Freitag, 27. März 2020

Auch was zu Corona

Bei so einem Anlaß will ich etwas allgemein Nützliches an den Anfang stellen und weise auf die BR-Webseiten „Corona-Hilfe: Wichtige Social Media-Gruppen bei Ihnen vor Ort“ und „Auf diesen Plattformen vernetzt sich ganz Bayern zu praktischer Nachbarschaftshilfe“ hin.

Die aktuelle Situation führte in den letzten Tagen sowohl zu vielen Hinweisen auf bestehende online nutzbare Möglichkeiten als auch zu sehr vielen anläßlich Corona neu aufgelegten und in der Regel befristeten Angeboten. Viviane Diederich sammelt derzeit „Links zu Online-Bibliotheken“ und im Weblog Netbib findet man „Kostenlose zusätzliche Kulturangebote“.

Man möge die genannten Links als beispielhaft ansehen und ggf. selbst weiter suchen. Es gibt natürlich eine Vielzahl von Corona-Links, die ich auch in den ersten Abschnitt hätte packen können. Und es gibt auch mittlerweile einige solcher Sammelseiten wie die im zweiten Abschnitt genannten. Und eine Vielzahl von Angeboten, die nicht auf so einer Sammelseite erfasst wurden.

Viviane Diederichs Archäologie-Blog war sowieso schon ein Kandidat für meine „Gemischten Links“. Neben einem Ausgrabungsprojekt im Ackerbürgerhaus in Bärnau ist der Blog der Wechselwirkung von sozialen Medien in der Wissenschaftskommunikation von archäologischer Forschung gewidmet. Man möge bei Interesse dort vorbeisehen und wird dann wegen dieser Wechselwirkung auch gleich Teil des Ganzen werden.

Am letzten Wochenende bin ich der etwas abknickenden Kurve des Robert Koch-Instituts aufgesessen. So ein „Wochenend-Effekt“ mit verzögert eintreffenden Daten war zwar als Erklärung naheliegend, ich wollte aber in so einer brisanten Situation erst einmal nicht daran glauben. Mittlerweile verweist man in der Darstellung auf einen „Übermittlungsverzug“ und zeigt den „Stand gestern“ und die „neu berichteten“ Fälle der vergangenen Tage farblich getrennt an.

Für die fehlenden Datenlieferungen kann der auf der Website genannte Softwarehersteller von Geoinformationssystemen (GIS) Esri nichts. Das ArcGIS im Domain-Namen der Website ist der Oberbegriff für Geoinformationssystem-Softwareprodukte des Unternehmens. ArcGIS kostet, das in meinen letzten „Gemischten Links“ erwähnte QGIS ist eine freie Geoinformationssystemssoftware. Der Risklayer Explorer verweist auf Mapbox und OpenStreetMap. Bei Mapbox wird es etwas kompliziert. Das ist laut Wikipedia „an American provider of custom online maps for websites and applications“ und „the creator of, or a significant contributor to, some open source mapping libraries and applications“. Noch komplizierter war für mich der ArcGIS-Kosmos, als ich mir deren Produktpalette mal anläßlich einer seinerzeit neu angebotenen Coursera-Spezialisierung angesehen habe.

Idealerweise findet man statt mir irgendwo einen GIS-Experten, der einem die Vor- und Nachteile der einzelnen Produktwelten auseinander fieselt. Vermuten können wird man aber schon, daß für eine Nebenher-Beschäftigung ohne besondere Refinanzierungs-Perspektive eine weit verbreitete kostenlose Variante zumindest für den Anfang ganz interessant sein könnte. Im Falle QGIS scheint sich das auch mit der Verwendung in unserem Archäologiesystem zu treffen - siehe die QGIS-Rezensionsangebote der DGUF, die ich in den „Gemischten Links“ erwähnt habe, oder das kostenlose iDAI.tutorial, das die „Pressestelle des Deutschen Archäologischen Instituts“ vor einer Woche angepriesen hat.

Abschließend noch der Hinweis auf den am 2. April beginnenden „zweiten Lauf des MOOC 'Discovering Greek&Roman Cities'“. Der „erste Lauf“ begann im September letzten Jahres, vielleicht findet man Erfahrungsberichte. Ich hatte in seinerzeitigen „Gemischten Links“ auf den MOOC hingewiesen.

