Mittwoch, 4. Juli 2012

Archäologisches Museum der Stadt Kelheim

Am Pfingstmontag waren wir im Archäologischen Museum der Stadt Kelheim, haben in seinem Museumshof neben den dauerhaften Installationen noch Skulpturen der Ausstellung „Kelten-Kunst-Kelheim“ besichtigen können, sind auf dem Michelsberg bei der Befreiungshalle gewesen und haben ein paar Stationen des Archäologieparks Altmühltal besucht. Ich werde die Tour als kleine Serie bringen.

Blick auf Kelheim von der Befreiungshalle auf dem Michelsberg

Zunächst der Hinweis auf das Kelheimer Keltenfest 2012 am 5. August. Die Veranstaltung startet mit einem Abendprogramm schon am 4. August. Stephan schreibt im Kommentar zu seinem Veranstaltungshinweis, daß er auf jeden Fall dort sein will. Also werden diejenigen, die diese Zeilen erst nach dem 5. August lesen, vermutlich zusätzlich bei ihm einen Veranstaltungsbericht finden. Der Keltenfest-Termin ist auch für die Skulpturen der Ausstellung „Kelten-Kunst-Kelheim“ von Bedeutung, die spätestens dann abgeräumt sein sollten. Das hat mir der Herr an der Museumskasse gesagt, als ich danach gefragt habe, die ob ich im Museumshof fotografieren und die Bilder in das Internet einstellen darf. Vielen Dank, daß er es mir erlaubt hat!

Das Archäologische Museum der Stadt Kelheim

Kelheim und Umgebung ist das Revier von „Minas Internetideenbuch“ und den „Kraftvollen Orten“ von Stephan. Mit meinem Blog bin ich bislang nur bis Eining und Weltenburg an Kelheim herangekommen. Bei Interesse an der Gegend sollte man wirklich schon anfangen in den „Kraftvollen Orten“ und in „Minas Internetideenbuch“ herumzustöbern - unsere Tagestour reichte nur für einen ersten Eindruck von dem riesigen Angebot dort. An dieser Stelle will ich nur noch den Hinweis von Stephan auf die aktuelle Ausstellung „Ritter, Recken, edle Frauen – Burg Prunn und das Nibelungenlied“ bis 30.09.2012 auf Burg Prunn herausgreifen, und noch der allgemeine Hinweis, daß Stephans Blog Geburtstag feiert und es eine Geburtstagsverlosung bei ihm gibt.

Römischer Kriegsgott Mars. Kopie eines Fundes aus Eining

Kelheim liegt unterhalb des Donaudurchbruchs bzw. der Weltenburger Enge am Zusammenfluß von Donau und Altmühl. Zwischen Donau und Altmühl befand sich das großflächig umwallte Gebiet des keltischen Oppidums Alkimoennis. Das relativ bekannte Oppidum verdeckt etwas, daß es beim Michelsberg, das wäre die Spitze des Plateaus zwischen Donau und Altmühl auf das heutige Kelheim zu, eine bronzezeitliche und vermutlich auch eine Befestigung früherer Kelten gab. Zum Altmühltal ein Zitat aus dem Buch „Archäologiepark Altmühltal“ von Michael M. Rind und Ruth Sandner: „im Altmühltal fand man die größte paläolithische Fundanhäufung Bayerns, weshalb man auch von der "Bayerischen Dordogne" spricht“. Das Stadtgebiet Kelheim war ebenfalls fundreich. Im Buch „Stein - Bronze - Eisen. Die vor- und frühgeschichtliche Abteilung des Archäologischen Museums der Stadt Kelheim“ von Petra Neumann-Eisele und Bernd Sorcan ist oft von Kelheimer Funden die Rede, etwa vom Urnenfeld von Kelheim, „einem der größten Deutschlands“, das im Süden mit Urnen der Bronzezeit begann und im Norden mit der Hallstattzeit endete.

Bronzezeitliche Grabhügel aus Riedenburg im Museumshof des Archäologischen Museums Kelheim

Das Archäologische Museum geht auf eine Gründung des Historischen Vereins von Kelheim 1908 zurück. Zunächst schnell wegen der intensiven Ausgrabungstätigkeit des Vereins in größere Räume verlegt, stellte der Verein nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs seine Arbeiten ein. Das Museum ging 1950 an die Stadt Kelheim über, wurde 1975 geschlossen und 1981 im „Herzogskasten“ wieder eröffnet. Der „Herzogskasten“ wurde Ende des 15. Jahrhunderts als Speicher für Abgaben an den Herzog mit Baumaterial aus der ehemaligen Burg Kelheim errichtet. Programm und Name des Museums wurden durch die archäologische Tätigkeit des Vereins, den großen Fundanfall im Bereich des Main-Donau-Kanals und durch Schenkungen bestimmt. Neben der archäologischen Abteilung im Erdgeschoss gibt es seit 1990 im Obergeschoß eine Abteilung, die der Stadtgeschichte gewidmet ist. Im Obergeschoß konnten wir auch die Erdstall-Wanderausstellung ansehen, die 2010 im Freilichtmuseum Glentleiten und 2011 im RömerMuseum Kastell Boiotro – Passau gezeigt wurde.

