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Mittwoch, 29. Oktober 2025

Keltenlinks

Wegen dem anstehenden Halloween gibt es zur Zeit viele Medienbeiträge mit Kelten-Verweisen. Arte hat am letzten Samstag sogar eine neue 90minütige Doku zum Thema „Halloween - Mythos der Kelten“ angeboten. Online ist die Doku noch bis 22. Januar 2026 verfügbar. Bis 13. Dezember 2025 kann man bei Arte zudem noch auf eine vor ein paar Wochen gesendete Doku-Wiederholung über „Die Druiden - Mächtige Priester der Kelten“ zugreifen.

In der Zeit als ich meinen Text über die „Mehrfachschanze im Loh bei Oberhaching“ geschrieben habe, hatte man kurz zuvor die Ausgrabungsergebnisse aus dem Oppidum von Manching vorgestellt. Das Oppidum von Manching müßte in der Keltenschanzenwelt bis zu seinem Niedergang einen politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt dargestellt haben.

Der Pressetext gibt für die Errichtung der Stadtmauer von Manching die Zeit um 140/130 v. Chr. und in der Folge einen allmählichen Niedergang an: „Um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. verlor die Siedlung allmählich ihre Bedeutung. Mit dem schrittweisen Rückzug der Bevölkerung endete das urbane Leben.“ In der Wikipedia ist der Niedergang etwas ausführlicher beschrieben: „Zwar könnte der Marsch der Kimbern und Teutonen gegen 120 v. Chr. zu einer kriegerischen Auseinandersetzung geführt haben. Das Ende von Manching ist jedoch durch den Zusammenbruch der Wirtschaftssysteme ausgelöst worden, der mit den caesarischen Eroberungen in Gallien einherging.“

Wesentlich dramatischer klingt demgegenüber das frei lesbare Intro des Geo-Bezahlartikels „Vom Alltag in der Kelten-Metropole“: Die Mauer ist ein „Symbol der Macht – und der Angst“. „ Doch um 105 v. Chr. ist Manching offenbar derart in Gefahr - vermutlich durch Germanenstämme, die raubend durch Süddeutschland ziehen -, dass die Bewohner eine Fallgrube ausheben, die die Zufahrt fast vollständig versperrt.“

Ohne diese Dramatik kommt dagegen ein an die noch bis 9. November in Iphofen stattfindende Ausstellung „Kelten in Franken“ angelehnter komplett freier Geo-Artikel unter dem Titel „"Von den Germanen aufgesogen": Der schnelle Untergang der Kelten“ aus. Er beschreibt das Verschwinden der Kelten als Assimilationsprozess: „Offenbar lebten zugewanderte Germanen und alteingesessene Kelten zunächst getrennt nebeneinander – und vermischten sich dann.“ Der Niedergang Manchings wird hier wieder als Folge von verlorenen Handelsverbindungen beschrieben.

Bei den Oppida von Manching und Kelheim konnte eine große wirtschaftliche Bedeutung archäologisch belegt werden. Im Fall des Oppidums Finsterlohr-Burgstall wurde keine derart prosperierende Siedlung nachgewiesen. Nebst der Möglichkeit, daß dort eine Keltensiedlung bestanden hat, man die aber nicht mehr auf gewohnte Weise nachweisen kann, kann es auch sein, daß die Befestigungen tatsächlich nur für den Verteidigungsfall entstanden sind.

Ähnlich Finsterlohr-Burgstall kommt mir das flächenmäßig riesige Oppidum Heidengraben vor. Hier konnte man die Siedlung zumindest in einer wesentlich kleineren inneren Befestigung verorten. Ich habe es seit einem Kurzbesuch vor mehr als 15 Jahren nicht mehr auf die Hochfläche des Oppidums geschafft. Mittlerweile wurde aber mit dem Heidengrabenzentrum ein neues Keltenmuseum eröffnet, mit dem sich eine ausstehende Erkundung der Wallanlagen ergänzen ließe.

Heidengraben und Finsterlohr-Burgstall wirken von den Funden her nicht so prickelnd, die Gegend um die Heuneburg aber schon. Für den Keltenfan besticht die Heuneburg schon allein durch ihre ikonischen Befestigungsmauern und die umgebenden Großgrabhügel. Seit meinen hier ebenfalls schon lange zurückliegenden Besuchen wurde die Heuneburg selbst durch verschiedene Maßnahmen wie die Rekonstruktion von Steinfundamenten einer Toranlage weiter aufbereitet und in der nahen Umgebung gab es Sensationsfunde wie die alten Burg bei Langenenslingen.

In der jüngeren Vergangenheit setzten sich die Fundmeldungen aus dem nahen Althayingen und Riedlingen fort. Den großen Knaller soll es allerdings bei der „Heuneburg-Aufbereitung“ geben: das bei der Heuneburg liegende landwirtschaftliche Anwesen Talhof soll nach einem Umbau zum Museum und zur Forschungsstätte Teil der „baden-württembergischen Kelten-Erlebniswelt“ werden: „Der Talhof bei der Heuneburg auf dem Weg zur Kelten-Erlebniswelt“.

Sonntag, 14. September 2025

Die Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen

Die keltische Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld hatte ich schon im Zusammenhang mit der nahe gelegenen Mehrfachschanze im Loh eingeführt. Dort hatte ich schon die Aussage auf den Informationstafeln erwähnt, daß keltische Mehrfachschanzen selten und in größeren räumlichen Abständen voneinander nachgewiesen wurden. Diese Abstände können vielleicht durch eine besondere Funktion dieser Sonderform der Keltenschanzen begründet gewesen sein. Bei Oberhaching-Deisenhofen befinden sich aber zwei dieser Mehrfachschanzen sehr nahe beieinander. Man weiß nicht, ob die Nutzung der Schanzen gleichzeitig oder nacheinander erfolgte. Es bestünde also die Möglichkeit, daß die Schanzen durch ein zeitliches Aufeinanderfolgen eine Alleinstellung in der Region hatten.

Reste der Innnenschanze der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen

Sehenswert ist das Schummerungsbild/Geländerelief mit den beiden Mehrfachschanzen. Die Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld sollte rechts oben erscheinen. Das Video über die Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld auf der Website der Firma Artron sollte man sich ebenfalls ansehen, um sich die ursprüngliche Mehrfachschanze mit ihren Eingängen vorstellen zu können. Die Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld sieht für mich nicht nur in der Videorekonstruktion sondern auch mit ihren erhaltenen Wallresten gegenüber der Mehrfachschanze im Loh wie ein am Reißbrett entworfener Neubau aus.

Informationstafeln bei der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen
Informationstafeln bei der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen
Informationstafeln bei der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen
Informationstafeln bei der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen

Meine Fotos sind Ende November 2024 entstanden. Ich wollte mir die inneren Schanzen der Mehrfachschanze im Loh ansehen und bin schon beim Hinradeln davon abgekommen, als ich den Restschnee im Wald gesehen habe. Ich habe dann nur die neue Informationstafel dort fotografiert und bin dann weiter zu der Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld.

