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Samstag, 17. März 2018

Bernstorf-Vortrag von Dr. Wunderlich am nächsten Freitag in Freising

Der Archäologische Verein Freising lädt am nächsten Freitag zu einem Vortrag von Dr. Christian-Heinrich Wunderlich über „Die Funde von Bernstorf“ in die Klosterbibliothek am Landratsamt ein. Der Archäologische Verein Freising schreibt dazu auf Facebook: „Auf einigen spektakulären Funden aus der bronzezeitlichen Anlage von Bernstorf (Gde. Kranzberg, Landkreis Freising) lastet seit der Zeit ihrer Entdeckung ein gravierender Fälschungsverdacht. Anlass zu Zweifeln geben neben den Fundumständen stilistische Ungereimtheiten und neuere Erkenntnisse aus naturwissenschaftlichen Untersuchungen. Vor knapp einem Jahr haben die Echtheitsbefürworter einen Band vorgelegt, der diese Zweifel ausräumen sollte. Jene Schrift hat aber nicht zur erhofften Beilegung des Fälschungsverdachts geführt; vielmehr hat sich in der Fachliteratur zum Teil heftiger Widerstand gegen die Annahme der Echtheit der Funde gebildet. Dr. Christian Heinrich Wunderlich (LDA Sachsen-Anhalt) gehört mit Prof. Dr. Pernicka zu den profiliertesten Vertretern der Fälschungsthese. In mehreren vor allem naturwissenschaftlich ausgerichteten Publikationen hat er seine Überzeugung von der Fälschung der Funde untermauert.“

Die Feststellung eines „zum Teil heftigen Widerstands gegen die Annahme der Echtheit der Funde“ halte ich für eine Untertreibung. Man sehe sich mal den Artikel „Zur Herstellungstechnik der Goldfunde von Bernstorf “ von Christian-Heinrich Wunderlich und Karoline Peisker an. Die Abbildung 9 ist nett: „Das Ergebnis von etwa zwei Stunden Arbeit: mithilfe einfacher Haushaltsgegenstände aus Bastelfolie hergestellte Kopie des Strahlendiadems aus Bernstorf.“. Ich zitiere die Zusammenfassung des Artikels: „Gegenstand der Untersuchungen ist die Herstellungstechnik der angeblich bronzezeitlichen Goldfunde von Bernstorf. Es gelang, die Herstellungstechnik weitestgehend zu rekonstruieren und in praktischen Modellversuchen nachzuvollziehen. An den Bernstorfer »Funden« wurden weder historische – gar bronzezeitliche – noch moderne, professionell übliche Goldschmiedetechniken festgestellt. Alles deutet darauf hin, dass die Objekte in jüngerer Zeit von einem kunsthandwerklichen Laien aus industriell vorgefertigten Feingoldblechen geschnitten, gedrückt und gefalzt wurden. Als Werkzeug genügen alltägliche Haushaltsgegenstände. Die Technik ist für jedermann in Minuten erlernbar.“

Dr. Wunderlich widmete sich auch den Bernstorfer Bernsteinfunden, seine Ergebnisse lassen sich in seinen „Studien zur Verwitterung und Fluoreszenz von Succinit ('Baltischer Bernstein')“ nachlesen. Ich zitiere wieder die Zusammenfassung: „Der Verwitterungsprozess von fossilem und archäologischem Bernstein erfolgt unter Einfluss von Wasser. Bei der Verwitterung werden u. a. Esterbindungen verseift. Außerdem verlassen kleinmolekulare, wasserlösliche Verbindungen die Bernsteinmatrix; ein Teil von ihnen fluoresziert. Unverwitterter Bernstein zeigt cyanblaue Fluoreszenz in nahem UV-Licht, die Verwitterungsschichten fluoreszieren nicht. Mithilfe von UV-Untersuchungen können daher an archäologischem Bernstein moderne und historische Beschädigungen identifiziert und voneinander abgegrenzt werden. Es ist auf diese Weise ebenfalls möglich, archäologische Bernsteinfunde eindeutig von modernen Fälschungen zu unterscheiden, wie sie z. B. bei den Bernstorfer »bronzezeitlichen« Funden vorliegen.“

