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Mittwoch, 15. Oktober 2025

Der Kurs „Python for Beginners“ hat begonnen

Am 8. Oktober 2025 startete der in meinem letzten Blogeintrag empfohlene Kurs „Python for Beginners“ bei OpenHPI. Das Kursmaterial ist gegenüber dem mir schon bekannten Python-Einführungskurs der Referenten Christian Drumm und Stephan Jacobs bei openSAP von 2022 neu ausgearbeitet, aber das grundlegende Schema scheint mir sehr vergleichbar geblieben zu sein.

Das Kursmaterial der zweiten Woche wurden heute (15. Oktober) freigegeben. Die Aufgaben, für die in der ersten und in der zweiten Kurswoche Punkte für den Leistungsnachweis vergeben werden, sind bis 24. Oktober zu erledigen. Man hat also für die erste Woche eine verlängerte Frist und kann auch noch in der nächsten Woche ohne zwangsläufigen Punktverlust in den Kurs einsteigen.

Der Kurs sorgt für ein notwendiges Python-Basiswissen und übt dieses Wissen mit zahlreichen meist sehr kleinen Programmieraufgaben ein. Das über den Kurs hinaus angestrebte Ziel ist, daß man möglichst viel und regelmäßig programmiert. Wenn man nicht mehr in einer Programmiersprache programmiert, ist es ziemlich normal, daß man sich irgendwann nicht mehr so gut an die syntaktischen Spezialitäten der Sprache erinnert. Aber wenn man die Herangehensweise an eine Aufgabe mehrfach geübt hat, kann man sich auch schnell wieder in die seinerzeit verwendeten Sprachmittel einlesen und auch schneller verstehen, wie man die Aufgabe in einer anderen Sprache löst.

Wie schon in meinem ersten Text erwähnt, setzt man auf Python und Jupyter Notebooks auf, beides ist also zu installieren. Das wird auch in einem vorangestellten Welcome-Teil erläutert und man darf im Forum nachfragen, wenn etwas nicht funktioniert. Für die bepunkteten Programmieraufgaben muß man nichts installieren, da klickt man sich einfach in ein vorbereitetes Umfeld bei CodeOcean ein. Dort darf/soll man ebenfalls bei Problemen fragen, in dem Fall richtet sich die Frage an die Lerngemeinschaft. Mit ihrer Aufgabe fertig gewordene Kursteilnehmer kriegen dann ab und zu noch eine Frage eines anderes Kursteilnehmers an die Gemeinschaft angezeigt, die sie beantworten können. Man sollte solche Möglichkeiten nutzen. Es mag Holprigkeiten geben, unter denen alle leiden, oder Unverständlichkeiten, die auf der Verwendung von für Anfänger schwer verständlichen Formulierungen beruhen.

Der Kurs legt zwar wie gesagt Grundlagen, die können aber schon zu sehr mächtigen Ergebnissen führen. Man kann das selbst sehen, wenn man die mittlerweile auf der Kurswebseite veröffentlichten „Course Contents“ gegen die passive Stimmung am Ende der dreiteiligen Doku „Die Odyssee der Zahlen“ hält. In der Doku wird abschließend ein Verschwinden der Zahlen so wie wir sie kennen für denkbar gehalten. Die Zahlen werden für uns verarbeitet, wir können sie zunehmend weder wie früher selbst nutzen noch mit ihnen umgehen.

Im Kurs beschäftigt man sich in der ersten Woche mit „variables, input/output, data types, and conditional statements“, also wie gelange ich zu einem einzelnen Wert, wie wird er im System aufgenommen, wie verarbeite ich den, frage ihn ab? In Woche 2 geht es mit „Lists and Loops“ potentiell schon um die in der Doku passiv erlebte Massendatenverarbeitung. Man packt seine Daten in Listen, gegebenenfalls in Listen von Listen und arbeitet die dann in Schleifen über die Listen ab, gegebenenfalls in verschachtelten Schleifen. „Complex Data Types“ in der dritten Woche verfeinert die Frage, wie man seine Daten darstellt, beispielsweise könnte man Namen mit Telefonnummern zusammenfassen wollen. „Reading and Writing Data“ in der vierten Woche gibt eine Vorstellung, wie man externe Massendaten in sein Programm einlesen, sie ändern und wieder speichern kann. Die „Functions“ in Woche 5 zeigen, wie man seine verarbeitenden Programme zusammenfassen kann. Seine Einzel- oder Massendaten übergibt man dann seiner selbsterstellen Function. Diese selbsterstellen Functions bereiten auf die in der letzten Kurswoche behandelten „Libraries“ vor. Bei größeren Programmieraufgaben werden regelmäßig „Libraries“ eingesetzt werden. Unzählige Libraries sind im Python-Universum für unterschiedlichste Einsatzzwecke verfügbar und können in das eigene Programm eingebunden werden. Sie stellen ihre Funktionalität durch zahlreiche aufrufbare Functions zur Verfügung, die man nach dem in der fünften Woche bekanntgemachten Schema nutzen kann.

Freitag, 26. September 2025

„Python for Beginners“

Die MOOC-Plattform OpenHPI bietet ab 8. Oktober 2025 eine kostenlose 6-wöchige Einführung in die Programmiersprache Python für Programmieranfänger an („No prior programming experience required“). 2022 habe ich auf openSAP an einem gleichnamigen Kurs der beiden Referenten teilgenommen. Den Kurs fand ich sehr gut und empfehlenswert und will deshalb wegen dem Bedarf an Python-Kenntnissen auf ihn hinweisen.

Vor einem Jahr hatte ich im letzten Abschnitt von „Der Oberhachinger Kyberg“ einen Hinweis auf einen startetenden openHPI-Python-Kurs in einem Blog mit zeitlichem Schwerpunkt von grauer Vorzeit bis Spätantike mit der Wichtigkeit von Python für die Digital-Humanities-Leute motiviert. Im Grunde sind aber der Phantasie über die Einsatzmöglichkeiten von KI-Anwendungen auf Basis von künstlichen neuronalen Netzen keine Grenzen mehr gesetzt. Und die zugehörigen Bücher über Maschinelles Lernen scheinen alle die notwendigen Algorithmen mit Python zu illustrieren. Man kann einwenden, daß die KI die menschliche Programmierkunst überflüssig machen könnte. Aber zum einen sind solche KI-Grundlagenbücher darauf ausgelegt, mittels den Algorithmen überhaupt zu verstehen, wie die KI funktioniert. Zum anderen programmiert man derzeit noch mit der KI, und das wird bei derzeit erscheinenden Bücher über das Thema gern auch wieder anhand von Python gezeigt.

Wenn man also eine Programmiersprache lernen will und keine Gründe für eine andere Programmiersprache hat, kann man mit Python nicht viel falsch machen. Und da es im Kurs „Python for Beginners“ um die Grundlagen geht, wird man da nur Sachen lernen, die man später immer wieder in den Programmen sehen wird. Das „In this course, we’ll use Jupyter Notebooks to teach Python“ in den aktuellen Kursinformationen bedeutete 2022, daß das im Vortrag vorgestellte Python mit Jupyter Notebooks näher erläutert wird. Jupyter Notebooks dienen dabei als Entwicklungsumgebungen, mit denen die Effekte der vorgestellten Operationen gut gezeigt und von den Kursteilnehmern über heruntergeladene Notebooks nachvollzogen werden können. Wegen der guten Kombinierbarkeit von Dokumentation und Code und der leichten Austauschbarkeit der Notebooks begegnet man Jupyter Notebooks auch in professionellen Umgebungen, sie sind etwa wie in den Kursinformationen beschrieben ein „tool of choice for data scientists“.

Mit sechs Wochen sind wie üblich ein paar Stunden pro Woche für die Vortragsvideos und die Programmieraufgaben gemeint. In meinem Leistungsnachweis wurden mir „5-7 hours of learning effort per week“ bescheinigt. Für reine Programmieranfänger habe ich den Kurs damals eher als happig empfunden. Wer sich wirklich ohne Programmiererfahrungen durchgekämpft hat, hat meinen Respekt. Mit Internetquellen oder einem Einführungsbuch und etwas mehr Zeitaufwand sollte es aber machbar gewesen sein. Das schnelle Punktesammeln auf den letzten Drücker (Abgabezeitpunkt) war aber auch mit viel Programmiererfahrung riskant, man konnte gern mal wegen unbekannten Eigenheiten längere Zeit hängen bleiben und nicht das gewünschte Ergebnis bekommen.

Das gewünschte Ergebnis zählte dann, da war die Bewertung ziemlich menschenprogrammiert und wollte nicht die Eleganz der Ausführung berücksichtigen. Man holte sich diese Programmierpunkte für den Leistungsnachweis über eine eigene Webplattform, in der man entweder direkt die notwendige Programmsequenz entwickelte oder sie aus Jupyter Notebook herüberkopierte und dann in der Webplattform startete und bewerten ließ.

Montag, 23. September 2024

Der Oberhachinger Kyberg

.. ist nicht so bekannt, wenn ich nach einem seit 60 Jahren im Raum München lebenden Freund der Familie gehe. Dem hatte ich am Freitag Grüße vom Oberhachinger Kyberg geschickt. Nach seiner Antwort schickte ich gleich die Entwarnung hinterher: der Kyberg ist nur so hoch wie es auf den beigefügten Fotos aussieht. Die alten Kelten mußten hier aber einen „Herrenhof“ bauen und ich jetzt zu dem Herrenhof die Informationstafel durchlesen.

Blick vom Oberhachinger Kyberg

Tatsächlich wird es vorzeitlich ganz interessant gewesen sein, hier den Geländesporn oberhalb des Hachinger Bachs zu besetzen. Der Geländesporn hat zwei leichter zu verteidigende Seiten. Man sieht was in der Umgebung vor sich geht und man kann besser seinen Herrenhof präsentieren. Es wird aber etwas gekostet haben, denn für die später um den Kyberg herum entstandenen Keltenschanzen brauchte man keinen erhöhten Geländesporn mehr. Und die noch später entstandene Kette der Römersiedlungen entlang des Hachinger Bachs arbeitete sogar sehr eng mit dem Bach zusammen, wie eine in Altperlach im Gelände dokumentierte Ausgrabung eines römischen Mühlkanals belegt.

