Posts mit dem Label Rainau-Buch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rainau-Buch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 19. Juli 2010

Limestor Dalkingen - Schutzbau wird eröffnet

Der Limespark Rainau hat sich zu einem Dauerbrenner in meinem Blog entwickelt. Zuerst ist mein Weg hoch zum Kohortenkastell im Beitrag über die Limes-Cicerones gelandet. Das Kastell hatte ich auf einem Rundkurs mit alter Turmrekonstruktion, Römer-Bad und Limestor Dalkingen kennengelernt.

In späteren Einträgen habe ich über die die neue Turmrekonstruktion gerätselt und darüber gemeckert, daß die VHS München ihre Tour zum Limesmuseum Aalen nicht mit einer Wanderung bei Rainau kombiniert hat. Im Eintrag über den Apollo-Grannus-Tempel von Faimingen/Phoebiana bin ich durch den römischen Kaiser Caracalla auf das Limestor Dalkingen gekommen - er wird sowohl mit Apollo-Grannus-Tempel von Phoebiana als auch mit dem Limestor in Verbindung gebracht. Dort hatte ich auch auf das Video über den Limes-Park Rainau und das Limestor Dalkingen auf der Website von Rainau sowie auf die am 29. März 2010 erfolgte Schutzbau-Grundsteinlegung für das Limestor hingewiesen.

Mittlerweile hat Rolf Bierwirth auf seiner Limeswanderung den Limespark Rainau durchquert und berichtete vor wenigen Tagen von seiner 45. Etappe von Forst nach Rainau/Buch, wo er am neuen Limes-Wachturm im Mahdholz bei Rainau-Schwabsberg vorbeikam, und von seiner 46. Etappe von Rainau/Buch nach Röhlingen, wo die Arbeiten für den neuen Schutzbau noch voll im Gange waren und er vom abgedeckten Limestor nichts sehen konnte.

Und nun steht schon am nächsten Samstag, dem 24. Juli 2010, die Übergabe an die Öffentlichkeit an. Laut Programm findet im Anschluß an den offiziellen Teil ein Fest mit Führungsprogramm etc. statt.

Wie im Programm zu sehen ist, wird Caracalla nur zusammen mit dem Dalkinger Tor erwähnt. Ich hatte darüber im Eintrag über Faimingen/Phoebiana geschrieben, daß das übliche Schema je nach Perspektive entweder die Nennung Caracalla mit Faimingen/Phoebiana oder Caracalla mit dem Tor von Dalkingen ist. Nach Programm läßt also Faimingen bzw. Lauingen die Möglichkeit aus, seinen Apollo-Grannus-Tempel bekannter zu machen. Von einer Schauspielerin habe ich mal gehört, daß sie sogar zur Eröffnung einer Konservendose gegangen wäre, um sich bekannt zu halten; an dieser Methode ist sicher was dran. Und das ist jetzt ein Großevent, der nur alle paar Jahre vorkommt!

Mir kam da der Gedanke, ein paar Faiminger könnten sich als Apollo-Grannus-Priester verkleiden, so wie manche der Limes-Cicerones nebenbei verschiedene Römer darstellen. So wie die Cicerones Turm- und Kastellwachen am Limes versehen, könnten diese Faiminger ab und zu an ihrem Tempel präsent sein. Ich könnte mir vorstellen, daß der Apollo-Grannus-Tempel so einen Stein ins Brett bekommen könnte - nächsten Samstag vielleicht nicht, nach Programm erfolgt eine „kirchliche Einweihung“, da wären andere Priester im Hintergrund vielleicht heikel? - aber bei von Limes-Cicerones getragenen Events würden die Abordnungen aus Faimingen doch vermutlich gern zu Weihungen herangelassen.

Sonntag, 12. Juli 2009

Unser Bild von den Limes-Wachtürmen

Auf den Fotos sieht man noch einmal den rekonstruierten Limes-Wachturm bei Großerlach-Grab. Ich hatte ihn schon zusammen mit den Limes-Cicerones vorgestellt. Er liegt den Limes-Cicerones sicher ganz besonders am Herzen. Hoch geführt von unserem Limes-Cicerone trafen wir oben einen weiteren Limes-Cicerone beim Feiertagswachdienst.