Christian-Heinrich Wunderlich verweist in seinem Bernstein-Artikel auf den Artikel von Kate Verkooijen ( „Report and Catalogue of the Amber found at Bernstorf, near Kranzberg, Freising district, Bavaria, Germany“). Außerdem ist bei allen drei von mir verlinkten Artikeln aus der „Jahreschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte Band 96, 2017“ das hinsichtlich Bernstorf lesenswerte Vorwort von Prof. Harald Meller enthalten. Ich will jetzt aber nicht versuchen nachzuvollziehen, was es zwischenzeitlich an Neuem zum Thema Bernstorf gab. Ich hatte dazu hier schon mehrfach einen Thread des Sucherforums empfohlen. Wer sich interessiert möge sich dort durcharbeiten. Und den aktuellsten Stand der Diskussion kann man dann am nächsten Freitag im Freisinger Vortrag von Dr. Wunderlich mitbekommen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Hellseherin vom Bernstorfer Berg

Mein „Bernstorf in der nächsten Runde“ ließ ich mit dem Gedanken enden, dass Major Adolf Kottan mit seinem Team per Zeitsprung nach München kommt, die Angelegenheit Bernstorf umfassend klärt, und bei der Gelegenheit auch herausbekommt, ob tatsächlich eine Hellseherin an den Funden beteiligt war.

Mittlerweile habe ich mitbekommen, daß ein entsprechender Aktenvermerk des Mitarbeiters des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege Dr. Martin Pietsch über eine Hellseherin bzw. eine Frau mit „hellseherischen Fähigkeiten“ in der jüngst vorgestellten Publikation der Professoren Gebhard und Krause enthalten ist: im Teil von „Claudia Rohde unter Mitarbeit von C. Sebastian Sommer, Jochen Haberstroh, Martin Pietsch, Stefan Winghart und Peter Freiberger“: „Funde und Finder. Zur Auffindungsgeschichte der Gold- und Bernsteinartefakte im Bereich der bronzezeitlichen Befestigung von Bernstorf, Gemeinde Kranzberg“. Dort ist auf Seite 299 der Aktenvermerk abgedruckt, nach dem Dr. Manfred Moosauer anlässlich einer Nachuntersuchung am Ort der ersten Goldblechfunde mit einer Bekannten erschienen ist, „von der er sagte - sinngemäß - sie habe hellseherische Fähigkeiten. Sie habe das Gefühl, es sei noch etwas zu finden und zeigte auf eine Stelle etwa 5 Meter entfernt von der ersten Fundstelle am Rand der aufgehäuften Baumstümpfe. Innerhalb kürzester Zeit, etwa eine halbe Minute konnte dann exakt an dieser Stelle ein weiteres Goldblech gefunden werden.“

Das BR-Magazin Kontrovers will sich auch wieder dem Thema Bernstorf widmen: „Der Schatz von Bernstorf. Zweifel an Echtheit bleiben.“ Die Aussendung ist aktuell für heute Abend ab 21 Uhr vorgesehen. Die Aussendung sollte schon am letzten Mittwoch stattfinden, wurde aber kurzfristig aus dem Programm genommen.

Freitag, 31. Oktober 2014

Bernstorfer Sensationsfunde - zu schön, um echt zu sein?

Aktuell sind die Bernstorfer Sensationsfunde wieder in den Medien. Vor allem wegen der Aussage von Prof. Ernst Pernicka, daß es sich beim untersuchten Gold der Goldfunde um „modernes, elektrolytisch gereinigtes Gold“ handelt. Archäologie Online zitiert Prof. Pernicka in dem Artikel „Goldfund von Bernstorf stammt wohl doch nicht aus der Bronzezeit“ weiter mit den Worten: „Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass es sich bei den Goldfunden von Bernstorf um moderne Imitationen handelt“.