Dienstag, 10. März 2020

Gemischte Links

„Wie ist das jetzt eigentlich mit.... - Imbolc?“ ist vor etwas über einem Jahr im Wildschrat-Blog erschienen. Die zeitliche Angabe „vor etwas über einem Jahr“ ist wichtig, weil man da noch den Start der Schneeglöckchenblüte beobachten konnte, die für die Imbolg-Bestimmung wichtig ist. Dafür ist es jetzt zu spät, aber man sieht die Schneeglöckchen wenigstens noch und die erinnern eventuelle Blühstartbeobachtungsinteressenten vielleicht daran, daß sie sich dieses Vorhaben für das nächste Jahr notieren wollten.

Den Wildschrat-Blog habe ich über den Eintrag „Besuch bei der Drei-Bethen-Quelle“ beim Ego-Googeln entdeckt. Bei der Gelegenheit auch die mit ziemlich vielen deutschlandweiten Besuchsberichten sehr durchsehenswert bestückte Godeweg-Website.

Bei mongout geht es nicht um Bezüge zu alten Quellheiligtümern, sondern um „leckere Rezepte zum Kochen und Backen“. Ich schaue da immer rein, wenn etwas Neues vorbeitwittert. Habe auch schon Links intern weitergereicht und im Falle des „Rezepts für mega leckere Burger-Buns (Brioche)“ geht es für mich sogar um einen Zeitsprung, nur halt nicht in die graue Vorzeit bis Spätantike, sondern ich hoffe via Ausprobieren des Rezepts auf ein aktuelles Burger-Level zu kommen. Vor dem Lesen hatte ich nicht mal Kenntniss von den mittlerweile in großer Auswahl erhältlichen Burgerpressen! Die drei genannten Kriterien mögen für eine Erwähnung im Blog hinreichend sein.

Der im Januar empfohlene MOOC „Data Engineering und Data Science – Klarheit in den Schlagwort-Dschungel“ passte so direkt auch nicht zu meinem Blog-Zeithorizont. Indirekt glaube ich schon. Meine Argumentation ist naheliegend: in diversen Institutionen im Umfeld meines Blog-Zeithorizont fallen ja auch viele Daten an. Naja, und vermutlich erwähnt die OpenHPI-MOOCs in dem Umfeld sonst keiner, also muß ich das wohl machen.

Morgen beginnt mit einer „praktischen Einführung in Deep Learning für Computer Vision“ ein vermutlich weniger allgemein zugänglicher Kurs. Als Vorwissen sollte man grundlegende Programmierkenntnisse, vorzugsweise in Python, und Mathematikkenntnisse auf Abiturniveau mitbringen. Einen Kurs zu Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen für Einsteiger, für den man keine Vorkenntnisse benötigt, wird von OpenHPI ab dem 8. September angeboten.

Die DGUF (Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V.) hat aktuell für ihre „Archäologischen Informationen“ die neue Rezensionsrubrik „Archäoinformatik“ (pdf) eingeführt. Bei den Rezensionsangeboten sehe ich derzeit die Stichworte R (Statistik) und QGIS (Geoinformationssystemssoftware).

Für zugleich R- und Archäologie-interessierte Leserinnen und Leser besonders beachtenswert ist das in den Rezensionsangeboten nicht in der Rubrik „Archäoinformatik“, sondern unter „Selfpublisher“ aufgeführte Buch von Frank Siegmund „Statistik in der Archäologie. Eine anwendungsorientierte Einführung auf Basis freier Software“. Das Buch gibt es sowohl käuflich in einer gedruckten Fassung als auch als kostenlos downloadbares pdf der Preprint-Version zusammen mit den Übungsdateien via der Website von Frank Siegmund.

