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Sonntag, 1. April 2018

Eiszeit- und Jungsteinzeit-Archäologie via „Super-Mediathek“ erleben?

Vor einer Woche wurden zwei schöne neue Archäologie-Filme von Tamara Spitzing im Fernsehen gezeigt, die für uns in der ARD Mediathek „bis 25.03.2028“ verfügbar bleiben sollen. Im ersten Film geht es unter dem Titel „Archäologie erleben - Mission Eiszeit“ um eiszeitliche Hinterlassenschaften von Neandertalern und nachfolgenden modernen Menschen in Deutschland. In „Archäologie erleben - Akte Jungsteinzeit“ schwerpunktmäßig um die Bandkeramiker. Wer meine Blog-Einträge über das Herxheimer Museum mit seinem Leiter Dr. Gramsch oder die experimentalarchäologischen Arbeiten von Anne Reichert interessant fand, kann sich auf ein Wiedersehen mit den beiden freuen.

Ich unterlege jetzt mal sechs Links zu Webseiten zu den beiden Filmen und nehme diese Links bei Gelegenheit wieder raus, wenn die Links ins Nirwana zeigen. Zunächst die Webseiten zu den Filmen „Archäologie erleben - Mission Eiszeit“ und „Archäologie erleben - Akte Jungsteinzeit“ in der ardmediathek.de. Auf den beiden Webseiten findet sich heute (1.4.2018) jeweils das „Verfügbar bis 25.03.2028“ und etwa 20 Wörter Erläuterungstext. Suche ich via dem dortigen Suchfeld „Suche in der ARD Mediathek“ nach Tamara Spitzing, finde ich sowohl sortiert nach Datum als auch nach Relevanz auf der ersten Ergebnisseite keine „Archäologie erleben“-Filme. Ich glaube die Suche versteht überhaupt nicht, was ich finden will. Klickt man auf den Button „Sendungswebsite“ gelangt man zu derzeit 159 Beiträgen „Geschichte & Entdeckungen“ und von da aus via „Homepage der Sendung“ auf die SWR-Seite von „Geschichte & Entdeckungen“. Wie man aus der ARD Mediathek auf Webseiten mit mehr Erläuterungstext zu den beiden „Archäologie erleben“-Filmen kommt, sehe ich nicht.

Solche Webseiten mit mehr Text gibt es aktuell aber schon noch bei ard.de und swr.de. Die sind aber vielleicht nicht bis 2028 verfügbar? Hier die Seiten von „Archäologie erleben - Mission Eiszeit (1/2)“ und „Archäologie erleben - Akte Jungsteinzeit (2/2)“ bei ard.de und hier die von „Archäologie erleben - Mission Eiszeit“ und „Archäologie erleben - Akte Jungsteinzeit“ bei swr.de.

Der längere Erläuterungstext steht auf der ard.de-Webseite unter einem „Details“-Reiter. Klickt man dort stattdessen auf „Wiederholungen“, dann sieht man, daß es in den nächsten 6 Wochen keine Wiederholungen geben soll. Klickt man dort auf „Ähnliche Sendungen“, wird derzeit in beiden „Archäologie erleben“-Fällen „Keine weiteren Sendungen mit genau diesen Schlagworten gefunden.“ angezeigt. Zwar wurden beiden Filmen dieselben Schlagworte zugeordnet, aber vielleicht bezieht sich das Ergebnis auf anstehende Filme im Fernsehen und nicht auf vorhandene Filme in der Mediathek?

Diese zwangsgebührenfinanzierten Online-Auftritte waren für mich jahrelang ein Quell von Frustrationen. Das für mich nie nachvollziehbare Depublizieren setzte allem noch das i-Tüpfelchen obendrauf. Das Depublizieren war in seinen Auswirkungen sicher schlimm, weil viel wertvolles Kulturgut einfach so in die Tonne getreten wurde. Aber mittlerweile sind meine Erwartungen sehr sehr viel geringer geworden. Ich kann mich richtig darüber freuen, wenn ein „Verfügbar bis“ dabeisteht und nicht einfach so gelöscht wird. Und wenn Filme unglaubliche 10 Jahre verfügbar sein sollen, ist das doch richtig toll.

