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Donnerstag, 15. November 2012

Noch einmal Untergrombacher Michaelsberg

Bilder vom Untergrombacher Michaelsberg gab es schon im letzten Jahr in meinem Blog. Damals stammten die Aufnahmen vom Junianfang 2011, also kurz nachdem die Jungsteinzeit-Ausstellung in Karlsruhe am 15. Mai zuende ging. Der komplette Titel der Ausstellung war „Jungsteinzeit im Umbruch. Die 'Michelsberger Kultur' und Mitteleuropa vor 6000 Jahren“, und der Michaelsberg mit seinem jungsteinzeitlichen Erdwerk war namensgebend für diese Michelsberger Kultur.

Kuppe des Michaelsbergs

Die jetzt zu sehenden Bilder sind von Mitte September diesen Jahres. Das erste Bild zeigt die Kuppe des Michaelsbergs, wie man ihn bei der Anfahrt mit dem Auto von Osten aus sieht. Es ist ein aus zwei Fotografien erstelltes Panorama. Bild 2 ist aus drei Fotografien gemacht und zeigt die Kuppe von Süden. Man sieht wie das Gelände nach links in das westlich liegende Rheintal abkippt. Der Blick nach hinten ergibt bei dieser Aufnahmeposition das Bild 3. Man befindet sich hier nach einer über das Gelände gelegten geomagnetischen Messung im Inneren des Erdwerks. Das kann man sich bei der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg genauer ansehen. Die Aufnahmeposition von Bild 2 und 3 befindet sich auf der Karte am Ende des kurzen, nach Norden von der Straße wegführenden Wegs rechts von der an der Straße anliegenden „104“.

Kuppe des Michaelsbergs

Das Innere des Erdwerks soll besiedelt gewesen sein, das ist wohl in den Messungen anhand der Siedlungsgruben zu sehen. Die Besiedlung hätte sich dann in Bild 2 bis in die nicht sichtbaren Bereiche rechts und rechts hinten hingezogen. Der Verlauf des Rheins soll seinerzeit nahe beim Michaelsberg gelegen haben. In einer Welt mit nur wenig in Erscheinung tretenden menschlichen Bauten muß diese riesige Anlage von unten einen gewaltigen Eindruck gemacht haben. Dazu hätte man noch als besonderes Feature die Lage auf der Ostseite des Rheintales. Wer es als Besucher mit dem Einbaum am Tagesende noch hierher geschafft hat, konnte die Anlage vom dunklen Rheintal aus oben in der Abendsonne strahlen sehen.

Blick vom Michaelsberg in das Rheintal

Das schon im letztjährigen Blog-Eintrag vorgestellte Grundstück mit der Infotafel und dem Kuppelbackofen (der Kuppelbackofen ist auch im verlinkten Wikipedia-Artikel zu sehen) läge nach den über die Karte gelegten geomagnetischen Messungen ebenfalls innerhalb der Umfassungsgräben. Letztes Jahr bin ich irgendwie in der über ein Luftbild gelegten Messung im Ausstellungskatalog verrutscht und habe gedacht, das Grundstück liegt zwischen zwei Gräben. Auf den letztjährigen Fotos ist noch das Karlsruher Ausstellungsplakat vor der Infotafel zu sehen, das ist mittlerweile weg und die Infotafel (letztes Bild) leider dem Vandalismus zum Opfer gefallen. Diese Vandalen haben mehrere Tafeln in dem Gebiet beschädigt, wie uns im September ein einheimischer Spaziergänger erzählte. In Rundwegnähe um die Kuppe soll es letztes Jahr eine Ausgrabung gegeben haben - die veraltete Seite der Landesdenkmalpflege erwähnt eine „kleinen, für Sommer 2010 geplanten Ausgrabungskampagne“. Schließlich hat uns der einheimische Spaziergänger noch die ausgestellten Repliken in der Gaststube bei der Kapelle empfohlen. Das habe ich letztes Jahr nicht erwähnt. Ich/wir haben es bislang wegen zu früh oder an Ruhetagen nie geschafft die Repliken zu sehen.

Grundstück der Familie Rapp auf dem Michaelsberg

Von dem Gelände mit Infotafel auf der einen und dem Kuppelbackofen-Nachbau und Gärtchen auf der anderen Seite hatte ich letztes Jahr gedacht, daß es vielleicht von der Gemeinde für diesen Zweck gekauft oder gepachtet wurde. Den Steinkreis konnte ich mir weniger erklären, und die Steinkreis-Meditationen hätte ich Untermietern zugeordnet. Dieses Jahr war, wie auf den Bildern zu sehen ist, auf dem Gelände ein Tor mit Zaun und ein Erzengel Michael aus Holz mit Steinkegel/Steinmännchen hinzugekommen. Zur Entstehung und Aufstellung des Erzengels Michael gab es vor Ort reichlich Bilder und Informationen (einige davon sind hier zu sehen: „Ein Engel für den Michaelsberg“) und es fand sich auch ein Blatt mit dem Hinweis, daß man sich auf dem Gelände der Familie Rapp befindet und man herzlich eingeladen sei, im Steinkreis einen Moment zu verweilen.

