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Sonntag, 29. April 2012

Kastell Pfünz

Letzten Sonntag haben wir zuerst die Villa Rustica Möckenlohe und dann das nahe liegende Kastell Pfünz (Castra Vetoniana) besucht. Wie vom Internet versprochen wurde es in unserem Zielgebiet ein fast regenfreier Nachmittag. Eine Regenwolke wartete zwar schon auf uns, als wir aus dem Haus gingen, und verfolgte uns bis Ingolstadt. Dann war bis auf ein paar Tropfen bei der Villa Rustica Ruhe. Und als wir vom Kastell Pfünz aus schließlich eine dunkle Wolkenfront gesehen haben, waren wir mit unserem Besuch schon durch und sind zurück nach München gefahren.

Kastell Pfünz - Foto von südlich dem Südtor mit einer Replik eines Meilensteins und der Trasse der ehemaligen Römerstraße

Mit unserem Eintreffen zur Öffnungszeit der Villa Rustica um 13 Uhr und abends wieder zuhause war das fast schon ein Halbtagesausflug. Alternativ böte es sich an, ab dem Kastell Pfünz auf der Trasse der ehemaligen Römerstraße in Richtung Süden zu wandern (die ehemalige Straße ist im ersten Bild neben der Replik eines römischen Meilensteins zu erkennen). Im nahen Wald soll es an der Strecke einen römischen Steinbruch geben - ich weiß nicht ob es da noch etwas zu sehen gibt. Die Römerstraße führte dann weiter in ein Gebiet mit sehr guten Böden und zahlreichen, bis in Jungsteinzeit zurückreichenden Besiedlungsspuren.

Kastell Pfünz - Foto von der Westseite mit Resten der beiden Kastellgräben

In diesem fruchtbaren Gebiet sind nahe beieinander liegend gleich mehrere römische Gutshöfe nachgewiesen, von denen die Villa Rustica Möckenlohe rekonstruiert wurde. Die Römerstraße führte weiter bis Nassenfels, einst ein bedeutender römischer Zentralort. Martin Bernstein hat eine Kombination Pfünz - Möckenlohe - Nassenfels in seinem Buch „Römerstraßen und Kultplätze“ vorgeschlagen, wobei ich seinen Plan - kleines Schwarzweiß-Luftbild mit aufgemalter Strecke - nicht für so geeignet halte. Also vielleicht besser etwas auf Wanderkartenniveau, das mit via BayernViewer-denkmal ermittelten Zielen zur Deckung gebracht werden kann.

Kastell Pfünz - Reste des Westtores

Nördlich unterhalb des Kastells Pfünz liegt die Altmühl, in römischer Zeit ein wichtiger Übergang hin zum etwa 10 km nördlich und nordöstlich verlaufenden Limes und einer nordwestlich in das römische Weißenburg führenden Straße. Das Kastell selbst liegt, wie Erika Riedmeier-Fischer und Thomas Fischer in „Der römische Limes in Bayern“ schreiben, „auf dem Kirchberg hoch über dem Dorf, einem Jurasporn zwischen den Tälern der Altmühl und des Pfünzer Baches.“

Kastell Pfünz - rekonstruierter Nordwestturm und Reste der beiden Kastellgräben

Das ist eine für römische Kastelle atypisch gute Verteidigungsposition. Wer schon einige Limeskastelle hinter sich hat, wird von der Lage überrascht sein. Für Neueinsteiger ein Zitat aus „Welterbe Limes - Roms Grenze am Main“ von Bernd Steidl: unter der Überschrift „Kastelle - Städte im Kleinen“ schreibt er „Römische Kastellanlagen waren trotz vorgelagerter Gräben und hochragender Wehrmauern keine auf Verteidigung ausgerichteten Befestigungswerke, sondern umwehrte Kasernen von stark urbanem Charakter. Das erklärt auch den im Laufe der Zeit voranschreitenden Ausbauzustand, der nicht selten zunehmende Bequemlichkeiten, äußere Verschönerungen und ein insgesamt repräsentatives Erscheinungsbild hervorbrachte“.

Kastell Pfünz - rekonstruierter Eckturm mit Blick in das Altmühltal

Beispiele dieses nicht so sehr auf die Verteidigung ausgerichtet sein hatte ich mit den Limes-Cicerones kennengelernt: das Aalener Reiterkastell würde ich als auf einem großflächig sanft abfallenden Gelände liegend bezeichnen. Noch deutlich ungünstiger lag das Kastell Osterburken unterhalb eines relativ stark abfallenden Hangs. Das in Osterburken an das Kastell angehängte und in den Hang hineingebaute Annexkastell sieht zumindest wie ein verteidigungstechnischer Korrekturversuch aus. Wie sich die Denkweise nach dem Fall des Limes änderte, zeigt das Beispiel des Kastells Eining. Dort hat man einen besser verteidigbaren Burgus in eine Ecke des Kastells gebaut.

