Donnerstag, 13. August 2009

Archäologie studieren

Da kann ich selbst nicht viel dazu sagen, bin aber beim Herumsurfen auf ein paar Links gestoßen, die ich unter dieser Überschrift zusammenfassen will.

Sehr gut finde ich die Idee der Universität Hamburg, eine Vorlesungsreihe „Was wie wofür studieren?“ anzubieten, bei der sich Studieninteressierte über einzelne Studiengänge informieren können, und diese Vorlesungsreihe dann auch noch via Video- und Podcasts allen online zugänglich zu machen.

Aus archäologischer Sicht besonders empfehlenswert ist der Vortrag der Juniorprofessorin für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie Britta Ramminger „Archäologie im 21. Jahrhundert - Abenteuersuche oder computergestützte Datenanalytik“.

Britta Ramminger befasst sich mit den Fragen: Wo kann ich mich über Archäologie informieren, was steckt hinter den einzelnen archäologischen Studiengängen, Methoden der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie, Bedeutung von Grabungen, wo finden sie heute statt, wer ist zuständig.

Die durch diesen Vortrag gewonnenen Kenntnisse kann man mit dem Beitrag „Archäologie, ein Einstieg“ im Akephalos-Blog vertiefen und anhand des Vortrags des Professors am Historischen Seminar der Universität Hamburg Frank Golczewski mit „Geschichten und Geschichtswissenschaft“ vergleichen.

Ich habe keine Vorstellung wie sich die Ausbildungsgänge der Leute vor Ort verteilen, da sind offenbar andere Wege neben dem Archäologie-Studium möglich. Im Akephalos-Blogeintrag spielt der Grabungstechniker eine besondere Rolle. Und auf der Website der im letzten Eintrag erwähnten Archäologischen Staatssammlung München finden sich mehrere Seiten zu deren Restaurierungswerkstätten, die nach eigenen Angaben mit 15 Restauratoren die personalstärkste Abteilung der Archäologischen Staatssammlung ist. Für manchen mag auch vor einer längerfristigen Festlegung ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege interessant sein.

Für die noch offenen Fragen zum Archäologie-Studium sei das ausgiebig dafür genutzte Diskussionsforum von Archäologie-Online empfohlen. Archäologie-Online bietet eine eigene Einstiegsseite Studium & Beruf mit weiteren Links zum Recherchieren an, bspw. einer Liste der archäologischen Institute an deutschen Universitäten.

Ich glaube, ich habe vor meinem Studium nicht gewußt, was eine Fachschaft ist. Im Studium war sie aber ein häufiger und sehr wertvoller Anlaufpunkt. Es gibt einen „Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen (DASV e.V.)“, von wo man sich zur Universität seiner Wahl hangeln und mal sehen kann, was die dortige Fachschaft so macht.

In StudiVZ will ich nicht mehr rein. Dort müßten aber eigentlich nach Ankündigungen auf Fachschaftswebseiten auch Aktivitäten zu finden sein.

Öffentlich zugänglich sind hingegen zwei studentische Blogs, zum einen die „Provinzialrömer“ aus Frankfurt, zum anderen „Thukydides“, der Blog der Fachschaft der Klassischen Archäologie, Tübingen.

Abschließend noch der Hinweis auf die archäologische Berufsmesse Archaeoworks, die vom 20. bis zum 22. November 2009 an der Freien Universität Berlin stattfindet.

Donnerstag, 6. August 2009

Nochmal Luxus und Dekadenz

Letzte Woche hatte ich Besuch, und der mußte mit in die Ausstellung „Luxus und Dekadenz“ in der Archäologischen Staatssammlung München.

Ich gebe zu, von den in München bald zuende gehenden Ausstellungen liegt mir diese am nähesten, aber in dem Fall war alles rational begründet: es ist sehr viel ausgestellt, was auch von einem der Archäologie ferner Stehenden als schön empfunden wird. Die schönen Ausstellungsstücke sind über Plastiken, Bronzegüsse, Schmuck, Gemälde, Gefäße, Besteck etc. verteilt. Da findet jeder etwas, was ihm besonders gefällt. Es gibt den Technikaspekt, was die damals alles schon konnten. Und es gibt eine starke Verbindung zu unserer heutigen Kunst und Kultur. Die gezeigten Filme liefern den Rahmen, in dem das Ganze damals stattgefunden hat, sind aber kurz genug, um bei nicht ganz so hohem Interesse nicht zu langweilen.

