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Donnerstag, 29. November 2012

Gemischte Links

Gestern wurde die erste öffentliche Betaversion der Deutschen Digitalen Bibliothek gestartet. Das Ziel der Deutschen Digitalen Bibliothek beschreibt Hermann Parzinger wie folgt: „Ziel der DDB ist es, jedermann über das Internet freien Zugang zum kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands zu eröffnen, also zu Millionen von Büchern, Archivalien, Denkmälern, Bildern, Skulpturen, Musikstücken und anderen Tondokumenten, Filmen und Noten“.

Bezüglich unserem direkten Nutzen fiel in ersten Kommentaren das Stichwort Meta-Suchmaschine. Anders gesagt: man muß jetzt nicht mehr einzelne Quellen abklappern und dort suchen. Ich wollte beispielweise einmal alle Anbieter zusammenstellen, bei denen ich pdfs von frei zugänglichen universitären Arbeiten gefunden habe. Man kann jetzt hoffen, daß die DDB als „zentraler Anlaufpunkt“ dieses und noch viel mehr abdeckt.

Ein weiteres Zitat: „Schon bald werden Nutzerinnen und Nutzer anhand semantischer Bezüge zwischen gefundenen Objekten navigieren und dadurch auch unerwartete Inhalte und Zusammenhänge erschließen können.“ Das wäre schon super. Archäologische Ausstellungen geben ja bestenfalls den aktuellen wissenschaftlichen Stand wieder. Es gibt keine Nachträge. Bspw. würde man sich wünschen, daß zur Jungsteinzeit-Ausstellung in Karlsruhe, in der wegen der Michelsberger Kultur der Untergrombacher Michaelsberg eine zentrale Rolle spielt, auch Informationen über die Ergebnisse der in meinem Blog-Eintrag über den Untergrombacher Michaelsberg erwähnten Ausgrabung recherchierbar sind, die zeitgleich und/oder etwas später als die Ausstellung dort stattgefunden hat.

Übrigens kann man beobachten, daß es selbst dann keine Nachträge zu Ausstellungen gibt, wenn der spätere wissenschaftliche Text aus dem selben Haus kommt und ein Hinweis über die eigens eingerichtete Ausstellungswebsite einfach möglich wäre. Das scheint einfach nicht vorgesehen zu sein. Mittels der „semantischen Bezüge“ könnte die DDB vielleicht stellvertretend dieses Defizit beseitigen, in dem man dort via einem Ausstellungstitel nach Verweisen auf später entstandene freie pdfs suchen kann. Wenn so etwas funktionieren würde, dann könnte man diese Abfrage sogar auf der Ausstellungswebseite einbauen und die automatisch aktualisieren. Ich habe ein paar Ausstellungstitel ausprobiert und in der DDB nicht mal den Verweis auf den Ausstellungskatalog gefunden. Liegt das an Beta oder daran, daß zur Ausstellung kein Digitalisat vorliegt? Es wäre für die semantische Bezüge schlecht, wenn es an letzterem liegen würde. Da hätte man ja dauerhaft sehr relevante Unterbrechungen der Bezugsketten.

Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist immer noch auf dem Weg. Der Gesetzentwurf, der heute Nacht im Bundestag behandelt werden soll, ist zwar gegenüber dem seinerzeit verlinkten geändert worden, mehr Freunde hat er aber dennoch nicht gefunden, siehe hier der Beitrag in bei heise.de. Ganz überraschend kam jetzt aus der CSU-Ecke Neues zum Depublizieren: „Das 'Depublizieren' widerspricht unserem modernen Medienverständnis“ (pdf). Der Text klingt nach soviel gesundem Menschenverstand, daß eine schnelle Konsequenz so in der Art „einfach nicht mehr depublizieren“ überhaupt nicht denkbar ist. Vielleicht löscht man als Kompromiß nach langen Debatten manche Sachen erst nach 8 statt 7 Tagen. Oder abgenickte Politikerpotraits kriegen ein garantiertes ewiges Leben. Oder oder. Jedenfalls müssen die Verleger natürlich für das Weniger-Depublizieren eine Entschädigung bekommen, oder nicht? Man hats vermutlich als Politiker auch nicht leicht, wenn man tagtäglich an der Weltgestaltung mitarbeiten muß. Passend dazu wären als Heimwerkergrundausstattung für die Zeit danach vielleicht diese modern stone and flint tools ein nützliches Weihnachtsgeschenk.

Vielleicht geht die Welt aber auch schon vor Weihnachten unter. Das Stuttgarter Linden-Museum traut sich was und eröffnet trotzdem am 21. Dezember die Sonderausstellung „Maya-Code“. Eine nette Sache ist der „Maya-Hieroglyphen-Workshop“ im nächsten März. Das Startdatum der Ausstellung wird vielleicht die eine oder andere Extra-Aufmerksamkeit bringen. Aber letztlich würde ich wegen dem Nervenkitzel darauf tippen, daß eine Ausstellung vor dem 21. mehr Besucher gehabt hätte. Nach dem 21. werden die Mayas schnell wieder aus den Medien verschwinden. Aber vielleicht ist der Start am 21. auch eher „politisch“ bestimmt und soll die ängstlichen Gemüter beruhigen.