Kastell Pfünz - aus zwei Fotos zusammengebauter Blick in das Altmühltal

Auf der Hochfläche oberhalb Pfünz angekommen sieht aber alles wieder nach einem typisch aufgebautem Limeskastell aus: das Kastell ist keineswegs an alle drei abfallenden Seiten des Sporns angepasst, sondern zeigt die typische Rechteckform und nützt nur mit der an den Hang herangerückten Ostseite die für die Verteidigung günstige Lage bestmöglichst aus. In der Interaktiven Grafik des Historischen Vereins Eichstätt wird dieses abfallende Gelände auf der Ostseite des Kastells m.A. nach nicht deutlich. Im Westen und im Norden des Kastells blieben Freiflächen. Auf der schmäleren Fläche im Westen reicht das heutzutage immerhin noch für einen größeren Parkplatz. Mein zweites Bild ist von der Westseite aufgenommen und zeigt die beiden Gräben, die auf dieser Seite des Kastells noch am besten erhalten sind. Nach einer Infotafel soll auf der Ostseite wegen der Lage ein Graben eingespart worden sein, an den anderen drei Seiten hätte es zwei gegeben. Nach „Der römische Limes in Bayern“ und Wikipedia (ein sehr umfangreicher Artikel zu Pfünz) gab es auf der Südseite nur einen Graben, der besonders breit und tief war.

Kastell Pfünz - Kastellmauerrekonstruktion mit Erdaufschüttung

Im rekonstruierten Eckturm herumkletternd habe ich über den Sinn von Normierungen nachgedacht. Wachdienst einteilen war einfacher, Notfallpläne mußten nur einmal erstellt werden. Erfahrene Soldaten kannten die Schwachstellen eines Kastells - ihre Gegner mit der Zeit sicher auch. Vielleicht war für eine flexiblere Lösung im System gar keine Verwaltungs- und Entscheidungskompetenz verfügbar und vorgesehen. Vielleicht war auch wirklich das vermittelte Lebensgefühl die wesentliche Komponente.

Kastell Pfünz - Blick auf die zum großen Teil landwirtschaftlich genutzte Innenfläche

Das Castra Vetoniana muß ziemlich plötzlich gefallen und Kastell und Kastellort in einem Brand zerstört worden sein. Mehr dazu gibt es im ausführlichen Text zum Kastell Pfünz in der Wikipedia zu lesen. Das Ausnützen der Hanglagen war letztlich überhaupt nicht mehr entscheidend, wenn - wie in der Wikipedia spekuliert wird - die Angreifer möglicherweise garnicht als solche rechtzeitig erkannt wurden.

Kastell Pfünz - im rekonstruierten Nordwestturm

Die Rekonstruktion eines Teils der Umwehrung des Kastells gilt in „Der römische Limes in Bayern“ als „wenig geglückt“. Die Wikipedia hat das aufgegriffen. Vor Ort gibt es zum heutigen Stand der Diskussion auf einer der Infotafeln etwas zu lesen (siehe Bild 12). Der Heimatverein Vetoniana berichtet über die Entwicklung von den Ausgrabungen bis hin zur Rekonstruktion und schreibt: „Wenn das Projekt der Rekonstruktion des Kastells Pfünz auch seine Kritiker hat, zeigt doch das große Interesse der Besucher aus fern und nah, daß es richtig ist, Zeugen der alten Zeit wieder sichtbar zu machen.“

Kastell Pfünz - Rekonstruktion auf der Nordseite

Vor Ort sieht es wirklich so aus, daß die Rekonstruktion für die meisten Besucher die Hauptattraktion ist. Wir sind ja auch dort am längsten hängen geblieben. Vielleicht kamen so etwas über 20 Besucher in den eineinhalb Stunden, in denen wir bei dem ehemaligen Kastell waren. Davon ist eine Mehrzahl vom Parkplatz via Westtor nur zur Rekonstruktion im Norden und wieder zurück gelaufen, hat also nicht den kompletten Rundweg um die Ostseite des Kastells gemacht.

Kastell Pfünz - Rekonstruktion des Nordtores

Man könnte diese Rekonstruktion als Vorlage nehmen, um zu zeigen wie es nach heutigem Stand wahrscheinlicher gewesen ist. Dazu müßte man sauberer zwischen dem trennen, was vermutet wird, und da am besten die Plausibilät angeben und Gegenstimmen zulassen, und dem, was in Pfünz wirklich nachgewiesen wurde, außerdem müßte das bildhaft besser dargestellt werden. Platz wäre für Text und Bilder bei einer Kombination von Infotafeln und QR-Code im Web genug vorhanden.

Kastell Pfünz - Infotafel beim rekonstruierten Nordtor

Um die Augmented Reality vom letzten Eintrag weiterzuspinnen: ein komplettes Kastell wäre wohl ferne Zukunftsmusik. Aber vielleicht erleichtert die Rekonstruktion die Bilderkennung und kann als „Marker“ dienen. Dann könnte man die Rekonstruktion mit reingerenderten zusätzlichen Turmstockwerken, Gesims, weißem Verputz und rotem Fugenstrich sehen.