Steinkreis auf dem Michaelsberg

Kurz, das mit der Untermiete ist genau anders herum. Wie auf meine Nachfrage Anja Koch-Rapp vom Steingeflüster geschrieben hat, ist das Michaelsberg-Grundstück seit langer Zeit in Familienbesitz. Die Eltern ihres Mannes bewirtschafteten zeitweise neben der Landwirtschaft auch die Gaststube auf dem Michaelsberg und verrichteten den Dienst in der Michaelskapelle. Ihr Mann wuchs auf dem Berg auf und hat bis heute eine sehr innige Verbindung dorthin. Auf seine Initiative gehen Kuppelbackofen, Gärtchen und Infotafel zurück. Der Naturzaun wäre auch in diesem Jungsteinzeit-Kontext zu sehen. „Diese Michelsbergerkultur will sich natürlich auf dem Berg auch zeigen dürfen“ wie es Anja Koch-Rapp formuliert hat. Der Kuppelbackofen ist bis heute funktionsfähig und es gibt einmal im Jahr eine Holzbrotback-Aktion. Das mit Haselnusszweigen eingezäunte Gärtchen wurde viele Jahre der Grundschule Untergrombach zur Verfügung gestellt und die Schüler bepflanzten es mit altem Getreide wie Emmer und Einkorn. Das Projekt liegt leider seit zwei Jahren brach, so daß ihr Mann eine Wildblumenmischung einsäte.

Mittelpunkt des Steinkreises auf dem Michaelsberg

Nach dem Katalog zur Jungsteinzeitausstellung wurde am Michaelsberg ein latènezeitlicher Quergraben gefunden, also die Kelten waren hier sicher aktiv. Das Stadwiki Karlsruhe spekuliert über eine germanische Kultstätte und führt mehrere Gründe dafür an, u.a. die Benennung nach dem heiligen Michael, dem Bezwinger Luzifers. Folgt man dieser Interpretation, drückt sich durch die Widmung ein starker Gegensatz zu den alten Religionen aus. Das Anliegen der Familie ist es hingegen, „dieses Besondere des Berges zu bewahren und es ein Stück weit erfahrbar werden zu lassen, indem sich alle Facetten zeigen dürfen: Jungsteinzeit, Religionen, Engel, Spiritualität - und zwar für jeden so, wie er es auf seine Art erfahren kann und möchte.“

Von Guntram Prochaska aus einer Sturmeiche gesägter Erzengel Michael

Das drückt sich auch darin aus, daß die Eiche, aus der der Erzengel Michael von dem Künstler Guntram Prochaska gesägt wurde, eine Sturmeiche ist. Die also nicht gefällt wurde, sondern „sich selbst für uns gelegt hat“. Anja Koch-Rapp erwähnt in diesem Zusammenhang die besondere Stellung von Eichen bei Kelten und Germanen und die Donareiche, die im Zuge der Christianisierung von Bonifazius gefällt wurde.

Steinkegel/Steinmännchen auf dem Michaelsberg

Gemeinsam mit ihrem Mann baute Anja Koch-Rapp vor zwei Jahren den Steinkreis, in dem sie regelmäßige Meditationstreffen veranstaltet. Den Steinkegel bzw. das Steinmännchen gibt es seit diesem Sommer. Es markiert einen besonderen Standort und ist laut Anja Koch-Rapp für viele Besucher auch eine Energiepyramide oder ein Energiepunkt. Sie erinnert daran, daß es Steinmännchen und Steinkreise schon in der Jungsteinzeit gegeben hat. Ja, von Menschen geformte Steine in einem Kreis aufstellen konnte man sogar schon viel früher, siehe Göbekli Tepe, und Steinmännchen dürften wegen ihrer einfacheren Erstellbarkeit noch viel älter sein.

Infotafel zur Michelsberger Kultur auf dem Michaelsberg

Das damalige Repertoire war sicher noch wesentlich reichhaltiger, siehe der folgende Hinweis auf eine geplante Ausstellung in Tübingen. „Aus frühneolithischer Zeit von etwa 5700 v.Chr.“ wäre etwa 200 Jahre vor dem in der Wikipedia angegebenen Ende der Michelsberger Kultur. Der Fundort liegt nicht im Bereich der Michelsberger Kultur, das steinzeitliche Repertoire wird also damals schon unterschiedlich verstanden worden sein. Zudem wird, wie die verlinkte Fakultätswebsite angibt, die Authentizität der Funde angezweifelt. Im Katalog zur Karlsruher Jungsteinzeit-Ausstellung sieht es insofern ähnlich unsicher aus, als die Michelsberger Kultur zwar aufgrund der Funde als ziemlich besonders gilt, aber es zu vielen Aspekten dieser Kultur unterschiedlichste Interpretationen gibt. Vielleicht rafft sich jemand aus Anja Koch-Rapps Steinkreismeditionen auf und gibt uns in einem Jungsteinzeit-Roman ein schlüssiges Bild von den damaligen Verhältnissen!