Reste der Innnenschanze der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen

Die Mehrfachkeltenschanze im Lanzenhaarer Feld ist mit mehreren Informationstafeln ausgestattet, die zunächst übergreifend über die Keltenschanzen/Viereckschanzen informieren. Eine vergleichbar übergreifende Informationsaufgabe haben die Tafeln bei der westlichen Römerstraßenrampe aus dem Gleißental, auf denen es übergreifend um die „Oberhachinger Römerstraße“ geht. Während dort die Sache schnell grenzwertig werden kann, wenn man sich den detailreichen Text nicht bis zum Schluß durchliest, wo dann etwas Römerstraßenrampeninformation kommt, oder wenn man keine Ahnung hat, daß man beim Informationstafellesen die parallel zum eigenen Waldweg verlaufende Rampe gerade im Rücken hat, sollte man dem flüssigen Keltenschanzentext relativ gut bis zur Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld folgen können. Und die kann man vor Ort auch nicht übersehen wie die Römerstraßenrampe.

Reste der Innnenschanze der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen

Hinzu kommt, daß man anscheinend an diesem Ort größere Veranstaltungen durchführen kann. Letztes Jahr sollte hier ein „Kelten-Römer-Tag für die ganze Familie“ stattfinden und die Mehrfachschanze auch Ausgangspunkt einer geführten Radtour zu anderen Schanzen in der Nähe werden. Da wären diese Informationstafeln ein idealer Startplatz gewesen. Leider mußte die Veranstaltung wegen einer sehr ungünstigen Wetterprognose abgesagt werden.

Reste der Innnenschanze der keltischen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld bei Oberhaching-Deisenhofen

Die Bezeichnung der Schanze im Lanzenhaarer Feld wechselt. Auf der alten Informationstafel lief sie unter der Überschrift „Keltische Viereckschanzen im Lanzenhaarer Feld bei Deisenhofen“. Ich will glauben, daß die „Viereckschanzen“ in der Überschrift wirklich mit der Idee ineinandergeschachtelter Vierecke entstand, aber frage mich, wie weit der Gedanke transportiert werden konnte. Letztes Jahr wurde der Kelten-Römer-Tag für die ganze Familie in mehreren Medien an/in der „Viereckschanze im Lanzenhaarer Feld“ angekündigt. Auf der neuen Informationstafel läuft die Schanze unter „Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld“. Ob man sich an das „Lanzenhaarer Feld“ nach längerer Abwesenheit noch gut erinnert, ist auch eine Frage. Für den Fall hatte/hat die Schanze aber ein Alleinstellungsmerkmal, über das man sich schnell einigen konnte ob man dieselbe Schanze meinte, nämlich eine Sitzbank auf einem der Wälle. Im letzten eingestellten Bild beim Baum rechts, im vorletzten beim Baum in der Mitte des Walles. Ich hoffe sie blieb trotz der neuen Sitzbank bei der Informationstafel erhalten.

Samstag, 6. September 2025

Die keltische Mehrfachschanze im Loh bei Oberhaching-Deisenhofen

Letztes Jahr hatte ich mich im Blog am Hachinger Bach entlang von Perlach bis zum Oberhachinger Kyberg oberhalb der Bachquelle bewegt. Ab dort sollten die weiteren Einträge dieser Serie etwas "aufpilzen". Ich folgte dabei den neuen geschichtlichen Informationstafeln von Oberhaching, deren durchnummerierte Standorte man sich auf einer Karte auf der Oberhachinger Website „Kelten, Römer, Bajuwaren“ ansehen kann.

Der Kyberg, dort mit der Nummer 2, wäre in dem von mir verwendeten Bild noch am Pilzstiel. Vom Pilzhut haben es die Nummern 4 (die Römerstraßenrampe aus dem Gleißental), 5 (die Keltenschanze im Laufzorner Holz) und 6 (der Steinbruch im Gleißental) schon in den Blog geschafft. Nummer 1 (die Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld) und 3 (die Mehrfachschanze „Im Loh“) sollen nun folgen.

Mehrfachschanze im Loh bei Oberhaching Deisenhofen

Zunächst möge man am besten einen Blick auf das Schummerungsbild/Geländerelief der Mehrfachschanze im Loh werfen. Es fällt auf, daß die innerste Schanze auf zwei Seiten das Gelände am Gleißental als zusätzlichen Schutz verwendet. Vergrößert man den angezeigten Bereich bis zu den Nachbarschanzen im Nordosten, Westen und Südwesten, dann sieht man, daß diese Schanzen auf die Anlehnung an das Gleißental verzichten. Die innerste Schanze der Mehrfachschanze im Loh ähnelt durch das Nutzen der Schutzfunktion dem mehrere hundert Jahre älteren Herrenhof auf dem Kyberg, der ebenfalls so eine Schutzfunktion ausnutzt. Vielleicht hatte die Lage des innersten Teils der Mehrfachschanze auch einen auf das Hachinger Tal gerichteten logistischen Aspekt. Als die Römerstraße quer zu dieser Richtung durch das Gleißental und durch die Schanze gelegt wurde, soll die Mehrfachschanze nicht mehr genutzt worden sein. Aber es kann ja keltische Vorläufer der Ost-West-Verbindung gegeben haben.

Informationstafel der Mehrfachschanze im Loh bei Oberhaching-Deisenhofen

Das Gleißental ist ein Trockental und ihm entspricht tatsächlich ein Geländeeinschnitt. Das Hachinger Tal hingegen ist nördlich des Kybergs ziemlich flach. Das Gebiet oberhalb des Gleißentals ist auf beiden Seiten ebenfalls ziemlich flach. Insofern sehe ich in Richtung Süden keinen Vorteil in der Nutzung des Gleißentals als Verkehrsweg. Aber vielleicht wurde das Gleißental schon in der Keltenzeit lieber als der Hachinger Bach gequert, weil keine Überschwemmungen und Versumpfungen drohten. Jedenfalls mag diese Mehrfachschanze vielleicht zusammen mit einer möglichen Sammelfunktion des Verkehrs aus dem Norden durch das Hachinger Tal und einer Weiterführung nach Süden oberhalb des Gleißentals wie heute auf der Straße nach Oberbiberg bessere Chancen für einen Kreuzungspunkt gehabt haben als die Keltenschanze im Laufzorner Holz, bei der immer meine Erwähnungen der Fernverbindungen reingerutscht sind.

Der Herrenhof auf dem Kyberg entstand in der Hallstattzeit, die als Kelten- oder Viereckschanzen bezeichneten Erdwälle hunderte Jahre später in der Latènezeit. Auf den Kyberg-Informationstafeln wird der Verteidigungsaspekt des Herrenhofs stärker herausgearbeitet. Verglichen dazu muten die drei in einer ebenen Umgebung liegenden Nachbarschanzen der Mehrfachschanze im Loh schon ziemlich pazifistisch an, als ob man keine größeren Angriffe erwartet hat. In der Latènezeit gab es große übergeordnete Zentren, die Oppida, vielleicht wirkten die einerseits beruhigend gegen größere Auseinandersetzungen zwischen den Keltenschanzenbesitzern und boten anderseits in ungünstigen Kriegszeiten eine Zufluchtsmöglichkeit für die Keltenschanzenbevölkerung.