Nach der am 29.10. im Bayerischen Fernsehen gezeigten Sendung Kontrovers, die man sich aktuell noch in der Mediathek ansehen kann (der Beitrag zu Bernstorf dauert nur etwa 13 Minuten und befindet sich am Anfang der Kontrovers-Sendung) stehen nach einem internen Workshop auch die Bernsteinfunde und die vorgeblich bronzezeitlichen Fundverpackungen im Verdacht nicht aus der Bernstorfer Bronzezeit zu stammen.

Brisant ist das alles und natürlich auch traurig, sollten sich die Sensationsfunde doch als Fälschung erweisen, weil die Funde weitreichende Beziehungen des bronzezeitlichen Bernstorf belegten und so auch seitens Teilen der Wissenschaft akzeptiert wurden. Der Film „Die Bernsteinstrasse“ von Gisela Graichen und Peter Prestel ist entsprechend aufgezogen (die verlinkte Arte-Website zu den Aussendungen wirbt mit den Bernstorfer Funden „Dort wurde ein rätselhaftes Bernsteinsteinsiegel und Gold aus ägyptischen Minen gefunden“). Hoffentlich wird das nicht für das Bronzezeit Bayern Museum zum Desaster. Die Bronzezeit ist mit oder ohne diese Sensationsfunde super interessant, aber vermutlich ist das Museum stark auf diese Funde ausgerichtet.

Ich verlinke mal auf einen alten Eintrag von mir von 2010 unter dem Titel „Die befestigte bronzezeitliche Siedlung bei Bernstorf, Gemeinde Kranzberg“ um noch kurz auf mehr Hintergrund einzugehen. Also es gibt neben dem Gold und dem Bernstein auch noch die Befestigung und die Idee der Siedlung. Die Befestigung, man spricht von einer Länge von 1,6 km, ist aus unbekannten Gründen abgebrannt, im Fernsehen war dazu auch schon ein Brand-Experiment an einem kurzen Stück Nachbau zu sehen. In den vergangenen Jahren liefen Ausgrabungen, die weder neue Sensationsfunde brachten noch die in diese große Befestigung passende Siedlung finden konnten. Die große Befestigung und der Brand scheinen aber unstrittig zu sein. Näheres dazu in der Forschungsprojektseite der Goethe-Universität Frankfurt am Main „Die bronzezeitliche Befestigung Bernstorf und ihr Siedlungsumfeld im Ampertal (Lkr. Freising, Oberbayern).“. Man kann da mal kurz drüber sehen, das ist nicht so viel. Vor allem aber sollte man sich den bei academia.edu online gestellten Artikel „Neue Forschungen zu den Befestigungen auf dem Bernstorfer Berg bei Kranzberg im Landkreis Freising (Oberbayern)“ aus den „Bayerischen Vorgeschichtsblätter“ 77 (2012) mal durchsehen, wenn man an der Bernstorfer Geschichte interessiert ist.