Die Mayas nutze ich gleich zur Überleitung auf den kürzlich entdeckten Blog „Vorvorvorgestern“ von Axel Weiß. Wenn auch die verlinkten Kristallschädel wahrscheinlich nicht präkolumbianisch sind, sollte man doch im Blog etwas herumzustöbern. Wer etwa Weltuntergänge mag, der mag vielleicht auch untergegangene Städte, und die findet man im Eintrag „Versunkene Städte – Lost Cities“.

Noch ein Blog, in dem Fall sogar ein ganzes Projekt, das ich bislang noch nicht verlinkt habe. Es geht um die Zeiteninsel, das „Archäologische Freilichtmuseum Marburger Land“. Fünf Zeitstationen vom Mesolithikum bis zur römische Kaiserzeit sollen sich in der zukünftigen Museumsanlage um eine zentrale Insel verteilen. Umfassende und reich bebilderte Informationen gibt es seit 2010 im Blog.

Werner Lang hat in den letzten Wochen fleißig Links in seinen News zusammengetragen. Zur Eröffnung des „Limeseums“ am 12.10.2012 im Römerpark Ruffenhofen findet sich bei ihm ein Link zu einem bislang noch nicht depublizierten Video des Bayerischen Rundfunks. In einem früheren Eintrag hatte ich schon im Limeseum-Zusammenhang über meine Limesring-Entdeckung berichtet. Die von Werner Lang verlinkte Ausgabe des „Nachrichtenblatts der Deutschen Limeskommission“ sollte man sich auch durchsehen, da gibt es u.a. einen Artikel zum Kastell Eining/Abusina. Schließlich noch die Stöberempfehlung für seinen Link auf den „Freundeskreis Römerkanal“ mit ein paar interessanten Exkursionsberichten.

Zu den alten Römern führen auch die letzten Links: In „Rekonstruiert und erprobt: Römische Feldgeschütze am Harzhorn“ bildet eine Schlacht zwischen Römern und Germanen am Harzhorn den Hintergrund für eine Feldgeschützerprobung. „Wirtschaft auf Umwegen: Römische Handelsrouten dank größter archäologischer Datenbank nachvollziehbar“ berichtet von einer Seite des Mainzer Römisch-Germanisches Zentralmuseums, auf der man selbst aktiv werden und sich zu verschiedenen Routen die Transportkosten anzeigen lassen kann. Ich habe es mit Sigillaten von Rheinzabern nach Carnuntum ausprobiert und kann den Schnörkel am Beginn der Strecke überhaupt nicht nachvollziehen. Vielleicht sollte man so eine Software nur mit starker Erklärungskomponente entwerfen.

Schließlich noch eine Website, auf der es um eine Limeswanderung geht: „Zu Fuß von Aalen bis Osterburken. Abenteuer Limes: Zwanzig Freizeitrömer begeben sich auf eine Expedition jenseits des Limes und gehen bis an Ihre Grenzen. Begleiten Sie des Kaisers Tross auf seinem Weg durch das von Feinden besiedelte Land. Mehr darüber erfahren…“ auf der Website Caracallafeldzug. Die Website wird wohl nach und nach mit weiteren Informationen erweitert.

Samstag, 6. August 2011

Mixed Links

Bin derzeit am Zusammenstellen von angefallenen Links, das ging aber gestern nicht mehr voran. Und heute ist mir der sonnige Samstag dazwischen gekommen, wer erwartet denn sowas? Morgen ist allerdings schon der zweite und letzte Tag des Römischen Erntefests an der Villa Rustica in Möckenlohe, also stelle ich heute schon ein paar Links ein und mache mit einem zweiten Teil in den folgenden Tagen weiter.

Die 4. Museumswoche Ostwürttemberg hat ebenfalls heute begonnen. Sie geht noch bis zum 14.8.2011 und „in dieser Zeit ist in den städtischen Museen in Aalen, Ellwangen, Giengen an der Brenz, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd der Eintritt frei“, wie Alexandra Südekum bei Archaeolet schreibt. In ihrem Text ist eine kostenlose Führung im Ellwanger Alamannenmuseum am morgigen Sonntag um 15 Uhr zu finden, und in einem anderen Blog-Eintrag weist sie auf einen Flachbogenbau-Grundkurs am nächsten Wochenende im Alamannenmuseum hin.

Im Mai 2010 hatte ich die wacklige Situation des Alamannenmuseums im Blog („Alamannenmuseum auf der Kippe“). Den aktuellen Stand beschreibt ein Online-Artikel in der Schwäbischen Zeitung von Beate Gralla.

Zeitlich und räumlich ferner findet am 03. + 04.09.2011 ein Seminar über die Kelten im St. Wendeler Land in der Europäischen Akademie Otzenhausen statt. Neben einem historischen Überblick von Dr. Manfred Peter gibt es Vorträge von Dr. Thomas Fritsch, dem Projektleiter des Grabungsprojekts Keltischer Ringwall von Otzenhausen, und eine Exkursion mit Michael Koch, Grabungsleiter Ringwall und Vorsitzender des Freundeskreises. Die auf der Webseite zu findende pdf-Datei, der ich diese Angaben entnehme, verweist noch auf ein weiteres Seminar über die Römische Epoche am 8. und 9. Oktober 2011.

