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Montag, 10. Juni 2019

Gemischte Links

Im Mai war ich sichtlich indisponiert und konnte den Faden nicht aufnehmen, den mir Marcellina via Kommentaren und Blog-Eintrag reichte. Nun etwas spät der Hinweis auf ihr „In Via: The Keltenschanze near Utting“. Die Uttinger Schanze wäre je nach Ausflugsinteressen eine interessante Alternative zu oder Kombinationsmöglichkeit mit den Holzhausener Schanzen in meinen letzten beiden Blog-Einträgen. Wobei wegen der Verwechslungsgefahr hier wieder darauf hinzuweisen ist, daß mit Holzhausen der relativ Utting-nahe Ortsteil der Gemeinde Alling im Landkreis Fürstenfeldbruck gemeint ist.

Die Uttinger Keltenschanze wird wie die Holzhausener Schanzen in Kombination mit einer Römerstraße angeboten. In dem Fall mit der in den Süden führenden Via Claudia Augusta, von der Marcellina in ihrem jüngsten Eintrag eine Meilenstein-Replik zeigt. Zur Via Claudia Augusta gibt es eine Vielzahl von Links. Ich verweise auf den jüngst erschienenen Scinexx-Artikel „Eine Römerstraße als europäische Verbindungsachse“ , der sich wiederum auf eine Website der Universität Innsbruck als Quelle beruft.

Diese Quelle sollte man sich wegen den Fotos und Karten ebenfalls ansehen. Und im Text finden sich genügend viele Stichworte, über die man weitersuchen kann. Ich wollte jetzt dennoch über Scinexx gehen, weil Scinexx zum einen einige solcher Dossiers mit Archäologie-Bezug zusammengepackt hat. Ich fands jetzt nur auf die Schnelle schwierig, dort einen Überblick über dieses Dossier-Angebot zu bekommen. Zum anderen hat Scinexx im verlinkten Artikel ein Via-Claudia-Augusta-Video von Via Claudia Augusta Transnational eingebunden. Dessen Aufrufzahl ist passabel, aber man beachte bei der Gelegenheit die auffallend geringe Zahl der Likes und Abonnenten sowie die sehr geringen Aufrufzahlen der anderen durch den Kanal upgeloadeten Videos.

Der Name Via Claudia Augusta ist tatsächlich antiken Ursprungs. Dagegen ist die Bezeichnung „Via Julia“, die bisweilen für die an den Holzhausener Keltenschanzen vorbeiführenden Römerstraße verwendet wird, eine neuzeitliche Erfindung. Die Streckenführung der „Via Julia“ orientiert sich zwar an der Trasse der alten Römerstraße, soll aber fahrradtauglich sein und weicht deshalb manchmal empfindlich von der Römerstraße ab. Zur Via Claudia Augusta gibt es ebenfalls einen Radweg, wegen des antiken Ursprungs des Namens kann man sauberer zwischen der antiken Via Claudia Augusta und dem Via-Claudia-Augusta-Radweg trennen.

Geht man nach der Anzahl der Tourberichte auf Youtube, ist der Via-Claudia-Augusta-Radweg für die Radler wesentlich interessanter als die Via Julia. Ich will hier als Beispiel auf den Teil 1 der Tour von Rainer Dornburg aus dem Jahr 2015 verweisen. Ich habe mir sämtliche Teile angesehen. Die Römer kommen zwar ganz klar zu kurz, aber die Videos sind sehr gut und interessant gemacht. Irgendwie kommt auch trotz Rainer Dornburgs Schnellweiterkommenwollens manchmal etwas von dem rüber, was diese Reise immer ausmachte, und in dem verlinkten Via-Claudia-Augusta-Video mit seinen Landschaftspanoramen fehlte.

Man vergleiche jetzt mal das verlinkte Einzelvideo und den Kanal von Rainer Dornburg mit dem Einzelvideo und dem Kanal von Via Claudia Augusta Transnational hinsichtlich Aufrufen, Abonnenten und Likes. Die Gesamtzahl der Aufrufe des Youtube-Kanals von Rainer Dornburg liegen um zwei Größenordnungen über den Aufrufen des Kanals von Via Claudia Augusta Transnational. Ich will jetzt weder nachrecherchieren noch groß herumspekulieren. Vielleicht kommen die Zahlen von Via Claudia Augusta Transnational so zustande, daß sie ihr Filmmaterial schon gut in Fernsehsendungen unterbringen konnten und den kostenträchtigen Aufwand im Netz für ein paar hundert zusätzliche Aufrufe scheuten.