Der an Text, Foto, Zeichnungen und Karten umfangreiche Artikel ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Sowohl hinsichtlich den vorgefundenen Resten von Befestigungen aus unterschiedlichen Zeiten - es gab da offenbar auch eine hallstadtzeitliche Befestigung. Als auch Aussagen zur Siedlung („Derzeit können kaum nennenswerte Hinweise auf eine Innenbesiedlung zur Zeit der Befestigung in der jüngeren Mittelbronzezeit namhaft gemacht werden, es ist aber auszuschließen, dass es sich, wie bislang vielfach geäußert, um eine dicht besiedelte Anlage mit einer Bevölkerung von 1000 Personen im Sinne einer stadtartigen Siedlung handelte“) und zu den Gold- und Bernsteinfunden. Hier findet sich die Aussage zum Vergleich mit dem Gold des „sogenannten Echnaton Sarg / KV 55“: „Das Gold des Sarges aus KV 55 ist sehr rein, wenngleich es noch deutliche Reste von Silber und Kupfer enthält. Der Vergleich der Spurenelemente zeigt eine überraschend hohe Übereinstimmung mit den Ergebnissen des Goldes aus Bernstorf.“ Interessant ist auch, daß es wohl trotz der unabhängigen Gold- und Bernsteinfunde auch eine Koppelung Gold-Bernstein gibt, der Artikel erwähnt einen „Goldrest aus der Durchlochung des Bernsteinsiegels“. Übrigens gibt es nach Aussage von Prof. Rupert Gebhard in dem Kontrovers-Beitrag auch ein Goldobjekt, das mit einem verkohlten Stab verbunden war, der unabhängig voneinander mehrfach in das 14. Jahrhundert vor Christus datiert wurde.

Das Informationsangebot ist im vorliegenden Fall recht umfangreich, wenngleich man auch schnell in Sackgassen landen kann - Tageszeitungsartikel die nur den Gold-Aspekt behandeln und nicht auf zusätzliche Informationen weiterverlinken, Radiobeiträge und der erwähnte sehr gute Kontrovers-Beitrag, die medienbedingt nicht auf die große Menge Hintergrund im academica.edu-Artikel verlinken können. Warum ist das Bronzezeit-Museum so still, könnte man nicht einen News-Ticker etablieren der alle gefundenen Stimmen verlinkt, auch die kritischen? Die neueste mir bekannte Meldung: „Prof. Ernst Pernicka kommt!“ Am 17.11.2014 referiert er im Hörsaal FH16 im Löwengebäude an der FH Weihenstephan auf Einladung des Archäologischen Vereins Freising. Auf der Website des Archäologischen Vereins Freising soll es dazu in Kürze nähere Informationen geben.

Sonntag, 27. Januar 2013

Archäologischer Verein Freising, Bernstorf

Nach den Steinzeitlinks am Morgen bin ich abends auf der Website des Archäologischen Vereins Freising gelandet. Eine passende Fortsetzung: Im Interaktiven Museum gibt es vier jungsteinzeitliche Gefäße mit ausführlichem Begleittext zu sehen und der übernächste Vortrag ist mit dem Thema „Götter aus Ton? Menschen- und Tierfiguren der Bandkeramik“ ebenfalls der Steinzeit gewidmet.

Aber ich will den Verein nicht auf die Steinzeit einengen. Im Meldungsarchiv 2012 geht es um die Bronzezeit, die Kelten, die Arbeit des Kreisarchäologen, geophysikalische Prospektion und Erdställe. Besonders hervorzuheben sind wieder die ausführlichen Texte. Diese Meldungen sind durchwegs interessant und man kann sie sich von oben bis unten durchlesen.

Ausblick vom Freisinger Domberg

Wie ich schon erwähnte, gibt es zu meiner Blogsoftware eine rudimentäre Statistik. Damit kann ich die aktuell häufigsten Suchworte sehen, die auf meinen Blog führten. Manchmal sind damit regelrechte Informationsnotstände erkennbar, wenn Suchende mit Worten bei mir landen, obwohl ich zum Suchwort etwas vor längerer Zeit geschrieben habe und mittlerweile bei den Suchmaschinenergebnissen ein paar Seiten nach hinten gerutscht bin. „Bernstorf“ und „Kranzberg“ sind gute Beispiele, weil diese Suchworte in den letzten Jahren durch das geplante Bronzezeit-Museum, die Ausgrabung und den Film über die Bernsteinstraße immer mal wieder kurze Nachfragehochs hatten.