Mein Fotografenstandort beim Blick vom Kyberg befand sich ein paar Meter hinter dem Oberhachinger Rathaus. Ich war früher häufiger im Bereich der Oberhachinger/Deisenhofener Keltenschanzen unterwegs, jetzt schon lange nicht mehr. Meine Freitagstour war nur als lockere Vorbereitungsfahrt bis zur Kyberg-Informationstafel für spätere Touren zu meiner Hachinger-Bach-Serie gedacht. Ich wollte an dem Tag nicht noch rechts im ersten Bild runter um nach der Quelle des Hachinger Bachs zu suchen, sondern bin nach links hinten und unter der Haltestelle Deisenhofen durch wieder heimgeradelt.

Informationstafel beim Rathaus auf dem Kyberg in Oberhaching

Die fotografierte Informationstafel wurde zusammen mit einigen weiteren Informationstafeln neu aufgestellt und erst im August breiter publik gemacht. Wer sich für geschichtliche Oberhaching-Touren kundiger machen will, mag sich via dieser Oberhachinger Website, der OHA App oder dem Bayerischen Denkmal-Atlas weiter informieren. Auf der Oberhachinger Website werden die weiteren Standorte der Informationstafeln angegeben.

Informationstafel beim Rathaus auf dem Kyberg in Oberhaching

Die im Zusammenhang mit dem Heimatmuseum Unterhaching erwähnte „Hachinger Bach“-App böte ebenfalls Anregungen, weil sie den Hachinger Bach übergreifend behandelt und weit in das an Oberhaching anschließende Gleißental heineinführt.

Informationstafel beim Rathaus auf dem Kyberg in Oberhaching

In meinen letzten „Gemischten Links“ hatte ich auf einen Kelten-Vortrag in Oberhaching und einen „Kelten-Römer-Tag für die ganze Familie“ bei der Keltenschanze im Lanzenhaarer Feld hingewiesen. Der Vortrag fand statt, der Kelten-Römer-Tag fiel starkem Regen zum Opfer und soll im nächsten Jahr stattfinden.

Noch ein Hinweis auf den Beginn des kostenlosen openHPI-Kurses „Python – schnell und intensiv Programmieren lernen“ am 2. Oktober. Der Hinweis klingt jetzt vielleicht nicht so zum Zeitspektrum des Blogs passend, aber Python ist beispielsweise für viele Digital-Humanities-Leute schon wichtig und deren Themen passen schon öfters zu meinem engeren Blogbereich.

Donnerstag, 25. Januar 2024

openHPI Winter School

Ende November 2022 wurde ChatGPT veröffentlicht und brachte einen riesigen Durchbruch für die Künstliche Intelligenz (KI). Getragen wurde dieser Durchbruch von einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, der generativen Künstlichen Intelligenz. Die zugrundeliegenden Technologien dieses Teilgebiets der Künstlichen Intelligenz waren zwar weitgehend schon bekannt, die vor ChatGPT vorgestellten Vertreter aber bei weitem nicht so überzeugend wie dann ChatGPT.

Der Durchbruch hatte also einen zeitlichen Vorlauf. In diesem zeitlichen Vorlauf bot das openHPI, die MOOC-Plattform des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), 2020 den Kurs „Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für Einsteiger“ und 2021 den Folgekurs „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen in der Praxis“ an. Der Folgekurs vertiefte die Inhalte des Einsteigerkurses mit praktischen Anwendungsbeispielen.

Konkret auf „die rasante Entwicklung generativer KI-Systeme wie ChatGPT, DALLE und Midjourney“ reagierte openHPI zur Jahresmitte 2023 mit dem Kurs „ChatGPT: Was bedeutet generative KI für unsere Gesellschaft?“ . Für diesen Kurs wurde die Kenntnis der Inhalte des Kurses „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen für Einsteiger“ von 2020 empfohlen.

Zudem gab es 2023 einen Kurs „KI und Datenqualität - Perspektiven aus Data Science, Ethik, Normung und Recht“. Die Relevanz des Themas zeigen Medienberichte der letzten Wochen, in denen es um die Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke als Trainingsmaterial für die generative KI ging und um deren Rückgewinnbarkeit aus trainierten KI-Systemen.

openHPI bietet diese vier zusammenpassenden Kurse nun im Rahmen einer openHPI Winter School an. Bis 31. März 2024 kann man die Kurse wieder mit Prüfung und Leistungsnachweis abschließen. „Bei erfolgreichem Abschluss eines Kurses erhalten Sie zusätzlich einen Leistungsnachweis und Open Badge für die openHPI Winter School.“

Die Kurse gehen jeweils über vier Wochen, wobei als Aufwand für jede Woche 3-5 bzw. 3 - 6 Stunden angegeben wird. Die Kurssprache ist jeweils Deutsch. Üblicherweise sind die openHPI-Kurse nach ihrem Ablauf für das Selbststudium weiter zugänglich. Man kann sich dazu kostenlos anmelden. Man kann sich aber auch viele der openHPI-Lehrvideos ohne Anmeldung ansehen, in dem man sich einfach via dem oben links bei den Kursen zu sehenden Auswahlpunkt „Lernmaterial“ zu ihnen durchklickt.

Unter der Vielzahl von Angeboten sich in die generative KI einzuarbeiten halte ich dieses Kurspaket schon für eine überlegenswerte Option. Die Prüfungen mit Leistungsnachweisen wieder zu ermöglichen steigert die Verwertbarkeit gegenüber Dritten. Ein kleines Video mit Erläuterungen zur Winter School wäre aber ganz hilfreich gewesen. Die Auswahlkriterien für die Kurse sollte man sich nicht selbst zusammenreimen müssen. Im Video hätte man etwas zu den Modalitäten der Winter School und über die Auswahl der Kurse sagen können. Interessant wäre dabei auch die openHPI-Sicht auf nicht ausgewählte Kurse, etwa den eigentlich auch gut zur generativen KI passenden Kurs „Praktische Einführung in Deep Learning für Computer Vision“ von 2020. Oder ein kurzes Eingehen auf die Stellung der Winter School in Bezug auf die weiteren openHPI-Entwicklungen. Der frisch hinzugekommene Kurs „Understanding Embeddings for Natural Language Processing“ wirkt auf mich wegen der aktuell angegebenen Kurslaufzeit bis 30. Juni 2025 und den aktuell sehr wenigen Kursinhalten sehr mysteriös. Wenn da Substanzielleres anstünde, sollten aber der Embeddings-Kurs und der Zusammenhang mit dem KI-Servicezentrum Berlin Brandenburg schon ein paar Worte wert sein.

Abschließend noch der Hinweis auf den KI-Campus, „die Lernplattform für Künstliche Intelligenz mit kostenlosen Online-Kursen, Videos und Podcasts zur Stärkung von KI- und Datenkompetenzen“ mit der Vision „Eine KI-kompetente Gesellschaft“ und der Mission „Wir stärken KI-Kompetenzen durch kostenlose, digitale Lernangebote für alle“ . Eine zu wenig bekannte Möglichkeit seine KI-Kompetenz zu verbessern, man sollte mal in den Angeboten herumstöbern. Und bis 29. Februar 2024 wird das Weitersagen sogar durch eine Empfehlungsaktion mit Gutscheinverlosung belohnt.

Freitag, 18. Juni 2021

Process Mining

Das „Data Mining“ hatte ich schon letztes Jahr in einem Blogeintrag über die Künstliche Intelligenz erwähnt. Die Wikipedia meint, es handelt es sich bei der Bezeichnung um einen „misnomer“, weil es beim Data Mining nicht um den Abbau von Daten, sondern um das Entdecken von Mustern in Daten geht. Ich hatte Anwendungsbeispiele wie die Warenkorbanalyse und die Kundensegmentierung genannt. Bei der Warenkorbanalyse wäre der Klassiker für ein entdecktes Muster die Erkenntnis, daß der Kauf von Artikel X häufig im Zusammenhang mit dem Kauf von Artikel Y steht. Bei der Kundensegmentierung entsprächen den erkannten Mustern die aus den vorhandenen Kundendaten erkannten Kundengruppen und Angaben, mit welchen Merkmalen sich diese Gruppen voneinander abgrenzen lassen.

Die Wikipedia sortiert Data Mining lesenswert in eine größere zeitliche Entwicklung ein. Aus der Formulierung, daß um 1990 die Bezeichnung „Data Mining“ in der „database community“ auftauchte, möge man aber nicht schließen, daß seinerzeit hierzulande schon eine größere Zahl von Datenbankleuten mit dieser Bezeichnung etwas anfangen konnte. Eine „breitere Bekanntheit“ dürfte erst mit einem Artikel wie „Schwarze Magie - Knowledge Discovery: Suche nach verborgenen Schätzen“ in der iX vom August 1997 begonnen haben. Die Bezeichnung „Knowledge Discovery“ wurde in diesem Artikel synonym zu „Data Mining“ verwendet. Im Artikel wurde als Anlaufpunkt im Netz die Website www.kdnuggets.com genannt. Die spielt heute noch eine prominente Rolle. Und die „Nuggets“ bringen auch gut auf den Punkt, was man in den Daten sucht.

Ich hatte letztes Jahr erwähnt, daß bei meinem Erstversuch mit dem Algorithmus für die Warenkorbanalyse ausschließlich uninteressante Regeln herauskamen. Als Testdaten hatte ich aber auch nur wenige hundert Datensätze verwendet. Ein geeigneteres Biotop für solche Algorithmen dürften stattdessen die immensen Mengen von Verkaufsdaten derjenigen Firmen gewesen sein, die damals in großem Umfang versuchten ihre Kundschaft mit Kundenkarten zu beglücken. Man sollte in solchen Firmen auch an das direkte Umfeld um die Datenanalyse herum denken. Es mußten damals Personen involviert gewesen sein, die sich über Änderungen bei den Angeboten Gedanken machten, damit sich die Datenanalysten auch lohnten. Das Management mußte wissen, um was es geht und hinter der Sache stehen. Man kann zu dem großen Rad, das sich damals zu drehen begann, auch die Welt außerhalb der direkt betroffenen Firmen hinzunehmen, die sich mittels Artikeln darüber informierte, was man mit so großen Datenmengen machen kann.

