Mittwoch, 6. Januar 2010

Münchner Montagsvorträge und andere bayerische Veranstaltungen

Mit einem Vortrag von Dr. Martin Pietsch über die Römerstraßenforschung im südlichen Oberbayern beginnen am 18. Januar die „Montagsvorträge zur Denkmalpflege 2010“ im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Das Programm der aktuellen Montagsvorträge findet man als pdf-Datei auf der Website des Landesamts. Zudem weist auch die Gesellschaft für Archäologie in Bayern e. V. auf diese und weitere Veranstaltungen übersichtlich nach bayerischen Regionen geordnet auf ihrer Website hin.

Dienstag, 5. Januar 2010

Karfunkelstein und Seide in der Archäologischen Staatssammlung München

Vom 29. Januar 2010 bis zum 4. Juli 2010 (Update 8.4.2010: verlängert bis 12. September 2010) findet in der Münchner Archäologischen Staatsammlung die Ausstellung „Karfunkelstein und Seide — Neue Schätze aus Bayerns Frühzeit“ statt.

Zentrales Thema der Ausstellung sind Funde aus Gräbern aus der Zeit zwischen den Jahren 480 bis 520 n. Chr., die 2004 im südwestlich von München gelegenen Unterhaching entdeckt wurden.

Frau Dr. Brigitte Haas-Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung erläutert in den aktuellen Mitteilungen der Freunde der bayerischen Vor- und Frühgeschichte ausführlich die Bedeutung der Ausgrabungen. Ihren Text will ich zur Einstimmung auf die Ausstellung sehr empfehlen.

Montag, 4. Januar 2010

Mitmach-Museen

Kurz vor Weihnachten erschien im Portal der WAZ-Mediengruppe „Der Westen“ der Beitrag „Halterns Römermuseum wird zur Baustelle“ von Dieter Decker. Erlebnis-Archäologie sei Zukunft, und die beginnt in diesem Jahr mit einer „Römerbaustelle“, bei der große Teile des ehemaligen Römerlagers in Haltern am See rekonstruiert und von Arbeitern in damaliger Kleidung und mit damaligen Methoden wieder aufgebaut werden sollen. Die Besucher dürfen im Rahmen eines museumspädagogischen Konzeptes mitmachen.

Mitmachen dürfen ist im Museum keineswegs neu. Ich hatte ja den Bastelraum für Kinder in meinem Bericht von der Karlsruher Vandalen-Ausstellung erwähnt. Und wenn ich bei meinem Ausflug mit den Limes-Cicerones im Aalener Limesmuseum richtig gesehen habe, dann ist das dortige Museum baulich schon deutlich besser als das in Karlsruhe auf so ein museumspädagogisches Begleitprogramm hin ausgelegt, wofür auch die im Web zu findenden Aalener Angebote „Museumspädagogik und Ferienprogramme“ und „Kindergeburtstag feiern im Limesmuseum“ sprechen. D.h. solche Ideen muß es schon seit einigen Jahren geben.

Und viele Erwachsene finden ein Betätigungsfeld bei „Reenactment“, „Living History“ oder „Histotainment“. Wenn Ihnen diese Begriffe nicht viel sagen, dann haben Sie so wie ich die starke Entwicklung dieser Szene nicht mitbekommen.

Trotz solcher Mitmach-Möglichkeiten hält der „Der Westen“ das Haltener Vorhaben immer noch für „ein deutschlandweit einmaliges kulturelles Projekt“. Das mag sogar so sein, aber etwas sehr ähnliches gibt es schon einige Jahre in Frankreich.

In der Ausgabe 1/2010 der Zeitschrift Epoc berichtet Hans-Peter Frick in seinem Beitrag „Mit Muskelkraft und Pferdestärken - Burgenbau wie vor 800 Jahren“ vom 1997 begonnenen Bauprojekt der Burg von Guédelon mit den Techniken und Materialien des 13. Jahrhunderts. Kinder und Jugendliche können nach dem Besuch selbst zu Hammer und Meisel greifen oder sich beim Korbflechten üben.

Wenn man dem Artikel glauben kann, dann werden damit sowohl mittelalterliche Arbeitstechniken erforscht als auch eine hohe Besucherzahl erreicht, der Artikel nennt 250000 pro Jahr, und dadurch würde das Projekt mittlerweile fast ohne öffentliche Mittel auskommen.

Eigentlich beste Aussichten für Haltern. In Haltern kann sogar neben der experimentellen Archäologie, also der Erforschung alter Arbeitstechniken wie in Guédelon, auch noch ganz klassisch das alte Römerlager ausgegraben werden. Das sorgt für Nachschub für das Museum und zusätzliches Medieninteresse.

Es kommt jetzt nur noch auf eine gute Umsetzung dieser Projektidee an.