Vor drei Wochen ging das Bild eines kleinen Keltenkriegers aus Bronze durch die Medien. Man hatte auf dem Gebiet des keltischen Oppidums von Manching wieder mehrere Jahre gegraben und Ergebnisse veröffentlicht. Aktuell wurde auch eine Dissertationsschrift „Das Umland von Manching“ von Michèle Eller als Band 22 der Reihe „Die Ausgrabungen in Manching“ vorgestellt, vielleicht kann man dort mehr über die Wechselwirkung zwischen Oppidum und umgebenden Keltenschanzen erfahren.

Das vitale Oppidum von Manching gab es aber schon einige Zeit vor der Ankunft der römischen Soldaten nicht mehr. Der Niedergang muß auch die Keltenschanzenwelt betroffen haben, wobei es anderseits aber auch Hinweise auf noch vorhandene funktionierende keltische Strukturen gibt. Die römische Karriere des Claudius Paternus Clementianus mit keltischen Vorfahren aus dem Bereich des heutigen Epfach wird mit solchen weiterwirkenden Strukturen erklärt.

Über die Mehrfachschanze im Loh scheint man nach der Informationstafel zu wissen, daß sie in der römischen Zeit nicht mehr genutzt wurde. Man kann aber nichts über eine Abfolge oder Gleichzeitigkeit gegenüber der sehr nahen Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld sagen. Eine Abfolge zwischen den Mehrfachschanzen wäre auch deshalb interessant, weil zwischen den sonst seltenen Mehrfachschanzen normalerweise große Abstände bestehen und man deshalb über eine besondere Funktion dieser Mehrfachschanzen spekuliert hat.

Auf mich wirkt die Mehrfachschanze im Loh ziemlich gewachsen, als ob man mit einer normalen Keltenschanze angefangen und danach eine Vorschanze und dann die Umwallung eines wesentlich größeren Gebiets angelegt hätte. Sieht man sich dagegen die Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld im Video auf der Website der Firma Artron an, sieht sie für mich wie ein am Reißbrett entworfener Neubau aus.

Es gibt also mehrere Gründe die Mehrfachschanze im Loh sehr interessant zu finden. Trotzdem habe ich sie trotz ihrer Nähe nicht zu meinem obigen Einsteigerpaket mit den Nummern 4-6 dazugepackt. Hintergrund sind zwei wegen starkem Bewuchs abgebrochene Begehungsversuche der inneren Schanzen in meiner Vorblogzeit und zwischenzeitlich habe ich nur wenig von anderen über die Schanze gesehen. Der Keltenfan, den ich letztes Jahr in der Schanze im Laufzorner Forst getroffen habe, schien auch nicht sehr angetan von ihr gewesen zu sein. Ich wollte zwar letztes Jahr wieder versuchen einen Blick in die inneren Schanzen zu werfen, hatte aber die Nässe von oben und unten nicht auf der Rechnung und den Restschnee erst im Wald auf der östlichen Isarseite gesehen. Ich habe mich deshalb schon auf der Anfahrt mit mir geeinigt nur die gut erreichbare Informationstafel in der äußeren Schanze an der Straße nach Oberbiberg zu fotografieren und dann zur Mehrfachschanze im Lanzenhaarer Feld weiterzuradeln.

Donnerstag, 27. Februar 2025

Die westliche Römerstraßenrampe aus dem Gleißental

Informationstafel Oberhachinger Römerstraße

Die westliche Römerstraßenrampe aus dem Gleißental hatte ich im letzten Blogeintrag über den etwa 100 Meter vom Rampenzugang im Gleißental entfernten Nagelfluh-Steinbruch schon eingeführt.

Römerstraßenrampe aus dem Gleißental

Zum einen zitierte ich von der Informationstafel beim Steinbruch den Hinweis auf die mittelalterliche Nutzung der Rampe für den Gesteinsabtransport. Zum anderen wollte ich das Steinbruch-Interesse etwas durch den Hinweis motivieren, daß die Informationstafel zur Rampe wie auf dem ersten Bild zu sehen ist eher untergeordnet auf die Gleißental-Gegebenheiten eingeht und unter der Überschrift „Die Oberhachinger Römerstraße“ mehr allgemein die Römerstraße behandelt. Schließlich habe ich zum so motivierten Paket Steinbruch und Rampe die nahe Keltenschanze im Laufzorner Holz dazugepackt. Sie ist nicht weit von der Rampe entfernt und die Römerstraße führte im weiteren Verlauf an ihr vorbei und das Schummerungsbild/Geländerelief des BayernAtlasses zeigt in dem Bereich Materialentnahmegruben an, nach denen man suchen kann. Die drei Ziele wären wegen der Nähe des Bahnhofs Oberhaching-Deisenhofen auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Römerstraßenrampe aus dem Gleißental

Die Sache ist allerdings leicht fieselig. Für die Materialentnahmegruben muß man sich mit dem BayernAtlas vorbereiten oder vor Ort auf ihn zugreifen. Der Zugang zur Rampe ist im Tal eher nicht direkt sichtbar. Als ich letzten November dort war, gab es nur einen auf einen noch grünen Vorhang zulaufenden deutlich ausgeprägten Fußpfad. Schwierig zu finden ist der Zugang nicht, wenn man weiß, daß da einer sein muß. Wenn man durch das Gleißental aus Richtung Deisenhofen/Oberhaching kommt, geht kurz nach dem erwähnten Fußpfad auch ein Schotterweg nach rechts ab, der als Fahrweg das Gleißental hochführt.

Römerstraßenrampe aus dem Gleißental

Man kann auch an dem Zugang zur Rampe oben vorbeilaufen. Das liegt an einem Parallelweg, von dem man erst etwas nebenraus gehen muß um den unscheinbaren Zugang zur Rampe auf dem sechsten Bild genauer ansehen zu können. Ist auch kein Problem, wenn man weiß, daß sich hier eine Rampe befindet. Die Informationstafeln zur Rampe stehen nicht direkt an der Rampe, sondern am Parallelweg und da auf der von Rampe abgewandten Seite, man hat also die Rampe beim Lesen im Rücken. Dieser Parallelweg führt erst weiter parallel zur Rampe oben am Gleißental entlang und dann via einem Feldweg zur Jägerstraße in Oberhaching-Deisenhofen. Meine BayernAtlas-Markierung habe ich versucht in den Bereich der Tafeln zu setzen.

Römerstraßenrampe aus dem Gleißental

Fotografiert hatte ich die Bilder 2 bis 5 in Richtung meines Weges als ich das Fahrrad letztes Jahr die Rampe hochgeschoben habe. Nur das letzte Foto war ein Blick zurück. Auf der Rampen-Informationstafel wird wegen der schmalen Sohle und erkennbaren „Geleisen“ spekuliert, ob die ursprüngliche Römerstraße hier nicht breiter war und die Geleisspuren nicht erst durch den Gebrauch im Mittelalter entstanden sind. Über Hohlwege allgemein gibt es ganz tolle Informationen in Lucydas Plejadium „Was ist ein Hohlweg und warum sind Hohlwege interessant?“.