Wie auch schon erwähnt, ist der Einstieg in das Data Mining aber relativ einfach. Damals schon hatte ich eine Demodiskette mitbekommen, bald darauf konnte man ganze Anwendungspakete herunterladen. Ich könnte mir vorstellen, daß man bei passender Datenlage selbst mit schnell erworbenen Data-Mining-Fähigkeiten Anfangserfolge erzielen kann. Man hat ja professionelle Algrorithmen zur Verfügung. Für einen substanzielleren Schritt in die Zukunft müßte aber aus meiner Sicht schon ein irgendwie ausgestaltetes größeres Rad gedreht werden. Ich weiß nicht, wie da die Aussichten in meinem bebloggten Bereich sind. Hinsichtlich dem Interesse drumherum ist für mich ein frühes virtuelles Museum ein Menetekel. Man könnte auf eine Vorreiterrolle stolz sein und versuchen darauf aufzubauen, aber dieses virtuelle Museum hing schon vor Jahren in den Seilen, momentan ist es anscheinend gar nicht mehr erreichbar. Vor Jahren hatte ich schon das Gefühl, daß dieses Projekt niemand mehr von dem Museum, dem es zugeordnet war, kannte. In diesem Sinne fände ich jedenfalls ganz interessant, etwas über die Resonanz von anderen Museen auf ein Projekt des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) mit dem Museum Barberini zu erfahren. Es gibt zum Projekt einen sehr hörenswerten Podcast „Wie Museumserlebnisse dank Daten-Analysen verbessert werden können“. Das Museum Barberini hatte hier zwar gegenüber anderen Museen den Vorteil des kompetenten und sehr arbeitsstundenintensiven Anschubs durch das Hasso-Plattner-Institut (HPI). Anderseits sind die Ergebnisse auf Github offen gelegt. Andere Museen könnten da reinsehen und darauf aufbauen.

Ab Minute 7:37 geht es im verlinkten Podcast um die Museumsapp des Museums Barberini, die auch als Audioguide nutzbar ist und mit der man dann sehen kann, wie die Leute durch das Museum laufen und wie lange sie wo stehen bleiben. Abstrahiert gesagt erhält man durch die Museumsapp ein Event-Log und kann dieses mittels Process-Mining-Algorithmen auswerten. Wesentlich ist da die Orientierung an dem Prozess, für dessen Event-Log man ggf. auf unterschiedliche Quellen zugreifen muß. Im Falle des Prozesses „Museumsbesuch“ reichen die über die Museumsapp erhaltenen Daten. Bei einem Geschäftsprozess, der mit einem Posteingang beginnt und mit einer Sachbearbeitung weitergeht und zu einem Antwortschreiben oder einer weiteren Bearbeitung führt, müßte man auf unterschiedliche Quellen zugreifen. Man kann dann aus dem Event-Log wie für die Museumsapp beschrieben verfolgen, wie sich der Prozess in der Praxis abspielt. Je nach Gegebenheiten kann damit Unterschiedliches entdeckt werden. Man wird sich meist vorab überlegt haben, wie die Prozesse verlaufen werden. Durch Auswertungen könnte sich das bestätigen, man könnte nicht planbare Ergänzungen wie etwa Zahlenverteilungen zum Geplanten finden, man könnte aber auch wesentliche Abweichungen entdecken.

Zum Process Mining wird schon länger ein MOOC bei Coursera angeboten. Eventuell ist dieser Kurs in jüngerer Vergangenheit nicht mehr upgedatet worden, denn Wil van der Aalst ist laut Wikipedia nun Professor an der RWTH Aachen und war früher Professor an der Technischen Universität Eindhoven, während Coursera noch die Universität Eindhoven angibt.

Anlaß für diesen Blogeintrag über das Process Mining war aber nun der neue OpenHPI-Kurs „A Step-by-Step Introduction to Process Mining“ von Prof. Mathias Weske und Prof. Henrik Leopold. In den wollte ich aber erst selbst hineinsehen, bevor ich etwas über ihn schreibe. Das habe ich inklusive der Hausarbeiten erst auf den letzten Drücker geschafft. D.h. der Kurs ist seit ein paar Wochen zuende. Das Kursmaterial steht aber weiterhin kostenlos für ein Selbststudium verfügbar.

Den Kurs von Prof. van der Aalst dürfte, falls fehlende Aktualisierungen keine zu großen Schwierigkeiten machen, aus mehreren Gründen die interessantere Option sein: zum einen ist der Lehrumfang deutlich umfangreicher als beim OpenHPI-Kurs (deutlich mehr Lehrmaterial pro Woche und vier statt zwei Wochen Kursdauer). Zum anderen gibt es von Prof. van der Aalst ein Lehrbuch, das auch im OpenHPI-Kurs empfohlen wird.

Hinsichtlich dem OpenHPI-Kurs ist noch seine Nähe zu der Spezifikationssprachen für Geschäftsprozesse „Business Process Model and Notation“ (BPMN) zu erwähnen. Prozesse kann man auf unterschiedliche Weise darstellen. Der Aufwand, sich in die Darstellungsform einzuarbeiten, hält sich für Kurszwecke üblicherweise in Grenzen. Der OpenHPI-Kurs ist bei der Sprache auf BPMN hin orientiert und ergänzt damit eine Reihe von BPMN-Kursen von Prof. Weske, die in den vergangenen Jahren von OpenHPI angeboten wurden und noch für das Selbststudium zur Verfügung stehen.

Dienstag, 8. September 2020

Künstliche Intelligenz

In diesen Tagen erschienen gleich zwei Meldungen über den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Archäologie. In „Künstliche Intelligenz hilft bei der Herkunftsbestimmung“ ging es um die Frage, ob vorgefundener Obsidian aus lokalen oder entfernten Quellen stammt. In „Künstliches neuronales Netz unterscheidet altsteinzeitliche Werkzeugsets“ um die Unterscheidung von afrikanischen Werkzeugsets der mittleren und späten Steinzeit. Ein paar Monate ältere Meldungen handelten von mit „tiefem Lernen“ entschlüsselter Keilschrift und von einer durch maschinelles Lernen ermöglichten zuverlässigen Klassifizierung von Paläofäkalien.

Bleibt die Künstliche Intelligenz oder geht sie wieder weg wie bald das Internet?? Und mit dem Intelligenz-Begriff komme ich für so etwas überhaupt nicht klar!? — Ich habe den zweiten (!) KI-Winter um die 1990er herum in der zweiten Reihe miterlebt. Ein früherer Kommilitone hatte da noch nicht so lange in der deutschen Niederlassung der im eben unterlegten Wikipedia-Artikel genannten Firma Symbolics gearbeitet (diese Firma hatte Ende der 1980er noch Kultstatus!) und hat mir in der Zeit gesagt, daß man „Künstliche Intelligenz“ jetzt nicht mehr sagen darf, das heißt jetzt „Wissensbasierte Systeme“. Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ war allerdings auch in den Hype-Zeiten zuvor immer mal wieder in der Kritik. Was ist überhaupt Intelligenz? Und soll das jetzt, was die Maschine produziert, Intelligenz sein? In diesen Jahren gab es auch ein „Funkkolleg Psychobiologie: Verhalten bei Mensch und Tier“. Eine Orientierung am Verhaltens-Begriff hätte ich damals für treffender gehalten, also vielleicht so etwas wie „Intelligentes Verhalten“ - man kam ja immer nur in irgendeiner Verhaltensecke ein Stück weiter. Aber AI oder KI sind einfach prägnanter und andere Begriffe mögen zwar treffender gewesen sein, aber wären nicht so gut in den Köpfen der Leute hängen geblieben.

Man beachte dabei auch, daß es Dachbegriffe sind, unter dem sich teilweise recht unterschiedliche Disziplinen versammelten. Also in der künstlichen Intelligenz Ava in Ex Machina würden, wenn sie denn so funktionieren würde, Vorläufer etwa aus den Gebieten Robotik, Maschinelles Lernen, Wissenrepresentation oder Bildverstehen stecken, an denen schon in den 1980er Jahren geforscht wurde. Insofern gab es wie im KI-Winter-Artikel beschrieben in manchen Bereichen zwar massivste Einbrüche. Andere Bereiche sind relativ ungestört weitergelaufen. Die KI war demnach nie weg, selbst als man den Begriff nicht mehr verwenden sollte.

Das in den 1980ern unter dem Dach der KI laufende Maschinelle Lernen galt in den 1990ern zusammen mit der Statistik als Basis des Data Minings und wird seither bspw. für die Warenkorbanalyse oder zur Kundensegmentierung eingesetzt. Der Algorithmus für das zur Warenkorbanalyse genutzte „Association rule learning“ ist relativ eingängig. Den konnte man selbst nachprogrammieren oder auf einer Diskette auf der Systems noch am alten Standort Theresienhöhe mitbekommen oder später in Form von Programmpaketen wie Weka downloaden. Ich habe das „Association rule learning“ seinerzeit mal mit einer Excel-Datei mit passenden Daten ausprobiert und da kamen dann die vorhergesagt eher unintressanten Regeln heraus. Also damit sein Geld verdienen zu müssen, ist vermutlich eine richtig anstrengende Arbeit. Hinsichtlich dem KI-Einsatz markiert aber so ein schneller Einsatz dieser Algorithmen ein unteres Ende – man muß einfach wissen, daß es diese Algorithmen gibt, und sie auf vorhandene Datenbestände anwenden.