Freising

Beim Archäologischen Verein Freising gibt es zu Bernstorf eine Meldung zum 13.03.2012 unter dem Titel „Keine Funde - keine Stadt - kein Fürst. Prof. R. Krause über seine Grabungen in Bernstorf“. Bernstorf-Interessierte sollten sich den Vortragsbericht unbedingt mal durchlesen - er geht wirklich in die Richtung: bislang wurde dort keine größere Bronzezeit-Siedlung nachgewiesen, während es auf dem weniger als 10 km entfernten und im Bernstorf-Zusammenhang meist unterschlagenen Freisinger Domberg eine gegeben hat. Bei Merkur Online finden sich mehrere Artikel zu Bernstorf, die kann man noch über Google in der Art „site:www.merkur-online.de Bernstorf“ suchen. In der ZDF-Mediathek gibt es derzeit noch ein 15-minütiges Video zu Bernstorf und in Archaeoforum.de eine Diskussion zu den Gold- und Bernsteinfunden. Und bei National Geographic gibt es ebenfalls etwas zu Bernstorf inklusive einem Link zur „Die Bernsteinstraße“-Langversion.

Es ist davon auszugehen, daß zu heutigen Ausgrabungen auf dem Computer jede Menge interne Dokumentationen und Berichte entstehen. Da könnte man ohne die Übermittlungsprobleme bei Interview und Vortrag schon ein paar Fotos und Statusmeldungen in das Internet einstellen. Die bessere Basisinformation würde das ganze Niveau heben und an die heutige Online-Verfügbarkeit von Wissen anpassen. Außerdem würde sich die Öffentlichkeit bei steuerfinanzierten Grabungen als Geldgeber mehr ernst genommen fühlen. Daß von Merkur Online so viel zu finden ist, muß man als Glücksfall ansehen. In vielen Regionen gibt es garnichts. Da werden die Tageszeitungsartikel nicht kostenlos online gestellt und es fehlt auch die Bekanntheit, mit der es die Ausgrabung bis zu einem dauerhaft in einer Mediathek gespeicherten Fernsehbeitrag schafft.

Freising

Der Freisinger Archäologieverein sorgt also ehrenamtlich für Informationen von dieser Ausgrabung. Darüber hinaus vervollständigt er sie auch noch mit dem Hinweis auf den Freisinger Domberg. Solche Richtigstellungen sind notwendig, um dann wieder die Notwendigkeiten der archäologischen Forschung deutlich machen zu können - siehe die Meldung vom 27.09.2012 „Einmalige Chance verpasst!“ über Baumaßnahmen am Domberg.

Ich habe schon ein Loblied auf das gesungen, was von einer Blogsoftware automatisch zur Verfügung gestellt wird. Nun sind die Meldungen der Freisinger verglichen mit vielen Blogs (u.a. meinem) schön übersichtlich und man kann sie schnell durchsehen. Ich will aber trotzdem noch ein paar Vorteile der Blogsoftware erwähnen: man könnte von außen via RSS-Feeds automatisch erkennen, wann eine Meldung hinzugekommen ist, und müßte nicht auf die Website gehen und immer wieder nachsehen. Es gäbe automatisch erstellte Linkadressen zu den einzelnen Blogeinträgen/Meldungen, welche man dann in Sozialen Netzwerken weitergeben kann (bei der Freisinger Lösung könnte man sich mit HTML-Ankern behelfen). Die Worte in Blog-Überschriften landen in den Ergebnissen der Suchmaschinen weiter vorne als die Meldungsüberschriften in der jetzt von den Freisingern verwendeten Form.

Freising

Die gute Verlinkbarkeit wäre nur der erste Schritt. Die Aktivität der Leserinnen und Leser beim Linksetzen ist verglichen mit der Zahl der Zugriffe sehr gering. Also muß man bei den meisten Websites für einen Großteil dieser Verlinkungen selbst sorgen, etwa in dem man sich in den Sozialen Netzwerken anmeldet und dort auf neue Meldungen bzw. Blog-Einträge hinweist. Für die Freisinger wäre so eine Ankurbelung der Linkverbreitung eigentlich sehr günstig, weil sie sehr hochwertige Inhalte anzubieten haben und regelmäßig Besucher auf ihre Website locken und ihr Virtuelles Museum promoten könnten. Am besten eröffnen sie auch noch einen Youtube-Kanal und stellen Videos der Vorträge online, das erhöht die Zugriffe und die Motivation die Links weiterzugeben und ich könnte mir Vorträge wie den über Bernstorf jetzt ansehen und anhören.

