Donnerstag, 24. November 2022

Diebstahl von Manching im BR 2 Tagesgespräch

Den Diebstahl von Manching dürften wohl alle mittlerweile mitbekommen haben, da wurde sehr umfangreich berichtet. Umfassend nicht, das Sicherheitskonzept wurde nicht ausgebreitet. Das macht Hoffnung, daß tatsächlich noch etwas in der Hinterhand vorhanden ist.

Heute Mittag war der Diebstahl das Thema im BR 2 Tagesgespräch: „Jetzt auch noch der Kelten-Schatz: Warum tut Kunstraub so weh?“ Zu Gast war Prof. Rupert Gebhard, Leiter der Archäologischen Staatssammlung. Einen Teil der Sendung konnte auch Guido Limmer begleiten, Vizepräsident des Landeskriminalamtes.

Das Sendungsformat „Tagesgespräch“ wird wesentlich durch die Zuhörer getragen. Anrufende Frauen und Männer jeglichen Alters kommen mit ihren Fragen und Meinungen zu Wort, auch wie im aktuellen Fall ein Kind oder eine frühere Anwohnerin. Ich höre selten rein, aber wenn doch, dann interessiert mich das Thema und die Sendung ist wegen dem durch die Zuhörer aufgemachten breiten Spektrum meist sehr hörenswert.

Da ich normalerweise Tagesgespräche nicht suche, kann ich nichts über die zukünftige Zugreifbarkeit des Beitrags sagen. Derzeit wäre auf der verlinkten Website links oben neben dem rot unterlegten „LIVESTREAM beendet“ das schwarze Dreieck anzuklicken, um zu Prof. Gebhard und Moderator Till Nassif in das Sendestudio zu kommen. Unten auf dieser Website gibt es Verweise auf weitere derzeit zugreifbare BR-Beiträge zum Diebstahl-Thema.

Ansonsten habe ich beim Herumklicken irgendwo „7 Tage“ gesehen. An anderer Stelle Tagesgespräche vom Juli 2022 als Podcast gefunden. Die Sache ist für mich kryptisch und weil ich die öffentlich-rechtliche Löschlogik sowieso mistig finde, habe ich keine Lust da geistig durchsteigen zu wollen. Wenn die Sendung tatsächlich nach 7 Tagen verschwindet, fände ich es schade.

Unter den BR-Beiträgen gibt es auch einen mit dem Titel „Keltengold-Entdecker: "Ich bin entsetzt und schockiert"“, in dem der Entdecker der Münzen Matthias Leicht zu Wort kommt. Da ist aber wenig über die Münzen selbst zu finden. Wer mehr dazu lesen will, möge einer Empfehlung aus einem Tweet von Marjanko Pilekić folgen. Die „Ergebnisse der Ausgrabungen in Manching-Altenfeld 1996-1999“ sind anscheinend nicht frei zugreifbar, „Boische Münzen in Süddeutschland – Fremde Prägungen mit überregionaler Gültigkeit?“ von Bernward Ziegaus schon. Der Leiter der Abteilung Numismatik der Archäologischen Staatssammlung Bernward Ziegaus ist auch in einem aktuellen Kulturwelt-Podcast des BR zur Bedeutung der Münzen hören. Ab Minute 22:20 geht es um Manching, solange der Podcast noch zugreifbar ist.

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Streamingdienste

Meine beiden Einträge vor zwei Jahren über die Barbaren-Serie (Teil 1, Teil 2) und die folgenden Einträge über die Liberator-Serie und den Spielfilm zur Sutton-Hoo-Ausgrabung waren selbst als Blogeintrag-Miniserie gedacht, die zeitnah zur Veröffentlichung der Filme bei Netflix bei mir erscheinen sollte.

Women's Elite Road Race bei den European Championships Munich 2022

Das Zeitnahe ist beim abschließenden Film zur Sutton-Hoo-Ausgrabung deutlich schief gegangen. Mein Eintrag kam erst ein Jahr nach Erscheinen des Filmes „The Dig“ bzw. „Die Ausgrabung“. Das späte Erscheinen hatte zumindest den Vorteil, daß man leicht die enorme Medienresonanz des Filmes nachvollziehen konnte. Neben den klassischen Medien sind hier auch Fachmagazine und insbesonders auch die Medien der betroffenen Ausstellungsstätten zu erwähnen (Blogs, Social-Media-Accounts, Webseiten). Man konnte gut sehen, daß versucht wurde, möglichst lange mit dem gesteigerten Publikumsinteresse zu gehen. Von dem mitgenommenen Schwung profitieren sicher auch noch die aktuellen Ausgrabungen. Man beachte bei der Meldung „Royal Hall of the East Anglian Kings found in Suffolk“ die sehr hohen Zahl an Volunteers.