Weitere Pluspunkte waren: der über die Straße liegende Englische Garten und das Museumscafé. Das Museumscafé als möglicher Puffer, wenn einer meiner Gäste keine Lust mehr auf die Ausstellung hat, und für die Erholungspause vor dem anschließenden Spaziergang im Englischen Garten.

Angemerkt sei hier noch der vielfach in München angebotene sonntägliche Eintritt für einen Euro in die Dauerausstellungen. Wenn keine interessante Sonderausstellung sticht, man einen vergleichsweise hohen Eintritt für mehrere Personen nicht möglicherweise in den Sand setzen will, ein Ausflug in das Museum für den München-Touristen aber ganz nett wäre.

Gut gelungen fand ich da mal einen Besuch in der Glyptothek. Die Glyptothek ist wegen der U-Bahn noch besser erreichbar als die Archäologische Staatssammlung. Sie bietet sich auch deshalb gut für ältere Besucher an, weil der Königsplatz jede Menge Prominenz in den alten Wochenschauen hatte, hier findet sich auch mittlerweile eine Informationstafel, die diese Hintergründe erläutert.

In der Glyptothek landeten wir seinerzeit nach dem halben Rundgang schon im Museumscafé. Ab der für den Sommerabend viel zu frühen Museumsschließung dann neben der Glyptothek auf einer schattigen Sitzbank mit Blick auf immer neuen Szenen mit zwischenstoppenden Stadtrundfahrt-Bussen, Spaziergängern, Rasenhinlegern und -aufstehern und ausgeführten Hunden.

Zurück zu „Luxus und Dekadenz“. Hier lief letzte Woche alles sehr gut. Die Ausstellung war zwar gut besucht, aber vor allem durch Schulklassen. Zweimal waren wir von so einer Gruppe blockiert, wurden aber durch die Vorträge ihres Führers entschädigt. Ansonsten ist man gut an die Ausstellungsstücke gekommen, kein Geschiebe und Gedränge und nach der Ausstellung war auch noch ein Tisch im Museumscafé frei. Den Kaffee kann ich empfehlen, der war deutlich besser als der Cappuccino zwei Tage zuvor auf der Ammersee-Schiffsrundfahrt. Wobei diese Schiffsrundfahrt aber auch sehr schön war.

Letzte Woche bin ich auch auf einen Artikel zum umfangreichen Beiprogramm der Ausstellung gestoßen. Unter dem Titel „Geiz war überhaupt nicht geil“ schreibt Hildegard Lorenz bei merkur-online.de über die Ausstellungs-Führungen von Kurt Hille auf Lateinisch. Die Webseiten der Archäologischen Staatssammlung enthalten zwar eine zeitliche Aufreihung dieser Veranstaltungen, aber keinen Hinweis auf die Medienresonanz, also etwa auf diesen Artikel. Und das obwohl der Münchner Merkur nach der Liste der Förderer auf der Seite www.luxus-ausstellung.de „Medien-Partner“ ist.

Ich will ja nicht sagen, daß am Bloggerwesen die Welt genesen soll, aber in einem Museumsblog zur Website könnte man in den Einträgen auf so einen Artikel hinweisen, sagen, wie sonst so das Begleitprogramm angenommen wird, angeben, wieviele Leute bislang die Ausstellung besucht haben.

Daß man auf den Webseiten gern mehr finden würde, ist sicher nicht auf die Archäologische Staatssammlung beschränkt. Ich suche mal schnell nach dem Museumscafé in der Glyptothek um festzustellen, ob das überhaupt noch da ist, wenn ich drüber schreibe, und finde stattdessen das „Theater im Hof“. Es sei hier erwähnt, ist ja auch eine gute Idee für München-Touristen und Hiergebliebene: bis Mitte September 2009 abends entweder „Die Ritter-Komödie von Aristophanes“ oder die „Heimkehr des Odysseus“.