Das obere Ende beschreibt der vor drei Tagen erschienen Beitrag „Stockfish 12: das Beste aus zwei Welten“ im Schachmagazin „Perlen vom Bodensee“. Der Artikel handelt von den Auswirkungen des auf künstlichen neuronalen Netzen basierende KI-Programms AlphaZero. Das hatte vor wenigen Jahren eine größere Medienresonanz bekommen, weil es nach relativ kurzem Selbststudium mit einer allerdings riesigen Zahl von Partien Go-Meister schlagen konnte. Nicht so bekannt wurde in der breiten Öffentlichkeit, daß das Programm auch gegen klassisch programmierte Schachprogramme wie das eben im zitierten Titel genannte Stockfish eine „Blutspur“ zog. Man muß sich nun zu solchen Schachprogrammen ein Szene vorstellen, die schon seit Jahrzehnten versucht, jede mögliche Optimierung in ihre Programme aufzunehmen. Und da wurde jetzt wie der Artikel beschreibt bei Stockfish auf die Niederlage gegen die KI reagiert und die zwei Welten wurden vereint. Klassisch programmierte Schachprogramme konnten schon Meister schlagen, der „Perlen vom Bodensee“-Artikel formuliert aber eine neue, durch die KI gewonnene Qualität: „Niemand bestritt, dass AlphaZero Schach vom anderen Stern gezeigt hatte und Ideen in einer bis dahin ungekannten Tiefe demonstrierte. Speziell die Themapartien zu "Positionelle Dominanz versus Material" sollten auch das menschliche Schach auf der Elite-Ebene nachhaltig beeinflussen.“

Wer sich nun in die KI vertiefen will: bei openHPI beginnt heute der Kurs „Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für Einsteiger“. „Schülerinnen und Schüler, aber auch interessierte Erwachsene sollen die zugrundeliegenden Konzepte kennen und verstehen lernen. Angesprochen sind alle, die noch keine Programmiererfahrung oder technisches Hintergrundwissen haben.“

Eine „Praktische Einführung in Deep Learning für Computer Vision“ startete bei openHPI im März, da ging es speziell um die künstlichen neuronalen Netze. Der Kurs ist noch für das Selbststudium zugänglich und hat höhere Anforderungen als der vorher genannte Einsteigerkurs: „Grundlegende Programmierkenntnisse, vorzugsweise in Python. Mathekenntnisse auf Abiturniveau.“ Ebenfalls bei openHPI noch für das Selbststudium zugänglich ist der Kurs „Big Data Analytics“. In ihm geht es u.a. um „modernste Data Mining-Techniken“.

Zu Weka gibt es mehrere Kurse bei Futurelearn, die in Abständen wiederholt werden. „Data Mining with Weka“ startet nach aktuellen Angaben wieder am 5. Oktober, Advanced Data Mining with Weka am 2. November. „More Data Mining with Weka“ ist „Available now“ für das Selbststudium.

Diese Weka-Kurse gehen zunehmend in die Tiefe. Aber vielleicht hat man Vorkenntnisse in der Breite und will einfach mal sehen, wie ein eingestöpseltes KI-System in so einem Umfeld aussieht? Ich habe jetzt mal bei Udemy nach dem für Chatbots verwendbaren Dialogflow gesucht und überraschend viele mögliche Kurse mit unterschiedlichsten Komponentenkombinationen gefunden.

Meine Dialogflow-Suche ist aus der Situation heraus entstanden und sollte keine Empfehlung für eine bestimmte Chatbot-Plattform darstellen, sondern nur anregen, selbst einmal spezielle Systeme bei Udemy zu suchen. Weka kannte ich etwas und das damals erschienene Buch müßte noch bei mir zu finden sein. Für meinen Text war Weka wegen der langen durchgehenden Linie interessant. Müßte ich mich ernsthaft einarbeiten, würde ich zwar wegen den alten Zeiten und dem einfachen Futurelearn-Einstieg zu Weka tendieren. Aber da es mehrere solcher Programmpakete gibt zuvor versuchen, mich hinsichtlich einer Bewertung dieses Weges umzuhören. Die openHPI-Kurse sind mehr oder weniger anspruchsvolle Einführungen, zudem kostenlos, da kann nicht viel falsch machen.

Freitag, 27. März 2020

Auch was zu Corona

Bei so einem Anlaß will ich etwas allgemein Nützliches an den Anfang stellen und weise auf die BR-Webseiten „Corona-Hilfe: Wichtige Social Media-Gruppen bei Ihnen vor Ort“ und „Auf diesen Plattformen vernetzt sich ganz Bayern zu praktischer Nachbarschaftshilfe“ hin.

Die aktuelle Situation führte in den letzten Tagen sowohl zu vielen Hinweisen auf bestehende online nutzbare Möglichkeiten als auch zu sehr vielen anläßlich Corona neu aufgelegten und in der Regel befristeten Angeboten. Viviane Diederich sammelt derzeit „Links zu Online-Bibliotheken“ und im Weblog Netbib findet man „Kostenlose zusätzliche Kulturangebote“.

Man möge die genannten Links als beispielhaft ansehen und ggf. selbst weiter suchen. Es gibt natürlich eine Vielzahl von Corona-Links, die ich auch in den ersten Abschnitt hätte packen können. Und es gibt auch mittlerweile einige solcher Sammelseiten wie die im zweiten Abschnitt genannten. Und eine Vielzahl von Angeboten, die nicht auf so einer Sammelseite erfasst wurden.

Viviane Diederichs Archäologie-Blog war sowieso schon ein Kandidat für meine „Gemischten Links“. Neben einem Ausgrabungsprojekt im Ackerbürgerhaus in Bärnau ist der Blog der Wechselwirkung von sozialen Medien in der Wissenschaftskommunikation von archäologischer Forschung gewidmet. Man möge bei Interesse dort vorbeisehen und wird dann wegen dieser Wechselwirkung auch gleich Teil des Ganzen werden.

Am letzten Wochenende bin ich der etwas abknickenden Kurve des Robert Koch-Instituts aufgesessen. So ein „Wochenend-Effekt“ mit verzögert eintreffenden Daten war zwar als Erklärung naheliegend, ich wollte aber in so einer brisanten Situation erst einmal nicht daran glauben. Mittlerweile verweist man in der Darstellung auf einen „Übermittlungsverzug“ und zeigt den „Stand gestern“ und die „neu berichteten“ Fälle der vergangenen Tage farblich getrennt an.

Für die fehlenden Datenlieferungen kann der auf der Website genannte Softwarehersteller von Geoinformationssystemen (GIS) Esri nichts. Das ArcGIS im Domain-Namen der Website ist der Oberbegriff für Geoinformationssystem-Softwareprodukte des Unternehmens. ArcGIS kostet, das in meinen letzten „Gemischten Links“ erwähnte QGIS ist eine freie Geoinformationssystemssoftware. Der Risklayer Explorer verweist auf Mapbox und OpenStreetMap. Bei Mapbox wird es etwas kompliziert. Das ist laut Wikipedia „an American provider of custom online maps for websites and applications“ und „the creator of, or a significant contributor to, some open source mapping libraries and applications“. Noch komplizierter war für mich der ArcGIS-Kosmos, als ich mir deren Produktpalette mal anläßlich einer seinerzeit neu angebotenen Coursera-Spezialisierung angesehen habe.

Idealerweise findet man statt mir irgendwo einen GIS-Experten, der einem die Vor- und Nachteile der einzelnen Produktwelten auseinander fieselt. Vermuten können wird man aber schon, daß für eine Nebenher-Beschäftigung ohne besondere Refinanzierungs-Perspektive eine weit verbreitete kostenlose Variante zumindest für den Anfang ganz interessant sein könnte. Im Falle QGIS scheint sich das auch mit der Verwendung in unserem Archäologiesystem zu treffen - siehe die QGIS-Rezensionsangebote der DGUF, die ich in den „Gemischten Links“ erwähnt habe, oder das kostenlose iDAI.tutorial, das die „Pressestelle des Deutschen Archäologischen Instituts“ vor einer Woche angepriesen hat.

Abschließend noch der Hinweis auf den am 2. April beginnenden „zweiten Lauf des MOOC 'Discovering Greek&Roman Cities'“. Der „erste Lauf“ begann im September letzten Jahres, vielleicht findet man Erfahrungsberichte. Ich hatte in seinerzeitigen „Gemischten Links“ auf den MOOC hingewiesen.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Mal wieder was zu den MOOCs

Die Theorie findet eine lange Blog-Pause ganz schlecht. Egal über was man schreibt, es sollte regelmäßig und häufig geschehen. Dem kann ich nicht widersprechen: bei kurzen Abständen gehen automatisch die Zugriffszahlen hoch, bei einer langen Blog-Pause massiv runter. Und wer weiß, wieviele Leser ich mit so langen Pausen schon ganz vergrault habe. Einer meiner Vorsätze für das Neue Jahr war deshalb: ich will versuchen, 2020 in etwa einen Zweiwochenrhythmus zu halten! Mal sehen, ob es klappt.

In den letzten Wochen habe ich zwar immer wieder an etwas herumgetextet, aber den Text auch immer wieder liegen gelassen und ihn dann umständehalber aus dem Fokus verloren. Ich schiebe jetzt einen kurzen Blick auf die MOOCs ein. Da geht es nur um wenige Beispiele und ich will auch nicht groß weiter recherchieren, sonst wird der Text auch nicht fertig und ich lasse ihn ebenfalls zur späteren Bearbeitung liegen.

Der Anlaß ist auch zeitkritisch. Gestern hat der Online-Kurs „Data Engineering und Data Science – Klarheit in den Schlagwort-Dschungel“ begonnen. Wer ein Zeugnis oder ein qualifiziertes Zertifikat mit bester Punktzahl haben will, sollte sich wegen den wöchentlichen Hausaufgaben in den nächsten Tagen für eine Teilnahme entscheiden.

Ich halte den Kurs für sehr empfehlenswert. Die behandelten Schlagworte werden wir noch wesentlich öfter zu hören bekommen. Diese Schlagworte sind relevant, da einerseits immer mehr Daten gesammelt werden und anderseits immer mehr Personen und Softwareprogramme unterwegs sind, die mit diesen Daten umgehen können. Laut dem Informations-Video des OpenHPI-Kurses will der Kurs einer breiteren Öffentlichkeit allgemeinverständlich die Schlagwörter erklären. Ich habe das Vertrauen, daß das auch klappt - die Qualität der OpenHPI-Kurse ist üblicherweise sehr gut.