Am letzten Samstag gab es im BR-Wissensmagazin „Gut zu wissen“ schöne Bilder vom Ipf. Wie ich in meinem Text über den den Ipf bei Bopfingen geschrieben habe (die alten Links funktionieren dort aktuell noch), durfte ich den Ipf zwar vom Zug aus sehen, bin aber leider auf dem noch nie herumgelaufen. In der BR-Sendung ging es um einen zur archäologischen Schatzgrube werdenden Brunnenfund. Dazu bietet der BR noch einen einen Tag früher datierten Text an: „Was ein keltischer Brunnen über das Leben der Kelten verrät“. Anlässlich des BRs will ich wieder erwähnen, daß ich unterlegte Links, die nicht mehr funktionieren, bei Gelegenheit gern wieder rausnehme.

Irritiert hat mich das „Superfood der Kelten“ Physalis. Analog meiner Burger-Lücke habe ich auch eine bei Physalis, also ich bin da unsicher. Aber so nach Internet-Recherche könnten die Kelten möglicherweise nur über Physalis alkekengi verfügt haben, die wird hier etwa bei der Deutschen Gesellschaft für Hydrokultur e.V. als Giftpflanze aufgeführt: „Die rote, säuerlich schmeckende Beere dürfte, wenn sie reif ist, ziemlich harmlos sein. Allerdings sind einige Fälle von Kleinkindern mit Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfen bekannt geworden.“ Der Urspung der in die ganze Welt exportierten Kapstachelbeere (Physalis peruviana) soll hingegen in Südamerika liegen.

Donnerstag, 20. Februar 2020

Markt Indersdorf

Am letzten Sonntag hatte ich absehbar in Markt Indersdorf etwas Auslauf und mir für diese Gelegenheit den Bayerischen Denkmal-Atlas angesehen. Dort fällt gleich die auf Markt Indersdorf und das Kloster zulaufende Römerstraße (Denkmalnummer: D-1-7634-0070, „Straße der römischen Kaiserzeit (Teilstück der sog. Isartalstraße)“) und die große Rotfläche im Bereich des Klosters Indersdorf in das Auge. Die Information zur Kloster-Rotfläche ist in ein Bodendenkmal D-1-7634-0086, ein Baudenkmal D-1-74-131-31 und ein Ensemble E-1-74-131-1 unterteilt.

Trasse der ehemaligen Römerstraße in Markt Indersdorf
Trasse der ehemaligen Römerstraße in Markt Indersdorf

Die rote Linie der Römerstraße läuft aktuell im Bayerischen Denkmal-Atlas aus östlicher Richtung durch den Wald und über das Feld links in Foto 1 kommend auf die andere Seite des auf Foto 1 zu sehenden Kreisels zu. Die Römerstraßen-Linie hält sich vom Kreisel aus neben der Maroldstraße bis etwa zum Krankenhaus (etwa beim roten Schild in Foto 2). Ab dem Krankenhaus kommt die Rotmarkierung bis zum Kloster auf der Maroldstraße zu liegen und trifft beim Kloster auf die Zwiebelturm-Ecke in Foto 4, woraufhin noch kleiner Straßenfortsatz nach Südwesten abknickt. Ob das ein Hinweis darauf ist, daß sich hier auch ein römerzeitliches Zentrum befand?

In der Wikipedia ist aktuell ein um 1700 entstandener Kupferstich von Michael Wening eingebunden. Auf dem Kupferstich kann man die heutige Straßenführung der Maroldstraße weg vom Kloster nachvollziehen. In Markt Indersdorf gibt es südlich des oberen Bereichs der Maroldstraße beim Kreisel eine „Römerstraße“ und eine Straße am „Am Keltenhang“. Die „Römerstraße“ liegt ein bisschen unter der Rotmarkierung im Bayerischen Denkmal-Atlas, daß dieser neuzeitliche Name einen lokalgeschichtlichen Bezug hat ist damit klar. Aber da die Rotmarkierung der alten Römerstraße gut zu den Geländeverhältnissen passt, dürften hier auch die alten Kelten „am Hang entlang“ durch sein.

Trasse der ehemaligen Römerstraße in Markt Indersdorf
Trasse der ehemaligen Römerstraße in Markt Indersdorf

Mein Auslauf war zeitlich beschränkt. Ich habe vorab die Fotos von der Klosterkirche gesehen und wäre gerne noch etwas hinein gesessen, das klappt dann ein anderes Mal. Da hätte ich dann aber sowieso keine Fotos machen wollen. Für die im Vergleich zu dem, was man schon im Netz findet, zu erwartendenden Ergebnisse, rentiert es sich vermutlich nicht nachzusuchen, ob man da fotografieren und die Fotos im Blog veröffentlichen darf.