Jedenfalls glaube ich, daß viele Kultureinrichtungen trotz angeflanschten Netzaktivitäten bei den Möglichkeiten etwas via dem Netz durchzudrücken eher Via Claudia Augusta Transnational als Rainer Dornburg gleichen. Ich glaube, die haben häufig keine Ahnung von den starken Akteuren im Netz, vermutlich haben sie auch keine Leute, um die eigenen Zahlen und die Zahlen jener Akteure, die gerade einen guten Lauf haben, bewerten zu können. Professionell wäre es vielleicht gewesen, in so einer Konstellation jemand wie Rainer Dornburg im Vorfeld zu identifizieren und hinsichtlich seiner 2015er-Tour dahingehend zu überzeugen, daß er ab und zu lokale Experten trifft, die ihm noch sichtbare Teile der Via Claudia Augusta oder interessante Funde in örtlichen Museen zeigen. Wie gesagt, ich halte die Videos von Rainer Dornburg für sehr gut und interessant gemacht und er hätte solche Experten-Einbindungen in seine Videos sicher auch sehr gut hingekriegt.

Wem jetzt ganz allgemein der Sinn nach einer Auswahl von Videos oder Hörbarem steht, für den ist Hiltibold aus Graz immer eine gute Adresse. Ich möchte heute aber besonders auf seine Interview- und Gastbeiträge-Rubrik raus. Hiltibolds Interviews sind generell von bleibendem Wert, sie illustrieren einem noch ferner Zukunft die heutigen Sichtweisen wichtiger Personen zu einem bestimmten Thema.

„Ohne 'Raubgräber' keine Sensationen? - Ein Interview mit dem Denkmalpfleger Harald Meller“ - ich hatte den Hinweis auf Harald Mellers Buch „Die Himmelsscheibe von Nebra: Der Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas“ und dessen ungewöhnlich umfangreiche Besprechung durch Florian Freistätter gerade in meinen letzten „Gemischten Links“ . Ging es bei Florian Freistätter mehr um die Bronzezeit, sind in Hiltibolds Interview das Schatzregal, Sondengänger, der Begriff „Raubgräber“, das „Entsammeln“ überquellender Depots und die konträre Sichtweise von Raimund Karl die Themen (ich hatte Links zur Sichtweise von Raimund Karl 2016 unter dem Titel „Der Schutt muß weg“ im Blog). Auf das Hiltibold-Interview mit Harald Meller antwortete Raimund Karl zwei Wochen später mit dem Gastbeitrag „Archäologische Wissenschaft, Denkmalpflege oder G’schichtldruckerei? Reaktion auf ein Interview mit Harald Meller“ .

Freitag, 15. Februar 2013

Hiltibold aus Graz

Auf „Hiltibold.blogspot.com Römisches & Mittelalter“ bin ich erst vor kurzem via Twitter gestoßen. Hiltibold will sich im „Rahmen dieses Blogs“ „hauptsächlich Gedanken zur römischen Antike und dem Frühmittelalter machen: Archäologie, Religion, Living History, Literatur - nichts wird ausgelassen. Feedback ist willkommen!“

Das Feedback hat Hiltibold schon. Ich greife mal mit „Böse Metallsucher?“ einen Eintrag heraus, der zu besonders vielen Kommentaren angeregt hat. Das ist so etwa das, was ich mir unter den Vorteilen von Kommentaren vorstelle: der Blogger entwickelt seine Vorstellungen, in den Kommentaren kommen noch andere hinzu, und schließlich profitieren alle von dem breiten Gedankenspektrum, das für sie ausgebreitet wurde.