Bei den deutschen Archäologen schien mir bislang das Medium Streamingdienst kein Thema zu sein. Das Schema blieb bei der Barbaren-Serie wie gehabt. Zeitungen oder Radiosender machten etwas über die Barbaren-Serie und die befragten Archäologen gaben auch brav und vermutlich fundiert ihre Expertisen ab. Aber irgendwelche Überlegungen über das Medium Streamingdienst selbst oder ein Vermissen einer Reaktion wie in England auf so ein Streaming-Ereignis habe ich nicht gesehen. Ich habe jetzt Kurzscans auf das Museum Kalkriese und die KZ Gedenkstätte Dachau wegen der Barbaren- bzw. der Liberator-Serie gemacht und nur auf der Kalkrieser Facebook-Präsenz und dem Youtube-Kanal des Museums zwei kurze Barbaren-Faktenchecks gefunden. Youtube gibt für die zusammen 7 Minuten langen Videos insgesamt 1300 Aufrufe an. Eine Teilnehmerin der von mir im zweiten Barbaren-Eintrag verlinkten 44-minütigen Diskussion „Die 'Barbaren' auf Netflix - Was wissen wir über die Varus-Schlacht?“ war vom Museum Kalkriese. Der Verweis, daß ein Museum in so einer Sendung präsent war, sollte natürlich auch auf die Museumsplattformen. Das war mir aber jetzt keinen Kurzscan wert. Mein im „Barbaren-Nachtrag“ angegebener Link zur Barbaren-Diskussion funktioniert übrigens nicht mehr, diese Diskussionssendung sucht man am besten über den angegebenen Titel.

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In unserem Umfeld spielen Streamingdienste wie Netflix teilweise noch überhaupt keine Rolle, teilweise werden solche Dienste schon seit Jahren abonniert, dann aber in allen Fällen die wir kennen gleich mehrere Dienste. Es gibt auch unterschiedlichste Umgehungsmöglichkeiten. Wir kennen jemand, der hat keinen Bezug zu solchen Streamingdiensten, aber will bestimmte Serien weitersehen und wartet darauf, daß er die neue Staffel als DVD erwerben kann. Ich habe schon mehrere Serien in der Stadtbibliothek ausgeliehen. Und die Jugend soll sowieso alles kennen. D.h. da wird jeder im Kopf haben, wer aus seinem Freundeskreis welche Zugänge verfügbar hat.

Jedenfalls kann man aber nicht davon ausgehen, daß Zugreifende auf ein Informationsangebot den Film oder die Serie schon gesehen haben. Insofern sollten die Interessenten vielleicht zunächst mit einer zum Museum oder der Gedenkstätte passenden Inhaltsangabe versorgt werden. Darauf würde dann der beliebte Faktencheck aufsetzen, also ein Abgleich des aktuellen Wissensstandes, den das Museum/die Gedenkstätte vertritt, mit dem Gezeigten im Film. Die Dachauer Gedenkstätte wäre ein ganz interessantes Beispiel, weil man hier von in der Liberator-Serie gezeigten Szenen auf heute noch besichtigbare Örtlichkeiten verweisen könnte.

Women's Elite Road Race bei den European Championships Munich 2022

Ich will jetzt noch allgemeiner auf Streamingdienste eingehen. In dem Zusammenhang haben meine eingestreuten Fotos vom Women's Elite Road Race bei den European Championships Munich 2022 einen Sinn: die Aussage wäre, jeder kann heutzutage ein Streamer sein, kurze Videos sind besonders gefragt. Meine Fotoserie war mithin schon veraltet, bevor ich sie überhaupt gemacht habe. Aktuell gab es die Aussage, daß Jugendliche lieber auf TikTok statt auf Google suchen. Und Instagram und Youtube haben schon hinsichtlich kürzerer Videos auf den Erfolg von TikTok reagiert. Die Älteren mögen sich etwas wundern. Anderseits ist die Einbindung von Kurzvideos in Social Media schon seit längerem gang und gäbe und derzeit gewöhnt man sich auch daran, diese Filmchen um 20 Uhr in den Hauptnachrichten zu sehen. Man denke an die Rückeroberung von Lyman, an Videos in denen sich in der Pampa vergessene russische Mobilisierte aufgenommen haben oder an die Zerstörungen auf der Krim-Brücke.