Kloster Indersdorf
Kloster Indersdorf

In das Augustiner Chorherren Museum wollte ich nicht hinein, es hier aber doch durch meine Erwähnung und Verlinkung unterstützen. „Das Augustiner Chorherren Museum wurde im Oktober 2014 eröffnet und wird ehrenamtlich geführt. Das Museum ist einzigartig in der bayerischen Museumslandschaft, deshalb wurde es auch im Jahr 2015 mit dem Bayerischen Museumspreis, den die Kulturstiftung der Versicherungskammer auslobt, ausgezeichnet.“

Zum Museum gibt es einen Audioguide, aus dem man sich einzelne Hörstücke anhören kann: „Audioguide Markt Indersdorf - Hörstücke“. Ich finde die freie Zugreifbarkeit der Hörstücke gut. Dadurch geht kein einziger potentieller Museumsbesucher verloren, es werden nur neue Interessenten gewonnen, die sich Markt Indersdorf, das Kloster oder das Museum einmal selbst ansehen wollen.

Alpenblick über Arzbach und München hinweg
Alpenblick über Arzbach und München hinweg

Abschließend ein Blick über Arzbach und München auf die Alpen. Die an dem Tag mögliche Fernsicht haben wir erst auf der Rückfahrt nach München mitbekommen, als wir über die Kuppe oberhalb von Arzbach sind.

Dienstag, 11. Februar 2020

Hofmarkschloss Pasing

Vom Hofmarkschloss Pasing selbst ist nur noch sehr wenig übrig. Heutzutage dürfte eher die von dem ehemaligen Wasserschloss gebliebene Insel überraschen, die man keine 100 Meter südwestlich des Pasinger Marienplatzes finden kann.

Hofmarkschloss / Wasserschloss Pasing

Das an Stelle des Hofmarkschlosses Pasing auf der Insel sichtbare Gebäude soll laut „Alle Burgen“ aus der Zeit eines Bierausschankes im 19ten Jahrhundert stammen. Vom Hofmarkschloss sind Reste des Unterbaus des Turmes erhalten. Bei „Alle Burgen“ kann man sich Gemälde der Burg ansehen. Via Bildersuche im Netz kann man auch Fotos von den Unterbauresten finden.

Hofmarkschloss / Wasserschloss Pasing

„Alle Burgen“ bietet unterhalb seiner Lage-Information mehrere Kartendienste an. OpenStreetMap scheint mir gerade etwas missverständlich. Der Klostergarten befindet sich nicht auf der Insel, sondern die Insel ist nach meinem aktuellen Stand Teil des Klostergartens der Congregatio Jesu. Läuft man auf der südlich vorbeiführenden Straße „Am Klostergarten“ vorbei oder schaut sich ein Luftbild an, sieht man die schön gepflegten Beete östlich der Insel. Es soll in jüngerer Vergangenheit Gespräche gegeben haben, um die Insel vielleicht allgemein zugänglich zu machen. Ich empfehle bei Interesse selbst wegen der aktuellen Stände nachzusuchen. Ich will eventuelle Entwicklungen hier nicht nicht durch Updates nachvollziehen, sondern lieber ein paar Jahre warten und mir bei späterer Gelegenheit ansehen, was aus der Insel geworden ist.

Hofmarkschloss / Wasserschloss Pasing

Zu der Insel gibt es auf Pasing kreuz & quer in „Ein Spaziergang durch die Pasinger Geschichte“ einen Podcast. Pasing hatte ich anläßlich einer Ausgrabung an der Josef-Retzer-Straße Ecke Georg-Jais-Straße im Blog. Auf Pasing kreuz & quer gibt es zu dieser Ausgrabung eine größere Fotoserie.