Zum keltischen Ringwall Otzenhausen finde ich gerade die Website www.keltenring-otzenhausen.de mit umfangreichen Informationen. Es gibt nach dieser Website bis zum Oktober jeden Monat eine Führung und am 02.10 einen Tag der offenen Grabung. Einen älteren Blog-Eintrag mit Bildern vom Ringwall und einer Bild-Zusammenstellung in einem Video gibt es beim Pfälzer Waldläufer.

Samstag, 12. Februar 2011

Die vier Heiligen Drei Könige

Letzten Sonntag nutzten wir das wunderschöne Wetter für eine Innenstadtradtour. Eine Station war die Ausstellung „München: Ansichtssache? Stadtgestalt sehen, erkennen, verstehen“, die noch bis zum 24. Februar in der Rathausgalerie im Neuen Rathaus täglich von 11 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden kann.

Neues Rathaus München

Im Hinblick auf meinen Blog ist nicht viel zur Ausstellung zu sagen. Alles an konkreten Beispielen für die Denkmalschutzthematik wurde lange nach meinem Zeitspektrum gebaut. Und allgemein wird zwar erläutert, was ein Denkmal ausmacht, und daß allein 10000 Baudenkmäler in München stehen, diese hohe Zahl aber wie anderes auch nicht tief ausgelotet.

Innenhof Neues Rathaus München

Nicht zu tief und nicht zu kontrovers in die Themen einzusteigen dürfte sogar angemessen sein, denn die Ausstellung ist ziemlich zukunftsgewandt und muß gleich mehrere große Bauvorhaben vorstellen. Zudem ist sie nicht groß, was insgesamt zur zentralen Verkehrslage und zum freien Eintritt passt: man kann einen Zwischenstopp von einer dreiviertel Stunde beim Einkaufen oder beim U- oder S-Bahnfahren einlegen und sich das ansehen. Vorab oder alternativ gibt es auch den Katalog zur Ausstellung als pdf-Datei zum Herunterladen.

Die vier Heiligen Dreikönige?

Den Hinweis auf die Ausstellung habe ich von Quizzy aus ihrem Blog Quizzy zeigt uns München, den Link zum Katalog aus einem Kommentar zu ihrem Blog-Eintrag von Josef Maria Wagner. Den Blog von Quizzy sollten Sie als München-Fan schon kennen. Der Tivolifoto-Blog von Josef Maria Wagner ist neu. Er hat für einen Blog ungewöhnlich lange Bildstrecken mit wechselnden Themen. Da müssen Sie sich für einen ersten Eindruck mehrere Blog-Einträge ansehen und werden dennoch rätseln was als nächstes kommen wird. Ich verlinke wegen unserer Fahrradtour auf seine Fahrradfreiheit, außerdem muß ich Loyalität zum dort erwähnten Stichwort „Peloponnes“ zeigen. Die Oachkatzl aus dem Blog-Eintrag über die wilden Tiere am Tivoli haben es mir aber auch angetan.

Thukydides vor der Bayerischen Staatsbibliothek

Der Begriff „Oachkatzl“ ist bekannt, wenn ich Zugereister meine persönliche Münchnerin befrage. Das mit den „vier Heiligen Dreikönigen“ aber nicht. Vielleicht hat jemand Preißn in der Bayerischen Staatsbibliothek veralbert? Die von der Staatsbibliothek schreiben nämlich, die Münchner würden so die Steinfiguren außen an ihrer Freitreppe „liebevoll betiteln“. Ich zitiere weiter: „Es sind dies, von links nach rechts, der Begründer der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung, Thukydides, der Dichter der Ilias und Odyssee, Homer, der Philosoph und Lehrer Alexanders des Großen, Aristoteles, und der berühmteste Arzt der Antike, Hippokrates. In ihrer Gesamtheit verweisen sie auf die Vielfalt der Wissenschaften, deren Literatur die Königliche Hof- und Staatsbibliothek zu sammeln bestimmt war.“

Homer vor der Bayerischen Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek liegt einen Kilometer vom Marienplatz enfernt an der Ludwigstraße. Wir waren bei dieser weiteren Station unserer Innenstadttour auf den Spuren des zuletzt im Blog-Eintrag über die Ägineten erwähnten Professor Ernst Mayer, der den originalen Thukydides und Homer angefertigt hat. Aristoteles und Hippokrates stammen von Francesco Sanguinetti. Allerdings sind heute vor der Bayerischen Staatsbibliothek nicht mehr die Originale zu sehen - die wurden nach Kriegsbeschädigungen erst zwischengelagert und dann auf den Pausenhof der Volkschule Bernau am Chiemsee gebracht - sondern Kopien von Hans Vogel (Thukydides), Elmar Dietz (Homer), Roland von Bohr (Aristoteles) und Karl Krohe (Hippokrates).

