Dienstag, 2. August 2016

Römer- und Keltenfeste in Möckenlohe, Kelheim und Eining

An den nächsten beiden Wochenenden werden in Möckenlohe, Kelheim und Eining zwei Römerfeste und ein Keltenfest angeboten.

Das „Römische Erntefest an der Villa Rustica in Möckenlohe“ findet am 6. und 7. August 2016 statt. Wir hatten die Villa Rustica Möckenlohe mit dem Kastell Pfünz kombiniert. Näheres zum Römischen Erntefest auf der Website der Römervilla Möckenlohe.

Das „10. Keltenfest im Archäologischen Museum der Stadt Kelheim“ findet am 7. August 2016 statt. Das Archäologische Museum der Stadt Kelheim besichtigten wir zusammen mit den damals noch im Museumsgarten vorhandenen Skulpturen der Ausstellung „Kelten - Kunst - Kelheim“, mit dem Michelsberg und der Befreiungshalle, der Nachbildung eines Tores des Oppidums Alkimoennis bei der Gronsdorfer Schleuse und noch ein paar weiteren Stationen des Archäologieparks Altmühltal. Das Programm des „10. Keltenfest im Archäologischen Museum der Stadt Kelheim“ am nächsten Sonntag kann man sich auf der Website des Naturparks Altmühltal ansehen.

Eining, zur Römerzeit Abusina, haben wir mal mit Oberstimm, dem Osttor des Oppidum Manchings und dem kelten römer museum manching kombiniert. In Eining war ich auch mal nach einem Besuch des Klosters Weltenburg und dem Frauenberg oberhalb des Klosters Weltenburg. Weltenburg soll sich wiederum durch eine Donauüberfahrt mit dem eben genannten Oppidum Alkimoennis kombinieren lassen, habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Das Römerfest „Salve Abusina“ findet vom 13.-15. August 2016 statt, näheres dazu hier.

Freitag, 15. Juli 2016

Bernstorf

Bei Bernstorf, Teil der Gemeinde Kranzberg, in der Nähe von Freising, wurde eine große bronzezeitliche Befestigung nachgewiesen. Daß sich hier eine Befestigung befand, wurde schon 1904 entdeckt, dennoch wurde später ein großer Teil des Geländes durch Kiesabbau zerstört. Zur großen bronzezeitlichen Befestigung erhoffte man sich in den Ausgrabungen auch eine große bronzezeitliche Siedlung, die sich aber bislang nicht nachweisen ließ. Unter Fälschungsverdacht stehen die einzigartigen Gold- und Bernsteinfunde, die auf dem Gelände gemacht wurden. In ihrer Einzigartigkeit würden sie Aussagen über die damalige Kultur und über deren Verbindungen erlauben, für die es bislang keine andere vergleichbare Grundlage gibt.

Illustriert wurde dies in der schon mehrfach im Fernsehen gezeigten zweiteilige Terra-X-Dokumentationsreihe „Die Bernsteinstraße“. Basierend auf den Fundstücken von Bernstorf finden sich auf der ZDF-Webseite zu dieser Dokumentationsreihe Sätze wie: „Bernstorf nördlich von München war einer der Knotenpunkte auf der Bernsteinstraße. Hier fand ein Hobbyarchäologe Gold aus Ägypten und Bernstein von der Ostseeküste.“ Oder über das Bernstorfer „Bernsteingesicht“: „Der Bernstein zeigt das Antlitz der berühmten, in Mykene gefundenen, sogenannten "Goldmaske des Agamemnon" “.

Aber an der bronzezeitlichen Bearbeitung von Gold und Bernstein bestehen große Zweifel. Die Gründe wurden schon früher mehrfach dargelegt, siehe dazu mein Eintrag „Bernstorf: Fälschungsverdacht besteht weiter“ vom letzten Dezember. Der darin verlinkte, relativ ausführliche BR-Beitrag ist noch zugreifbar. Gestern gab es einen neuen, etwa fünfminütige Film zum Thema, dieses Mal im Rahmen des BR-Magazins Quer: „Schatz oder Schummelei? Streit um Goldfund in Kranzberg“. Die Schummelei steht hier stärker im Raum als in einer zweiminütigen Sendung vom 29. April 2016, in dem Rüdiger Krause länger zu Wort kommt und auch den Gedanken an Bernstorf als mögliches bronzezeitliches Bindeglied im Bernsteinhandel zwischen Ostsee und Mittelmeer erwähnen kann: „Der Krimi geht weiter. Bronzezeit-Schatz von Bernstorf“