Kastell Pfünz - Rekonstruktion auf der Nordseite

Vielleicht müßte es hinter der Mauer eine breitere Erdaufschüttung geben? In „Welterbe Limes - Roms Grenze am Main“ gibt es eine derartige alte seitliche Vorher-/Nachher-Rekonstruktionszeichnung der umgestürzten und dadurch erhalten gebliebenen Wehrmauer von Wörth. Oder ist man von der Erdaufschüttung wieder abgekommen? In dem Buch gibt es auch ein Foto von abgerundeten Zinndecksteinen aus dem Kastell Obernburg, die bräuchte man hier vielleicht auch noch.

Kastell Pfünz - Panoramabild aus drei Fotos aus der Ecke des Südostturmes

Was anscheinend wirklich nichts Besonderes mehr darstellt sind Computermodelle. Am vorletzten Donnerstag wurde in Arte ein Tauchgang in die Vergangenheit zu einer untergegangenen bronzezeitlichen Stadt vor der griechischen Küste gesendet. Ich hoffe der Link funktioniert noch eine Weile. Rechts oben sieht man ein Bild eines Tauchers neben einem hineingerenderten Haus bzw. hineingerenderten Steinen. Das ist sicher keine Augmented Reality für ihn gewesen, sondern eine nachträgliche Filmbearbeitung. Es zeigt aber, daß die zugrundeliegende Technik alltäglich wird. Unterhalb das Foto eines Modells der bronzezeitlichen Stadt, die auf 3d-Scans des Meeresbodens beruht. Mehr zur Technik gibt es in diesem Youtube-Video: Pavlopetri - City Beneath the Waves - 'rebuilt'.

Kastell Pfünz - Blick über die Reste des Südtores zur Rekonstruktion auf der Nordseite

Ich fand es sehr interessant, daß die Computer-Modellierer der Häuser laut Arte-Film mit vor Ort waren. Gut, ist ja auch sinnvoll und vielleicht wissen auch schon alle außer mir, daß das mittlerweile so ist. Ich hatte eine Erzählung im Kopf, nach dem ein Archäologenteam nahe der Jahrtausendwende Architekten für Zeichnungen mit zu einer Ausgrabung genommen hatte. Wenn mittlerweile auf Computermodelle umgestellt wurde und wir schon viele Modellierer haben, dann müßte es doch möglich sein den derzeitigen Forschungsstand zu Pfünz in einem vor Ort abrufbaren Computer-Modell darzustellen.

Mittwoch, 23. November 2011

Der Frauenberg oberhalb des Klosters Weltenburg

Weltenburg liegt sehr nahe bei Eining, ein Besuch des Klosters Weltenburg wäre ganz gut mit dem des Kastells Eining / Abusina zu verbinden. Es ginge die Kombination der beiden Ziele mit einem Besuch des kelten römer museum manching und notfalls auch noch eine Überfahrt vom Kloster zur Westseite des ehemaligen Oppidums Alkimoennis am gegenüberliegenden Donauufer. Aber dann nur unter der Voraussetzung, daß man sich vor Ort nirgends lange aufhält. Als Erstbesuch etwa, und wo es einem besonders gefällt fährt man dann einmal einen ganzen Tag hin.

Straße zum Kloster Weltenburg

Klosterkirche Weltenburg

Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg

Links das Kloster Weltenburg, rechts die Westecke des ehemaligen Oppidums Alkimoennis auf der gegenüberliegenden Donauseite

Frauenbergkirche beim Kloster Weltenburg

Beim Kloster werden Schiffsfahrten durch den Donaudurchbruch angeboten. In der Gaststätte kann man das Weltenburger Bier probieren. Neben der Klosterkirche des ältesten Kloster Bayerns kann man die Frauenbergkirche besuchen. Noch ein Stück höher auf dem Frauenberg, direkt an der Felskante hinunter zur Donau (Bild 9), findet sich die steinerne Hinterlassenschaft auf den Bildern 6 und 8. Nach der Ende Oktober 2007 fotografierten Informationstafel war das noch ein spätrömisches Kleinkastell. Weiter auf dem Frauenberg bietet die Erkundung des Wolfgangswalls und die Suche nach den Befestigungen östlich davon an.