Aristoteles vor der Bayerischen Staatsbibliothek

Für die angeknacksten Originale ist es vermutlich nicht so ideal im Freien zu stehen. Anderseits haben sie es schön dort, und es ist vermutlich wesentlich angenehmer dort auf die Kinder statt auf den Verkehr der Ludwigstraße herabsehen zu dürfen. Zudem spendiert ihnen die Volkschule Bernau auf ihrer Website viel mehr Platz für Text und Bilder als die Bayerische Staatsbibliothek.

Hippokrates von Kos vor der Bayerischen Staatsbibliothek

Jetzt noch ergänzend zum letzten Blog-Eintrag über die alten Römer ein paar zwischenzeitlich angefallene Links:

Nach der Website von Cinemaxx soll ein Film über den Adler der neunten Legion ab 3. März in die Kinos kommen, dort finden Sie weitere Informationen und einen Trailer.

Die Nürnberger Nachrichten schreiben, daß sich Weißenburg stärker als Römerstadt profilieren will. Dankesworte für meine letztjährige kostenlose Werbung im Blog-Eintrag über Weißenburg können dort gerne als Kommentar eingetippt werden.

Auch in den Norden sollen Touristen durch die alten Römer gelockt werden, hier ein Beitrag dazu vom NDR. Dort finden Sie derzeit auch den Film „Rätsel Römerschlacht“, in dem es um eine Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen am Harzhorn geht.

Für diejenigen, die es pazifistischer lieben, ein Link auf einen Algorithmus zum Legen römischer Mosaik-Mäander.

Beim Deutschlandfunk gibt es einen Beitrag über Entdeckungen rund um den römischen Circus Maximus.

Bei der Gemeinde Limeshain soll am hessischen Limes auch ein Limes-Wachturm rekonstruiert werden. Aktuell können Sie im Rahmen der Arbeiten am 19. Februar einer Baumfällung auf römische Art beiwohnen, hier der Artikel im Kreis-Anzeiger.

Schließlich ein Artikel über das Limesmuseum Aalen in der Schwäbischen Post mit vielen Zahlen zum Limesmuseum. Das Limesmuseum hat ein schönes Gebäude und außen die Reste des Kastells und die Teilrekonstruktion einer Mannschaftsbaracke (die ist besonders interessant, weil es sich um ein Reiterkastell handelte). Da ist beeindruckend, daß sich das Limesmuseum nicht auf diese Vorzüge verläßt, sondern im Jahr 2010 fast 900 museumspädagogischen Aktionen durchgeführt hat.

Montag, 19. Juli 2010

Limestor Dalkingen - Schutzbau wird eröffnet

Der Limespark Rainau hat sich zu einem Dauerbrenner in meinem Blog entwickelt. Zuerst ist mein Weg hoch zum Kohortenkastell im Beitrag über die Limes-Cicerones gelandet. Das Kastell hatte ich auf einem Rundkurs mit alter Turmrekonstruktion, Römer-Bad und Limestor Dalkingen kennengelernt.

In späteren Einträgen habe ich über die die neue Turmrekonstruktion gerätselt und darüber gemeckert, daß die VHS München ihre Tour zum Limesmuseum Aalen nicht mit einer Wanderung bei Rainau kombiniert hat. Im Eintrag über den Apollo-Grannus-Tempel von Faimingen/Phoebiana bin ich durch den römischen Kaiser Caracalla auf das Limestor Dalkingen gekommen - er wird sowohl mit Apollo-Grannus-Tempel von Phoebiana als auch mit dem Limestor in Verbindung gebracht. Dort hatte ich auch auf das Video über den Limes-Park Rainau und das Limestor Dalkingen auf der Website von Rainau sowie auf die am 29. März 2010 erfolgte Schutzbau-Grundsteinlegung für das Limestor hingewiesen.

Mittlerweile hat Rolf Bierwirth auf seiner Limeswanderung den Limespark Rainau durchquert und berichtete vor wenigen Tagen von seiner 45. Etappe von Forst nach Rainau/Buch, wo er am neuen Limes-Wachturm im Mahdholz bei Rainau-Schwabsberg vorbeikam, und von seiner 46. Etappe von Rainau/Buch nach Röhlingen, wo die Arbeiten für den neuen Schutzbau noch voll im Gange waren und er vom abgedeckten Limestor nichts sehen konnte.

Und nun steht schon am nächsten Samstag, dem 24. Juli 2010, die Übergabe an die Öffentlichkeit an. Laut Programm findet im Anschluß an den offiziellen Teil ein Fest mit Führungsprogramm etc. statt.

Wie im Programm zu sehen ist, wird Caracalla nur zusammen mit dem Dalkinger Tor erwähnt. Ich hatte darüber im Eintrag über Faimingen/Phoebiana geschrieben, daß das übliche Schema je nach Perspektive entweder die Nennung Caracalla mit Faimingen/Phoebiana oder Caracalla mit dem Tor von Dalkingen ist. Nach Programm läßt also Faimingen bzw. Lauingen die Möglichkeit aus, seinen Apollo-Grannus-Tempel bekannter zu machen. Von einer Schauspielerin habe ich mal gehört, daß sie sogar zur Eröffnung einer Konservendose gegangen wäre, um sich bekannt zu halten; an dieser Methode ist sicher was dran. Und das ist jetzt ein Großevent, der nur alle paar Jahre vorkommt!