In den 1980ern gab es noch Funkkollegs mit jährlich wechselnden Themen, zu denen es wöchentliche Radiosendungen, Studienbegleitbriefe und Prüfungen gab. Ich wurde damals mittels Gotischen Kathedralen in ein Funkkolleg Kunst gelockt. Beim schnellen Quer-durch-die-Kursanbieter-gucken habe ich jetzt mitbekommen, daß Coursera einen MOOC zum Thema „Age of Cathedrals“ anbietet. Der Kurs kostet sicher viel Zeit und ist nicht so vernünftig wie Data Engineering, so etwas sollte ich mir eigentlich nicht erlauben. Aber wäre es nicht viel schlimmer, wenn Coursera den Kurs löschen würde, ohne daß ich in ihn hineingesehen hätte?

In den damaligen Funkkolleg-Zeiten boten die großen Volkshochschulen Begleitkurse an. Im Nachhinein bedaure ich, daß ich den Begleitkurs zum Funkkolleg Kunst nicht besucht habe. Ich hätte Gleichgesinnte treffen können, ein guter Kursleiter hätte uns auf lokale Beispiele hinweisen können, das Gelernte wäre vermutlich deutlich nachhaltiger gewesen.

Die Funkkollegs waren seinerzeit ein relativ großes Rad, das die Rundfunkanstalten gedreht haben. Über die dadurch erreichten Zahlen - die Wikipedia gibt für das Kunst-Funkkolleg 41412 Teilnehmer an - funktionierten die lokalen VHS-Begleitkurse. In MOOC-Zeiten haben wir nun etwa die Meetups - wobei anscheinend die guten Zahlen nicht über bestimmte MOOCs, sondern eher über bestimmten Themen oder Kursplattformen zustande kommen (ich sehe da gerade „DataLovers“ und „Udacians“).

In MOOCs selbst gab es zwar auch schon das selbstorganisierte Zusammenfinden von lokalen Gruppen, aber die verteilten sich weltweit und da blieb für deutsche Standorte in der Regel wenig übrig. Mittlerweile ist das Zusammenfinden aus den MOOCs heraus vermutlich noch schwieriger geworden. Es scheint die Riesenschübe nicht mehr zu geben, bei denen 100000 Leute gleichzeitig anfingen die Androidprogrammierung lernen zu wollen. Außer, daß nicht mehr so ein Stau der Willigen vorhanden ist, werden Kurse häufig entweder „self-paced“ oder in sehr kurzen Abständen angeboten, so daß dieses selbstorganisierte lokale Zusammenfinden weniger nutzbringend geworden ist.

Wie dem auch ist - wenn derjenige, der die Kursinhalte anbietet, sich vor Ort befindet, wäre es natürlich sehr interessant, wenn er etwas direkter und nicht nur via dem MOOC-Anbieter zugreifbar wäre. Ich will hier das Beispiel „Organising an Empire: The Assyrian Way“ von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) nennen. Als Universitätsfremder dürfte man Schwierigkeiten haben, an der Uni an zum Thema Assyrer gehörenden Veranstaltungen teilzunehmen. Da wäre vermutlich selbst ein guter Student aus dem engeren Kreis an der LMU als VHS-Kursleiter sehr hilfreich. Via VHS könnte man Zusatzinformationen aus LMU-Vorlesungen weitergeben oder Universitätsfremden erläutern, wie sie etwa via Internet oder Bayerischer Staatsbibliothek oder was auch immer an weitere Informationen über die Assyrer kommen.

Dienstag, 3. September 2019

Gemischte Links

Am 12. September startet ein inhaltlich von mehreren europäischen Universitäten entwickelter MOOC zum Thema „Discovering Greek & Roman Cities“. Der MOOC soll kostenfrei auf Deutsch, Englisch und Französisch angeboten werden.

Am 8. September ist wieder Tag des offenen Denkmals. Der Denkmaltag ist aus meiner Sicht etwas durchwachsen. Manchmal gibt es nur verlängerte Öffnungszeiten oder zusätzliche Führungen, manchmal ist etwas zu sehen, was sonst nahezu nie zugänglich ist. Bei mir ergäbe sich häufig noch die Frage, ob ich fotografieren und die Fotos im Blog verwenden darf. Aber man suche selbst, vielleicht findet man seine persönliche Perle.

Auf die Schnelle habe ich als erstes Angebot in meinem favorisierten Zeitbereich die Villa rustica Leutstetten gesehen. Näheres zum Angebot findet auf der Denkmaltag-Website und in der Aktuelles-Rubrik der Gesellschaft für Archäologie und Geschichte - Oberes Würmtal e.V. Gauting. In dieser Aktuelles-Rubrik wird derzeit auch der Ortsspaziergang 2019 am Samstag, 7. September 2019 angekündigt. Der führt dieses Jahr durch Buchendorf, auch Nichtmitglieder dürfen bei dieser kostenlosen Veranstaltung mitmachen.

Das römische Gauting war wegen der aus Salzburg kommenden und über Raisting nach Epfach führenden Römerstraße sehr Epfach/Abodiacum-relevant. Häufig wird bei der auf Gauting von Osten her zuführenden Strecke aber die Verbindung von Salzburg zur damaligen Provinzhauptstadt Augsburg genannt. Vermutlich habe ich das bei meiner Serie um den Isar-Übergang bei Grünwald auch so gemacht. Richtig ist, daß es sich bis Gauting um dieselbe Straße handelt, die auch in Richtung Epfach, Kempten, Bregenz führte. Da ging es erst in Gauting auf zwei getrennten Römerstraßen in Richtung Westen weiter.

Daß diese Straßen von Gauting/Bratananium abgingen war klar. Genaueres über den Verlauf der Straße Richtung Epfach innerhalb Gautings scheint erst eine Ausgrabung 2016 erbracht zu haben. Wegen dem für die Presseverleger gemachten Leistungsschutzrecht habe ich keine Lust auf Zeitungen zu verlinken, aber man suche mal nach „Gauting Römerstraße“ und achte auf die 2016. Leider ist alles wieder zeitungshaft, also es gibt nahezu keine Fotos, man darf ja mit kostenlosen Online-Ausgaben nicht die Geld bringende gedruckte Ausgabe kannibalisieren. Obwohl es massenweise Grabungsfotos geben müßte und mittlerweile häufig Geo-Software und Drohnen im Einsatz sind. Also die Archäologen vor Ort müßten rein medienbedingt allein mit ihrem schon vorhandenen Material die Zeitungsartikel toppen können. Im vorliegenden Fall wäre eine online gestellte Karte der belegten und vermuteten Straßenteile ganz hilfreich. Eventuell kann man sich da aber mit dem Bayerischen Denkmal-Atlas behelfen, falls er mit den neuesten Erkenntnissen aktualisiert wurde. Der Bayerische Denkmal-Atlas zeigt aktuell für Gauting innerörtliche Strecken an.

Wegen dem „Gautinger Brandopferplatz“ hatte ich 2011 auch gemeckert: „Richtig traurig fand ich, daß auch vor Ort nichts an den Brandopferplatz erinnert.“ Ich fand es wirklich traurig, insbesonders auch im Zusammenhang mit den vielen Leuten, die seinerzeit zur nahen Mühltal- bzw. Bethenquelle oder zum noch näheren Grabhügelfeld mit dem „Grab der Seherin“ pilgerten.

Die rege Website und die vielen Aktivitäten der Gautinger Gesellschaft für Archäologie und Geschichte haben mich jetzt überrascht. Aber auch sehr gefreut, daß sich da jemand kümmert. Dieses Jahr wurden Infotafeln vor Ort installiert, die den Verlauf der Römerstraße und die Lage des Brandopferplatzes zeigen. Fotos von den Tafeln findet man derzeit auf der Website der Gesellschaft in der Rubrik „Archäologie“, dort weiter mit „Geschichte Bratananiums“. Zum Vergrößern der Fotos beachte man den dabei stehenden Hinweis „rechte Maustaste drücken und dann 'Grafik anzeigen' anklicken.“

Ab und zu schaue ich alte Blog-Einträge von mir an. Wenn ich damals Abschnitte sehr linklastig aufgebaut habe und die Links nicht mehr funktionieren, sehen solche Teile bisweilen sehr übel aus. Passend zu der Epfach und Augsburg verbindenden Via Claudia Augusta bin ich jetzt bei einem alten Hinweis auf das vor Augsburg liegende Königsbrunn gelandet, bei dem von elf Links sieben nicht mehr funktionierten, darunter neben den Königsbrunn-Links auch ein Abschnitt mit mehreren Links auf ergänzende Augsburger Ziele. Auf den neuen Webseiten der Stadt Königsbrunn sind nun ganz informative neue Videos zu meinen damaligen Stichworten Museum, Mercateum und Mithräum eingebunden. Ich habe die Königsbrunner Links durch die neuen Links mit den empfehlenswerten Videos ersetzt und den Augsburger Abschnitt ganz weggelassen.

Sonntag, 17. Februar 2019

Mal wieder was zu den MOOCs

Zeitweise habe ich hier öfters über MOOCs (Massive Open Online Courses) berichtet. Das geschah mit dem Hintergrund, daß ich diese neue Bildungsoption sehr gut fand und mich selbst wie früher schon beschrieben bei einer größeren Zahl MOOCs anmeldete, einen Teil davon auch abgeschlossen habe und über die eigenen Erfahrungen berichten konnte.