Zum Museumscafé in der Glyptothek findet sich mehr bei der Süddeutschen, zwar ältere, aber sehr lobende Worte von Harald Eggebrecht im Beitrag „Museumscafés - Kunstvolle Pausen“.

Abschließend zur Archäologischen Staatssammlung einen Link für jeden, der mehr über diese Institution wissen will: Von Haramis gibt es einen Bericht über ihr Praktikum bei der Archäologischen Staatssammlung München. Sie hat noch einen Beitrag über die Archäologische Staatssammlung unter dem Titel „Von Zeremonialhüten und Speikübeln“ geschrieben. Diese Überschrift finde ich nicht so gut, aber sonst schreibt sie super. Schließlich noch wie üblich die Wikipedia.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Ausstellungsendspurts in München

Im August enden drei Ausstellungen in München. Am 2. August 2009 die Ausstellung „Starke Frauen“ in den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz. Unabhängig vom Besuch ist ein Blick auf die online gestellte „kurze Einführung zur Sonderausstellung“ zu empfehlen, ein mit 17 Seiten ausführlich geratener Appetithappen.

Am 30. August sollen sowohl „Luxus und Dekadenz“ in der Archäologischen Staatssammlung München als auch „LAST EXIT MUNICH“ im Ägyptisches Museum München enden.

Für die Ausstellung Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze gibt es widersprüchliche Aussagen. Auf einer Anzeige in der aktuellen „in münchen“ steht bis 6.9.2009, auf der eigenen Website ist der 30.8.2009 als Ende angegeben.

Die Website der Archäologischen Staatssammlung enthält auch Hinweise zu den ebenfalls bald endenden Ausstellungen in Bad Königshofen („Zwischen Kelten und Germanen - Nordbayern und Thüringen im Zeitalter der Varusschlacht“, bis 13.9.2009), Neuburg („Zeitenwende im Alpenvorland“ bis 04.10.2009) und Aichach („Alles geritzt - Botschaften aus der Antike“ bis 25.10.2009). Meinen Bericht von der Ausstellung „Luxus und Dekadenz“ in der Archäologischen Staatssammlung findet sich hier .

Daß Peter Riedlberger in dem Telepolis-Artikel Tutanchamun in Kopie „LAST EXIT MUNICH“ überhaupt nicht erwähnt, wirkt ja schon etwas ignorant. Anderseits, wenn man das als Warnung nimmt, daß man eh nicht soviel mitbekommt, dann wären seine Empfehlungen für ferne Museen wie Kairo oder Turin mit vielen Exponaten ganz falsch, stattdessen sollte man lieber mehrfach in heimische Ausstellungen gehen.

Auch zum Ägyptischen Museum in München bietet sich zusätzlich eine Ausstellung in einem Zweigmuseum an. In Seefeld findet die Ausstellung „Freunde - Feinde - Fremde. Das Alte Ägypten und seine Nachbarn“ bis 30. November 2009 statt. Ebenso wie die Ausstellung „LAST EXIT MUNICH“ mit Leihgaben des Ägyptischen Museums Berlin. Meinen Beitrag vom April zu „LAST EXIT MUNICH“ und der Tutanchamun-Ausstellung findet sich hier.

Auf einige weitere, ebenfalls bald endende Ausstellungen bin ich via dem Terminkalender des „Antikefans“ Bernd Liermann gestoßen: Bis 31.08.2009 „OPUS CAEMENTITIUM - Neue Bautechniken der Römer“ in Günzburg. „Bevor die Römer kamen - Späte Kelten am Bodensee“ bis 4.10.2009 im Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz. Ebenfalls bis 4.10.2009 „Rasna – Die Etrusker“ in Passau.

Das noch passabel für eine Auto-Tagesfahrt erreichbare Bregenz liegt auf halber Strecke zur Keltischen Kunst in Bern. Wenn man so eine lange Fahrt investieren will, dann böte sich auch „Das Gold der Steppe“ von Skythen und Sarmaten bis 26.10.2009 in der Kunsthalle Loeben und die beiden Ausstellungen „Verwandelte Götter - Antike Skulpturen des Museo del Prado zu Gast in Dresden “ bis 27.09.2009 und „Schaufenster Archäologie - Kelten und Germanen an der Elbe“ bis 22.12.2009 in Dresden an.