Römerstraßenrampe aus dem Gleißental

Freitag, 24. Januar 2025

Der Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental

Via öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental wegen dem Oberhachinger Bahnhof Deisenhofen aus dem Großraum München sehr gut erreichbar. Eine einfache Lösung ist, sich vom Bahnhof aus noch ein Stück an der Bahnlinie zu halten und sich dann via der Stefanienstraße in Richtung Südwesten zu bewegen und an dem Straßenende den folgenden Waldweg hinunter in das Gleißental zu gehen. Folgt man im Tal diesem Weg immer weiter, kommt man bald an dem auf dem ersten Foto zu sehenden Eingang zum Steinbruch vorbei. Ähnlich günstig zum Bahnhof liegt auch die von mir drei Tage zuvor besuchte Keltenschanze im Laufzorner Holz . In der Keltenschanze hatte ich einen Keltenschanzenfan angetroffen, der zu Fuß vom Bahnhof gekommen war. Unsere längere Unterhaltung makulierte unsere Zeitkalkulationen, sonst wäre ich noch (mit dem Fahrrad) zum Römerstraßenaufstieg aus dem Gleißental weiter. Dessen Zugang im Tal liegt sehr nahe beim Nagelfluh-Steinbruch.

Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental
Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental
Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental

Die drei Ziele wären in mehrfacher Hinsicht eine gute Kombination und ich werde deshalb noch etwas ausführlicher auf meine Strecke eingehen. Wie gesagt passen die Ziele durch die kurzen Entfernungen gut zusammen. Zudem bieten sie in einer sonst meist gleichförmig flachen Gegend ein Tal, einen Steinbruch, einen Hohlweg und eine über 2000 Jahre alte Keltenschanze. Und der Aufstieg aus dem Tal ist nicht so anstrengend. Die Steigung haben auch mittelalterliche Gesteinstransporte und römerzeitliche Fuhrwerke geschafft.

Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental
Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental
Nagelfluh-Steinbruch im Gleißental

Das Wichtigste ist für uns natürlich der inhaltliche Zusammenhang zwischen den drei Zielen und da ist die Informationstafel sehr ergiebig. Sie informiert nicht nur über Besonderheiten dieses Nagelfluh-Steinbruchs, etwa daß sich hier das Räuberlager des Films "Das Wirtshaus im Spessart" befand, sondern auch darüber, daß es ein Dutzend weitere Abbaustellen im Gleißental gab und Nagelfluh-Fragmente in römischen Fundstellen entlang des Hachinger Bachs gefunden wurden. „Im großen Stil fand das Gestein v.a. im Mittelalter in Münchner Großbaustellen Verwendung. ... Der Abtransport erfolgte .. über Karren und Schlitten. Die heute so stark in das Gelände eingeschnittene Geländefurche der westlichen Römerstraßenrampe wurde hierbei sicher wieder genutzt.“ D.h. mit diesem geschichtlichen und archäologischen Hintergrund muß man sich sowohl den Steinbruch als auch die nur ein paar Minuten entfernte „Geländefurche der westlichen Römerstraßenrampe“ ansehen, wenn man an einem von beiden interessiert ist. Und die Römerstraßenrampen-Informationstafel behandelt unter der Überschrift „Die Oberhachinger Römerstraße“ mehr allgemein die Römerstraße und geht eher untergeordnet auf die Gleißental-Gegebenheiten ein. Diese allgemeinen Aussagen zur Römerstraße kann man dann auf dem Weg zur Keltenschanze weiter studieren. Die Römerstraße führte ja ausgehend von an der Römerstraßenrampe direkt an der Keltenschanze vorbei.

Montag, 23. Dezember 2024

Die Keltenschanze im Laufzorner Holz

In diesem Jahr hatte ich mich im Blog in südlicher Richtung den Hachinger Bach entlang bachaufwärts von Altperlach bis zu einer der neuen Informationstafeln auf dem Oberhachinger Kyberg vorgearbeitet. Die Informationstafeln wurden an „verschiedenen historisch bedeutsamen Punkten aufgestellt, die spannende Einblicke in die Geschichte, Archäologie und Entstehung der Region um Oberhaching bieten.“

Keltenschanze im Laufzorner Holz

Unterhalb des Kybergs befindet sich die Quelle des Hachinger Bachs. Als geologische Besonderheit geht das Hachinger Tal im weiteren Verlauf nach der Bachquelle in das trockene Gleißental über, das in die südliche Richtung weiterführt. Die Keltenschanze im Laufzorner Holz liegt westlich des Gleißentals etwa 2 km Luftlinie von der Quelle des Hachinger Bachs entfernt. Die Museumsapp des Heimatmuseums Unterhaching trägt dem übergreifenden System von Hachinger Tal und Gleißental dadurch Rechnung, daß man das Gleißental zum Hachinger Tal dazuschlägt. Sie ist deshalb auch interessant für Ausflüge in den Bereich des Gleißentals. Daß es im Gleißental eine Skiflugschanze gab, habe ich bspw. nur durch die App mitbekommen. Einen Eindruck für diesen übergreifenden Ansatz der App gibt das Video „Flug über den Hachinger Bach“.

Die Kette von römischen Siedlungen entlang des Hachinger Bachs habe ich in den früheren Einträgen erwähnt. Die Nord-Süd-Verbindung dieser Siedlungen entlang des Hachinger Bachs muß sich irgendwie im Bereich des Übergangs vom Hachinger Tal in das Gleißental mit der römischen Ost-West-Fernverbindung zwischen dem römerzeitlichen Salzburg und Augsburg getroffen haben. Diese Fernverbindung kreuzte seinerzeit aber nicht den Hachinger Bach, sondern verlief durch den nördlichsten Teil des Gleißentals. Und führte nach dem etwa 500 m von der Schanze entfernten westlichen Aufstieg aus dem Gleißental direkt an der Keltenschanze im Laufzorner Holz vorbei, wie auf dem Schummerungsbild in Abbildung 3 der neuen Infotafel zu sehen ist.

Keltenschanze im Laufzorner Holz

Das auf der Informationstafel abgebildete Schummerungsbild kann man sich auch via dem BayernAtlas ansehen. Man beachte hier wieder die begleitenden Materialentnahmegruben. Bewegt man sich im BayernAtlas in Richtung Osten, sieht man die Römerstraßenschleife hinunter in das Gleißental. Die neue Informationstafel befindet sich wie die alte vor der westlichen Ecke der Keltenschanze an einem dort vorbeiführenden Weg. Das erste hier eingestellte Foto zeigt diese vom Weg aus gut sichtbare Ecke.