Limesturm auf dem Heidenbuckel bei 
Großerlach-Grab

Wir wurden eingehend unterrichtet, weshalb der Turm auf diese Weise rekonstruiert wurde. Teilweise unter Verwendung vorgefundener Orginalsteine. Man kann die Begründung für diesen Typ Turm ausführlich auf der Novaesium-Website von Jürgen Franssen nachlesen. Ein Kernpunkt ist der Bezug auf die Trajanssäule mit den dort dargestellten Türmen aus den Dakerkriegen. Ergänzend wurde uns erzählt, die Archäologen hätten bei einem Turm Wasserablaufspuren vom Dach im Boden feststellen können, die wegen ihrer Entfernung vom Turm auf eine umlaufende Außengalerie hinweisen würden. Aber wie auch aus dem Text von Jürgen Franssen hervorgeht, weiß man vieles noch nicht. Und das was man über die römischen Türme weiß, ist in mancher Hinsicht unzulänglich. Die Abbildungen der Türme aus den Dakerkriegen etwa sind für das Medium Trajanssäule verzerrt dargestellt und stammen von einem anderen Ort und aus einer anderen Zeit. Man möge selbst den Text von Jürgen Franssen bis zu diesem Fazit durchlesen: „Trotz dieser Einschränkungen, wie gesagt, wurde und wird dieser Typus für Rekonstruktionen herangezogen, wobei man sich aus praktischen Erwägungen meist für einen dreistöckigen Turm entscheidet.“ Der Turm von Großerlach-Grab ist nach diesem Typus rekonstruiert. Aus praktischen Gründen für die modernen Besucher mit einer außen zum Mittelgeschoß hochführenden Treppe.

Der aus einem Schülerprojekt hervorgegangene sehr schöne Limes-Eigenbau von Lars und Sven Modrzik ist ebenfalls mit diesem Turm-Typ als Vorlage gebaut. Die Logik des weit vorgezogenen Daches ist nicht ideal umgesetzt, da ist beim Bauen vielleicht der Dachwinkel zu steil geraten. Aber es wird korrekterweise die bei diesen Limestürmen vermutete Leiter ins zweite Geschoss verwendet. Zudem ist das Modell mit Personal im passenden Größenverhältnis bestückt, das sieht man sonst selten.

An diese Limestürme gewohnt, war ich von der neuen Rekonstruktion ohne umlaufende Außengalerie bei Rainau-Schwabsberg ziemlich überrascht. Bei den Raetovariern kann man sich Bilder von der Einweihung dieses Turms ansehen. Im Buch „Archäologie erleben“ steht zum Turm: „Die Konstruktion als Pfostenbau mit einem Sockel aus Trockenmauerwerk ohne umlaufende Galerie beruht auf neuen Erkenntnissen zur Bauweise der Holztürme am Odenwaldlimes.“

Limes-Wachturm bei Großerlach-Grab

Was sind das für „neue Erkenntnisse“? Wurden Holztürme ohne Galerie und Steintürme mit Galerie gebaut? Näheres habe ich dann per Suchmaschine gesucht, aber keine Antworten auf meine Fragen gefunden. Auf der Gemeinde-Seite und auf der Seite des Vereins Deutsche Limes-Straße steht derzeit noch der alte Turm. Das verwundert angesichts üblicher Lippenbekenntnisse, wenn es um die Rechtfertigung der hohen Ausgaben für solche Rekonstruktionen geht. Die fachliche Begründung für diese Art der Turmrekonstruktion stand sicher ganz am Anfang der Bauplanung. Die hätte man also sogar schon vor dem Bau mit kleinem Aufwand im Web bereitstellen und damit sowohl etwas für unser neues/ergänztes Bild von den Limes-Wachtürmen als auch für die Tourismusförderung tun können.

Montag, 22. Juni 2009

Limes-Cicerones

Wer lieber an geführten Wanderungen statt an Grabungen teilnimmt, dem kann ich die Limes-Cicerones empfehlen.

Bekanntschaft mit der Idee der Limes-Cicerones habe ich in Baden-Württemberg gemacht: zukünftige Cicerones, meist Laien, bekommen von Fachleuten eine solide Grundausbildung, legen eine Prüfung ab und werden dann als Führer am Limes eingesetzt.