Mir kam da der Gedanke, ein paar Faiminger könnten sich als Apollo-Grannus-Priester verkleiden, so wie manche der Limes-Cicerones nebenbei verschiedene Römer darstellen. So wie die Cicerones Turm- und Kastellwachen am Limes versehen, könnten diese Faiminger ab und zu an ihrem Tempel präsent sein. Ich könnte mir vorstellen, daß der Apollo-Grannus-Tempel so einen Stein ins Brett bekommen könnte - nächsten Samstag vielleicht nicht, nach Programm erfolgt eine „kirchliche Einweihung“, da wären andere Priester im Hintergrund vielleicht heikel? - aber bei von Limes-Cicerones getragenen Events würden die Abordnungen aus Faimingen doch vermutlich gern zu Weihungen herangelassen.

Donnerstag, 22. April 2010

Faimingen / Phoebiana

Ende März ist in der Online-Ausgabe der Augsburger Allgemeinen der Artikel „Antike Wallfahrtsstätte - Unterwegs in der Region: Alle Wege führen nach Faimingen“ von Till Hofmann erschienen.

Es geht darin um das heutige Faimingen, Ortsteil der Stadt Lauingen an der Donau, und dem antiken Phoebiana an derselben Stelle, das mit seinem Apollo-Grannus-Tempel zur Römerzeit ein bekannter Wallfahrtsort gewesen ist. Der Apollo-Grannus-Tempel gilt sogar als der größte römischen Tempelbau nördlich der Alpen. Der Name Phoebiana geht auf den Apollo-Beinamen Phoebus zurück.

Teilrekonstruktion des Apollo-Grannus-Tempel von Phoebiana in Faimingen

Faimingen/Phoebiana wurde mir in einem Vortrag ebenfalls unter diesem Aspekt bekannt gemacht: daß es als Kultort, Kraftort, Pilgerzentrum, Wallfahrtsort oder wie das seinerzeit gedacht und gefühlt wurde, die größte Nummer in unserem Gebiet gewesen ist.

Wenn man von uralten heilkräftigen Quellen oder Kultorten in unserer Region hört: wer sich davon angesprochen fühlt und das für sich als besonders relevant ansieht, müßte sich demnach zunächst die kleinen Würstchen sparen und stattdessen erst einmal Faimingen besuchen.

Die Autoren von „Der römische Limes in Bayern“ gehen im Kapitel „Ausgewählte sonstige Militärplätze in Bayern von A-Z“ auf Faimingen / Phoebiana und den im Zeitungsartikel erwähnten Besuch des römischen Kaisers Caracalla ein und halten es für möglich, daß die dortige Stadtmauer von Caracalla gestiftet worden ist.

D.h. der Besuch hatte eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt, die aber dann durch den Fall des Limes beendet wurde. Das Buch nennt die Stadtmauer eine nie fertig gestellte „imponierenden Befestigung“, und gibt weiterhin an, daß die Steine in der Spätantike planmäßig abgetragen und vermutlich in den Festungen des Donau-Iller-Limes verbaut wurden.

Teilrekonstruktion des Apollo-Grannus-Tempel von Phoebiana in Faimingen

Die auf dem dritten Bild gezeigten freigelegten Steine befinden sich in einer nahen Kirche an der Straße hinein nach Lauingen, der Text auf der aufgebrachten Informationstafel lautet „Votivstein für den römischen Heilgott Apollo-Grannus und Baustein vom Kastell Faimingen“.

Der Besuch Caracallas fand wie im Zeitungsartikel erwähnt im Rahmen seines Alamannen-Feldzuges statt. Mit diesem Ereignis wird üblicherweise auch immer das Limestor von Dalkingen nordwestlich von Faimingen in Verbindung gebracht, dessen für den Limes einzigartige Ausgestaltung man sich nur durch einen besonderen Umstand wie etwa so einen kaiserlichen Besuch erklären kann. Dalkingen ist nur 60 Auto-km von Faimingen entfernt, liegt aber in Baden-Württemberg, während Faimingen in Bayern liegt.

Auf der Website der Gemeinde Rainau befindet sich ein Video über den Limes-Park Rainau und das Limestor Dalkingen, außerdem eine Fotoserie zur am 29. März 2010 erfolgten Schutzbau-Grundsteinlegung. Das Video ist schon etwas älter und enthält noch die alte Limesturmrekonstruktion bei Rainau-Schwabsberg, aber der Überblick über die Gegend inklusive dem Bezug zum nahen Aalen ist Spitze.

In Faiminger Kirche verbaute Steine des römischen Phoebiana

Rainau habe ich in meinem Blog schon mehrfach erwähnt: in meinem Eintrag über die Limes-Cicerones den Weg hoch zum Kastell Rainau-Buch, beim Rätseln über die neue Limeswachturmrekonstruktion bei Rainau-Schwabsberg, und schließlich mein Hinweis auf heutige Tour der VHS München zum Limesmuseum Aalen.