Von dieser Ost-West-Fernverbindung mußte hier wie gesagt irgendwie eine Verbindung in nördliche Richtung entlang des Hachinger Bachs abzweigen. Vom Zusammenleben der römischen Siedlungen mit dem Hachinger Bach gibt der römische Mühlkanal am Perlacher Oberen Hofanger einen guten Eindruck. In der Richtung dieser Kette der römischen Siedlungen entlang des Hachinger Bachs befand sich eine weitere römische Ost-West-Fernstraße, die zu einem Isarübergang bei Oberföhring führte. Die Vermutung liegt nahe, daß die Strecke durch das Hachinger Tal als Querverbindung diente. Die reich ausgestatten Grabfunde von Unterhaching, deren Entdeckung 2010 zur Ausstellung „Karfunkelstein und Seide - Neue Schätze aus Bayerns Frühzeit“ in der Archäologischen Staatsammlung München führten, könnten sich durch diesen für die damaligen Bedürfnisse verkehrsgünstig gelegenen Standort erklären lassen.

Keltenschanze im Laufzorner Holz

Die neue Informationstafel an der Keltenschanze im Laufzorner Holz enthält in Abbildung 2 zwar eine geophysikalische Prospektion mit Eintragung der Gebäudegrundrisse. Leider ohne weitere Angaben darüber, welche Gebäude man heute in der Schanze vermutet. Die jahrzehntealte Tafel zuvor behaupte, daß Keltenschanzen nicht wie man früher geglaubt hatte befestigte römische Gutshöfe waren, sondern nach außen hin abgegrenzte Kultstätten der Spätkeltenzeit. Ich glaube an Gutshöfe der ländlichen Oberschicht, die als Oberschicht vor Ort auch für das Religiöse und für kultische Handlungen zuständig war.

Die Keltenschanze im Laufzorner Holz hatte ich schon 2010 im Blog. Der Titel „Vernetzte Erdwerke - mit Fotos von der Keltenschanze im Laufzorner Holz“ erklärt sich über eine Projektwebsite zu den „Vernetzten Erdwerke“, die ich damals ganz gut gefunden habe, aber die es heute nicht mehr gibt. Noch ungünstiger war das Verschwinden von Informationen zu lokalen Römerstraßendiskussionen auf einer anderen Website. Den alten Text habe ich wegen diesen verschwundenen Informationen bei einer Überarbeitung 2019 etwas eingedampft.

Keltenschanze im Laufzorner Holz

Ob ich meinen Text zur Keltenschanze im Laufzorner Holz nun wieder über die Vernetzung aufziehen mußte, kann man diskutieren. Mache ich dann ein wenig bei der konkurrierenden östlich am Gleißental anliegenden Mehrfachschanze im Loh, die würde vielleicht besser passen. Aber eine der Schanzen mußte für die Vernetzung mit der Ost-West-Verbindung herhalten und bei der im Laufzorner Holz konnte ich jetzt auf meine eingedampften Vernetzungsbeispiele aus noch viel früheren Zeiten zurückgreifen.

Bei meinen Blogeinträgen hänge ich hinterher. Die lange Pause seit September war wieder nicht gewollt. Und ich bin jetzt ungewollt mit der Keltenschanze im Laufzorner Holz auf Weihnachten zugerutscht. Ich dachte erst kurz daran etwas anderes für Weihnachten vorzuziehen.

Keltenschanze im Laufzorner Holz

Aber im Grunde paßt dieses Vernetzungsthema ideal zur Weihnachtszeit, in der auch gern Verbindungen gepflegt werden. Man möge in dem Sinne bei dieser Pflege noch etwas drauflegen. Siehe die Überlegung zu den reichen Unterhachinger Funden, nach denen die Verbindungen ein wesentlicher Grund für die Standortwahl waren! Und ich versuche bis Weihnachten zumindest diesen Blogeintrag eingestellt zu kriegen..

Ich wünsche allen schöne Weihnachtsfeiertage und ein gutes neues Jahr!

Montag, 23. September 2024

Der Oberhachinger Kyberg

.. ist nicht so bekannt, wenn ich nach einem seit 60 Jahren im Raum München lebenden Freund der Familie gehe. Dem hatte ich am Freitag Grüße vom Oberhachinger Kyberg geschickt. Nach seiner Antwort schickte ich gleich die Entwarnung hinterher: der Kyberg ist nur so hoch wie es auf den beigefügten Fotos aussieht. Die alten Kelten mußten hier aber einen „Herrenhof“ bauen und ich jetzt zu dem Herrenhof die Informationstafel durchlesen.

Blick vom Oberhachinger Kyberg

Tatsächlich wird es vorzeitlich ganz interessant gewesen sein, hier den Geländesporn oberhalb des Hachinger Bachs zu besetzen. Der Geländesporn hat zwei leichter zu verteidigende Seiten. Man sieht was in der Umgebung vor sich geht und man kann besser seinen Herrenhof präsentieren. Es wird aber etwas gekostet haben, denn für die später um den Kyberg herum entstandenen Keltenschanzen brauchte man keinen erhöhten Geländesporn mehr. Und die noch später entstandene Kette der Römersiedlungen entlang des Hachinger Bachs arbeitete sogar sehr eng mit dem Bach zusammen, wie eine in Altperlach im Gelände dokumentierte Ausgrabung eines römischen Mühlkanals belegt.

Mein Fotografenstandort beim Blick vom Kyberg befand sich ein paar Meter hinter dem Oberhachinger Rathaus. Ich war früher häufiger im Bereich der Oberhachinger/Deisenhofener Keltenschanzen unterwegs, jetzt schon lange nicht mehr. Meine Freitagstour war nur als lockere Vorbereitungsfahrt bis zur Kyberg-Informationstafel für spätere Touren zu meiner Hachinger-Bach-Serie gedacht. Ich wollte an dem Tag nicht noch rechts im ersten Bild runter um nach der Quelle des Hachinger Bachs zu suchen, sondern bin nach links hinten und unter der Haltestelle Deisenhofen durch wieder heimgeradelt.

Informationstafel beim Rathaus auf dem Kyberg in Oberhaching

Die fotografierte Informationstafel wurde zusammen mit einigen weiteren Informationstafeln neu aufgestellt und erst im August breiter publik gemacht. Wer sich für geschichtliche Oberhaching-Touren kundiger machen will, mag sich via dieser Oberhachinger Website, der OHA App oder dem Bayerischen Denkmal-Atlas weiter informieren. Auf der Oberhachinger Website werden die weiteren Standorte der Informationstafeln angegeben.

Informationstafel beim Rathaus auf dem Kyberg in Oberhaching

Die im Zusammenhang mit dem Heimatmuseum Unterhaching erwähnte „Hachinger Bach“-App böte ebenfalls Anregungen, weil sie den Hachinger Bach übergreifend behandelt und weit in das an Oberhaching anschließende Gleißental heineinführt.

Informationstafel beim Rathaus auf dem Kyberg in Oberhaching

In meinen letzten „Gemischten Links“ hatte ich auf einen Kelten-Vortrag in Oberhaching und einen „Kelten-Römer-Tag für die ganze Familie“ bei der Keltenschanze im Lanzenhaarer Feld hingewiesen. Der Vortrag fand statt, der Kelten-Römer-Tag fiel starkem Regen zum Opfer und soll im nächsten Jahr stattfinden.