13 m Originalreste der ursprünglich fast 10 km langen Pfostenschlitzmauer des Oppidum Alkimoennis und eine Rekonstruktion ihrer ursprünglichen Höhe

Sehr gut gefallen hat uns (die Liste ist sicher unvollständig): das Museumsgebäude, von innen wie von außen. Der schöne Museumshof. Die Vitrinen im Erdgeschoß, ihre Anordnung in Zeitinseln. Die stadtgeschichtliche Abteilung, den Plan der alten Altstadt mit Lämpchen für die Häuser der Fischer, Tagelöhner, Gaststätten etc. sollte es auch im Internet geben. Die schöne kleine Erdstall-Ausstellung mit Dauerfilm, Erdstallmodell und der Möglichkeit sein eigene Lösung des Erdstall-Rätsels zu hinterlassen. Die Lage des Museums am Rande der Altstadt. Einerseits im Herzen der Stadt integriert, liegt es auch nahe dem Stadttor, das in Richtung Michelsberg und zu den nächsten Stationen des Archäologieparks Altmühltal führt, dessen erste Station das Museum ist. Und das Repliken-Angebot im Museumsshop muß man sich auf der Museums-Website ansehen.

Das Archäologische Museum der Stadt Kelheim

Unbedingt ansehenswert ist auf der Museums-Website auch das Video, in dem man durch das Museum und den Museumshof geführt wird. Mit den beiden genannten Büchern kann man sich vorab einlesen. Auf das Buch zum Archäologiepark werde ich noch eingehen. Das Buch zur „vor- und frühgeschichtliche Abteilung des Archäologischen Museums“ (2. unveränderte Auflage von 2009) führt allgemein in die Zeit ein, gibt also Hintergrundinformationen zu den Zeitinseln im Museum, und illustriert diese wie die Ausstellung mit Funden der Region.

Kommentare:

Stephan hat gesagt…

Jürgen, es ist schön, dass Du dabei bist, die Gegend um Kelheim (wobei ich da eher den Abschnitt bis Riedenburg meine) entdeckst. Dort liegen die prähistorischen und (vor)geschichtlichen Orte so dicht zusammen, wobei sie aber nicht überlaufen sind. Leider habe ich es noch nicht geschafft, weitere Stationen des Archäologieparks Altmühltal (APA) zu besuchen - was aber noch wird. Vielleicht schaffen wir es auch, dort eine Tour gemeinsam zu machen.

Das Schöne am Archäologischen Museum in Kelheim ist, dass die Verantwortlichen dort sehr locker sind. Wie bei Dir, wurde auch mir erlaubt, dort zu fotografieren und zu nicht-kommerziellen Zwecken ins Web zu stellen. (Den Link zu Deinem Artikel schickst Du zu Dokumentationszwecken am besten an Frau Grassinger vom APA - Adresse bekommst Du von mir).
Und damit ist das Museum ein gutes Beispiel für Offenheit gegenüber dem Web 2.0 - Du hast ja einiges darüber geschrieben.

Apropos Verlosung zum Zweijährigen... Leider ist die Resonanz sehr bescheiden und ich habe nicht das Gefühl, dass es meine Leser interessiert. Aber vielleicht ist auch der Preis mit einem Gegenwert von 150 € zu gering - ich kann mir halt kein Ipad zur Verlosung leisten. Lange Rede, kurzer Sinn - das Mitmachen lohnt sich auch jetzt noch richtig!

Liebe Grüße und danke für Deine Verlinkungen,
Stephan

PS: Wir müssen uns mal wieder treffen!!!

Jürgen hat gesagt…

Stephan, das erwähnte Buch über den „Archäologiepark Altmühltal“ hatte ich schon länger vorab geschenkt bekommen. Unsere Tour sollte nicht über das Museum und ein paar Stationen hinaus gehen. Die bleibt im „Mainstream“, das Museum und die besuchten Stationen des „Archäologieparks Altmühltal“ sind ja auch so im Web. Was sonst noch geht, das finden die Interessenten in Euren Blogs. Also bspw. die Anregung für Touren zwischen Kelheim und Weltenburg oder ab dem Michelberg oder auch wie manche Stationen des Archäologieparks mit Leben erfüllt werden.

Wegen der Verlosung wüßte ich jetzt auch nicht. Wir hatten intern die Diskussion wie toll das mit dem Schlauchboot jetzt ist (zitterzitter). Vielleicht ist auch für einen guten Teil Deines Publikums die Anfahrt umständlich.

Und wegen Terminen und so schicke ich Dir noch ne Mail!

Auch liebe Grüße und Danke für Deinen Kommentar!
Jürgen