Ich füge noch den Hinweis auf die Website „Sondengänger in Deutschland“ von Thorsten Straub hinzu. Diese Website hatte ich wegen den umfangreichen Hintergrundinformationen schon früher verlinkt. Bei Hiltibold ging es um den Schaden und Nutzen der Metallsucher, mittelbar auch um deren Fundmitteilungen. In meinem letzten Beitrag zur Heuneburg-Onlinepetition ging es auch um Beispiele für die Mitteilungen von Amtsarchäologie, Museen und Gemeinden. Also vielleicht könnte man das bei der ehrenamtlichen Mitarbeit berücksichtigen und alle Funde vorab erfassen und der Öffentlichkeit auf Plattformen abseits der Ämter zur Verfügung stellen. Einen netten Zusatzaspekt so einer Veröffentlichung gibt es bei Thorsten Straub nachzulesen.

Neben seinen Blog-Einträgen hat Hiltibold noch weiteres im Angebot. Die Rubrik „Hörbares“ ist eine sehr gute Idee. Man kann sich eine Stunde lang etwas von Plinius anhören und daneben irgend etwas anderes machen, für das man nicht viel Kopf braucht. In der Rubrik ist auch etwas von Prof. Karl-Wilhelm Weeber über die Bikini-Mädchen verlinkt. Klar ist, sie sind einzigartig. Aber was sie nun wirklich gewesen sind, ist weiterhin unklar.

Sonntag, 20. März 2011

Schätze finden und behalten, Rheinhessen, Münchner Termine

Den Blog-Eintrag hätte ich mit „Eigentlich...“ überschreiben können. Eigentlich will ich im Blog nicht so gern von anderen gesetzte Themen weiter verfolgen, zumindest nicht in so nahem Abstand, sonst komme ich nicht zu meinen eigenen Sachen. Wenn ich auf solche Themen verlinke, dann ist das eher so gedacht, daß man bei Interesse selbst dranbleiben soll.

Und vor das Tippen der eigenen Sachen wollte ich in diesem Jahr noch das selbst Rausgehen stellen. Nach schlechten Erfahrungen im letzten Jahr, wo ich an halbwegs brauchbaren Wochenenden vor dem Rechner versandet bin und wir in der Summe deutlich weniger unterwegs waren als im Nicht-Blogger-Jahr 2008.

Achterlacke (8er-Lacke) südlich Fürstenried West

Aber nach dem wir vor zwei Wochen - eigentlich sollte dieser Eintrag da schon erscheinen - unsere Pflichten erfüllt und der Sonne mit einem Samstagsspaziergang und einer Sonntagsradtour gehuldigt haben und außerdem gleich mehrere Links zum Thema Schatzsuche, Schatzfund und Schatzregal angefallen sind, will ich doch schon wieder auf dieses Thema eingehen:

Zunächst die Meldung über eine weitere von Ralf Lauw in der Isar gefundene Kanonenkugel. Er berichtet darüber unter dem Titel Unterwasser-Archäologie in München. Auf seinen Blog hatte ich letztes Jahr hingewiesen („Hoffnungsvoller Nachwuchs“).

Ralf Lauw schreibt, daß er seinen neuen Fund beim Landesamt für Denkmalpflege abgegeben hat und bei der Gelegenheit die letztes Jahr gefundene Kugel wieder mitnehmen durfte. Das dürfte bei den 2156 Gesetzestafeln aus purem Gold im Izabal-See in Guatemala nicht so einfach werden. Denn wie Florian Griedl im Blog von CMS Hasche Sigle schreibt, wäre der Fund Staatseigentum von Guatemala und den Entdeckern „würde also nur die Ehre zu teil werden, einen bedeutenden Schatz entdeckt zu haben“.

Achterlacke (8er-Lacke) südlich Fürstenried West

In Guatemala läge demnach auch ein Schatzregal vor. Der in meinem damaligen Blog-Eintrag verlinkte Dr. Klaus Graf ist an dem Thema dran geblieben und hat weitere Beiträge in den Archivalia-Blog eingestellt. Baden-Württemberg hat auch ein Schatzregal. Für den für den Besitzer des Ackers, auf dem der Sensationsfund bei der Heuneburg gemacht wurde, wäre es deshalb nach meinem Verständnis viel günstiger, wenn sein Acker zu Bayern gehören würde.

Hoffen wir, daß die 2156 Gesetzestafeln trotz solcher kleinlicher Besitzstreitereien bald aus dem See gefischt werden. Es geht ja möglicherweise um Größeres, der Weltuntergang 2012 steht ja auch noch an. Dr. Florian Freistetter beruhigte uns zwar schon 2009 - „Kein Weltuntergang am 21. 12. 2012“ - aber vielleicht könnte man mittels den Gesetzestafeln aus „erster Hand“ mehr erfahren?

