Dienstag, 21. Juli 2009

Varus' untergegangene Legionen

Ein paar Links zu der im letzten Beitrag empfohlenen Fernsehsendung über die nachgestellte Varusniederlage bei den „Römer- und Germanentagen“ in Kalkriese 2009.

Vielleicht geht es manchem von Ihnen so wie mir, der mal vor Jahren einen Film über die Alpenüberquerung von Marcus Junkelmann und Begleitern in römischer Legionärsausrüstung gesehen und dann nur sehr wenig von der sich entwickelnden Szene mitbekommen hat.

Das mit Marcus Junkelmann lief unter dem Begriff „Experimentelle Archäologie“. Die über die Vorbereitung des Ereignisses in Kalkriese Auskunft gebende Seite von Comitatus verwendet die Bezeichnung „Szenische Kampfdarstellungen“, an der „Reenactmentgruppen“ teilnehmen. Näheres zu Begriffen wie „Reenactment“ (Wiederaufführung, Nachstellung), „Living History“ oder „Histotainment“ wieder in der Wikipedia.

Das umfangreiche Programm an Vorführungen ist auf dieser Seite der „VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land GmbH“ zu finden. Auf derselben Website gibt es auch eine Bilder-Galerie von den „Römer- und Germanentagen“.

Wegen den vielen Teilnehmern dürften sich zahlreiche weitere Bilder im Internet finden lassen. Ich will hier noch auf diejenigen von Jacques Maréchal verweisen (auf die Bilder bin ich via einem Link im Blog „Geschichte und so Zeugs“ von Markus Zwittmeier gekommen).

Wer noch etwas Text zum Event mag, in „chronico – Magazin für Geschichte“ gibt es einen längeren Artikel von Marcel Schwarzenberger. Und weitere Links zum 2000-jährigen Schlachtjubiläum finden sich - nachdem ich den NDR schon erwähnt habe - mindestens genauso üppig hier beim WDR.

Sonntag, 12. Juli 2009

Unser Bild von den Limes-Wachtürmen

Auf den Fotos sieht man noch einmal den rekonstruierten Limes-Wachturm bei Großerlach-Grab. Ich hatte ihn schon zusammen mit den Limes-Cicerones vorgestellt. Er liegt den Limes-Cicerones sicher ganz besonders am Herzen. Hoch geführt von unserem Limes-Cicerone trafen wir oben einen weiteren Limes-Cicerone beim Feiertagswachdienst.

Limesturm auf dem Heidenbuckel bei 
Großerlach-Grab

Wir wurden eingehend unterrichtet, weshalb der Turm auf diese Weise rekonstruiert wurde. Teilweise unter Verwendung vorgefundener Orginalsteine. Man kann die Begründung für diesen Typ Turm ausführlich auf der Novaesium-Website von Jürgen Franssen nachlesen. Ein Kernpunkt ist der Bezug auf die Trajanssäule mit den dort dargestellten Türmen aus den Dakerkriegen. Ergänzend wurde uns erzählt, die Archäologen hätten bei einem Turm Wasserablaufspuren vom Dach im Boden feststellen können, die wegen ihrer Entfernung vom Turm auf eine umlaufende Außengalerie hinweisen würden. Aber wie auch aus dem Text von Jürgen Franssen hervorgeht, weiß man vieles noch nicht. Und das was man über die römischen Türme weiß, ist in mancher Hinsicht unzulänglich. Die Abbildungen der Türme aus den Dakerkriegen etwa sind für das Medium Trajanssäule verzerrt dargestellt und stammen von einem anderen Ort und aus einer anderen Zeit. Man möge selbst den Text von Jürgen Franssen bis zu diesem Fazit durchlesen: „Trotz dieser Einschränkungen, wie gesagt, wurde und wird dieser Typus für Rekonstruktionen herangezogen, wobei man sich aus praktischen Erwägungen meist für einen dreistöckigen Turm entscheidet.“ Der Turm von Großerlach-Grab ist nach diesem Typus rekonstruiert. Aus praktischen Gründen für die modernen Besucher mit einer außen zum Mittelgeschoß hochführenden Treppe.

Der aus einem Schülerprojekt hervorgegangene sehr schöne Limes-Eigenbau von Lars und Sven Modrzik ist ebenfalls mit diesem Turm-Typ als Vorlage gebaut. Die Logik des weit vorgezogenen Daches ist nicht ideal umgesetzt, da ist beim Bauen vielleicht der Dachwinkel zu steil geraten. Aber es wird korrekterweise die bei diesen Limestürmen vermutete Leiter ins zweite Geschoss verwendet. Zudem ist das Modell mit Personal im passenden Größenverhältnis bestückt, das sieht man sonst selten.

An diese Limestürme gewohnt, war ich von der neuen Rekonstruktion ohne umlaufende Außengalerie bei Rainau-Schwabsberg ziemlich überrascht. Bei den Raetovariern kann man sich Bilder von der Einweihung dieses Turms ansehen. Im Buch „Archäologie erleben“ steht zum Turm: „Die Konstruktion als Pfostenbau mit einem Sockel aus Trockenmauerwerk ohne umlaufende Galerie beruht auf neuen Erkenntnissen zur Bauweise der Holztürme am Odenwaldlimes.“

Limes-Wachturm bei Großerlach-Grab

Was sind das für „neue Erkenntnisse“? Wurden Holztürme ohne Galerie und Steintürme mit Galerie gebaut? Näheres habe ich dann per Suchmaschine gesucht, aber keine Antworten auf meine Fragen gefunden. Auf der Gemeinde-Seite und auf der Seite des Vereins Deutsche Limes-Straße steht derzeit noch der alte Turm. Das verwundert angesichts üblicher Lippenbekenntnisse, wenn es um die Rechtfertigung der hohen Ausgaben für solche Rekonstruktionen geht. Die fachliche Begründung für diese Art der Turmrekonstruktion stand sicher ganz am Anfang der Bauplanung. Die hätte man also sogar schon vor dem Bau mit kleinem Aufwand im Web bereitstellen und damit sowohl etwas für unser neues/ergänztes Bild von den Limes-Wachtürmen als auch für die Tourismusförderung tun können.

Freitag, 10. Juli 2009

Fernsehserie „Rom“

Letztes Wochenende begann im Fernsehsender RTL2 die Ausstrahlung der zweiten Staffel der Fernsehserie „Rom“.

Heute findet sich ein informativer Beitrag von Peter Mühlbauer zu dieser Fernsehserie bei Telepolis.

Mehr zur Fernsehserie in der Wikipedia.