Die Limes-Cicerones kann man stunden- und tageweise buchen. Man sollte wohl sogar, wenn sich einem eine passende Möglichkeit bietet, um diese gute Idee zu unterstützen. Hier paßt das „fordern und fördern“ ganz gut!



Neben frei vereinbarten Terminen wird von den Cicerones auch ein festes Wander- und Besichtigungsprogramm gestaltet. Sie nehmen an Fortbildungsveranstaltungen teil, helfen bei Notgrabungen und versehen Sonn- und Feiertagsdienste wie auf dem im ersten Bild zu sehenden Wachturm auf dem Heidenbuckel bei Großerlach-Grab.

Dieser Limeswachturm von Großerlach-Grab ist eine relativ aufwendige, um historische Korrektheit bemühte Rekonstruktion, für die Türme auf meinen anderen drei Fotografien ist die historische Korrektheit nicht so gegeben.

Ich habe zweimal an von Limes-Cicerones geführten mehrtägigen Gruppenwanderungen teilgenommen. Wir hatten täglich wechselnde Führer und immer sehr gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Durch die unterschiedlichen Schwerpunkte der Führer ergeben sich oft zusätzliche Aspekte, die man bei der Planung einer Wanderung für eine eigene Gruppe einbeziehen kann.



Beispielsweise hat unsere Führerin durch das Aalener Limesmuseum dort auch Kinderführungen gemacht. Unser Führer vom Wachturm bei Großerlach-Grab durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald nach Mainhardt war hier früher Förster und hat uns erklärt, warum die natürliche Erosion stärker als andernorts ist. Außerdem war er medizinisch bewandert, und weil wir bei dem anfänglichen Nieselwetter so schön durchgehalten haben, gab er jedem zum Abschluß ein Honig-Salbei-Bonbon, diese Kombination hätte es schon bei den Römern gegeben.

Bei Rainau-Buch wurden wir vom langjährigen Bürgermeister geführt. Von ihm habe ich mein bestes Bild, allerdings nur im Kopf: ein sonniger, heißer Tag, wir sind schon einige Zeit unterwegs und laufen einen langgezogenen Feldweg hoch zu den Resten des römischen Kohortenkastells. Ein Stück vor mir der das stramme Tempo vorgebende und mit ausgebreiteten Händen redende Limes-Cicerone inmitten einer kleinen Führungsgruppe. Die Leute sind schon mit Herzblut bei der Sache.



Über die Historie der Cicerones konnte ich jetzt nichts besseres finden als diesen Artikel „Limes-Cicerones erweitern in diesem Jahr ihr Angebot“ von 2006. Danach fanden die ersten Cicerones-Ausbildungen 2004 und 2005 im württembergischen Lorch und die dritte 2006 im badischen Mosbach statt. Als Website der Baden-Württemberger habe ich www.limes-cicerone.de kennengelernt.

Nach dem Artikel bestanden 2006 Kontakte nach Bayern und Hessen. Mittlerweile finden sich auch bayerische Limes-Cicerones, die nach Angaben auf www.limes-cicerones-bayern.de ab September 2007 ausgebildet wurden und im Mai 2008 „in Fortführung der baden-württembergischen Limes-Cicerones“ den eigenständigen Verein „Limes-Cicerones Bayern e.V.“ gegründet haben.

Die Website www.limes-cicerone.de wird seit einiger Zeit aktualisiert, vielleicht gibt es da mal mehr über die aktuelle Struktur und Verbreitung der Limes-Cicerones zu erfahren.



Wir sind auf unseren Limes-Wanderungen keinen Legionären in voller Rüstung begegnet, aber wie auf den Limes-Cicerones-Websites zu sehen ist, wird auch das von einigen der Cicerones geboten. Zwei aktuelle Beschreibungen solcher Veranstaltungen finden sich auf Settlershome.de von Heiko Buczinski. Die eine mit stapfenden Füßen und mystischem Licht handelt von der „Eröffnung der Führungssaison 2009“, bei der andere schnauben die Pferde beim „2. Limesaktionstag“.