In diese sehr niedrige Erwartungshaltung platzt der BR-Intendant und ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm mit der Idee einer „Super-Mediathek“. Wirklich! Kein Aprilscherz! Die Heise-Meldung ist schon einige Tage alt! Wie Heise weiter schreibt, sei es für Ulrich Wilhelm sogar denkbar, „dass der Axel-Springer-Verlag Inhalte beisteuere.“ Würden dann „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“-Probleme auch bei der Super-Mediathek-Verlinkung entstehen? Und dürfte man seinen Werbeblocker eingeschaltet lassen, wenn man auf die Super-Mediathek zugreift? Und müßte man via seinem Rundfunkbeitrag auch noch ungewollt den Axel-Springer-Verlag finanzieren?

Samstag, 12. Januar 2013

Steinzeitlinks

Vor den Steinzeitlinks noch zwei andere Links: Simon Kahnert weist auf eine Onlinepetition für den Erhalt des Freilichtmuseums Heuneburg hin. Ich will nicht dem Simon Kahnert in den Rücken fallen, aber sagen wir's mal so: ich habe von der Entscheidung des Gemeinderats im letzten Monat auch etwas mitbekommen, aber auf der Website des Museums sehe ich aktuell nichts davon, obwohl da eigentlich sehr kostengünstig etwas mitgeteilt werden könnte.

Der zweite Link sollte für alle hochinteressant sein, die sich für niederländische Geschichtswebsites interessieren. Wie Jörn Borchert schreibt, werden „auch dieses Jahr wieder die besten Websites der Niederlande gesucht, die sich mit historischen Themen befassen.“ Die Kandidatenliste bietet eine gute Gelegenheit, im niederländischen Angebot zu stöbern.

Nun zum schnellen Eintrag vor Weihnachten über die Website zur Prähistorischen Archäologie noch ein paar Steinzeitlinks.

Ich beginne mit den Steinzeitseiten von Klaus Rädecke, weil ich die schon am längsten kenne und es mir immer dort gefallen hat. Die Website widmet sich „vorgeschichtlichen Monumenten der Jungsteinzeit in Deutschland. Hier liegen rund 800 Dokumentationen aus der Zeit vor 4000-6000 Jahren, gezeigt mit eigenen Fotografien aus den Jahren seit 1999.“ Also ein Projekt aus der Web-1.0-Zeit, das bis heute weitergeführt worden ist.

Zur Jungsteinzeit wäre die Jungsteinsite zu erwähnen, deren „Ressourcen Links“-Rubrik allerdings seit 2004 nicht mehr upgedatet wurde. In der Artikel-Rubrik herrscht noch ein gewisses Leben mit downloadbaren Artikeln aus der Zeit nach 2004. Speziell zur jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur hätte ich einen Bericht von der Karlsruher Ausstellung anzubieten.

Laut Wikipedia werden die Wortverbindungen Ur- und Frühgeschichte, Vor- und Frühgeschichte sowie Prähistorische Archäologie häufig synonym verwendet und umfassen auch Zeiten nach der Steinzeit. Verbandsmäßig weiß ich nicht, ob es noch etwas speziell für die Steinzeitler gibt, ansonsten müßte das von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte abgedeckt werden.

Umfangreiche Informationen zur Steinzeit gibt es auf der Website Steinzeit & Co - Die Steinzeit in Deutschland von Christian Fuchs. Beachtlich sind auch die zahlreichen Links zu Webseiten und frei im Netz verfügbaren pdf-Dateien.

Gegenüber dem in die Breite gehenden Angebot von „Steinzeit & Co“ ist der Blog Umgepflügt. Sammlung Robert Bollow schon sehr speziell. Es geht in zeitweise sehr vielen Einträgen um „Archäologische Lesefunde des Paläolithikums, des Mesolithikums, des Neolithikums / Bandkeramik, Stichbandkeramik, ua. Mittelneolithikum / Jungneolithikum. Desweiteren Lesefunde bis in die Neuzeit: Bronzezeit, Frühmittelalter, Römische Funde, Keramik aller Zeitstellungen.“

Zum Abschluß der Steinzeitlinks ein Blick hinüber zu Marcellina. Sie hat passenderweise gerade einen Tipp für alle eingestellt, die sich mal so richtig mit prähistorischen Petroglyphen beschäftigen wollen.