Freising

Das Online-Stellen der Pressemitteilungen von Museen und Denkmalämtern ist natürlich auch unter dem Aspekt der Verlinkbarkeit zu sehen. Ich habe jetzt gesehen, daß die Pressemitteilungen der Archäologischen Staatssammlung zugreifbar sind - siehe unten „Presse“. Ich hoffe das bleibt so und wird noch etwas komfortabler, wenn mal die Frame-Lösung upgedatet wird. Zur letzten Mitteilung über die am 22.3.2013 beginnende Archäologische Landesausstellung „Alexander der Große – Herrscher der Welt“ im Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim gibt es von Heinrich Rudolf Bruns in seinem Blog Heinrich graut's einen lesens- und hörenswerten Beitrag über die Pressekonferenz.

Zurück zu den Vorteilen der Blogsoftware: sehr wichtig erscheint mir auch die Kommentarmöglichkeit. Ich habe früher mal als Beispiel www.heise.de erwähnt. Häufig stellen dort die Kommentare einen großen Mehrwert zu den News auf der Startseite dar. Problematisch sind Behauptungen, bei denen unklar ist wie weit sie belegt sind, und darauf aufbauenden Vermutungen. Siehe dazu die verlinkte Bernstorf-Diskussion im Archaeoforum.de. Man hat aber Mechanismen um damit umzugehen, etwa einen Kommentar nicht frei zu geben, wenn der Inhalt zu daneben ist. Oder Nachfragen nach der Quelle, bevor man auf etwas antwortet. Oder die Reputation des Kommentierers, also z.B. nachsehen was er sonst noch so geschrieben hat. Zur Heise-Website noch die kleine Abschweifung zu den ebenfalls kommentierbaren Artikeln in der Telepolis-Abteilung. Da wird aktuell eine „Abenteuerlustige Leihmutter für Neandertalerbaby gesucht“. Untertitel: „Der Harvard-Molekularbiologe George Church träumt vom Klonen eines Neandertalers“.

Freising

Die Bilder stammen von einem Ausflug im Juli 2008 nach Freising. Meine Auswahl war jetzt nicht so groß - entweder waren wir vorne drauf, oder wegen Sonne und fehlendem Sucher Türme abgeschnitten oder alles unscharf, und bei den Fotos aus dem schönen Freisinger Dom weiß ich nicht ob die Veröffentlichung erlaubt ist. Wer es ermöglichen kann und noch nicht in Freising war, sollte aber sowieso mal hin und sich das alles selbst ansehen.

Montag, 20. September 2010

Befestigte Bronzezeit-Siedlung bei Bernstorf / Kranzberg wird weiter erforscht

Nach einer letzten Donnerstag erschienenen Pressemitteilung der Universität Frankfurt hat am 23. August 2010 eine neue Grabungskampagne zur Erforschung der bronzezeitlichen Befestigung von Bernstorf begonnen. Die neuen Ausgrabungen werden von Prof. Dr. Rüdiger Krause vom Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt geleitet. Die Pressemitteilung bezeichnet das Forschungsobjekt als „größte bronzezeitliche Befestigung nördlich der Alpen“ und zählt sie „zu den wertvollsten und ertragreichsten Anlagen der Bronzezeit“.

Bernstorf gehört zur Gemeinde Kranzberg, die Gemeinde Kranzberg wiederum liegt in der Nähe von Freising, und Freising liegt im S-Bahn-Netz gut erreichbar nördlich von München an der Isar.