Via dem Video und den restlichen Beiträgen zum Limes-Park auf der Website von Rainau läßt sich ermessen, weshalb ich gemeckert habe, weil der VHS-Besuch des Limesmuseums statt mit Rainau-Buch mit dem Besuch irgendwelcher Kirchen gekoppelt wurde, noch dazu unter dem Titel „Römisches Leben am Limes“. Man könnte an der Stelle noch die Programm-Empfehlung Faimingen/Phoebiana hinzufügen - liegt ja alles beieinander, wenn man schon mal da ist, und sonst ist es für München etwas aus der Welt.

Ein abschließender Gedanken zur Popularität von Faimingen/Phoebiana: trotz relativer Abgelegenheit habe ich von dem Heiligtum erst hier in München gehört und dann mal meine baden-württembergische Literatur durchgesehen. Die war sehr sehr dünn hinsichtlich Faimingen, selbst wenn es da um das Limestor Dalkingen und Caracalla ging. Also das Schema ähnelt sich auf beiden Seiten der Landesgrenze, man erwähnt Caracalla mit Dalkingen oder wie im Artikel der Augsburger Allgemeinen Caracalla mit Faimingen, aber nicht Caracalla, Faimingen und Dalkingen zusammen. Vielleicht sollten sich Faimingen bzw. Lauingen mit Rainau zusammentun und versuchen, das immer im Paket zu verkaufen.

Die mir bekannte Ausnahme vom Schema stellen die baden-württembergisch initierten Limes-Cicerones dar, die hatten zu meiner Mitwanderzeit schon Faimingen als Vorschlag im Angebot und haben das immer noch (siehe die Tagesexkursion „Vom Apollotempel zum Limestor - Auf Kaiser Caracallas Spuren“ auf der Rainauer Website).

Montag, 4. Januar 2010

Mitmach-Museen

Kurz vor Weihnachten erschien im Portal der WAZ-Mediengruppe „Der Westen“ der Beitrag „Halterns Römermuseum wird zur Baustelle“ von Dieter Decker. Erlebnis-Archäologie sei Zukunft, und die beginnt in diesem Jahr mit einer „Römerbaustelle“, bei der große Teile des ehemaligen Römerlagers in Haltern am See rekonstruiert und von Arbeitern in damaliger Kleidung und mit damaligen Methoden wieder aufgebaut werden sollen. Die Besucher dürfen im Rahmen eines museumspädagogischen Konzeptes mitmachen.

Mitmachen dürfen ist im Museum keineswegs neu. Ich hatte ja den Bastelraum für Kinder in meinem Bericht von der Karlsruher Vandalen-Ausstellung erwähnt. Und wenn ich bei meinem Ausflug mit den Limes-Cicerones im Aalener Limesmuseum richtig gesehen habe, dann ist das dortige Museum baulich schon deutlich besser als das in Karlsruhe auf so ein museumspädagogisches Begleitprogramm hin ausgelegt, wofür auch die im Web zu findenden Aalener Angebote „Museumspädagogik und Ferienprogramme“ und „Kindergeburtstag feiern im Limesmuseum“ sprechen. D.h. solche Ideen muß es schon seit einigen Jahren geben.

Und viele Erwachsene finden ein Betätigungsfeld bei „Reenactment“, „Living History“ oder „Histotainment“. Wenn Ihnen diese Begriffe nicht viel sagen, dann haben Sie so wie ich die starke Entwicklung dieser Szene nicht mitbekommen.

Trotz solcher Mitmach-Möglichkeiten hält der „Der Westen“ das Haltener Vorhaben immer noch für „ein deutschlandweit einmaliges kulturelles Projekt“. Das mag sogar so sein, aber etwas sehr ähnliches gibt es schon einige Jahre in Frankreich.

In der Ausgabe 1/2010 der Zeitschrift Epoc berichtet Hans-Peter Frick in seinem Beitrag „Mit Muskelkraft und Pferdestärken - Burgenbau wie vor 800 Jahren“ vom 1997 begonnenen Bauprojekt der Burg von Guédelon mit den Techniken und Materialien des 13. Jahrhunderts. Kinder und Jugendliche können nach dem Besuch selbst zu Hammer und Meisel greifen oder sich beim Korbflechten üben.

Wenn man dem Artikel glauben kann, dann werden damit sowohl mittelalterliche Arbeitstechniken erforscht als auch eine hohe Besucherzahl erreicht, der Artikel nennt 250000 pro Jahr, und dadurch würde das Projekt mittlerweile fast ohne öffentliche Mittel auskommen.

Eigentlich beste Aussichten für Haltern. In Haltern kann sogar neben der experimentellen Archäologie, also der Erforschung alter Arbeitstechniken wie in Guédelon, auch noch ganz klassisch das alte Römerlager ausgegraben werden. Das sorgt für Nachschub für das Museum und zusätzliches Medieninteresse.