Mittwoch, 16. November 2011

Höhlenkunst

Im Februar hatte ich den Chauvet-Film von Werner Herzog im Blog, den er seinerzeit auf der Berlinale vorgestellte. Der Film war zwischenzeitlich in Sonderaufführungen zu sehen und ist mittlerweile unter dem Titel „Die Höhle der vergessenen Träume“ regulär in die Kinos gekommen. Nach Daniel Bernsen, bei dem auch aktuelle Trailer zu finden sind, seit 3. November. Aktuell läuft der Film noch in vier Münchner Kinos (Monopol, Kinos Münchner Freiheit, Neues Rex, Rio Palast), ich hoffe da wird er den wöchentlichen Programmwechsel in irgendeinem Kino noch überleben.

Höhlenkunst

Kinofans mit Neigung zu grauer Vorzeit bis Spätantike haben derzeit sogar die Wahl. Der Film von Werner Herzog wird nicht jeden ansprechen. Den anderen gefällt vielleicht „Krieg der Götter - Immortals“. Der Trailer erinnert schon beim ersten Speerwurf an den Film „300“. Und richtig, da wird „Von den Machern von 300“ eingeblendet.

Samstag, 19. Februar 2011

3d-Film über die Chauvet-Höhle von Werner Herzog

Heute habe ich mitbekommen, daß Werner Herzog auf der Berlinale seinen Film „Cave of Forgotten Dreams“ vorstellt. Der Film ist, das entnehme ich dem Berlinale-Blog von perlentaucher.de (den Blog-Eintrag dort ein Stück nach unten scrollen), ein für den US-History-Channel entstandener 3-D-Film über die Chauvet-Höhle. Bei Past Horizons gibt es einen Trailer. Und die zahlreichen Artikel der Zeitungs-Online-Ableger via Google News.

Ich hoffe, man muß den ganzen Film nicht die dem Trailer unterlegte Musik anhören, das halte ich nicht durch. Für mich könnte man aus solchen Filmen auch das „making of“ heraushalten. Mich würde jetzt nicht so sehr interessieren, wie schwer es gewesen ist, in der Höhle filmen zu dürfen, wann Werner Herzog zum ersten Mal eine 3d-Kamera in der Hand gehalten hat oder was er an dem Tag zum Frühstück gegessen hat.

Jedenfalls aber ein Film über die Bilder, und das finde ich schon mal gut. Die Bilder irritieren mich zutiefst. Ich stelle mir Kulturleistungen irgendwie pyramidal aufeinander aufbauend vor. Oder vielleicht bei der Malerei kegelförmig mit mir ziemlich weit unten. Wie konnte sich so eine Stufe da oben bei einer kleinen Bevölkerung ausbilden? Und wie konnten sie Typen wie mich davon fernhalten, sich in den Höhlen auch zu verewigen?

Ich hätte schon Probleme, die diversen Tiere in den richtigen Proportionen in den Kopf zu bekommen. Sicher ist man aber damit aufgewachsen immer aufzupassen, von wo man seine Fleischbrocken bekam. Und später mußte man wissen, wo man seinen Speer hinwirft. Vermutlich haben auch Farben im täglichen Leben eine Rolle gespielt, man hat sich angemalt und vielleicht auch gegenseitig mit Anblastechniken wie in der Höhle von Pech Merle bepunktet. Das war die einzige Höhle, wo ich das vor Ort gesehen habe. Immer etwas im Zweifel, ob diese Werke wirklich echt und so alt sind - ich glaube sonst wäre ich nur noch mit weichen Knien dort herumgelaufen. Aber mit so einer Kombination von Grundtechniken, die allgemein bekannt waren, ist es vielleicht wirklich erklärbar.

Noch drei Links: München hat ja schon lange seine eigene Altamira-Höhle. Ist eigentlich nur ein dunkler Raum im Deutschen Museum mit Bänken an der Wand. Da geht man rein und setzt sich hin und wartet, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, und schaut sich die Decke an. Es gibt die Sammlung Wendel, ich zitiere das verlinkte Neanderthal-Museum: „Die Sammlung Wendel ist weltweit das größte Bildarchiv zur franko-kantabrischen Höhlenkunst aus der Hand eines Fotografen.“ Schließlich noch ein Link ohne Bezug zu Höhlenbildern, aber weil er ganz aktuell ist und auch mit einer Cave zu tun hat: Skull in Underwater Cave May Be Earliest Trace of First Americans.