Noch ein Hinweis auf den Beginn des kostenlosen openHPI-Kurses „Python – schnell und intensiv Programmieren lernen“ am 2. Oktober. Der Hinweis klingt jetzt vielleicht nicht so zum Zeitspektrum des Blogs passend, aber Python ist beispielsweise für viele Digital-Humanities-Leute schon wichtig und deren Themen passen schon öfters zu meinem engeren Blogbereich.

Donnerstag, 15. August 2024

Gemischte Links

Im letzten Jahr schrieb Conrad Schormann anläßlich des 80sten Geburtstages des Schachgroßmeisters Dr. Helmut Pfleger über ihn in den Perlen vom Bodensee: „Die breite Öffentlichkeit kannte und kennt ihn vor allem als den Schacherklärer aus dem Fernsehen. Von den frühen 80ern bis Mitte der 2000er war Helmut Pfleger das TV-Gesicht des deutschen Schachs.“

Einweihung eines Bodenschachspiels beim Gasteig HP8 mit von Großmeister Dr. Helmut Pfleger kommentierten Partien von Jana Schneider und Svenja Butenandt

Meine Fotos stammen von der Einweihung eines neuen großen Bodenschachspiels auf der Kulturinsel vor dem Gasteig-Ausweichquartier HP8 am 17. Juli 2024. Jana Schneider und Svenja Butenandt spielten zwei Schachpartien miteinander und Dr. Helmut Pfleger kommentierte. Es war schön zu sehen, wie Helmut Pfleger trotz des vorgerückten Alters souverän wie früher seine Rolle gemeistert hat. Er könnte nahtlos wieder an seine Fernsehkommentatorenzeit anknüpfen! Zu Jana Schneider, Svenja Butenandt und dem Endergebnis gibt es etwas mehr Informationen vom Schach-Ticker

Einweihung eines Bodenschachspiels beim Gasteig HP8 mit von Großmeister Dr. Helmut Pfleger kommentierten Partien von Jana Schneider und Svenja Butenandt

Man kann nun selbst beim HP8 Hand an die Schachfiguren legen. Die Ausleihbedingungen findet man auf dem letzten Foto. Vielleicht wäre mit einem elektrisches Verfahren mit App das Ausleihen aus dem Schrank und die Figurenübergabe an andere Spieler eine kleinere Hürde? Das könnte ich nächste Woche am 22.8. die Teilnehmer der Untergiesinger Schachwanderung nicht weit vom HP8 entfernt auf der anderen Isarseite fragen. Bei Interesse beachte man das weiter unten auf der Website verlinkte Plakat mit zwei weiteren Augustterminen und drei im September.

Einweihung eines Bodenschachspiels beim Gasteig HP8 mit von Großmeister Dr. Helmut Pfleger kommentierten Partien von Jana Schneider und Svenja Butenandt

In der Münchner Innenstadt läuft derzeit ein Stelenprojekt, bei dem mittels 13 Infostelen Passanten auf bedeutende archäologische Fundstellen aufmerksam gemacht werden. Im Zusammenhang mit dem Stelenprojekt lädt laut Münchner Wochenanzeiger die Archäologische Staatssammlung bis Ende Oktober zu kostenlosen Führungen ein. Die nächsten Termine sind am 21. und 29. August.

Einweihung eines Bodenschachspiels beim Gasteig HP8 mit von Großmeister Dr. Helmut Pfleger kommentierten Partien von Jana Schneider und Svenja Butenandt

Ende Juli und Anfang August meldete das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege neue Erkenntnisse aus dem Raum München. Zum einen konnten Siedlungsfunde im Ortskern von Neufahrn auf eine Zeit vor der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde datiert werden. Zum anderen ist man im Oberschleißheimer Ortsteil Neuherberg auf Spuren einer bislang unbekannten mittelalterlichen Siedlung gestoßen. Beim BR ist derzeit noch ein Video vom Neuherberger Ausgrabungsgelände zugreifbar.

Ausleihmodalitäten der Schachfiguren des Bodenschachspiels beim Gasteig HP8

Schließlich noch ein Hinweis auf einen „Kelten-Römer-Tag für die ganze Familie“ in Oberhaching und ein terminüberschneidendes „Keltenwochenende“ in der Archäologischen Staatssamlung. Oberhaching startet schon vor dem Wochenende mit einem Vortrag am 12.9. Am Samstag dem 14.9. kann man dann in der Oberhachinger Keltenschanze im Lanzenhaarer Feld Mitgliedern historischer Darstellungsgruppen und historischen Handwerkern beim Näherbringen keltisch-römischen Lebens zusehen und es wird eine Fahrradführung zu den weiteren Keltenschanzen Oberhachings angeboten (Der Samstagstermin bei der Keltenschanze wurde wegen schlechter Wettervorhersage abgesagt!! Man bemüht sich um einen Ersatztermin im nächsten Jahr!). Die Archäologische Staatsammlung bietet am 14. und 15.9. Führungen und Mitmachaktionen zu den Kelten an.

Mittwoch, 15. Mai 2024

Keltenhaus Taufkirchen und Wolfschneiderhof

Dieser Blogeintrag über das Keltenhaus Taufkirchen und den Wolfschneiderhof ist der dritte Teil in meiner Hachinger-Bach-Serie, die ich im Februar mit dem „römischen Mühlkanal am Perlacher Oberen Hofanger“ begonnen und im März mit dem Heimatmuseum Unterhaching fortgesetzt habe.

Keltenhaus Taufkirchen

Taufkirchen hatte wie Perlach und Unterhaching einen durch den Hachinger Bach bestimmten Dorfvorgänger und um das Keltenhaus Taufkirchen herum soll es nach dem Bayerischem Denkmal-Atlas (Denkmalnummer D-1-7935-0055) eine Siedlung frühen Bronzezeit, der Spätbronze-/Urnenfelderzeit, der Späthallstatt-/Frühlatènezeit, der mittleren bis späten Làtenezeit, eine Villa rustica der römischen Kaiserzeit sowie Körpergräber des Endneolithikums (Glockenbecherkultur) und der frühen Latènezeit gegeben haben. Es trifft also zum einen die römerzeitliche Besiedlung zu, die schon im Perlacher Teil meiner Serie behauptet wurde (die Kette römerzeitlicher Siedlungen entlang des Hachinger Bachs). Zum anderen sind die verschiedenen Siedlungen Beispiele für die im Unterhachinger Teil vorgestellte begehbare Landkarte des Hachinger Baches mit vielen entlang seines Verlaufs eingezeichneten ehemaligen Siedlungsstellen.

Keltenhaus Taufkirchen

Ich will in diesem Zusammenhang zwar wieder sowohl das Unterhachinger Heimatmuseum als auch seine über Unterhaching hinausführende „Hachinger Bach“-App bewerben. Aber der Text zum Gebiet um das Keltenhaus weist schon darauf hin, daß das tatsächliche Szenario mit den vielen Siedlungen noch deutlich komplizierter war. Zu einer 2012 nahe dem Keltenhaus stattgefundenen Ausgrabung der Firma Singularch gibt es einen im Internet frei zugreifbaren Grabungsbericht und darin die folgende Bemerkung:„Da Ansiedlungen meist nach nur wenigen Generationen aufgegeben und in einiger Entfernung neu gegründet wurden, ist in den besonders siedlungsgünstigen Gebieten häufig eine mehrphasige Besiedlung feststellbar.“ Diese „Mehrphasigkeit des besiedelten Areals“ wurde dann auch weiter unten im Singularch-Text im Zusammenhang mit den vorgestellten Befunden angemerkt.