Mittlerweile sollte die Option MOOC bei meinem Lesepublikum bekannt sein. Also alle werden sich mehr oder weniger eine Meinung über MOOCs gebildet haben und wer sich interessiert, der sucht selbst nach neuen Angeboten. Es gibt englischsprachige Überblickswebseiten, auf denen man sich das aktuelle Angebot ansehen kann, ohne alle Plattformen abklappern zu müssen. Ich bin jetzt auf eine deutschsprachige Website gestoßen, die auch so etwas anbietet: „Kostenlose Online-Kurse: So findest Du die besten Gratis-Kurse!“. Neben dem Kurse zusammensuchen sind auch die jeweiligen Plattformbedingungen ein Problem. Die Website macht da auch einige Anmerkungen dazu. Ich hoffe, die Website-Betreiber halten lange durch und die Informationen werden aktuell gehalten und noch erweitert.

Ich bin zwar weiter an MOOCs dran geblieben, in den letzten beiden Jahren aber mehr zu Kursen bei OpenHPI und den OpenHPI-nahen Plattformen openSAP und mooc.house abgedriftet. Im Hinblick auf den Blog sitzen die dort angebotenen MOOCs eher in der dritten Reihe, da war also hier wenig zum MOOC-Angebot und den Bedingungen dieser Plattformen zu sagen.

So bin ich die Tage eher nur als Beifang beim Ausprobieren der obigen Überblickswebsite auf den Coursera-MOOC „Sprachtechnologie in den Digital Humanities“ gestoßen. Der MOOC kann wegen den Bewertungen nicht so neu sein, aber ich fand ihn interessant, habe den Hinweis getwittert - vielleicht interessiert sich ja doch jemand - und hatte hinsichtlich der Retweets und Likes einen überraschend großen Erfolg. Der MOOC beginnt am 25. Februar. Wie gesagt, ich müßte selbst bei Coursera wieder reinsehen um hier schreiben zu können wie die Bedingungen gestaltet sind. Wenn bei dem MOOC ein kostenloser Gasthörerstatus möglich ist und man Zeit hat, kann man sich ja erst die kostenlose Version anhören und sich später für die kostenpflichtige entscheiden.

Im Bild mit den Reihen würde ich diesen MOOC den ersten beiden Reihen zuordnen und dort zwischen MOOCs trennen die sich direkt mit Archäologie oder geschichtlichen Themen beschäftigen und MOOCs, die wie der Sprachtechnologie-MOOC mit der Arbeit in diesen Bereichen zu tun haben. Die Sprachtechnologie hatte ich bislang nicht so im Fokus, eher fand ich mal die „Geographic Information Systems (GIS)“-Specialization bei Coursera ganz interessant. Die ist aber ArcGIS-orientiert. Das wird zwar von Archäologen verwendet, für den Hobbyisten dürfte aber das freie QGIS angemessener sein. Zu QGIS finden sich in den Archäologie-Blog-Sphären kurze Einführungen.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis für diejenigen, die jetzt zwar nicht gleich mit einem MOOC anfangen, aber doch noch ein bisschen geschichtlich herumspielen wollen. Die aktuelle c't verweist in einem Web-Tipp auf eine online einsehbare Sammlung von Feldpostbriefen der „Museumsstiftung Post und Telekommunikation“. Da kann man sich jetzt noch ein paar Briefe aus der Zeit der Koalitionskriege ansehen. Die Inhalte liegen als jpg und in Textform vor - letzteres passt zum obigen Sprachtechnologie-MOOC.

Der c't-Web-Tipp ist mir eben wieder in den Kopf gekommen, weil ich einen alten Blog-Eintrag von mir über Online-Kurse angesehen habe und den seinerzeit mit einem Verweis auf die „semantische Bezüge“ der damaligen Betaversion der Deutschen Digitalen Bibliothek einleitete. Ich weiß nicht wie das dort mit den „semantischen Bezügen“ weiterging, aber wer am Spielen ist kann gleich bei der Deutschen Digitalen Bibliothek weitermachen und nach „Sammlung Feldpost“ suchen und weitere Verweise auf Feldpost-Sammlungen finden.

Sonntag, 26. März 2017

Rom-Links, Rom-MOOC, Rom in 3D

Die im „Georgensteinblick“ erwähnte Römerstraße führte in westlicher Richtung in das römerzeitliche Gauting. Von Gauting aus sind mehrere weiterführende Römerstraßen belegt. Eine davon kreuzte bei Raisting südlich des Ammersees eine römische Nord-Süd-Verbindung und führte dann in Richtung römerzeitliches Kempten und Bregenz weiter. Marcellina hat Raisting einen Ausflug gewidmet. Ihren Bericht „In Via: Raisting“ finde ich wegen dem für die Römerstraßenfotos gerade passenden Schneebelag ziemlich orginell.

Zusätzliche Infos zu den dortigen Römerstraßen gibt es vom „Arbeitskreis der Heimatforscher des Ammerseegebiets“: „Römerstraßen im Ammermoos“. Und natürlich auch im Bayerischen Denkmal-Atlas, da gibt es in der Gegend ziemlich viele Rot-Markierungen.

2015 hatte ich unter dem Titel „Rom-Links“ auf den Start einer Rom-Serie im Archaeologos-Blog hingewiesen: „archaeologos auf Reisen: Rom I – die Basics“. Im Februar startete mit „Wenn einer eine Reise tut…“ wieder eine Rom-Serie mit umfangreichen Tipps für die Reiseplanung.

Vom Häferlkaffee-Blog habe ich, glaube ich, erst in der jüngeren Vergangenheit etwas mitbekommen. Also „Roma – immer etwas Neues zu entdecken!“ vom Februar dürfte der erste Rom-Beitrag gewesen sein, den ich gesehen habe. An ältere Beiträge kommt man via dem Tag „Rom“. Das ist aber nur ein sehr kleiner Teil des sehr umfangreichen Werks, durch das man zumindest mal durchscrollen sollte. Wenn man schon dabei ist, sollte man das Durchscrollen auch noch mit dem älteren Blog „in via archaeologica“ fortsetzen.

Zum Thema Rom läuft seit vorletztem Montag ein MOOC: „Rome: a Virtual Tour of the Ancient City“: „Take a guided tour around ancient Rome with University of Reading expert, Dr Matthew Nicholls, using his detailed, historically accurate and award-winning, 3D digital model of this awe-inspiring city. Immerse yourself in the architecture and history of Ancient Rome.“ Der Kurs dauert 5 Wochen, es wird ein Aufwand von 3 Stunden pro Woche angegeben und er läuft als „FREE online course“, für den ein „Upgrade available“ ist.

Samstag, 31. Dezember 2016

Winter-MOOCs

In diesen Wochen starten wieder einige MOOCs (Massive Open Online Courses). Ein paar Coursera-Beispiele: „Roman Art and Archaeology“ und „Introduction to Ancient Egypt and Its Civilization“ haben am letzten Montag begonnen. „Osteoarchaeology: The Truth in Our Bones“ beginnt am 13. Januar und „Magic in the Middle Ages“ am 16. Januar. Diese MOOC-Titel kennen manche vielleicht schon aus meinem Hinweis auf die Herbst-MOOCs.

Es gilt wieder die Aussage: Ein paar MOOCs sind neu, aber in der Mehrzahl werden alte Kurse wiederholt. Neu und ganz interessant sehen für mich etwa „Archaeoastronomy“ bei Coursera (ab 16. Januar) und „Health and Wellbeing in the Ancient World. Discover what healthcare was like in ancient Greece and the Roman world with this free online course.“ bei Futurelearn aus (ab 6. Februar).

Mal noch einen Blick hinüber zu Vici.org und Co. und ToposText. So ein Geo-Informationssystem kann man natürlich auch mit MOOC-Inhalten verbandeln. Ich hatte das bei dem von mir mehrfach erwähnten MOOC „Roman Architecture“ angekratzt, damals am Beispiel der manuellen Verbandelung des eBooks zum MOOC mit den MOOC-Videos. So eine Verbandelung kann man aber auch technisch unterstützen. Mit den in „Vici.org und Co.“ erwähnten Semantic-Web-Technologien kann man etwa auch allgemein lesbare Annotationen zu Multimedia-Daten wie etwa den MOOC-Videos hinterlegen und damit zu dem im eBook-Beispiel erwähnten Tempel mit sichtbaren Römer-Beton notieren, wann er im Video behandelt wird.

Ich sehe jetzt, daß das eBook noch mit illustrated in over 250 photographs and site plans beworben wird, also die Videos stehen wohl unverlinkt neben dem eBook, da bleibt man technisch unterhalb der Möglichkeiten. In manchen MOOCs uploadbare Fotos hatte ich damals erwähnt. Man könnte die umfangreiche Zahl von Teilnehmern und Teilnehmerinnen dazu nutzen, um hinsichtlich Fotos und weiteren Daten umfangreiche Aktualisierungen zu erhalten. Etwa bestimmten Objekten wie dem Tempel zuordenbare Foreneinträge in der Art „bis .. nicht zugänglich“ oder „es gibt eine Ausstellung in .. zu dem Thema“. Das ist aber teilweise problematisch (Verwendung der Fotos) und die Aufnahme in einen gemeinsamen Wissenspool und dessen Bereitstellung kostet auf jeden Fall einigen Aufwand. Da muß man sich nicht dafür entscheiden. Anderseits, wenn man große Summen für touristische Projekte raushaut, dann sollte idealerweise ein Hintergrund erkennbar sein. Bei so einem Kurs wie „Roman Architecture“ hätte man den Hintergrund - man verfolge mal obigen Link allein zu den Downloadzahlen bei Youtube. Neben den hohen erreichten Nutzerzahlen haben die Leute, die den MOOC realisiert haben - also etwas Erfolgreiches gemacht haben - darin auch Erfahrungskompetenz gewonnen.

Ich wollte den Verbandelungsgedanken nur mal wieder ausdrücklich erwähnen, weil ich vermute, daß die wenigsten bayerischen Touristiker das Geo-Informationssystem Bayerischer Denkmal-Atlas überhaupt kennen bzw. dessen langjährigen Vorgänger BayernViewer-denkmal überhaupt gekannt haben.