Ehemaliges Kleinkastell oder ehemaliger Palas auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg

Kleinkastell-Infotafel auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg 2007

Ehemaliges Kleinkastell oder ehemaliger Palas auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg

Blick vom ehemaligen Kleinkastell oder Palas auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg hinunter zur Donau

Wolfgangswall auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg

Zur Geschichte des Frauenbergs empfehle ich den gut bebilderten Text von Prof. Dr. Michael M. Rind bei der Regensburger Stadtzeitung (pdf-Datei) und die Wikipedia. Nach Prof. Rind wäre das Kleinkastell kein Kleinkastell, sondern der Palas einer bischöflichen Burg. Die Wikipedia führt ihren Artikel noch unter dem Titel „Kleinkastell Weltenburg-Frauenberg“ und stellt die Positionen gegenüber, da sieht es also nicht nach einer Übereinkunft aus. BayernViewer-denkmal ist auf die Sichtweise von Prof. Rind umgestellt, dort lautet die Beschreibung zum Bodendenkmal D-2-7136-0054 „Rechteckiger Saalbau vermutlich des 9. und 10. Jhs. n.Chr.“ (BayernViewer-denkmal-Benutzungshinweise hier bei mir). Zu Touren auf den Frauenberg und zu den Befestigungen auf beiden Seiten des Donaudurchbruchs gibt es den „Ausflugstipp: Rund um den Donaudurchbruch“ von Stephan Gröschler, Fotos von Geländemodellen mit den Wällen auf beiden Seiten des Donaudurchbruchs beim Verein Keltenwelten.

Mittwoch, 21. September 2011

Limeskastell Pohl

Übernächstes Wochenende, am langen Wochenende Anfang Oktober 2011, wird ein neues Limeskastell eröffnet. Ja, wirklich, ein neues Limeskastell! Aber es ist nicht ganz so wild, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Das Limeskastell Pohl soll nur ein kleines Holz-Erde-Kastell repräsentieren.

Viele Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Website www.limeskastell-pohl.de. Die Ortsgemeinde Pohl ist als Eigentümer, Bauherr und Betreiber mit im Boot und hat die Eröffnung ganz vorne auf ihrer Website. Die Wikipedia hat schon Bilder vom neuen Limeskastell und erklärt den Unterschied zwischen dem Kleinkastell Pohl und dem Projekt „Limeskastell Pohl“. Und bei der Projektentwicklungsgesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz gibt es einen kurzen Überblick über das Projekt und Projektbeteiligte.

Dienstag, 20. September 2011

Eining - Abusina

Nach dem Besuch von Oberstimm, dem ehemaligen Osttor und der „Kulisse des Osttores“ des Oppidums Manchings und des Kelten- und Römermuseums Manching sind wir weiter nach Eining.

Bild 1: Römerkastell Abusina-Eining

Im Münchner Gebiet ist ja nicht gerade viel an steinernen römischen Hinterlassenschaften gefunden worden. Deshalb wäre das weniger als eineinhalb Autostunden entfernte Eining schon deshalb für einen Ausflug sehr zu empfehlen, wenn man dort „nur“ die Reste eines Limeskastells besichtigen könnte. Darüber bietet Eining aber einige Besonderheiten gegenüber „normalen“ Kastellen, die das Kastell Abusina/Eining auch überregional sehr interessant machen sollten.

Bild 2: Panoramabild vom Weinberg bei Eining

Das Panoramabild 2 ist vom nahe bei Eining liegenden Weinberg aufgenommen. Man kann sich damit etwas ein Bild von der Lage des Kastelles und der wohl wesentlichsten Besonderheit des Kastells machen. Links im Bild sind schwach die Häuser von Eining zu erkennen, hinter Eining befinden sich an der Straße nach Bad Gögging die Kastellreste. Das glänzende Flächenstück nahe der Bildmitte ist die Donau. Und rechts, wo sich in der Entfernung das Gelände wieder anhebt, müßte nach dem BayernViewer-denkmal die Waldlinie in etwa den Limesverlauf bis zur Donau markieren. Auf dem Weinberg sollen nach „Der römische Limes in Bayern“ drei Steinfundamente gefunden worden sein, die zu einem Wachturm, einer Manschaftsunterkunft und einem kleinen Mars- und Victoria-Tempel gehörten (im BayernViewer-denkmal Denkmalnummer D-2-7136-0114). Mit dem Turm konnte die Sichtverbindung zwischen dem Kastell Eining und den Türmen am Limesende hergestellt werden.

Bild 3: Panoramabild von der Aussichtsplattform Römerkastell Abusina-Eining

Das Kastell lag somit zwar im Rückraum des Limes, aber auf der anderen Seite der Donau, verblieb also im römischen Gebiet. Deshalb kann man in Eining sehr gut die Wandlung nach dem Fall des Limes nachvollziehen. Das seinerzeitige Abusina bleibt weiterhin ein römischer Militärstandort und ist mit Grenzsicherungsaufgaben betraut, aber in einer rück- und umgebauten Form: im Kastell entsteht ein besser auf die Verteidigung ausgelegtes Binnenkastell, eine kleine Festung. Die Sicherheit der Festung und die Anbindung von Kastell und Festung an die Donau werden durch das zur Westseite steil abfallende Gelände zum Flüßchen Abens begünstigt. Der umgebende Ort verlagert sich in das Kastell, was man in Eining sehr schön an den Grundmauern des Rasthauses im und vor dem Kastell sehen kann. Nach Begräbnisfunden im ehemaligen Rasthaus außerhalb des Kastells folgte offenbar sogar der nördlich angrenzende Friedhof dieser Bewegung.