Umweltgarten beim Keltenhaus Taufkirchen

Das Keltenhaus Taufkirchen ist in Folge einer früheren, 1993/94 stattgefundenen Ausgrabung entstanden. Die Ergebnisse der Ausgrabung sind auf der Website der „Freunde des Wolfschneiderhofes in Taufkirchen e.V.“ kurz zusammengefasst. Im Keltenhaus wird laut der Website auf einigen Schautafeln die Archäologie im Hachinger Tal dargestellt. Führungen im Keltenhaus können mit dem Gemeindeheimatpfleger vereinbart werden. Vici.org bietet nebst einer weiteren Zusammenfassung zum Keltenhaus auch eine Lagekarte.

Wolfschneiderhof Taufkirchen

Meine Fotos stammen vom letzten April-Freitag. Das Wetter war nach ungünstigen Tagen ideal zum Radeln. Interessant wären noch Funde aus den Ausgrabungen gewesen, die im Taufkirchener Rathaus in Vitrinen ausgestellt sein sollen. Aber wegen anderer Rahmenbedingungen bin ich erst nach 12 Uhr beim Rathaus angekommen und konnte nur feststellen, daß das Rathaus nach Ablauf seiner Öffnungszeit tatsächlich zu ist.

Backhaus des Wolfschneiderhofs Taufkirchen

Ich bin danach noch ein kleines Stück weiter, um Fotos vom Wolfschneiderhof zu machen. Dieses zu bestimmten Zeiten besuch- und besichtigbare Taufkirchener Heimathaus ist ein gerettetes altes Bauernhaus aus der Zeit des kleinen Bauerndorfes Taufkirchen. Zufällig war gerade ein Mitglied der „Freunde des Wolfschneiderhofes in Taufkirchen e.V.“ anwesend, das mir freundlicherweise erlaubte vom Gelände des Wolfschneiderhofes aus zu fotografieren. Der Wolfschneiderhof sieht schön und heimelig aus. Ein Beitrag von München tv zeigt, was man sich innen noch alles ansehen kann. Das Leben der früheren Bewohner war aber extrem hart, wovon man sich in „Der Wolfschneiderhof und seine letzten Bewohner“ einen Eindruck verschaffen kann.

Wolfschneiderhof Taufkirchen

Am nächsten Sonntag ist der Internationale Museumstag 2024. Laut dem Veranstaltungskalender des Wolfschneiderhofs wird zwischen 14 und 17 Uhr ein besonderes Programm des Gemeindeheimatpflegers angeboten. Ich will zudem noch auf auf die Johannidult am 23. Juni 2024 von 11:00–18:00 Uhr im Garten des Heimathauses hinweisen. In dem Garten war ich von den gezogenen Pflanzen sehr fasziniert. Nicht nur die in dem kleinen eingehegten Bereich, sondern auch die in den Pflanzschalen sahen so gut, gesund und kräftig aus. Wenn das nicht an dem aktuellen Wetter und der Jahreszeit lag, sondern an besonderen Versorgungsfähigkeiten, dann darf man auf die selbstgebackenen Kuchen an Museumstagen und die Schmankerl vom Grill und die reichlichen kühlen Durstlöscher zur Johannidult gespannt sein.

Hachinger Bach beim Wolfschneiderhof Taufkirchen

Abschließend ein Blick nach Oberhaching, das soll die nächste Station auf meiner Tour entlang des Hachinger Bachs werden. Oberhaching feiert dieses Jahr seinen 1275. Geburtstag, und ein Höhepunkt des Festjahres soll die Festwoche vom 29. Mai - 9. Juni sein. Die beinhaltet am 8. Juni eine „Oberhachinger Zeitreise“, einen „Spaziergang durch die Geschichte für die ganze Familie“.

Hachinger Bach beim Wolfschneiderhof Taufkirchen

Dienstag, 20. März 2012

Keltenschanze Kreuzpullach

Die Keltenschanze bzw. keltische Viereckschanze Kreuzpullach liegt nahe dem Römerstraßen-Hohlweg aus dem Gleißental vom letzten Blog-Eintrag und der Keltenschanze im Laufzorner Holz.

Keltenschanze bzw. keltische Viereckschanze Kreuzpullach

Im zweitgenannten Blog-Eintrag ging es mit dem Ausgangspunkt der nördlich der Keltenschanze Kreuzpullach verlaufenden Römerstraße ganz allgemein um „Vernetzte Erdwerke“ (Keltenschanzen, bronzezeitliche Befestigungen, Jungsteinzeitliche Erdwerke im Braunschweiger Land). In dem Zusammenhang gab es den Gedanken, ob die bronzezeitlichen Befestigungen Sunderburg und Bernstorf zeitgleich existiert haben. Und „wenn die Anlagen zeitgleich bestanden haben, dann könnte man daraus vielleicht Rückschlüsse über deren Anzahl und Verteilung ziehen.“ Wer Spaß an solchen Fragen hat, möge sich den Artikel „Landschaftsarchäologische Analysen im Bergischen Land“ von Irmela Herzog ansehen. Den Hinweis verdanke ich Armin Volkmann. Der arbeitet auch an einem GIS-Projekt (GIS = Geographisches Informationssystem), seine „Archäo-Informatischen Studien zu Siedlungsraum-Transformationen von der Antike zum Mittelalter in Nordbayern“ wären auch einen Blick wert.

Informationstafel zur Keltenschanze bzw. keltische Viereckschanze Kreuzpullach

Von der Sunderburg gibt es mittlerweile Besuchsberichte von Marcellina und Stephan Gröschler. Und um auf Kreuzpullach zurückzukommen, diese Schanze hat Stephan auch schon auf seinen Listen. Neben Bildern und einem Video gibt es bei ihm auch Bilder von den bei der Schanze liegenden Hügelgräbern. Seine Anfahrtsbeschreibung sollte man sich merken. Wichtig wäre aus Richtung Deisenhofen die „sehr deutliche Bodenwelle“ (man sieht nicht über sie drüber), nach deren Überwindung es rechts in den Waldweg hineingeht. Und die „leichte S-Kurve“ auf dem in westliche Richtung von der Keltenschanze wegführenden Waldweg, bei der die Grabhügel liegen. Letzten Donnerstag gab es noch die prägnante Markierung in Bild 10, südlich von ihr liegen die beiden Hügelgräber in Bild 11 bis 14.

Eingang der Keltenschanze bzw. keltischen Viereckschanze Kreuzpullach

Man sollte sich die Situation auch mit dem BayernViewer-denkmal ansehen (Denkmalnummer D-1-8035-0036). Der an die Keltenschanze südlich heranführende Strich gibt brauchbar den Waldweg von der Straße her wider. Wer auf dem Feldweg von Kreuzpullach her wandern oder radeln will sieht, daß der Waldweg etwa dort auf diesen Feldweg trifft, wo dieser am Waldrand anlangt. Und schließlich sieht man auch die Hügelgräber bei der Keltenschanze liegen (Denkmalnummern D-1-8035-0038 und D-1-8035-0039).