Die letztgenannten Videos trafen auf eine riesige Nachfrage, in so einer Konstellation mag tatsächlich jeder die Chance auf ein Millionenpublikum haben. Im Fall des Radrennens hätte es eher nur für ein paar hundert Zugriffe gereicht. Und das mangels eines etablierten Videokanals auch nur, wenn wenig Video-anbietende Konkurrenz vorhanden gewesen wäre. Ohne Lucky Punch bräuchte man ein auf neue Videos wartendes Stammpublikum. Bzw. einen Algorithmus, der die eigene Wichtigkeit kennt und die Videos den Leuten zur Auswahl anbietet. Um das aufzubauen wird selbst Einzelkämpfern, die ihre Produkte oder Dienstleistungen via Social-Media-Kanälen vertreiben, schnell eine wesentlich höhere Video-Frequenz vorgeschlagen, als sie bei unseren ambitioniertesten Archäologiemuseen zu sehen ist.

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Diese Nebenherprofis im Videobereich geben uns einen Anhaltspunkt, wie die Videoproduktion der Museen und Gedenkstätten einzuschätzen ist. Konkret wird man es in den Museen/Gedenkstätten stattdessen vermutlich wieder eher mit Hobbyisten zu tun haben. Ich denke da an die Sonderaustellungsbesucher, von denen ich berichtet hatte, die trotz Fotografierverbot fotografiert haben, die wären irgendwie in die Kurzvideowelt weiterzudenken. Den Fotografierenden müssen die Fotos offenbar wichtig gewesen sein und man kann sich gut vorstellen, daß viele der Fotos später über einen Messenger weitergegeben werden sollten. Mir sind damals mehrere Fotografierende pro Ausstellungsbesuch aufgefallen. Wenn man das auf die Dauer der Ausstellung hochrechnet und tatsächlich ein guter Anteil davon die Fotos weitergibt, vermutlich mehrfach, damit sich die Arbeit auch lohnt, dann kämen da schon interessante Zahlen zusammen. Verschiedentlich habe ich Reaktionen auf solche Fotografierwünsche gesehen, in einem Kunstmuseum gab es unterschiedliche Objektauszeichnungen, nach denen fotografiert oder nicht fotografiert werden durfte. Davon wären Angebote zu unterscheiden, die sich mehr aus der Selfie-Schiene heraus entwickelt haben und in denen eher Kulissen angeboten werden um sich selbst zu fotografieren oder fotografieren zu lassen.

Abschließend noch etwas über Streaming im Schach. Die üblichen Mannschaftskämpfe, bei denen die Spieler beider Mannschaften einander gegenüber sitzen, konnten zeitweise wegen Corona nicht durchgeführt werden. Als Ersatz hat der Deutsche Schachbund für interessierte Vereine eine Online-Liga gestartet. Bei Bundesliga-Partien konnte man zwar schon vor Corona live die Partien mitverfolgen, aber nun konnte man das bei allen Partien dieser Online-Liga und mein alter Verein spielte mit mehreren Mannschaften mit. Wobei ich aber nur noch wenige der Spieler persönlich kannte. Manche Vereine boten ihren Mitgliedern an, auf unterschiedlicher Softwarebasis gemeinsam die Vereinspartien zu verfolgen. Da war ich zurückhaltend, denn mein Verein hat in dieser Zeit wegen Corona auf Lichess online auch kleine Turniere gespielt und da hätte man ja gleich noch auf die Idee kommen können, mir eine Prüfung meines aktuellen Leistungsstandes anzubieten.

Women's Elite Road Race bei den European Championships Munich 2022

Zusätzlich zur Möglichkeit die Partien online zu verfolgen wurde ein von einem Großmeister moderiertes „Schachdeutschland TV“ live via Twitch angeboten, in dem aktuell laufende Partien besprochen und Interviews mit Vertretern teilnehmender Vereine geführt wurden. Insbesonders diese Interviews scheinen mir bemerkenswert, weil man über Wochen immer wieder neue Leute live in von diesen Leuten selbst bereitgestellten Räumen und mit von ihnen selbst vorbereiteter Ausrüstung in die Sendung einbinden mußte. Ja klar, in Zeiten wo viele im Home Office arbeiten ist das kein Hexenwerk. Aber sich ein Sendungskonzept auf dieser Basis auszudenken und das dann einfach durchzuziehen und das klappt dann auch noch einfach so, das finde ich schon sehr faszinierend.