Bild 4: Rasthausreste vor dem Kastell aus der Zeit vor dem Limesfall

Diese Kastelle waren, wie Bernd Steidl unter der Überschrift „Kastelle - Städte im Kleinen“ in „Welterbe Limes. Roms Grenze am Main.“ geschrieben hat, „trotz vorgelagerter Gräben und hochragender Wehrmauern keine auf Verteidigung ausgerichteten Befestigungswerke, sondern umwehrte Kasernen von stark urbanem Charakter“. Das in Kombination mit einer umgebenden Zivilsiedlung, die überhaupt nicht gegen Angriffe gesichert war.

Bild 5: Reste der Ostmauer und der Nordostecke des Kastells Abusina-Eining

Verschiedentlich habe ich gehört, daß die Römer nicht erwarteten, daß die Kasernen/Kastelle angegriffen würden. Zum ersten Mal war das bei einem Dia-Vortrag mit Bildern einer Mauerrekonstruktion ohne vorragende Türme. In Eining kann man das auch beobachten, Bild 5 zeigt eine Kastellecke ohne vorragenden Eckturm, während die neuen Türme der Binnenfestung dann vorragten, um zur Seite hin auch eine Schutzfunktion zu bieten.

Bild 6: Aufgemauertes Mauerstück an der Südwestecke des Kastells Abusina-Eining

In Eining kann man diese Entwicklung durch die konservierten Grundmauern von Kastell, Binnenkastell und ausgegrabenen Gebäuden nachvollziehen. Statt „konserviert“ habe ich bei den Limes-Cicerones öfters das Wort „aufgemauert“ gehört, siehe dazu Bild 6.

Bild 7: Aussichtsplattform Römerkastell Abusina-Eining

Es gibt aus jüngerer Zeit die in Bild 7 zu sehende Aussichtsplattform, von der ich die Fotos für das Panoramabild 3 aufgenommen habe. Das Panorama gibt die Situation etwas stärker verzerrt als üblich wieder, weil die Badeanlage im Gelände bis links vom Aufnahmeort auf der Aussichtsplattform vorragt. Rechts im Bild ist das außerhalb des Kastells liegende Rasthaus aus der Zeit vor dem Limesfall zu sehen. Im Hintergrund dann die Mauern des Kastells, ganz hinten rechts etwas erhöht die Reste der Festung.

Bild 8: Modell zur Veranschaulichung von Kastell und Binnenfestung in der Spätantike

Es gibt überall Infotafeln, teilweise reagieren die Infotore auf Annäherung mit illustrierenden Hörstücken. Außerdem wie in Bild 8 Modelle verschiedener Ausbaustufen. Aussichtsplattform und Gelände waren bei unserem Besuch frei zugänglich, außerdem gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz nördlich der Aussichtsplattform. Zu Eining gibt es noch allerlei in das man sich weiter vertiefen kann. Bau des Kastells in Holz-Erde-Bauweise im Jahr 80, um 120 eine Anlage aus Stein. Zerstörungen sowohl bei den Markomannenkriegen als auch bei den Alamannenstürmen. Ein zeitweiliges Truppenlager in der Nähe in Eining-Unterfeld (Denkmalnummer D-2-7136-0112 im Bayernviewer-denkmal), das während den Markomannenkriegen genutzt wurde. Gedrehte Ausrichtung des Kastellausbaus wegen dem Flüßchen im Westen. Umbauten der Binnenfestung. Funde aus Eining sollen nach „Der römische Limes in Bayern“ in der Archäologischen Staatssammlung München (ein Verwahrfund mit einer oft abgebildeten Gesichtsmaske eines Paradehelms) und im Museum Kehlheim zu sehen sein, der große Bestand im Museum Landshut sei derzeit (also 2008) leider nicht ausgestellt.

Bild 9: Konservierte Mauerreste mit Infotafel über römische Heizungsanlagen

Eining ist außer in dem von mir vorgestellten Buch von Erika Riedmeier-Fischer und Thomas Fischer auch in „Archäologie erleben. 50 Ausflüge in die Vergangenheit.“ als Ausflugsempfehlung zusammen mit dem Kelten- und Römermuseum Manching vertreten.

Bild 10: Blick von Südwesten über das Kastellgelände Abusina-Eining

Im Web würde ich als Einstieg vor weiteren Texten zu Eining den Antikefan wegen seiner Karten und Rekonstruktionszeichnungen empfehlen. Bei ihm gibt es auch ein Bild vom Paradehelm. Rolf Bierwirth berichtet von seinen letzten Metern hin zur Donau im Blog-Eintrag über die 57. Limes - Etappe, von Sandersdorf an die Donau. Und einen Überblick über die Medienberichte von den ersten Römertagen „Salve Abusina“, die am Wochenende nach unserem Eining-Besuch stattgefunden haben, gibt es hier.