Es kommt jetzt nur noch auf eine gute Umsetzung dieser Projektidee an.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Archäologische Hotspots

Bei dieser Buchbesprechung habe ich ein schlechtes Gewissen - der Ausflugsführer liegt schon seit Beginn der Ausflugssaison bei mir herum und jetzt ist die Ausflugssaison vorbei. Aber das Buch ist immer noch aktuell und wenn es gefällt, dann kann man es als Idee für ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk nehmen und über den Winter auf die neue Saison freuen.

Titel: „Archäologie erleben. 50 Ausflüge in die Vergangenheit.“
Herausgeber: André Wais, Tina Steinhilber und Karoline Müller.
Konrad Theiss Verlag 2009, 190 S., ca. 150 farb. Abb.,
Preis 21,90 €, ISBN 978-3806222760

Erschienen ist „Archäologie erleben“ anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ (AID). Zeitschrift, Autoren und Verlag sprechen für die Qualität und der Preis ist günstig. Es ist sogar mehr im Buch, als man von der Verpackung erwartet, denn bei über der Hälfte der 50 Ausflüge wird mehr als ein Ziel beschrieben. Oft Kombinationen von Museen und mehr oder weniger nahen im Freien zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten.

Räumlich verteilen sich die Ziele über ganz Deutschland. Zeitlich liegt der Schwerpunkt zwischen Steinzeit und Antike. Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, Lichtensteinhöhle, Kreisgrabenanlage Goseck, mehr als zehnmal Kelten und fast zwanzig Mal die Römer (wobei manche Ausflüge gleich mehrere Zeiten und Kulturen abdecken). Nach der Antike wird die Auswahl dünner: das Haithabu der Wikinger, das etwa zeitgleiche slawische Stammesheiligtum von Groß Raden, die Slavenburg Starigard (Oldenburg), die Bachritterburg Kanzach. Kaum auf seine Kosten kommt der mittelalterliche Steinburgenfreund: da finde ich gerade noch die Pfalz Karls des Großen in Paderborn und die Isenburg bei Hattingen.

Die Beschreibungen enthalten geschichtliche Hintergründe und touristische Hinweise. Viele stammen aus erster Hand, bspw. die zur Heuneburg von der dortigen Museumsleiterin und die der Keltenschanzen südlich von München von einem langjährigen Mitarbeiter des Denkmalamtes. Dennoch bleiben die zahlreichen Autoren im Buch sehr im Hintergrund. Auf Seite 188 findet sich eine tabellarische Übersicht mit Namen, akademischen Grad und vom Autor beschriebenen Ziel. Wenn ich mich richtig erinnere, dann geht aus der Autorenübersicht im gleichnamigen Vorgängerbuch zum 20jährigen AID-Jubiläum zusätzlich eine Zuordnung zur Institution hervor.

Das Vorgängerbuch war bis Anfang diesen Jahres im Buchhandel zu finden. Es ist von 2004, enthält 15 Seiten weniger, war drei Euro teurer, die Ziele scheinen mir nicht so gut über Deutschland verteilt zu sein wie im aktuellen Führer, sie liegen wie das schweizerische Augst auch mal ganz über der Grenze. Die Beschreibungen der Ziele sind in ihrer Länge uneinheitlicher als im neuen Buch. Manche sind sechs Seiten lang, andere kürzer und der Schlußteil enthält ganz kurz beschriebene Ziele.

Das neue Buch scheint mir hinsichtlich der Herstellung optimierter, die Ziele bekommen im Schnitt etwa zwei Seiten, zu einem Ausflug zusammengefaßte Doppel-/Mehrfachziele vier Seiten. Zu den Abweichungen bei einigen Zielen kommen dadurch auch Textabweichungen hinzu, bspw. ist der Text zur Heuneburg im neuen Buch deutlich gekürzt. Für einen niedrigen Preis würde ich das alte Buch zusätzlich antiquarisch erwerben, ansonsten stechen wohl die Überschneidungen und die nachlassende Aktualität.

Klar sollte sein, daß das Spannungsfeld aus einem mit vielen Zielen gut abgedeckten Deutschland in einem handlichen Buch zu einem günstigen Preis auch Nachteile mit sich zieht.

Wegen der zeitlichen und räumlichen Bandbreite erfährt man zwar noch viel über die Geschichte Deutschlands, die Texte sind aber in ihrem Zwei-Seiten-Raster inklusive Bildern recht kurz. Die Grenzwertigkeit fällt im Buch durch den Vergleich mit Kombinationen von Mehrfachzielen auf, wo sich ein Text bspw. zum archäologischen Fund auf drei Seiten noch ganz gut entwickeln kann und das zugehörige Museum entsprechend gekürzt wird.

An Karten wurde gespart. Unklar, ob es mehr das Platz- oder ein Aufwandsproblem war. Man stelle sich vor, über 50 Autoren melden ihre Kartenwünsche an.

Die kurzen Anreisebeschreibungen werden am Platzproblem liegen. Aufgefallen ist mir das sehr Auto-orientierte Schema beim Ausflug Aalen-Dalkingen mit dem Limesmuseum Aalen und dem Limespark Rainau. Nach meiner Erfahrung mit den Limes-Cicerones war für die Planung von Wanderungen gerade die gute im Buch unerwähnte Bahnverbindung der große Vorzug dieses Limesabschnitts verglichen mit der Strecke nach Norden durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald. Und Aalen und dessen Limesmuseum sind sowieso sehr gut per Bahn zu erreichen.

