Freitag, 3. Juni 2016

Am Welterbetag auf die Roseninsel?

Am nächsten Sonntag ist UNESCO-Welterbetag 2016. Von den auf der UNESCO-Website aufgelisteten Veranstaltungen passt ein guter Teil zu meinem bevorzugten Zeitspektrum Graue Vorzeit bis Spätantike: auf der Museumsinsel Berlin behandeln thematische Führungen und Vorträge Welterbeschätze der Staatlichen Museen zu Berlin „von Relikten aus dem versunkenen Troja, über Zeugnisse aus der altägyptischen Metropole Theben bis hin zu den Werkzeugen der Neandertaler“. Die Fossilienlagerstätte Grube Messel, die „uns das Fenster in eine Zeit“ öffnet, „als die Säugetiere begannen, die Welt zu erobern“, lädt zu einem Interaktiven Zeitreisen-Quizspiel. Rund um die Welterbestätte Obergermanisch-Raetischer Limes finden am Welterbetag zahlreiche Führungen und Aktionen statt.

Trier bietet Führungen zu sieben Bauwerken an, die zum UNESCO-Welterbe gehören. „Erstmalig wird es nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten auch wieder Führungen an der Igeler Säule und zu den Barbarathermen geben.“ Wer mit der Igeler Säule nichts anfangen kann, sollte dem unterlegten Link folgen. Es ist schon sehr bemerkenswert, daß so etwas noch erhalten geblieben ist. Ich glaube mich daran zu erinnern, daß Dr. Frank Stefan Becker die Igeler Säule in seinem Roman „Der Abend des Adlers“ verarbeitet hat.

Nun zur Roseninsel im Starnberger See. Das Angebot ist wirklich ein Knaller. Vor allem hat man sich wirklich etwas einfallen lassen. „Seien Sie am Bildschirm live dabei, wenn die Unterwasserarchäologen abtauchen und Ihnen die Geheimnisse der Unterwasserwelt im Flachwasserbereich rund um die Roseninsel zeigen.“ Dazu gibt es einen „Welterbe-Rundgang“ mit Info- und Mitmachstationen, Vorträge und geführte Bootstouren um die Insel. Toll! Ungünstig ist die Wettervorhersage: Schauer und Gewitter. Aber man kann ja hoffen. Gestern war auch Regen angesagt und ich bin trotz passend bewölktem Himmel eine halbe Stunde in einer zu warmen Regenjacke äußerlich trocken nach Hause gelaufen. Naja, und heute gings mit der leichteren Jacke fünf Minuten durch Gewitterregen und das habe ich auch überlebt.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Internationaler Museumstag 2016

Ein kurzer Hinweis auf den Internationalen Museumstag am nächsten Sonntag, dem 22. Mai 2016. Wer Glück hat findet auf der Museumstag-Website in seiner Nähe sehr interessante Angebote.

Aus den Angeboten hebe ich hier mal das Völkersbacher Heimatmuseum heraus, denn dort ist am Sonntag mein Cousin in Sachen „Faszination Holz“ aktiv.

Das Fachwerkhaus, in dem sich das Museum befindet, wurde von der Gemeinde in sehr renovierungsbedürftigen Zustand übernommen und von Mitgliedern des Heimatvereins Völkersbach in über 6 Jahren kontinuierlicher ehrenamtlicher Arbeit vereint mit vielen finanziell und materiell unterstützenden Begleitern unter Verwendung ausschließlich historischer Baumaterialien renoviert.

Samstag, 7. Mai 2016

Ein Göbekli-Tepe-Blog

Wer mit dem Stichwort „Göbekli Tepe“ etwas anfangen kann, dem kommen vermutlich meterhohe T-förmige Steinpfeiler in den Sinn, irgendwo in der Türkei, irgendwas über 10000 Jahre alt. Und mitbekommen hat man das vermutlich schon vor längerer Zeit. Ging uns jedenfalls so. Göbekli Tepe war für uns schon 2007 ein Begriff, als ich mit Bruder und Schwägerin die Karlsruher Ausstellung „Vor 12 000 Jahren in Anatolien - Die ältesten Monumente der Menschheit“ besuchte. Passend zu dieser Erinnerung ist auf der Website der Terra-X-Doku „Jenseits von Eden - Der Jahrtausendfund - Kultstätte in Ostanatolien“ das Jahr 2004 angegeben. Beim ZDF habe ich diese sehenswerte Doku jetzt nicht mehr gefunden, aber das Einstellen auf Youtube scheint man zu tolerieren. Und für aktualisierten Basiskenntnisse über die Verhältnisse vor Ort kann man die Wikipedia bemühen.

Göbekli Tepe scheint also vor 10 Jahren eine bessere Konjunktur gehabt zu haben. Jedenfalls gab es bei mir irgendwann einen Filmriss, eine weiße Fläche, nur irgendwann unterbrochen durch Meldungen vom Tod des Göbekli-Tepe-Ausgräbers Klaus Schmidt. Aber sie graben dort immer noch! Via Jens Notroff bin ich auf den Blog „The Tepe Telegrams - Breaking News from the Göbekli Tepe Research Staff“ gestoßen. Auf der Website sind Jens Notroff und Oliver Dietrich als „Correspondents“ genannt und an die beiden will ich nun in Sachen Göbekli Tepe übergeben. Nicht ohne sicherheitshalber auch auf die Academia.edu-Accounts von Oliver Dietrich und Jens Notroff zu verweisen - mancher Blog führt ja nur ein kurzes reges Leben. Und das „Göbekligate“-Interview erwähne ich hier auch noch: „Göbekligate! Ein verschwörerisches Interview mit Jens Notroff“.

Anläßlich der Münchner Kykladen-Ausstellung hatte ich die Opulenz der Karlsruher Ausstellungen gepriesen. Nun fand ich in einem Nachruf auf Klaus Schmidt in der Berliner Zeitung die Aussage, daß Göbekli Tepe „mit der Ausstellung in der Karlsruher Kunsthalle 2007“ „international berühmt wurde“. Kunsthalle stimmt nicht, die liegt 10 Fußminuten vom Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss entfernt. Aber wenn das mit der internationalen Bedeutung der Karlsruher Ausstellung stimmt, dann ist das natürlich toll. Und da verweise ich gerne auf die Ausstellung „Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil“, die am 17.12.2016 im Badischen Landesmuseum beginnen soll.

Die Karlsruher Ausstellung fand vor meiner Blogger-Zeit statt - keine Notizen, keine Fotos vom Schloss. Travelwriticus Andreas Susana war mir in solchen Fällen schon eine große Hilfe. In „Hannibal ad Portas - Macht und Reichtum Karthagos“ und in „Römer, Christen, Alamannen - Die Spätantike am Oberrhein“ war ich auch und konnte mich mit seiner Hilfe an schon Vergessenes erinnern. Seine Serie ging zwar bis zur „Schönheit im alten Ägypten“, aber dazwischen hat er eine Göbekli-Tepe-Lücke. Dann suchen wir etwas weiter und finden glücklichweise noch bei Spectrum.de einen Ausstellungsbericht: „Jungsteinzeit: Evolution und Revolution“