Montag, 22. August 2011

Oberstimm

Gestern waren wir in Oberstimm, Manching und Eining und mit dem Kurzbesuch in Oberstimm will ich auch beginnen. In den Mixed Links hatte ich die am 26. bis 28. August stattfindenden Römertage in Eining erwähnt; den Hinweis will ich vorab noch einmal wiederholen, damit die Veranstaltung nicht bei meiner Berichtsreihenfolge untergeht. Und wer nächstes Wochenende auch noch nach Oberstimm will: da findet vom 26. bis zum 29.8. der Oberstimmer Barthelmarkt statt und es wird wohl schwierig werden mit dem Auto zur Infotafel in Bild 1 hin zu fahren. Anderseits läßt sich der Markt für eventuelle Eining-Übernachter gut mit der Rückreise kombinieren - wie BR-online schreibt, soll am Montagmorgen ab 6 Uhr besonders viel los ist.

Infotafel zur römischen Geschichte und zu den gefundenen Römerschiffen vor dem Kindergarten von Oberstimm

Oberstimm ist besonders durch den Fund von zwei römischen Militärschiffen bekannt geworden. Das gilt über die archäologische Welt hinaus - der kleine Wikipedia-Eintrag zu Oberstimm fand die Schiffe auch erwähnenswert. „Mein“ im Blog-Eintrag Wege zu den Kelten erwähnter Archäologe hatte die Schiffe auch im Kopf, als er noch nach Oberstimm wollte. Das war 2003, zur Vorgänger-Infotafel haben wir uns durchgefragt. Mittlerweile gibt es den BayernViewer-denkmal, mit ihm kann man das betreffende Gebiet finden („Uferbefestigung und Schiffe der frühen Römischen Kaiserzeit, Siedlung der Römischen Kaiserzeit.“, Denkmalnummer D-1-7234-0736), hinfahren, an den betreffenden Straßen eine Runde drehen und kommt dann an der neuen Infotafel vor dem Kindergarten vorbei.

Wie man im BayernViewer-denkmal sehen kann, ist Oberstimm ziemlich großflächig rot überdeckt. Der Kindergarten befindet sich im Bereich des ehemaligen Kastells, die Straße davor mit der Infotafel müßte nach der Infotafel im Bereich des Kastellgrabens gelegen haben. Bild 2 wurde von dieser Straße aus aufgenommen. Die Schiffe wurden nahe beim Kastell gefunden, nach der Infotafel am östlichen Ufer der antiken Brautlach. Der Fundort müßte im Bild 2 etwa im hinteren Bereich des dort zu sehenden LKWs gewesen sein, die Schiffsrichtung um 90° gegenüber dem LKW gedreht.

Fundort der römischen Militärschiffe in Oberstimm

Die auf der Infotafel erwähnte „archäologische Sensation“, die Hebung der beiden Schiffe im Jahre 1994, entfaltet heute ein sehr publikumswirksames Nachwirken. Die ausgegrabenen Schiffe sind seit Eröffnung des Kelten- und Römermuseum in Manching zu sehen, hier die Informationen zu den Schiffen auf der Museumsseite. Äußerst publikumswirksam sind die Nachbauten der gefundenen Römerschiffe, wobei allerdings sowohl die „Lusoria Rhenana“, die nächstes Wochenende in Eining zu sehen sein soll, als auch die Regensburger „Regina“, die kürzlich auf dem Großen Brombachsee unterwegs war (Mixed Links, zweiter Teil), die Mainzer Römerschiffe als Vorlage haben. An den Oberstimmer Schiffen hingegen orientiert ist die Hamburger „Victoria“. Auf der Website der „Victoria“ sind mehrere Videos verlinkt, auf denen das Schiff in Aktion und Verantwortliche des Projekts im Interview zu sehen sind. Hier das zur wissenschaftlichen Bedeutung des Oberstimmer Funds besonders interessante Interview mit Prof. Dr. Christoph Schäfer. Bücher für die weitere Vertiefung gibt es auch schon, hier Links zu einer Sammelrezension von Sven Günter und einer Rezension von Mario Ziegler bei H-Soz-u-Kult.

Samstag, 5. Februar 2011

Aktuelles zu den alten Römern

Mitte Januar ist der BR-Online-Beitrag „Museumsbau einstimmig beschlossen“ über das zukünftige Limes-Museum („Limeseum“) am Römerpark Ruffenhofen erschienen. Das dort gezeigte Museumsmodell hat mich an eine „aufgebrochene Unterlegscheibe“ erinnert. Eigentlich heißt sowas Federring und die Experten wird die Verbindung mit der Unterlegscheibe grausen, weil zum Federring ein funktionaler Unterschied besteht. Aber ich hatte den Begriff nicht parat und bin suchend via Unterlegscheibe in die Wikipedia eingestiegen und was finde ich da? Einen Limesring! Ob der inspirierend war?