Fazit meiner Rezension: trotz der geäußerten Kritik würde ich dem Buch angesichts der für den Preis gebotenen Qualität fünf Sterne geben und es zum Kauf empfehlen. Neben der Qualität auf dem Weg bis zum Druck sind die Autoren mein Hauptargument für diese Bewertung. Deshalb bleibt für mich unverständlich, weshalb die nicht besser positioniert wurden.

Montag, 22. Juni 2009

Limes-Cicerones

Wer lieber an geführten Wanderungen statt an Grabungen teilnimmt, dem kann ich die Limes-Cicerones empfehlen.

Bekanntschaft mit der Idee der Limes-Cicerones habe ich in Baden-Württemberg gemacht: zukünftige Cicerones, meist Laien, bekommen von Fachleuten eine solide Grundausbildung, legen eine Prüfung ab und werden dann als Führer am Limes eingesetzt.

Die Limes-Cicerones kann man stunden- und tageweise buchen. Man sollte wohl sogar, wenn sich einem eine passende Möglichkeit bietet, um diese gute Idee zu unterstützen. Hier paßt das „fordern und fördern“ ganz gut!



Neben frei vereinbarten Terminen wird von den Cicerones auch ein festes Wander- und Besichtigungsprogramm gestaltet. Sie nehmen an Fortbildungsveranstaltungen teil, helfen bei Notgrabungen und versehen Sonn- und Feiertagsdienste wie auf dem im ersten Bild zu sehenden Wachturm auf dem Heidenbuckel bei Großerlach-Grab.

Dieser Limeswachturm von Großerlach-Grab ist eine relativ aufwendige, um historische Korrektheit bemühte Rekonstruktion, für die Türme auf meinen anderen drei Fotografien ist die historische Korrektheit nicht so gegeben.

Ich habe zweimal an von Limes-Cicerones geführten mehrtägigen Gruppenwanderungen teilgenommen. Wir hatten täglich wechselnde Führer und immer sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Durch die unterschiedlichen Schwerpunkte der Führer ergeben sich oft zusätzliche Aspekte, die man bei der Planung einer Wanderung für eine eigene Gruppe einbeziehen kann.



Beispielsweise hat unsere Führerin durch das Aalener Limesmuseum dort auch Kinderführungen gemacht. Unser Führer vom Wachturm bei Großerlach-Grab durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald nach Mainhardt war hier früher Förster und hat uns erklärt, warum die natürliche Erosion stärker als andernorts ist. Außerdem war er medizinisch bewandert, und weil wir bei dem anfänglichen Nieselwetter so schön durchgehalten haben, gab er jedem zum Abschluß ein Honig-Salbei-Bonbon, diese Kombination hätte es schon bei den Römern gegeben.

Bei Rainau-Buch wurden wir vom langjährigen Bürgermeister geführt. Von ihm habe ich mein bestes Bild, allerdings nur im Kopf: ein sonniger, heißer Tag, wir sind schon einige Zeit unterwegs und laufen einen langgezogenen Feldweg hoch zu den Resten des römischen Kohortenkastells. Ein Stück vor mir der das stramme Tempo vorgebende und mit ausgebreiteten Händen redende Limes-Cicerone inmitten einer kleinen Führungsgruppe. Die Leute sind schon mit Herzblut bei der Sache.



Über die Historie der Cicerones konnte ich jetzt nichts besseres finden als diesen Artikel „Limes-Cicerones erweitern in diesem Jahr ihr Angebot“ von 2006. Danach fanden die ersten Cicerones-Ausbildungen 2004 und 2005 im württembergischen Lorch und die dritte 2006 im badischen Mosbach statt. Als Website der Baden-Württemberger habe ich www.limes-cicerone.de kennengelernt.

Nach dem Artikel bestanden 2006 Kontakte nach Bayern und Hessen. Mittlerweile finden sich auch bayerische Limes-Cicerones, die nach Angaben auf www.limes-cicerones-bayern.de ab September 2007 ausgebildet wurden und im Mai 2008 „in Fortführung der baden-württembergischen Limes-Cicerones“ den eigenständigen Verein „Limes-Cicerones Bayern e.V.“ gegründet haben.

Die Website www.limes-cicerone.de wird seit einiger Zeit aktualisiert, vielleicht gibt es da mal mehr über die aktuelle Struktur und Verbreitung der Limes-Cicerones zu erfahren.



Wir sind auf unseren Limes-Wanderungen keinen Legionären in voller Rüstung begegnet, aber wie auf den Limes-Cicerones-Websites zu sehen ist, wird auch das von einigen der Cicerones geboten. Zwei aktuelle Beschreibungen solcher Veranstaltungen finden sich auf Settlershome.de von Heiko Buczinski. Die eine mit stapfenden Füßen und mystischem Licht handelt von der „Eröffnung der Führungssaison 2009“, bei der andere schnauben die Pferde beim „2. Limesaktionstag“.