Hofmarkschloss / Wasserschloss Pasing

Hinter „Alle Burgen“ steht offenbar sehr viel gute Arbeit. Die „Drehorte und Filmkulissen“ in „Alle Burgen“ habe ich getestet. Mir wurde einmal gesagt, daß Schloss Favorite Drehort von einem Märchenfilm war. Welcher Film das war, kann ich mir natürlich nicht merken. Also frage ich in das Wohnzimmer rüber und kriege die Antwort „Der Froschkönig“. Ich vergleiche mit den „Drehorten und Filmkulissen“ in „Alle Burgen“ und es stimmt!

Hofmarkschloss / Wasserschloss Pasing

Scrollt man beim Hofmarkschloss Pasing in „Alle Burgen“ über die „Lage in“-Onlinekarten hinaus weiter nach unten, dann sieht man eine eingebundene Reliefansicht des BayernAtlasses. Nach eingehender Betrachtung des Inselreliefs kann man diese Reliefansicht in Richtung auf das in meinem letzten Eintrag über die „Grabhügel bei Grafrath“ behandelte Hügelgräberfeld bewegen und sieht, daß man in dem Fall das dort beschriebene Grabhügel-Finde-Problem innerhalb der Waldfläche weitgehend lösen könnte. D.h. dieses Reliefansicht-Angebot sollten wir uns merken, da wird uns tatsächlich manchmal sehr gut geholfen.

Freitag, 24. Januar 2020

Grabhügel bei Grafrath

Nach den beiden Keltenschanzen Holzhausen 1 und Holzhausen 2, wo wir beim Hinlaufen die Trasse einer ehemaligen Römerstraße kreuzten, haben wir im August 2018 auch noch ein Hügelgräberfeld südlich von Grafrath besucht.

Grabhügel bei Grafrath

Im Bayerischen Denkmal-Atlas hat das Bodendenkmal die Nummer D-1-7833-0022 und ist mit „Grabhügel mit Bestattungen der Bronzezeit, der Urnenfelderzeit, der Hallstattzeit sowie der frühen und mittleren Latènezeit.“ beschrieben. Am besten sieht man sich die große Rotfläche einmal im Bayerischen Denkmal-Atlas an.

Grabhügel bei Grafrath

Die große Rotfläche verbunden mit der dünnen Beschreibung verheißt hinsichtlich dem Aspekt „Informationssystem für die Bevölkerung“ nichts Gutes. Große Teile der Rotfläche sind offenbar schon länger als Äcker in Bearbeitung. Da gab es vielleicht Lesefunde oder aus Luftbildern erkennbare Grabhügel? Über den „Denkmal-Atlas“ erschließt sich weder, weshalb die Rotfläche so ausgedehnt ist, noch ob es weiterführende Literatur zum Hügelgräberfeld oder Funde daraus gibt. Und wenn es Funde aus dem Hügelgräberfeld gibt, kriegt man über den Denkmal-Atlas nicht mit, ob und wo man sich die ansehen kann. Ein nicht rot unterlegter Sportplatzbereich ist in die Rotfläche eingeschoben. Wurde dieser Bereich archäologisch untersucht und deshalb herausgenommen? Was waren die Ergebnisse? Sportflächen kenne ich immer mit Erdarbeiten, irgendwo ist etwas Aufgeschüttetes. Gibt es auch Aufschüttungen in der Rotfläche am Rand der Sportflächen, die Grabhügel sind? Kann man nicht wissen, da die Grabhügel innerhalb der Rotfläche nicht markiert sind.

Grabhügel bei Grafrath

Gut, ich will nicht weiter dramatisieren. Laut Wikipedia soll es hier ca. 250 Grabhügel geben. Da gehen zwar für uns die nur via Luftbild erkennbaren eingeebtneten ab. Aber es bleiben genug übrig, um im weniger gestörten Waldbereich der Rotfläche in allen Erhebungen Grabhügel sehen und hoffen zu können, daß das einigermaßen stimmt.

Grabhügel bei Grafrath

Wir sind von Mauern aus in Richtung Grafrath gefahren und haben in dem nach rechts führenden Waldweg innerhalb der Rotfläche kurz vor den links beginnenden Sportplätzen geparkt. Die Fotos sind in dem Waldstück nördlich dieses Waldweges entstanden. Ich vermute, daß Stephan Gröschler seine Grabhügel innerhalb der Rotfläche weiter südlich gefunden hat.