Was mir auf dieser BR-Online-Seite auch aufgefallen ist: abgesehen von einem Link zur ARD sehe ich nur Links zu BR-Online-Seiten. Also trage ich den Link zum Römerpark nach. Außerdem den Hinweis auf die beiden von Rolf Bierwirth in seinem Limeswanderung-Blog beschriebenen Etappen vom Römerturm Mönchsroth zum Kastell Ruffenhofen und vom Kastell Ruffenhofen zum Kastell Dambach. Schließlich noch meine Besprechung von „Der römische Limes in Bayern“. In dem Buch ist die Limes-Strecke und das Kastell Ruffenhofen auch drin.

Eine Limes-Wanderetappe zurück, am Baden-Württembergischen Limes, lag das Kastell Halheim. Dort wurden im Oktober 2010 begonnene geophysikalische Untersuchungen fortgesetzt, wie ostalb.net berichtet. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll ein Modell entstehen, das auf dem Kastell-Gelände aufgestellt wird.

Weiter den Limes entlang nach Baden-Württemberg hinein, in Schwäbisch-Gmünd, findet am 13. Februar die Premiere des Römer-Spielfilms „A.D. 235 – Schatten über dem Limes“ statt. Nach der Premiere könnte man den lautesten Limes-Freunden statt Tunika und Pilum Markierungsequipment und Kehrbesen über die Schulter werfen und sie auf die Spuren des Limeswanderers schicken, damit das Schwabenimage nicht auch in diesem Jahr bei durchmarschierenden Hessen leidet. Auf der Website www.ad235derfilm.de gibt es einen Trailer des neuen Films.

Die letzte Limes-Station führt nach Hessen in das Römerkastell Saalburg. Dort hat das Saalburgmuseum ein umfangreiches Jahresprogramm 2011 vorgestellt. Einen großen Raum nimmt in diesem Jahr das Thema „Götter“ ein und im Mittelpunkt steht der Geheimkult des Gottes Mithras.

Von der Saalburg ein Sprung nach Norden. Dort soll der Römerradweg entlang der Lippe zwischen Detmold und Xanten zur Römer-Lippe-Route umgebaut werden. Nach Süden, da ist der Archäologe Bertram Jenisch „Auf den Spuren der Römer“ in Offenburg. Und im Nordwesten empfiehlt Jörn Borchert das Museum für Badekultur in Zülpich, dessen „Anlass und Mittelpunkt ... die Therme“ ist, „die man in den 1930er Jahren in Zülpich entdeckte“. Ergänzend zur Badekultur empfehle ich ein Blick auf die „Gaumenfreuden“ in der Region.

Den letzten Hinweis verdanke ich meinem regelmäßigen Leser Addi Koch: History of the Ancient World ist eine Quelle von Links zu zwar englischen, aber dafür vielen und meist frei erhältlichen längeren Texten. Da geht es um Roman Education, Disease and death in the ancient city of Rome, um Trajan and the Origins of Roman Hostility to the Jews oder um die The Huns and the End of the Roman Empire in Western Europe. Also wenn Sie dringend Lesestoff brauchen: die nächsten Wochenenden sind mit dieser Website gerettet!

Montag, 19. Juli 2010

Limestor Dalkingen - Schutzbau wird eröffnet

Der Limespark Rainau hat sich zu einem Dauerbrenner in meinem Blog entwickelt. Zuerst ist mein Weg hoch zum Kohortenkastell im Beitrag über die Limes-Cicerones gelandet. Das Kastell hatte ich auf einem Rundkurs mit alter Turmrekonstruktion, Römer-Bad und Limestor Dalkingen kennengelernt.

In späteren Einträgen habe ich über die die neue Turmrekonstruktion gerätselt und darüber gemeckert, daß die VHS München ihre Tour zum Limesmuseum Aalen nicht mit einer Wanderung bei Rainau kombiniert hat. Im Eintrag über den Apollo-Grannus-Tempel von Faimingen/Phoebiana bin ich durch den römischen Kaiser Caracalla auf das Limestor Dalkingen gekommen - er wird sowohl mit Apollo-Grannus-Tempel von Phoebiana als auch mit dem Limestor in Verbindung gebracht. Dort hatte ich auch auf das Video über den Limes-Park Rainau und das Limestor Dalkingen auf der Website von Rainau sowie auf die am 29. März 2010 erfolgte Schutzbau-Grundsteinlegung für das Limestor hingewiesen.

Mittlerweile hat Rolf Bierwirth auf seiner Limeswanderung den Limespark Rainau durchquert und berichtete vor wenigen Tagen von seiner 45. Etappe von Forst nach Rainau/Buch, wo er am neuen Limes-Wachturm im Mahdholz bei Rainau-Schwabsberg vorbeikam, und von seiner 46. Etappe von Rainau/Buch nach Röhlingen, wo die Arbeiten für den neuen Schutzbau noch voll im Gange waren und er vom abgedeckten Limestor nichts sehen konnte.