Samstag, 14. Mai 2022

Gemischte Links

Morgen ist wieder Internationaler Museumstag. Die Website mit dem zum Museumstag angebotenen Programm ist ein paar Suchläufe wert. Wer entdeckungsfreudig ist, sollte außer nur mit dem Ort zu suchen auch die Umkreisangabe ausprobieren.

Bei der Gelegenheit können die Leser, die sich für den Raum München interessieren, auch einen Blick auf die aktualisierte Website der Münchner Archäologischen Staatssammlung werfen. Die Münchner Archäologische Staatssammlung wird zwar noch generalsaniert, meldet aber auf ihrer Website, daß sie beim Internationalen Museumstag mit Veranstaltungen auf der Burg Grünwald dabei ist. Diese Grünwalder Veranstaltungen findet man entweder über die Ortssuche „München“ oder über das Museum „Archäologische Staatssammlung“.

Corona hat eine ganze Menge zusätzlicher Videos und Teilnahmemöglichkeiten an Onlineveranstaltungen gebracht. Ein sehr schönes Beispiel für eine neue Videoreihe ist die Reihe „Museum exklusiv“ des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle (Saale). Als Beispiel für Onlineveranstaltungen verlinke ich den kürzlich stattgefundenen Montagsvortrag im Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Den finde ich schon deshalb ganz gut, weil dieser Vortrag zwar erstmals wieder als Präsenzveranstaltung stattfand, aber man ihn zugleich wie die Vorgängervorträge auch online zugänglich machte und ihn dann auf dem Youtube-Kanal des Landesamts eingestellte. Man kann sich vorstellen, daß diese Kombination des Landesamts ganz sinnvoll ist, weil es zum einen sicher ferner Wohnende gibt, die sich für die behandelten Themen interessieren, und sich anderseits vermutlich Landesamt-nähere Kreise über einen Jour fixe freuen, an dem sie wieder persönlich treffen können.

Bei beiden verlinkten Beispielen möge man bei den Themen der angebotenen Videos herumstöbern, weil da einiges Interessantes und Bekanntes dabei ist. Im Fall des Landesmuseums für Vorgeschichte will ich die von mir im Zusammenhang mit dem Steinzeitfilm „Alpha“ erwähnte Schamanin nach archäologischer Vorlage herausgreifen. Zu dieser Schamanin von Bad Dürrenberg gibt es in der oben verlinkten Reihe „Museum exklusiv“ gleich zwei Videos. Man suche die Videos am besten via „Dürrenberg“ auf der Website.

Die Bekanntheit der Schamanin war - siehe Steinzeitfilm „Alpha“ - schon zuvor international. Aktuell wird diese Bekanntheit durch die Ausstellung „The world of Stonehenge“ im Britischen Museum bestätigt, in deren Zusammenhang ein sehr informativer und mit vielen Bildern zur Schamanin versehener Twitterthread entstanden ist.

Auf universitäre Präsenzvorträge hatte ich früher indirekt via den Veranstaltungshinweisen der „Gesellschaft für Archäologie in Bayern“ verwiesen. Dann aber noch rechtzeitig in Vor-Coronazeiten meine Probleme mit diesen Hinweisen beschrieben. Ich hätte mir damals gewünscht, daß irgendwo klar die Modalitäten zu den Vorträgen beschrieben und öffentliche Vorträge klar erkennbar sind. Das war nach meinen Erfahrungen nicht der Fall. In Corona-Zeiten hat sich das insofern etwas entspannt, als es nun viele Hinweise auf Online-Veranstaltungen gab und der Zugriff entweder schon durch die Angebotsformulierung klar war oder sich schnell durch eine Online-Nachfrage klären ließ. Mittlerweile gibt es wieder Präsenzveranstaltungen und ich stehe wieder vor alten Rätseln, etwa bei einem „All welcome!“-Tweet zu einem Vortrag in der letzten Woche. Beharrliches Nachsuchen kann aber dann doch noch etwas bringen. Man möge den aktuell bei den Veranstaltungshinweisen der Gesellschaft für Archäologie eingestellten Links zu den Universitäten folgen und findet bspw. ein Altorientalisches Kolloquium, dessen Vorträge „allen Interessierten offen“ stehen. Oder eine am 24.5. beginnende „öffentliche Vortragsreihe“ mit Zoom- bzw. Hybrid-Vorträgen, für die auf Wunsch der Zoomlink mitgeteilt wird.