Panoramabild vom Eingang in die Keltenschanze Kreuzpullach

Bild 5 ist in Richtung der nordöstlichen „Vorgeschichtlichen Grabhügel“ aufgenommen (Denkmalnummer D-1-8035-0038). Die Beschreibung gibt „Funde der Bronzezeit, Hallstattzeit und römischen Kaiserzeit“ an. Ich bin an einem Zaun gelandet und habe nichts von den Grabhügeln gesehen. Das umzäunte Gelände dient glaube ich der Münchner Wasserversorgung. Von den Hügelgräber von Denkmalnummer D-1-8035-0039 („Grabhügel vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung.“) habe ich nur zwei via dem typischen Ausgrabungsloch oben drin identifizieren können, allerdings bin ich letzten Donnerstag auch ohne GPS unterwegs gewesen.

Blick in nordöstliche Richtung von der Nordostecke der Keltenschanze Kreuzpullach

Die Zeichnung auf der veralteten Infotafel zeigt nur die Grabhügel D-1-8035-0039, wobei sie deren Lage falsch wieder gibt. Die Hügelgräber müßten etwas nach links versetzt werden. Falls der rote Fleck die Infotafel darstellen soll, dann ist das auch falsch. Die steht mehr zur Mitte am Waldwegknick und nicht an der Südostecke der Schanze. Die Parkbucht ist mir nicht aufgefallen. Und das mit der Kultstätte und den tiefreichenden Schächten bezieht sich auf die mit der Ausgrabung von Klaus Schwarz um 1950 aufgekommene Sichtweise. Das Thema hatten wir schon bei der von ihm ausgegrabenen Viereckschanze 2 von Holzhausen.

Panoramabild vom Nordwall über die Keltenschanze Kreuzpullach

Wie im ersten Bild zu sehen ist, liegt die Keltenschanze direkt am Weg. Man kann also hinter der Informationstafel über den Wall klettern. Alternativ finden sich die Reste eines Wegs, der von dem bei der Tafel abknickenden Waldweg parallel zum Keltenschanzen-Südwall nach Osten abgeht und nach ein paar Meter eine Linkskurve macht und nach Norden auf den Zaun zuführt. Von dem kann man dann wieder nach links zum Eingang der Keltenschanze auf deren Ostseite in Bild 3 abbiegen.

Aufnahme in der Keltenschanze Kreuzpullach

Zu diesem Weg wäre zu sagen, daß ich vor ein paar Jahren Ende Mai bei hohem Gras mit meinem Bruder da durch bin. Ich schneller voraus und er langsam hinterher und er glaubte, daß danach drei Zecken auf ihm herumgekrabbelt sind. Er hat die schnell abgewedelt. Also ganz sicher ist das vielleicht nicht. Ich will jetzt auch nicht spekulieren, ob es etwas hilft an kritischen Stellen schnell durchzugehen, ob man lieber geschlossene Schuhe und Strümpfe anhat, statt ohne Strümpfen in Sandalen zu gehen usw. Es ist aber sicher sinnvoll sich über Zecken und eventuelle Vorteile einer Impfung zu informieren und nach solchen Touren zu kontrollieren ob eine durchgekommen ist. Ganz aktuell zum Thema Zecken: 1. Süddeutscher Zeckenkongress: „Zecke ist das gefährlichste Tier Deutschlands“

Aufnahme in der Keltenschanze Kreuzpullach

Soweit ich mich erinnere, hat es mich in den letzten fünf Jahren drei Mal erwischt und das war immer auf Sitzbänken. Zweimal festgebissen an der Wade und einmal noch krabbelnd am Arm. Also nach derzeitigem Stand würde ich eine Sitzbank mit heranreichendem Gras, Ästen etc. in Bereichen mit viel Besucherverkehr (inkl. Hunden) wesentlich riskanter finden als eine Keltenschanze. Ich würde aber auch bei Keltenschanzen möglichst nicht besonders tief mit dem Oberkörper durchs Gesträuch gehen, also lieber außen herum als unten durch. Die Zecken sollen ja nicht so hoch angesiedelt sein und Hosen, Schuhe, Beine kann man sich notfalls alleine vor Ort noch schnell durchsehen.

Aufnahme in der Keltenschanze Kreuzpullach

Die Keltenschanze Kreuzpullach sieht sehr gut erhalten aus. In Bild 3 kann man sogar noch Reste des Grabens vor dem Eingang erkennen. Ich rätsele, wie sich so etwas über mehr als 2000 Jahre hält. Weil hier ziemlich viel für die Wasserversorgung unterirdisch liegen muß und es oberirdisch teilweise lange Sichtlinien gibt, habe ich schon früher mal gerätselt, ob man bei der Gelegenheit mal nachgearbeitet hat. Vermutlich tue ich aber Unrecht und die Denkmäler hier werden und wurden sorgsam beschützt. Das nicht abgeräumten Holz könnte darauf hindeuten, mit dem ließen sich ein paar Wohnungen über den Winter bringen.

Wegmarkierung Grabhügelfeld bei der Keltenschanze Kreuzpullach

Daß ich mich hier nicht nur dem Keltenschanzen-Genuß pur hingegeben, sondern auch wieder das Haar in der Suppe gesucht habe, dafür wurde ich schon bestraft: in der Zeit bevor ich den BayernViewer denkmal kannte, bin ich der falschen Zeichnung auf der Infotafel aufgesessen und habe die Hügelgräber an der falschen Stelle gesucht.

Grabhügel 1 bei der Keltenschanze Kreuzpullach

Oberseite des Grabhügels 1 bei der Keltenschanze Kreuzpullach

Im Nachhinein ärgert mich das nicht. Komischerweise war es es letzte Woche schon ein kleiner Aufreger, als ich glaubte eine komplett neue falsche Informationstafel vor mir zu haben. Das Dach ist tatsächlich erneuert und das hatte ich verrottet in Erinnerung. Zuhause habe ich mittels einem Foto von 2008 gemerkt, daß die Tafel nur teilerneuert wurde und die alte Platte mit Text und Bild erhalten geblieben ist.

Grabhügel 2 bei der Keltenschanze Kreuzpullach

Oberseite des Grabhügels 2 bei der Keltenschanze Kreuzpullach

Wie man sieht, soll die Zeichnung 1988 entstanden sein. Daraus könnte sich die Orientierung vieler Keltenschanzen-Informationstafeln im Münchner Raum an der Ausgrabung um 1950 von Klaus Schwarz erklären. Nach der Wikipedia sollen Rüdiger Krause und Günther Wieland die Viereckschanze bei Bopfingen 1989 und 1992 großflächig untersucht haben. Vielleicht hat sich erst durch diese und in den 90er Jahren folgende Ausgrabungen die Interpretation der Schanzen in eine andere Richtung gedreht.