Nun zum Thema Rheinhessen. Da habe ich vor ein paar Wochen auf die „Kommentierte Bibliographie zur Archäologie Rheinhessens“ hingewiesen, „Begonnen von Peter Haupt / Patrick Jung / Ines Klenner fortgeführt von Peter Haupt“. Kirsten Dzwiza hat mir zwischenzeitlich geschrieben, daß Peter Haupt in ihrem Verlag das umfangreiche e-Book mit viel Bildmaterial „Sagen und Legenden in Rheinhessen - Archäologie und Geschichte ihrer Herkunft“ veröffentlicht hat. Der Grée-Mahé-Verlag wurde von Kirsten Dzwiza im letzten Jahr als Deutschlands erster Fachverlag für die Altertums- und Geschichtswissenschaften gegründet, der auf das elektronische Publizieren spezialisiert ist.

Zugefrorener Tümpel im Forstenrieder Park

Das Buch passt zwar zu meinem Blog, weil ich meine „Ausflüge in die Vergangenheit“ von den Orten her aufziehe. Nur stünde eine Besprechung mit Ortskenntnissen in den Sternen, ich habe ja beim Hinweis auf die Internationale Reenactmentmesse in der Villa Borg geschrieben, daß ich froh bin wenn ich es dieses Jahr bis nach Rheinheim schaffe. Schneller verwendbar wäre vielleicht ein anderes Buch von Peter Haupt über „Heiligtümer in den römischen Nordwestprovinzen. Eine Betrachtung vor dem Hintergrund neurowissenschaftlicher und evolutionsbiologischer Theorien“, das ich auf der Verlags-Website gefunden habe.

Ohne weitere Prüfung will ich aber jetzt trotzdem schon auf zwei Punkte hinweisen, die für die Bücher sprechen: die „Kommentierte Bibliographie“ zeigt, daß Peter Haupt auf einer sehr umfangreichen Basis aufbaut. Das ist in diesem Umfang nicht selbstverständlich. Zudem will noch einmal aus der „Kommentierten Bibliographie“ zitieren, sie soll „nicht nur dem in und über Rheinhessen arbeitenden Archäologen ein Hilfsmittel sein, sondern wendet sich ganz besonders an archäologisch interessierte Heimatforscher.“ Dieses Maß an Zuwendung für die Laien erscheint mir auch eher ungewöhnlich.

Zugefrorene Tümpel im Forstenrieder Park

Zu den Münchner Terminen: es gibt leider keine komplette Übersicht etwa in Form eines Kalenders wie bei Chronico. Ich behelfe mir mit einem Hinweis auf die „üblichen Verdächtigen“, wo man die meisten Termine findet: das ist das Münchner Museumsportal mit Aktuellem zu Ausstellungen, Führungen und Vorträgen in den Museen, die erst vor ein paar Wochen erwähnte „Gesellschaft für Archäologie in Bayern e. V.“ mit Vorträgen in Unis und Archäologievereinen und im Landesdenkmalamt, und die Volkhochschulen im Raum München, hier stellvertretend die Münchner Volkshochschule. Bei der Münchner Volkshochschule ist das Zusammensuchen Fieselarbeit, weil sich die interessanten Kurse, Vorträge, Radausflüge in unterschiedlichsten Rubriken verbergen können.

Angestoßen wurde ich zu diesem Hinweis auf die Münchner Termine durch die aktuelle Vereinszeitschrift des Euro-Arabischen Freundschaftskreises, in der neben den eigenen frei besuchbaren Vorträge (Kenia, Marokko, Verborgene Schätze der Zentralsahara) auch Veranstaltungen des Deutsch-Syrischen Vereins - Schätze des Alten Syrien am 26.3.2011 - und der Vortrag über Göbekli Tepe von Prof. Dr. Klaus Schmidt am 8.6. bei der Gesellschaft für Asiatische Kunst und Kultur e.V. erwähnt sind.

