf unseren Rechnern installieren - hier dazu Dr. Oliver Diedrich über UEFI Secure Boot. Dann könnten vielleicht ohne weitere Prüfungen und Beglaubigungen nur Programme aus sauberer Quelle zugelassen werden, also etwa von Firmen mit vielen Patenten und Patentabkommen mit anderen Firmen mit vielen Patenten. Man kann in die Artikel reinsehen und sich andere Dinge ausdenken. Aber unter dem Aspekt hätte es was, eine freie, von einer Community realisierte Blogsoftware zu verwenden, um mehr beteiligt zu sein und solche Entwicklungen immer hautnah mitzubekommen.

Freitag, 20. Januar 2012

Oppidum Finsterlohr-Burgstall

Das Keltenjahr 2012 der Baden-Württemberger sollte ich dazu nützen, endlich meine im September 2008 gemachten Bilder vom keltischen Oppidum Finsterlohr-Burgstall nachzutragen. Das Oppidum wird meist nach den Orten Burgstall oder Finsterlohr benannt, die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V. nennt es im Langtext einer im Rahmen der Keltenjahr-Veranstaltungen stattfindenden Exkursion „Oppidum von Creglingen-Finsterlohr“. Immer mit dabei ist die Bezeichnung „Oppidum“, obwohl gerade das zweifelhaft ist, wenn man unter „Oppidum“ eine befestigte Keltenstadt versteht. Denn im Innenraum des durch Wälle gesicherten Gebiets wurde keine Siedlung gefunden.

Tauber-Brücke bei Tauberscheckenbach, im Hintergrund führt die Straße hoch zum Oppidum Finsterlohr-Burgstall

Ich habe im Blog-Eintrag über den Kurzbesuch des Oppidums Heidengraben die mögliche Schutzfunktion für das Umland schon erwähnt, bei der wegen des großen Umfangs des Oppidums neben der Bevölkerung auch die Haustiere hätten unterkommen können. Im Falle Finsterlohr-Burgstall hätte das auch sehr gut funktioniert, denn einerseits umfasst das Oppidum ein sehr großes Gebiet - die Gesellschaft für Archäologie gibt in ihrem Text 112 ha an - anderseits ist es an den meisten Stellen durch stark abfallendes Gelände geschützt. An einer Längs- und einer Schmalseite durch das Taubertal, an den beiden anderen Seiten teilweise durch Bachtäler.

Reste des Keltenwalls und rekonstruierte keltische Pfostenschlitzmauer

Das erste Bild ist im Taubertal bei Tauberscheckenbach aufgenommen. Im Hintergrund geht es die auf dem Bild gerade noch erkennbare Straße hoch zum Oppidum. Sowohl beim Verein Keltisches Oppidum Finsterlohr-Burgstall e.V als auch in der Wikipedia gibt es ein Luftbild, auf dem man diese natürlichen Gegebenheiten an einer Biegung des Taubertals gut nachvollziehen kann.

Pfostenschlitzmauer-Rekonstruktion Oppidum Finsterlohr-Burgstall

Oben auf dem Gelände des ehemaligen Oppidums spielt sich alles auf einer Teilfläche ab. Auf der ist ein Keltenlehrpfad mit einzelnen, mit Infotafeln versehenen Stationen eingerichtet. Entweder geht es an den Infotafeln um das, was gerade zu sehen ist, oder es werden allgemeine Aspekte des keltischen Lebens erläutert. Zu sehen gab es 2008 vor allem an Westseite des Rundwegs mit den Wallresten etwas. Hier wurde ein Teilstück des Walles als keltische Pfostenschlitzmauer rekonstruiert, außerdem befinden sich an der Nordwestecke des Oppidums die Reste eines keltischen Zangentors (das „Alte Tor“). Die Steinsammlung in vierten Bild habe ich in der Nähe der Rekonstruktion gefunden. Ob sie echt keltisch sind?

Steine in der Nähe der Pfostenschlitzmauer-Rekonstruktion des Oppidums Finsterlohr-Burgstall

Mittlerweile ist mit einem Keltenhaus am Info-Zentrum/Parkplatz des Rundwegs eine weitere Attraktion hinzugekommen. (Wobei ich eine Stunde in der Flachsbrechhütte auch ganz interessant fände, da muß man sich aber vorher anmelden.) Online bin ich relativ selten auf Neuigkeiten vom Oppidum gestoßen. Das änderte sich schlagartig mit dem Bau des Keltenhauses, wobei das Interesse aber vermutlich stärker durch ein Resozialisierungsprojekt für junge Männer als durch die alten Kelten ausgelöst wurde. Der Verein hat eine lange Bildstrecke vom Bau des Keltenhauses eingestellt, darunter sind auch ein paar Bilder von den Fernsehaufnahmen des Bayerischen Rundfunks zu sehen.

Wallabschnitt im Westen des Oppidums Finsterlohr-Burgstall

Der Besuch des Bayerischen Rundfunks soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Oppidum zu Baden-Württemberg gehört. Aber mit der Besonderheit, daß die Grenze zu Bayern ganz knapp um einen großen Teil des Oppidums herum liegt, denn das Taubertal unterhalb des Oppidums ist in diesem Abschnitt noch bayerisch.

Überreste eines keltischen Zangentors

Wir sind seinerzeit von einer Fahrt von Würzburg nach München auf bayerischem Gebiet bei der A7-Ausfahrt Bad Windsheim abgezweigt und erst über hügeliges Ackerland und dann stark abschüssig hinunter ins Taubertal nach Tauberscheckenbach gefahren. Von dort ging es hoch nach Burgstall und auf baden-württembergischer Seite weiter in das nahe Rothenburg ob der Tauber. Bei dem, was es zu sehen gibt, ist Rothenburg verglichen mit den Keltenwällen und dem Keltenhaus des Oppidums natürlich der pure Overkill. Ich werde trotzdem meinen Zeitgrenzen treu bleiben und gebe für Rothenburg-Interessenten an Leo Wirths Blogreiter weiter.

Infozentrum Oppidum Finsterlohr-Burgstall, Flachsbrechhütte und Parkplatz

Die eingangs genannte Exkursion zum Oppidum bringt den Rothenburgern und Creglingern wegen dem Startpunkt in Stuttgart wenig. Die Führung der Tour ist aber ein Beispiel für meine Bemerkung im letzten Blog-Eintrag, in welchem Umfang sich bekannte Namen einbringen.

Rothenburg ob der Tauber

Über Prof. Dieter Planck muß ich nichts schreiben, der hat einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Zu Dr. Günther Wieland hatte ich mal zwei Artikel verlinkt, die immer noch zugreifbar sind. Er war auch schon mit Dr. Guntram Gassmann und Ausgrabungen bei Neuenbürg in einer Fernsehsendung - man beachte dazu im Keltenjahr-Programm die Veranstaltungen in Neuenbürg. In Bayern sollte er vor allem durch die „Die Ausgrabung in der Viereckschanze 2 von Holzhausen“ bekannt sein, auf die sehr gute und ausführliche Buchbesprechung von Alexa Weyrauch-Pung habe ich im Blog-Eintrag „Die Viereckschanze 2 von Holzhausen“ hingewiesen.