Grabhügel bei Grafrath

Ich hatte für unsere Tour das Hügelgräberfeld zwar vorbereitet, aber nachgeordnet. Ehrlich gesagt hatte ich dadurch nicht mitbekommen, daß wir ein ziemlich prominentes Gräberfeld ansteuerten. Wesentlich mehr Zeit verwendete ich für die Vorbereitung der Sunderburg, die wir dann vor Ort gestrichen haben. Um sich mehrere Anfahrten zu sparen, ist es eine verständliche Strategie, erst mal viel abzuklappern um dann später einmal dorthin wiederzukommen, wo es einem am besten gefallen hat. Das beißt sich aber damit, daß so eine Art „Binge Watching“ da bei uns nicht so funktioniert. Eher sind die interessanten Orte, zu denen man wiederkommen will, jeweils wie ein Kinofilm, nach dem man erst einmal nicht mehr so aufnahmefähig ist.

Grabhügel bei Grafrath

In unserem Fall hatten sowohl die Keltenschanzen mit Römerstraße als auch das Grabhügelfeld so eine Kinofilmqualität, und ich zweifle nicht, daß das für die Sunderburg auch gegolten hätte. Wahrscheinlich kann man dem mit einer längeren Wanderung oder einer Radtour besser gerecht werden, wo man zwischendrin Abstand gewinnen und gleichzeitig ein besseres Gefühl für die Umgebung der Orte bekommen kann. Bei den Keltenschanzen ginge ein Rundweg unter Einbezug der Römerstraße, die Sunderburg und das Grabhügelfeld könnte man in eine Radtour ab den naheliegenden S-Bahnhaltestellen einbinden.

Grabhügel bei Grafrath

Die Ecke in der ich fotografiert habe, hatte etwas mystisches. Würde ich in der Gegend wohnen und jede Woche auf einem Radrundkurs an der Stelle vorbeikommen, würde ich vermutlich jedes Mal absteigen und ein paar Minuten da herumlaufen. Da bin ich ganz bei Stephan, der seine Website über „kraftvolle Orte“ aufgezogen hat. Anderseits kenne ich den hier im Blog schon erwähnten Totenmannstein schon seit meiner Kindheit, und in meiner ersten optischen Erinnerung an ihn steht er noch in strahlendem Sonnenschein am Rande einer kleinen Lichtung, das kann man sich heute garnicht mehr vorstellen. Also es ist schön, wenn diese Bodendenkmäler viele weitere Jahre erhalten bleiben, aber die Sache hat sehr starke dynamische Aspekte.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Mal wieder was zu den MOOCs

Die Theorie findet eine lange Blog-Pause ganz schlecht. Egal über was man schreibt, es sollte regelmäßig und häufig geschehen. Dem kann ich nicht widersprechen: bei kurzen Abständen gehen automatisch die Zugriffszahlen hoch, bei einer langen Blog-Pause massiv runter. Und wer weiß, wieviele Leser ich mit so langen Pausen schon ganz vergrault habe. Einer meiner Vorsätze für das Neue Jahr war deshalb: ich will versuchen, 2020 in etwa einen Zweiwochenrhythmus zu halten! Mal sehen, ob es klappt.

In den letzten Wochen habe ich zwar immer wieder an etwas herumgetextet, aber den Text auch immer wieder liegen gelassen und ihn dann umständehalber aus dem Fokus verloren. Ich schiebe jetzt einen kurzen Blick auf die MOOCs ein. Da geht es nur um wenige Beispiele und ich will auch nicht groß weiter recherchieren, sonst wird der Text auch nicht fertig und ich lasse ihn ebenfalls zur späteren Bearbeitung liegen.

Der Anlaß ist auch zeitkritisch. Gestern hat der Online-Kurs „Data Engineering und Data Science – Klarheit in den Schlagwort-Dschungel“ begonnen. Wer ein Zeugnis oder ein qualifiziertes Zertifikat mit bester Punktzahl haben will, sollte sich wegen den wöchentlichen Hausaufgaben in den nächsten Tagen für eine Teilnahme entscheiden.