So, wenn ich nun schon beim Nachklappen bin und Chronico und die Reenactmentmesse erwähnt habe, dann noch der Hinweis auf den Artikel „Gütesiegel für Zeitreisende“ von Marcel Schwarzenberger, der sich mit der Frage nach verbindlichen Qualitätsstandards für Living History in Museen beschäftigt. Außerdem, angestoßen durch den Kommentar von Marcellina zum letzten Blog-Eintrag ein Hinweis auf den Beitrag bei Archäologie Online Ötzi: Ausstellung zum „20. Geburtstag“ eröffnet.

Blatt auf Eis

Die Bilder sind von unserem Radausflug am 6. März. Die ersten beiden Bilder zeigen die 8er-Lacke (oder Achterlacke) im Forstenrieder Park südlich Fürstenried-West. Die hat eine mir bei einer geführten Radtour erzählten historische Bedeutung, an die ich mich jetzt aber nur noch so in etwa erinnere. Danach ist, wie an den alten Eichen zu sehen ist, noch in königlichen Zeiten wegen der Wasserknappheit eine Wasserleitung von der Isar her angelegt worden, die trotz dem Bau der Garmischer Autobahn weiter funktionstüchtig blieb. Die Wikipedia schreibt über die Wasserleitung, daß sie zuletzt über 90% Verlust aufwies und stillgelegt wurde. Der Brunnen wäre „derzeit(Sommer 2010)“ außer Betrieb. Nun läuft er wieder.

Die folgenden Bilder sind von Tümpeln jüngeren Datums im umzäunten Teil des Forstenrieder Parks östlich der Garmischer Autobahn. Im letzten Bild ein Ausnahmeblatt. Seine Kollegen waren alle durch die erhöhte Wärmeaufnahme in die Tiefe geschmolzen, so weit verstehe ich das. Aber das Blatt scheint aus der Vertiefung herausgeweht worden zu sein und ist dann direkt daneben liegen geblieben?

Donnerstag, 27. Januar 2011

Das Schatzregal

Derzeit wollen CDU und FDP in Hessen ein Schatzregal einführen. Ein Schatzregal ist nach der Wikipedia „eine rechtliche Regelung, nach der herrenloses, bis zum Zeitpunkt des Fundes verborgenes Gut mit seinem Auffinden Eigentum des Staates wird, ohne dass dazu ein weiterer (Übertragungs-)Akt erforderlich ist.“ Wie in der Wikipedia weiter steht, ist das Schatzregal „eine Ausnahme der Regelung zum Schatzfund in § 984 BGB, der sogenannten Hadrianischen Teilung. Dabei erwirbt das Eigentum am Fund je zur Hälfte der Finder und der Grundstückseigentümer. In den meisten deutschen Ländern enthalten die Denkmalschutzgesetze eine Vorschrift, die ein Schatzregal für Bodendenkmäler vorsieht. Ausnahmen sind Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.“

Anders ausgedrückt: es ist für den Finder wesentlich günstiger in einem Bundesland ohne Schatzregal etwas zu finden. Das hat vermutlich nicht nur Auswirkungen für den Finder, sondern auch auf die Frage, ob und wo ein Fund gemeldet wird. Die Wikipedia erwähnt den „Fundtourismus“ - man findet etwas in einem Bundesland mit Schatzregal, gibt den Fundort aber in einem Bundesland ohne Schatzregal an. Auf diese Weise wäre bspw. Bayern von einer hessischen Änderung direkt betroffen. Indirekt vermutlich dadurch, daß die hessische Einführung des Schatzregals auch eine entsprechende Diskussion in Bayern aufleben läßt.

Hier unter dem Titel „Soll Hessen ein Schatzregal einführen?“ von Dr. Klaus Graf im Archivalia-Blog umfangreiche Informationen. Bei ihm finden sich noch weitere Blog-Einträge zum Thema. Aktuell weist er auf einen Fernseh-Bericht in der hr-Sendung "Hauptsache Kultur" heute abend um 22.45 Uhr hin. Die Sendung soll nach seinen Angaben am Freitag, 4.50 Uhr und am Sonntag, 10.15 Uhr wiederholt werden.

Zudem noch einmal der Verweis auf die in meinem Blog-Beitrag „Versiegelt der Denkmalschutz Bayern?“ erwähnte Website von Thorsten Straub „Sondengänger in Deutschland“. Es geht u.a. um die unterschiedlichen Positionen der Interessengruppen, um gesetzliche Regelungen und darum, was wertvolle Funde dem Finder gebracht haben.