Samstag, 8. Oktober 2016

Herbst-MOOCs

In diesen Wochen starten wieder einige MOOCs. Ein paar Coursera-Beispiele: „Roman Art and Archaeology“ hat am Montag begonnen. „Magic in the Middle Ages“ startet am 24. Oktober. „Introduction to Ancient Egypt and Its Civilization“ am 31. Oktober. „Osteoarchaeology: The Truth in Our Bones“ am 4. November. Ein paar MOOCs sind neu, aber in der Mehrzahl werden alte Kurse wiederholt. Futurelearn trat früher nicht so in Erscheinung, hat aber schnell eine größere Zahl von Kursen angesammelt und scheint ganz gut mit dem Schema der schnellen Wiederholungen zurecht zu kommen. Manches, was einen vor ein paar Monaten interessiert hätte, startet dort gerade wieder. Und bei edX und Coursera sind die Inhalte manch alter Kurse zugreifbar und können „Self Paced“ durchgearbeitet werden.

Mittlerweile ist diese Form der Online-Kurse unter der Bezeichnung MOOC (Massive Open Online Course) allgemein bekannt. Zumindest im Bildungsbereich hat man mittlerweile auch eine Vorstellung von den bis über die 100000 gehenden Teilnehmerzahlen von MOOCs. Aber mittlerweile hat Coursera ja gerade die extrem teilnehmerstarken MOOCs aus dem Computerbereich in Teilkurse von Specializations mit mehreren schnell wiederholten Kursen umorganisiert. Also selbst da wird es schwieriger, die namensgebenden massiven Teilnehmerzahlen auf einmal zu erreichen. Mal sehen wie sich die Bezeichnung MOOC hält. Für die Specializations insgesamt dürften die durchgeschleusten Zahlen immer noch sehr imposant sein. Und im Grunde genommen sind diese Zahlen wegen dem gegenüber den Einzelkursen umfangreicher vermittelten Stoff sogar noch gewichtiger.

Ich hatte in einem frühen Eintrag zum Thema zurückhaltend „Online-Kurse“ als Überschrift verwendet, habe dort allerdings auch in den letzten Abschnitten auf ein breiteres Spektrum als die MOOC-Anbieter hingewiesen. Man möge dieses breitere Spektrum auch weiter berücksichtigen. Im Computerbereich ist es ganz normal, neben den MOOCs eine Vielfalt von weiteren Anbietern zu haben. Von Fachvorträgen die online gestellt werden über Schulen wo man online Programmiersprachen lernen kann bis zu kleinen Youtube-Erklärvideos. Da ist es eigentlich komisch, daß im Bereich Archäologie/Geschichte dauernd Informationen verschwinden und das anscheinend niemand stört. Das Denkmalamt liefert weiter an die Zeitungen, das wird vielleicht gelesen und wandert dann zum Altpapier. Die Abendschau berichtet vom neuen Limes-Wachturm und das wird dann irgendwann wieder depubliziert. Man hat zumindest bei den Archäologie/Geschichte-Online-Kursen den Vorteil, daß man mit weniger Übungen und Infrastruktur auskommt. Manchmal rutscht aus den Universitäten eine Vorlesung in Form von Videos raus, das ist dann fast schon so gut wie ein MOOC.

Der seinerzeit in den „Online-Kursen“ erwähnte Semantic-Web-Kurs startet übrigens in überarbeiteter Form ebenfalls wieder. Titel ist „Linked Data Engineering“, es geht am 17. Oktober los, Referent ist wieder Harald Sack.

Zum Schluß noch Links mit München-Bezug: Im Rahmen der alpha-Campus-Reihe entstand ein knapp halbstündiges Video mit dem Althistoriker Christian Meier unter dem Titel „Beginnt Europas Geschichte mit den alten Griechen, Herr Meier?“. Das Interview wurde im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke aufgenommen. Ich empfehle sich das Interview mal anzuhören. Das Abguss-Museum hatte ich schon in „Bilder vom Kunstareal-Fest 2015“ empfohlen, was ich hier gerne wiederhole. Eine Gelegenheit für den Besuch böte die 18. Lange Nacht der Münchner Museen am nächsten Samstag. Da gibt es im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke noch die „Antike und moderne Ringerkunst im Vergleich“ als Zugabe.

„Die Römer in Perlach – Einweihung dreier neuer Informationstafeln“ - ich hatte das letzten Sonntag ganz kurz vor der Einweihung mitbekommen. Die Informationstafeln sollten nicht weit von der schon von mir besuchten Keltenschanze auf dem Friedhof in München-Perlach zu finden sein.

Samstag, 19. März 2016

MOOCs, Online-Kurse

Letzten Dienstag begann bei edX der MOOC „The Meaning of Rome: The Renaissance and Baroque City“. Zeitlich passt der Kurs jetzt nicht so zu meinen Grenzen Graue Vorzeit bis Spätantike. Aber wenn man sich in Rom jede Menge Antikes angesehen hat, wird man sich auch Auszeiten in Renaissance und Barock gönnen dürfen. Passend für eine Vorbereitung auf die große Rom-Reise gibt es bei edX auch Kurse über die „Italian Language and Culture“. Ich verlinke auf die „Beginner“. Es gibt auch noch die Versionen „Intermediate“ und „Advanced“.

Anfang April beginnt bei edX der Kurs „Ancient Egyptian Civilization“: „Learn about the history, women, and architecture of ancient Egypt from the Library of Alexandria, Egypt's celebrated learning and cultural complex.“ Und im Juli beginnt „Hinduism Through Its Scriptures“: „Learn about the rich diversity of Hindu sacred texts – hymns, narratives, philosophical thought – and their interpretations.“

„Empire: the Controversies of British Imperialism“ – das Britische Imperium liegt auch außerhalb meiner Zeitgrenzen. Anderseits mag der Kurs zeitlose Erkenntnisse über Imperien vermitteln – wie werden sie zusammengehalten, wie werden sie regiert usf. Der Kurs wird von Futurelearn angeboten und startet am Montag.

Am 28. März, also eine Woche später, beginnt bei Coursera „Big History: Connecting Knowledge“. Der Kurs berücksichtigt u.a. mit „ZOOMING IN: The Big Bang“ und „ZOOMING IN: The Origin of life“ sogar ungewöhnlich umfassend meine untere Zeitgrenze. Was soll das? In der Wikipedia gibt es zur „Big History“ einen langen Artikel. Ich könnte mir gut vorstellen, daß manchen diese Darstellungsform liegt. Und für die wird der Kurs sicher eine Bereicherung sein, wenn er gut gemacht ist.

Schließlich noch ein Hinweis auf „Kunstgeschichte online – der Städel Kurs zur Moderne“. Der Kurs ist jetzt weit entfernt von Grauer Vorzeit bis Spätantike, sieht aber trotzdem sehr interessant aus. Und wenn der Kurs ein Erfolg wird, dann werden wieder andere bewegt etwas zu machen.

Denen kann dann schnell geholfen werden. Auf der gerade zu Ende gegangenen CeBIT 2016 gab es folgendes Angebot des Hasso-Plattner-Instituts: „Wer selbst schon einmal daran gedacht hat, seine Studenten, Mitarbeiter oder Kunden durch Onlinekurse weiterzubilden, kann an unserem Stand selbst ausprobieren, welche Möglichkeiten die HPI-Plattform "MOOC House" zur Verfügung stellt: Vor einer Green Wall können die Besucher mit laufender Kamera üben und erleben, wie unkompliziert sich die kurzen Lernvideos erstellen und bereitstellen lassen. Dabei sorgt das HPI dafür, dass die Nutzerdaten auf Servern in Deutschland bleiben.“

Sonntag, 28. Februar 2016

Geschichts-Videokanal, Bernstorf, Hail Ceasar

Wer öfters hier vorbeischaut, wird gemerkt haben, daß ich MOOC-Fan bin und hier Werbung für MOOCs mache.

Ich glaube, wir können uns hinsichtlich der MOOCs schon als Teil eines Ganzen sehen: wer sich interessiert und teilnimmt, der sorgt für mehr Entwicklung beim Angebot. Steht man dagegen den MOOCs wie hierzulande aus unterschiedlichen Blickwinkeln kritisch gegenüber, ist sogar desinteressiert und uninformiert, selbst wenn es international schon Kurse mit riesigen Teilnehmerzahlen im eigenen Gebiet gibt, dann gibt es passend dazu auch ein geringes deutschsprachiges MOOC-Angebot. Annähernd praktikable Alternativen zu den MOOCs habe ich aber in den letzten Jahrzehnten vermisst. Ich habe hierzulande nicht mal Ansätze zu solchen Alternativen gesehen, obwohl der Gedanke vom „Lebenslangen Lernen“ für die meisten schon lange in der Praxis angekommen ist.

Nun spricht die große Zahl von Asylbewerbern für den Einsatz MOOCs, würde ich denken. Und man sollte angesichts der Not auch schnell etwas anbieten können. Ich war überrascht, als ich von einem MOOC-Angebot für ehrenamtliche Deutschlehrer hörte. Was??? Sooo schnell ging was??? Haben kritische Lern-Wissenschaftler doch gemacht und gekonnt und schnell einen korrekten Online-Kurs auf Basis einer Open-Source-Plattform hergezaubert? Nein. Des Rätsels Lösung: der Kurs läuft auf der etablierten Plattform von SAP. „Auch du kannst das. Deutsch für Asylbewerber. Ehrenamtlich.“ Die SAP-Plattform sieht ähnlich aus wie die openHPI-Plattform, also vermutlich werden die Erfahrungen geteilt worden sein. Einfache Kostenlos-Kursteilnehmer auf openHPI werden über die gelieferten Erfahrungswerte vielleicht mehr zu diesem Deutschlehrer-Kurs beigetragen haben als unsere MOOC-Kritiker.