Ich halte den Kurs für sehr empfehlenswert. Die behandelten Schlagworte werden wir noch wesentlich öfter zu hören bekommen. Diese Schlagworte sind relevant, da einerseits immer mehr Daten gesammelt werden und anderseits immer mehr Personen und Softwareprogramme unterwegs sind, die mit diesen Daten umgehen können. Laut dem Informations-Video des OpenHPI-Kurses will der Kurs einer breiteren Öffentlichkeit allgemeinverständlich die Schlagwörter erklären. Ich habe das Vertrauen, daß das auch klappt - die Qualität der OpenHPI-Kurse ist üblicherweise sehr gut.

In den 1980ern gab es noch Funkkollegs mit jährlich wechselnden Themen, zu denen es wöchentliche Radiosendungen, Studienbegleitbriefe und Prüfungen gab. Ich wurde damals mittels Gotischen Kathedralen in ein Funkkolleg Kunst gelockt. Beim schnellen Quer-durch-die-Kursanbieter-gucken habe ich jetzt mitbekommen, daß Coursera einen MOOC zum Thema „Age of Cathedrals“ anbietet. Der Kurs kostet sicher viel Zeit und ist nicht so vernünftig wie Data Engineering, so etwas sollte ich mir eigentlich nicht erlauben. Aber wäre es nicht viel schlimmer, wenn Coursera den Kurs löschen würde, ohne daß ich in ihn hineingesehen hätte?

In den damaligen Funkkolleg-Zeiten boten die großen Volkshochschulen Begleitkurse an. Im Nachhinein bedaure ich, daß ich den Begleitkurs zum Funkkolleg Kunst nicht besucht habe. Ich hätte Gleichgesinnte treffen können, ein guter Kursleiter hätte uns auf lokale Beispiele hinweisen können, das Gelernte wäre vermutlich deutlich nachhaltiger gewesen.

Die Funkkollegs waren seinerzeit ein relativ großes Rad, das die Rundfunkanstalten gedreht haben. Über die dadurch erreichten Zahlen - die Wikipedia gibt für das Kunst-Funkkolleg 41412 Teilnehmer an - funktionierten die lokalen VHS-Begleitkurse. In MOOC-Zeiten haben wir nun etwa die Meetups - wobei anscheinend die guten Zahlen nicht über bestimmte MOOCs, sondern eher über bestimmten Themen oder Kursplattformen zustande kommen (ich sehe da gerade „DataLovers“ und „Udacians“).

In MOOCs selbst gab es zwar auch schon das selbstorganisierte Zusammenfinden von lokalen Gruppen, aber die verteilten sich weltweit und da blieb für deutsche Standorte in der Regel wenig übrig. Mittlerweile ist das Zusammenfinden aus den MOOCs heraus vermutlich noch schwieriger geworden. Es scheint die Riesenschübe nicht mehr zu geben, bei denen 100000 Leute gleichzeitig anfingen die Androidprogrammierung lernen zu wollen. Außer, daß nicht mehr so ein Stau der Willigen vorhanden ist, werden Kurse häufig entweder „self-paced“ oder in sehr kurzen Abständen angeboten, so daß dieses selbstorganisierte lokale Zusammenfinden weniger nutzbringend geworden ist.

Wie dem auch ist - wenn derjenige, der die Kursinhalte anbietet, sich vor Ort befindet, wäre es natürlich sehr interessant, wenn er etwas direkter und nicht nur via dem MOOC-Anbieter zugreifbar wäre. Ich will hier das Beispiel „Organising an Empire: The Assyrian Way“ von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) nennen. Als Universitätsfremder dürfte man Schwierigkeiten haben, an der Uni an zum Thema Assyrer gehörenden Veranstaltungen teilzunehmen. Da wäre vermutlich selbst ein guter Student aus dem engeren Kreis an der LMU als VHS-Kursleiter sehr hilfreich. Via VHS könnte man Zusatzinformationen aus LMU-Vorlesungen weitergeben oder Universitätsfremden erläutern, wie sie etwa via Internet oder Bayerischer Staatsbibliothek oder was auch immer an weitere Informationen über die Assyrer kommen.