Für die nächsten Links zu Texten und Filmen des Bayerischen Rundfunks eine längere Einleitung. Ich habe seit Jahren das Problem, daß von mir verlinkte BR-Beiträge wegen der politsch gewollten Depublikation verschwinden. Anscheinend ist davon nun eines der beiden verlinkten Videos im „Pasinger Reiter mit Fußvolk“ betroffen. Es gibt anderseits vom Denkmalamt per Internet frei zugreifbare Denkmaldaten. Ich habe die Zugriffsmöglichkeiten zuletzt im Zusammenhang mit der Hirschwiese im Forstenrieder Park beschrieben. Die Ausgrabungstelle, um die es beim Pasinger Reiter ging, sollte dieser Link zum Denkmalatlas zeigen. Falls der Link noch funktioniert erkennt man, daß die Fläche des neuen Gebäudes, auf dem die Ausgrabung stattfand, von der Rotfläche ausgespart ist. D.h. da war zwar ein Friedhof, aber der wurde archäologisch untersucht und archäologisch ausgeräumt. D.h. das Informationssystem informiert nicht die Bevölkerung über Friedhöfe im Mittelalter, sondern es ist eher ein administratives Informationssystem, das angibt, daß um das neue Gebäude herum noch ein weiterer Teil des Friedhofs vermutet wird, der bei zukünftigen Erdarbeiten archäologisch untersucht werden muß.

Für die Information der Bevölkerung über die dortige Konstellation wären beide Videos natürlich sehr wertvoll. Im aktuell noch verbliebenen Video gibt es Drohnenaufnahmen von der Grabungsfläche und den anliegenden Bereichen, in denen weitere Gräber vermutet werden. Ein BR-Video mit den Denkmaldaten verbandeln wäre aber nur etwas für den Moment. Und es gibt anscheinend keine Gegenreaktion des Denkmalamts. Man könnte ja eigene Videos machen, vermutlich wird man sowieso eigene Drohnenaufnahmen haben. Das könnte man möglichst allgemein frei geben, damit sowas nicht durch irgendwelche Politiker nachträglich sabotiert werden kann. Jedenfalls ist interessant, daß dieses Löschen seitens des Denkmalamts bzw. seitens der deutschen Denkmalämter egal ist, während Besitzer von Denkmälern hinsichtlich dem Erhalt ihrer Schätze richtig Stress kriegen können. Siehe hier den älteren Artikel „Der Staat als Messie“. Man möge sich bei Interesse noch durch die Kommentare hangeln.

Nun zu den neueren BR-Links: „Denkmalschutz und Energiewende“ - ein Beitrag der Sendung Capriccio im BR Fernsehen mit dem Untertext „Passau, Wasserburg, Burghausen - historische Altstädte unter Denkmalschutz - aber wie soll Denkmalschutz eigentlich mit der Energiewende zusammengehen? Ein Pilotprojekt.“

In „Fall Greipl: Ministerium hat keine Zweifel an eigener Rolle“ geht es um das VGH-Urteil gegen Bayerns Ex-Generalkonservator Egon Johannes Greipl. Ich habe nicht versucht mich über den genaueren Hintergrund zu informieren oder die weitere Entwicklung zu verfolgen. Ich will das nur jetzt als Information auch hinsichtlich der Personalknappheit und der erwähnten Denkmalliste weitergeben.

Mein Nichtnachverfolgenwollen betrifft auch die Meldung „Diebe stehlen in Manching wertvolle archäologische Funde“. Ich hätte jetzt trotzdem gehofft, daß es bei so einem spektakulären Raubzug schnelle Ergebnisse gibt. Die verlinkte Meldung scheint aber nach meiner kurzer Linkkontrolle leider immer noch das oberste Ergebnis bei der Manching-Suche zu sein.

Schließlich noch ein geheimnisvolles Grab, das bei Schweinfurt entdeckt wurde. Via „Das könnte Sie auch interessieren“ könnte ich mir gerade noch die weiteren Entdeckungen bei Stephansposching, in Gauting und im Ries ansehen. Wenn die BR-Entdeckungsgeschichten dann irgendwann wieder depubliziert sind, werden die zugehörigen Knochen vielleicht noch lange in den Depots zu finden sein, die in den aktuell auf der Website der Archäologischen Staatssammlung eingestellten Mitteilungen der Freunde der Bayerischen Vor- und Frühgeschichte Nr. 147 beschrieben sind.