Und nun steht schon am nächsten Samstag, dem 24. Juli 2010, die Übergabe an die Öffentlichkeit an. Laut Programm findet im Anschluß an den offiziellen Teil ein Fest mit Führungsprogramm etc. statt.

Wie im Programm zu sehen ist, wird Caracalla nur zusammen mit dem Dalkinger Tor erwähnt. Ich hatte darüber im Eintrag über Faimingen/Phoebiana geschrieben, daß das übliche Schema je nach Perspektive entweder die Nennung Caracalla mit Faimingen/Phoebiana oder Caracalla mit dem Tor von Dalkingen ist. Nach Programm läßt also Faimingen bzw. Lauingen die Möglichkeit aus, seinen Apollo-Grannus-Tempel bekannter zu machen. Von einer Schauspielerin habe ich mal gehört, daß sie sogar zur Eröffnung einer Konservendose gegangen wäre, um sich bekannt zu halten; an dieser Methode ist sicher was dran. Und das ist jetzt ein Großevent, der nur alle paar Jahre vorkommt!

Mir kam da der Gedanke, ein paar Faiminger könnten sich als Apollo-Grannus-Priester verkleiden, so wie manche der Limes-Cicerones nebenbei verschiedene Römer darstellen. So wie die Cicerones Turm- und Kastellwachen am Limes versehen, könnten diese Faiminger ab und zu an ihrem Tempel präsent sein. Ich könnte mir vorstellen, daß der Apollo-Grannus-Tempel so einen Stein ins Brett bekommen könnte - nächsten Samstag vielleicht nicht, nach Programm erfolgt eine „kirchliche Einweihung“, da wären andere Priester im Hintergrund vielleicht heikel? - aber bei von Limes-Cicerones getragenen Events würden die Abordnungen aus Faimingen doch vermutlich gern zu Weihungen herangelassen.

Dienstag, 2. Februar 2010

Weißenburg und die Römer-Touristen

Wenn man die vielen Weißenburgs in der Wikipedia ansieht, hat man den Eindruck, jeder hätte sein eigenes Weißenburg bekommen. Wenn man aber die Suchmaschine mit „Römer Weißenburg“ anwirft, dann findet man auf der ersten Seite nur Einträge zu Weißenburg in Bayern.

Weißenburg in Bayern

Dort sind vor einer Woche im „Weißenburger Tagblatt“ die Artikel „Museum soll bleiben“ zum Römermuseum und „Ausbau an Therme“ zur römischen Therme veröffentlicht worden. Der Weißenburger Oberbürgermeister Jürgen Schröppel bringt in den beiden Artikeln seine Standpunkte mit einer klaren Sprache offen auf den Punkt.

Die „zeitgemäße Präsentation“ ist die eine Sache und die Zugänglichkeit bei Mobilitätseinschränkungen eine andere. Mich als Hardcore-Römertouristen haben die Figürchen des Schatzfundes begeistert, die gut von allen Seiten besichtigt werden konnten.

Römermuseum und Limes-Informationszentrum Weißenburg

Erika Riedmeier-Fischer und Thomas Fischer sehen das in ihrem Buch Der römische Limes in Bayern auch so: „In Weißenburg ist der Besuch des Römermuseums (Schatzfund!) mit dem neu eingerichteten Limes-Informationszentrum ein Muss.“

Außer dem Museum und dem Limes-Informationszentrum ist dann natürlich noch das Gelände des früheren Kastells mit dem rekonstruierten Nordtor und die genannte Therme zu besichtigen.

Rekonstruiertes Nordtor Kastell Weißenburg

Am besten man bereitet sich ein wenig auf die römische Götterwelt, das Militär und das Badewesen vor, dann sollte dieses Weißenburger Angebot für einen Tagesausflug reichen. Wenn man sich mit Lesestoff oder in netter Runde die zwei Stunden für die einfache Strecke vertreiben kann, würde sich bspw. für die Münchner wegen der Nähe der drei Ziele zum Bahnhof das Bayernticket für eine günstige Anfahrt anbieten.

Darüber hinaus hat die Gegend für den Römer-Touristen noch viel mehr zu bieten. Das Buch über den römischen Limes in Bayern nennt als nächste Ziele Ellingen mit seinen Kastellresten, ein Stück weiter ist dann der Limes, den man entlang wandern kann. Und in einem der obigen Artikel ist der dann mal „aufmunitionierte“ Burgus von Burgsalach erwähnt, nach dem Buch von Erika Riedmeier-Fischer und Thomas Fischer mit einer „am ganzen Limes einmaligen Grundform“.

Karlsgraben (Fossa Carolina)

An anderem als an Römern Interessierte kommen in der Gegend auch auf ihre Kosten. Als Beispiel im Bild Reste des Karlsgrabens (Fossa Carolina) beim heutigen Ort Graben bei Treuchtlingen.