Meinen ersten Blog-Eintrag zu Bernstorf mit einigen weiterführenden Links habe ich im Januar geschrieben.

Ein kleines Update zum damaligen Eintrag findet sich in meiner Besprechung der Ausstellung „Karfunkelstein und Seide“. Das ursprünglich für 2010 angekündigte „Bronzezeit-Bayern Museum Kranzberg“ soll erst Anfang 2011 geöffnet sein. Außerdem hatten wir die sensationellen Goldfunde und das Bernsteingesicht seinerzeit in der Dauerausstellung der Archäologischen Staatssammlung München vorgefunden.

Auf der Webseite von www.museen-in-bayern.de ist die Museumsöffnung ab Anfang 2011 immer noch der aktuelle Stand. Aber schon dieses Jahr konnte seit April an wenigen Sonn- und Festtagen sowie nach Vereinbarung die „schon jetzt bestehenden Sammlung“ besichtigt werden. Bei diesen Einschränkungen glaube ich jetzt nicht, daß damit auch die Ausstellungsstücke in der Archäologischen Staatssammlung gemeint sind.

Schließlich zu Bernstorf noch der Hinweis auf meinen Eintrag über vernetzte Erdwerke. Da ging es auch um mögliche regionale Verbindungswege nach Bernstorf entlang der Amper und in durch das Hachinger Tal.

Montag, 25. Januar 2010

Die befestigte bronzezeitliche Siedlung bei Bernstorf, Gemeinde Kranzberg

Nördlich von München, bei Bernstorf, Gemeinde Kranzberg, in der Nähe von Freising, also mit einer Richtung in der S-Bahn für uns sogar in Radausflugentfernung, wurden nicht sehr lange zurück von den beiden Hobbyarchäologen Dr. Manfred Moosauer und Traudl Bachmaier bedeutende bronzezeitliche Funde gemacht.

BR-online wundert sich in dem Beitrag „Zehn Jahre Gold von Bernstorf“ vom letzten Oktober, daß „in der Öffentlichkeit immer noch kaum Notiz“ von den Funden genommen wird.

Bei mir lief das so, daß ich irgend etwas von Funden und einer Verbindung zu Mykene mitbekommen habe. Ich vermute, das klang aber seinerzeit alles wie eine sehr ambitionierte Außenseiterposition, so daß ich das unter „mal sehen was daraus wird“ abgelegt und nicht mehr daran gedacht habe. Die spätere Einsortierung in den „normalen Wissenschaftsbetrieb“ wie hier durch Prof. Dr. Rupert Gebhard habe ich dann nicht mehr mitbekommen.

Dankenswerter Weise hat mich Ingo Bading mit dem Eintrag „Zur Religions- und Stadtgeschichte des bronzezeitlichen Mitteleuropa“ in seinem „Studium generale“-Blog wieder darauf gestoßen. Wobei das auch fast schief gegangen wäre - seine neuen Einträge schaue ich mir zwar gern mal durch, aber normalerweise Mumien nicht so gern an, so daß ich den Eintrag im ersten Durchlauf überscrollt hatte.

Ingo Bading hat schon die interessantesten Links zusammengetragen. Hier der Link zu „Die befestigte Siedlung der Bronzezeit bei Bernstorf, Gemeinde Kranzberg, Landkreis Freising“, wo sich auch der obige Text von Prof. Dr. Rupert Gebhard befindet. Die Seite von Dr. Moosauer „Bernstorf – Kultplatz, Wirtschafts- und Handelszentrum der europäischen Bronzezeit in Bayern“ auf www.kranzberg.de. Und das pdf „Das Bernsteingesicht von Bernstorf“ von Dr. Moosauer auf der Website von Benjamin J. Wehry.

Schließlich ist noch zu erwähnen, daß ein Bronzezeit-Bayern Museum Kranzberg ab 2010 geöffnet sein soll. Wann ab 2010? Ich bleibe wegen unserer Radtour dran.