Wie schon in dem BR-Fernsehbeitrag vom letzten Dezember angesprochen, sind weitere Untersuchungen von Gold und Bernstein in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse erst im Rahmen einer Publikation von Prof. Rüdiger Krause und Prof. Rupert Gebhard „voraussichtlich Ende 2016“ veröffentlicht werden sollen (siehe dazu auch meinen Eintrag vom Januar). Diese verzögerte Herausgabe der Ergebnisse ist natürlich nicht so toll für die wissenschaftliche Diskussion. Die interessierte Bevölkerung wird sich kaum adäquat informiert fühlen. Und schließlich geht es auch um viel Geld, das für den Ankauf der Funde ausgegeben wurde.

Das wirkt alles nicht so gut. Im Mai lieferten Süddeutsche Zeitung und Merkur dazu wenigstens einen passenden Hintergrund: offenbar aufgrund einer Aussage von Rüdiger Krause über die Goldprüfungsergebnisse titelte die Süddeutsche am 8. Mai 2016 „Echtheit der Bernstorf-Funde bewiesen“, der Merkur am 13.5.2016 „Nach 18 Jahren steht es fest: Bernstorfer Goldschatz ist echt“. Dem folgte am 17. Mai 2016 ein kurzer Bericht der Süddeutschen über einen in der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ erschienenen Artikel von Prof. Ernst Pernicka, in dem Ernst Pernicka seine weiterhin bestehenden Zweifel am Gold darlegt und ein „in wissenschaftlichen Kreisen äußerst ungewöhnliches Vorgehen“ beklagt, wenn die Ergebnisse der Goldprüfung weder den Beteiligten noch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Und der Merkur ruderte am 26.5. mit dem Titel „Goldschatz von Bernstorf: Die Zweifel hören nicht auf“ ebenfalls unter Berufung auf den Pernicka-Artikel zurück.

Freitag, 3. Juni 2016

Am Welterbetag auf die Roseninsel?

Am nächsten Sonntag ist UNESCO-Welterbetag 2016. Von den auf der UNESCO-Website aufgelisteten Veranstaltungen passt ein guter Teil zu meinem bevorzugten Zeitspektrum Graue Vorzeit bis Spätantike: auf der Museumsinsel Berlin behandeln thematische Führungen und Vorträge Welterbeschätze der Staatlichen Museen zu Berlin „von Relikten aus dem versunkenen Troja, über Zeugnisse aus der altägyptischen Metropole Theben bis hin zu den Werkzeugen der Neandertaler“. Die Fossilienlagerstätte Grube Messel, die „uns das Fenster in eine Zeit“ öffnet, „als die Säugetiere begannen, die Welt zu erobern“, lädt zu einem Interaktiven Zeitreisen-Quizspiel. Rund um die Welterbestätte Obergermanisch-Raetischer Limes finden am Welterbetag zahlreiche Führungen und Aktionen statt.

Trier bietet Führungen zu sieben Bauwerken an, die zum UNESCO-Welterbe gehören. „Erstmalig wird es nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten auch wieder Führungen an der Igeler Säule und zu den Barbarathermen geben.“ Wer mit der Igeler Säule nichts anfangen kann, sollte dem unterlegten Link folgen. Es ist schon sehr bemerkenswert, daß so etwas noch erhalten geblieben ist. Ich glaube mich daran zu erinnern, daß Dr. Frank Stefan Becker die Igeler Säule in seinem Roman „Der Abend des Adlers“ verarbeitet hat.

Nun zur Roseninsel im Starnberger See. Das Angebot ist wirklich ein Knaller. Vor allem hat man sich wirklich etwas einfallen lassen. „Seien Sie am Bildschirm live dabei, wenn die Unterwasserarchäologen abtauchen und Ihnen die Geheimnisse der Unterwasserwelt im Flachwasserbereich rund um die Roseninsel zeigen.“ Dazu gibt es einen „Welterbe-Rundgang“ mit Info- und Mitmachstationen, Vorträge und geführte Bootstouren um die Insel. Toll! Ungünstig ist die Wettervorhersage: Schauer und Gewitter. Aber man kann ja hoffen. Gestern war auch Regen angesagt und ich bin trotz passend bewölktem Himmel eine halbe Stunde in einer zu warmen Regenjacke äußerlich trocken nach Hause gelaufen. Naja, und heute gings mit der leichteren Jacke fünf Minuten durch Gewitterregen und das habe ich auch überlebt.