Mittwoch, 16. November 2011

Höhlenkunst

Im Februar hatte ich den Chauvet-Film von Werner Herzog im Blog, den er seinerzeit auf der Berlinale vorgestellte. Der Film war zwischenzeitlich in Sonderaufführungen zu sehen und ist mittlerweile unter dem Titel „Die Höhle der vergessenen Träume“ regulär in die Kinos gekommen. Nach Daniel Bernsen, bei dem auch aktuelle Trailer zu finden sind, seit 3. November. Wie ich gerade sehe läuft der Film aktuell noch in vier Münchner Kinos (Monopol, Kinos Münchner Freiheit, Neues Rex, Rio Palast), ich hoffe da wird er den wöchentlichen Programmwechsel in irgendeinem Kino noch überleben. Eine längere Besprechung des Films gibt es u.a. bei Susanne Popp, ein aktuelles Interview mit Professor Harald Floss allgemein zur Höhlenkunst bei Welt Online. Hintergrund des Interviews waren 15000 Jahre alte symetrische Verzierungen auf einem Stein, der im Schelklinger Hohlen Fels gefunden wurde (dazu hier die Südwest Presse).

Höhlenkunst

Kinofans mit Neigung zu grauer Vorzeit bis Spätantike haben derzeit sogar die Wahl. Der Film von Werner Herzog wird nicht jeden ansprechen. Den anderen gefällt vielleicht Krieg der Götter - Immortals - statt Hintergrundgedudel fetzt es da so richtig aus den Kinolautsprechern. Der Trailer erinnert schon beim ersten Speerwurf an 300. Und richtig, da wird „Von den Machern von 300“ eingeblendet. Und die computergenerierten Massen vor der großen Mauer hat man im „Herr der Ringe“-Film von Peter Jackson schon einmal gesehen. Soll ich dann noch diesen Film gehen? Er ist in 3D, die anderen waren es nicht? Und 300 habe ich auch zweieinhalb mal angesehen?

Die Höhlenkunst auf dem Foto gehört mir, die ist für meine Wohnhöhle. Obwohl es so aussehen mag, habe ich die nicht auf einer meiner Touren ausgesägt. Erst die Platten aufzubauen und danach zu bemalen ist eine Idee meines Bruders. Eigentlich war ich gar nicht so begeistert. Es ist ein Geschenk zum Geburtstag 2009, das erst jüngst fertig geworden ist. Ich dachte seinerzeit, mein Bruder macht das mit Airbrush weniger aufwendig auf dickem Papier und ich wünsche mir dann immer zum Geburtstag und zu Weihnachten ein neues Höhlenbild. Dann hätte ich Ende 2011 schon sechs. Darunter vielleicht auch die Pech-Merle-Pferdchen. Mein Bruder meinte, ich hätte ja jetzt schon vier Bilder. Das wollte ich aber überhaupt nicht gelten lassen. Mittlerweile finde ich seine Idee mit den Platten aber doch ganz gut. An der Wand wäre Airbrush auf Papier wahrscheinlich langweiliger. Aber wie komme ich jetzt in endlicher Zeit zu meinen Pech-Merle-Pferdchen???

Kommentare:

Daniel Eisenmenger hat gesagt…

Hier in Koblenz ist der Film nach einer Woche wieder aus den Kinos verschwunden. Nachdem ich den Trailer als Einstieg in das Thema im Unterricht gezeigt hatte, wollte meine 7. Klasse den Film gerne im Kino sehen. Wir haben für eine Schulvorstellung angefragt und das Stadtkino hat den Film dafür extra ausgeliehen. Jetzt gehen wir nächste Woche mit über 90 Schülern, allen drei 7. Klassen (Anfangsunterricht Geschichte in RLP) nächste Woche ins Kino - Extravorstellung nur für die Schüler am Morgen in 3D. Ich bin gespannt! ;)

Jürgen Kunz hat gesagt…

@ Daniel Eisenmenger

Der Aspekt ist ja interessant. Wunderte mich gestern schon, daß der Film noch in vier Kinos läuft. Und nach dem Programmwechsel läuft er immer noch in allen vier Kinos, bevorzugt nachmittags, abends, spätestens um 20 Uhr.

Letztes Jahr war die Hypatia von Alexandria ziemlich schnell weg, da hat das hier in München nicht so gut funktioniert.