Teil des spärlichen deutschsprachigen MOOC-Angebots ist seit einiger Zeit der MOOC „Orientierung Geschichte“ von Prof. Dr. Rainer Leng und Dr. Gabriele Wright auf iversity. Über die Online-Aktivitäten des Würzburger Professors Rainer Leng und seiner Studenten ist gerade ein Artikel auf Archäologie Online erschienen. Ich zitiere mal daraus: „Geschichtsprofessor Rainer Leng setzt Kurzfilme zum Thema Mittelalter um und teilt sie im Internet. Studierende recherchieren die Inhalte, schreiben die Drehbücher, texten und filmen und lernen so einiges über alternative Formate der Wissensvermittlung.“

Archäologie Online hatte ich vor ein paar Wochen schon im Zusammenhang mit den Bernstorfer Gold- und Bernsteinfunden verlinkt. Es ging um einen Beitrag von Alexander Binsteiner, zu dem es mittlerweile mehrere sehr interessante Kommentare gibt: einen von Kate Verkooijen, der im Text angesprochenen Bernstein-Expertin. Einer von Anton Hierhager, Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Kranzberg, und eine von Alexander Binsteiner mit dem Einverständnis von Prof. Dr. Ernst Pernicka eingestellte Email von Prof. Pernicka. Wem der Hintergrund zu den Kommentaren fehlt und wer gern Namen sammelt, dem sei die nun leider schon zwei Jahre alte aber immer noch sehr ergiebige Zusammenstellung von Dr. Heribert Illig empfohlen.

Abschließend noch der Hinweis auf Sarah E. Bonds „Hail, Caesar: A Classicist’s Movie Review“. Der Film ist zwar schon über eine Woche in unseren Kinos und das Star-Aufgebot hat für eine entsprechende Resonanz gesorgt, aber vielleicht hilft dieser Blickwinkel auf den Film doch noch jemand.

Samstag, 6. Februar 2016

Herxheim, Mengen, Azincourt

Gestern Abend wurde ich vom Archäologen 2.0 Guido Nockemann auf das folgende fast 10 Minuten lange Herxheim-Video hingewiesen:

Das Video eignet sich ganz gut als Einführung für Herxheim-Neulinge. Für eine Einführung sind 10 Minuten nicht viel, und deshalb ist manches hier im Blog zu Herxheim schon Verlinktes und Geschriebenes nicht drin. Anderseits gibt es im Video längere Interviewstrecken mit Dr. Alexander Gramsch vom Herxheimer Museum. Es werden grafische Darstellungen der Steinzeit-Siedlung gezeigt und man sieht kurz die neugestaltete Kreisverkehr-Mittelinsel, die an die in dem Umfeld ausgegrabene jungsteinzeitliche Anlage erinnert. Also ein auch für die Herxheim-Fortgeschrittenen ganz sehenswertes Video.

Vor knapp zwei Jahren hatte ich hier erwähnt, daß Dr. Gramsch Häuslebauer für ein Steinzeit-Haus auf der rheinland-pfälzischen Landesgartenschau 2015 in Landau sucht. Die Landesgartenschau ist vorbei und auf der Website des Museums finden sich mehrere Einträge zu dem erfolgreich bewältigten Projekt, etwa diesen hier mit Verweisen auf weiterführende archäologische Informationen. Oder die hier zu findende Bilderserie, die einen Eindruck davon vermittelt, welch großes Rad gedreht wurde. Mit vielen Beteiligten, die das Projekt zu ihrer Sache gemacht haben. Vom Steinzeithaus gibt es auch einen ganz sehenswerten kurzen Film vom SWR („Verfügbar bis: 7.6.2016, 14.50“. Heisst dann wohl, daß er am 7.6. depubliziert wird. Wenn ich dann hier mal wieder vorbeisehe lösche ich den unterlegten Link zum SWR).

Der nächste Hinweis führt nach Mengen. Da gibt es am 21. Februar einen „Tag der offenen Tür“ in dem seit 31. Dezember 2015 geschlossenen Römermuseum Mengen-Ennetach. Den unterlegten Link nach Mengen nehme ich dann irgendwann zusammen mit dem zum SWR raus. Aus dem Eintrag „Schlemmen in Mengen“ kann ich jetzt schon die nicht mehr funktionierenden Links zum Römermuseum Mengen-Ennetach und zum Café Domus entfernen. Schön, daß die „Leckeren Grüsse von Apicius“ von Reinhold Siegel noch zugreifbar sind.

Nun noch zwei Nachträge zum Eintrag „Andere Welten oder andere Zeitschichten?“. Ich hatte einen Telepolis-Artikel über die Schlacht von Azincourt erwähnt. Da sollte ich dann auch eventuelle Interessenten auf den am 22. Februar startenden MOOC „Agincourt 1415: Myth and Reality“ hinweisen.

Als dieser vorletzte Blog-Eintrag entstanden ist, bin ich von den Weltkriegs-Kavalleristen mit Lanze und Gasmaske ausgehend bei den Kürassieren der Grande Armée gelandet. Damals konnte die Kavallerie unter passenden Umständen noch gegen die Infanterie erfolgreich sein. Ich will die Gelegenheit nutzen um mal auf die Website des Zeitreisers Holger Rinke mit vielen sehr schönen Fotos zu verweisen.

Donnerstag, 28. Januar 2016

Bernstorf, Museum, Social Media

In diesem Eintrag soll es wieder um Bernstorf gehen. Ich will einen „Social Media Abend“ erwähnen und schließlich noch auf ein paar passende MOOCs hinweisen.

Ich beginne mit „ #Ausgegraben – Social Media Abend zur Sonderausstellung 'Ausgegraben. Harburg archäologisch.' “ Dieser Social-Media-Abend findet schon am nächsten Montag statt und vielleicht liest hier jemand mit, der die Möglichkeit hat hin zu gehen.

Zu Bernstorf war mein letzter Stand derjenige aus der Kontrovers-Sendung vom 2.12.2015. Die Sendung hatte ich in Bernstorf: „Fälschungsverdacht besteht weiter“ verlinkt und ist unter der dort angegebenen Adresse noch zugreifbar. Nun gab es am 22.1.2016 einen längeren Beitrag von Alexander Binsteiner in Archäologie Online unter dem Titel: „Fälschungsverdacht in Bernstorf – Die Fortsetzung“. Im vorderen Teil nichts Neues gegenüber dem Kontrovers-Beitrag von Anfang Dezember. Also daß es in dieser Angelegenheit schon Ergebnisse gibt/geben müsste, die nicht veröffentlicht werden, und eine Veröffentlichung erst Ende 2016 vorgesehen ist. Weiter hinten im Text von Alexander Binsteiner die für mich neue Aussage, daß Prof. Rupert Gebhard „im Geheimen“ mit Prof. Rüdiger Krause eine wissenschaftliche Publikation plant, mit der „der Verdacht, der schwer auf dem Münchner Museum lastet, mit einem Schlag ausgeräumt werden“ soll.

Beim Nachsuchen finde ich einen Beitrag der Süddeutschen Zeitung vom 28. Dezember 2015. Wegen dem Leistungsschutzrecht für Presseverleger will ich den nicht verlinken. Der Beitrag der Süddeutschen Zeitung beruft sich auf Prof. Rüdiger Krause. Die Analysen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin zur Echtheit des Goldes lägen noch nicht vor. Und es sei eine eigene umfangreiche Publikation geplant und die Ergebnisse der Bundesanstalt sollen gemeinsam mit „Ergebnissen eigener Recherchen“ „voraussichtlich Ende 2016“ veröffentlicht werden. Im SZ-Beitrag wurde nicht nach den Ergebnissen der englischen Bernstein-Expertin gefragt, die seit letztem Sommer vorliegen sollen.

Auf der Website der Archäologischen Staatssammlung hat sich aktuell nichts in Sachen Bernstorf getan. Die neue Sonderausstellung „Archäologische Staatssammlung - Vergangenheit und Zukunft“ wird morgen eröffnet, das wird die letzte Sonderausstellung vor der Generalsanierung sein. Beim Bronzezeit Bayern Museum gibt es unter „Aktuelles“ die Neuigkeit, daß man in Kürze über die Grabungskampagne 2015 informieren will. Das ist doch eine schöne Nachricht für diejenigen, die an der Sache interessiert sind.

Nun abschließend zu den MOOCs. Ich hatte im letzten Eintrag im Zusammenhang mit den „Zeitschichten“ die Full-Stack-Specialization erwähnt. Ich will jetzt nicht in eine vielen Bloglesern unbekannte Begriffswelt verfallen, aber ich war in dieser anderen Welt in den letzten beiden Jahren an Diskussionen über Einzelthemen der Specialization beteiligt und das Problem bei den Diskussionen war eigentlich immer schnell, daß keiner das Wissen über die ganzen neuen Sachen im Gesamtzusammenhang hatte. Ich weiß jetzt nicht, ob die Social Media Marketing Specialization so etwas Vergleichbares für die Social-Media-Welt liefert. Aber wenn die Specialization gut ist und man sich interessiert, dann sollte diese Investition angesichts des Medienwandels doch ganz lohnend sein können.

Die Coursera-Specializations bestehen jeweils aus mehreren Kursen. Die zahlenden Teilnehmer können/sollten zudem die Kurse der Specialization mit einem Capstone-Projekt abschließen. Einen leichtgewichtigeren Einblick vermitteln einzelne Kurse bei Futurelearn: „Behind the Scenes at the 21st Century Museum“ und „Transmedia Storytelling“. Beide Kurse haben schon in der letzten Woche angefangen. Unter „Transmedia Storytelling“ werden sich viele nicht so viel vorstellen können. Am nächsten Montag wird beim Social-Media-Abend aber alles schon beisammen sein: Social Media, Museum, und von der Ausstellung „Ausgegraben. Harburg archäologisch.“ wird mit unterschiedlichen Medien erzählt. Wenn ich mal wieder zu Grabhügeln radele und nur hier im Blog davon erzähle, dann ist das nicht so ein gutes Storytelling wie das von Rainer Steinke, der schon während seiner Tour in verschiedenen Social Media etwas zu den Sachen postet, die er dann im Blog bringt.

MOOCs zu archäologischen Themen gibt es natürlich auch noch, die man empfehlen könnte. Ich mag jetzt nicht die einzelnen Anbieter absuchen und nur bei Futurelearn nachsehen: nächste Woche starten die MOOCs „Shipwrecks and Submerged Worlds: Maritime Archaeology“ und Antiquities Trafficking and Art Crime.