Samstag, 21. Juli 2012

Archäologiepark Altmühltal

Von den ersten beiden Stationen des Archäologieparks Altmühltal beim Archäologischen Museum Kelheim und auf dem Michelsberg habe ich schon berichtet. Es ist also schon angeklungen, daß der Archäologiepark nicht durch einen Park mit Eingängen, sondern durch solche Stationen repräsentiert wird. Nach dem schon mehrfach zitierten Buch „Archäologiepark Altmühltal - Ein Reiseführer in die Vorzeit. Mit Kurzgeschichten von Ernst W. Heine“ von Michael M. Rind und Ruth Sandner (Verlag Schnell + Steiner, Regensburg, 2008, 14,95 €) umfasst der Archäologiepark „eine Route von 39 km zwischen Kelheim und Dietfurt, auf der an 15 Standorten spannende Geschichten aus der Welt der Neandertaler und Kelten erfahrbar werden“.

Archäologiepark Altmühltal: Nachbau eines Keltentores an der Gronsdorfer Schleuse

Die ersten drei Bilder zeigen die dritte Station des Archäologieparks mit der Nachbildung eines Tores des Oppidums Alkimoennis bei der Gronsdorfer Schleuse. Alle Stationen sind mit einem Hörpunkt ausgestattet (am besten ist er in Bild 5 und 6 zu erkennen), an dem neben Informationen auch eine der Kurzgeschichten des Schriftstellers Ernst W. Heine zu hören ist.

Ausgangspunkt für den Archäologiepark Altmühltal waren die Ausgrabungsergebnisse im Zusammenhang mit dem Bau des Main-Donau-Kanals in den Jahren 1976 bis 1991. Dabei wurde das untere Altmühltal intensiv archäologisch untersucht und man entdeckte zahlreiche bis dahin unbekannte Fundstellen. Klingt unspektakulär, aber wenn man die Stellvertreterrolle der einzelnen Stationen sieht, dann erweitert es die Dimensionen des Archäologieparks enorm.

Archäologiepark Altmühltal: Nachbau eines Keltentores an der Gronsdorfer Schleuse

So richtig aufgezeigt wird das erst mit dem Buch. Es gibt Luftbilder von den damaligen Grabungsflächen, die weit über die Fläche der heutigen Rekonstruktion oder Nachbildung hinausgehen. Neben so einem Luftbild gibt es bspw. zum Grabhügelfeld bei Riedenburg-Emmerthal ein Foto, das den „Hügel 3“ bei der Ausgrabung zeigt. Sein Steinkreis mit der fehlenden Zentralbestattung bildete die Vorlage für die „Opferplattform“ in Bild 5. Die lange Nutzung des Gräberfeldes wird - soweit sie durch Funde bestimmt werden konnte - durch entsprechend markierte Grabhügel auf einer Lagezeichnung deutlich. Im Hinblick auf die Dimensionen wäre auch hinzuzufügen, daß diese Gräber durch Hangrutschungen in den letzten Jahrhunderten überdeckt waren und man nur im Bereich der neuen Straßentrasse einen Teil des Gräberfeldes ausgraben konnte. Also ist in dem Fall die größere räumliche und die zeitliche Dimension des orginalen Gräberfeldes bis heute gegeben.

Archäologiepark Altmühltal: Nachbau eines Keltentores an der Gronsdorfer Schleuse

Die Bilder 6 und 7 stammen von einer Station bei der Schleuse Haidhof. Hier gab es ein hallstattzeitliches Grabhügelfeld aus der Zeit zwischen 700 und 500 v. Chr. Der aufgeschnittene Grabhügel und die Andeutung einer Kinderbestattung mit Beigabe eines Kegelhalsgefäßes sollen hallstattliche Bestattungssitten visualisieren. Das Buch zeigt dazu Bilder von der „Grabungsfläche“ (ich übernehme die Anführungsstriche, weil die Ausgrabung unter extrem widrigen Umständen vonstatten ging), einen Plan des Gräberfeldes, Skizzen der Keramikfunde und ein Foto rekonstruierter Beigaben im Kelheimer Museum.

Altmühl an der Gronsdorfer Schleuse

Der Beitrag zur Station ist also wieder sehr ausgrabungsorientiert. Das Buch bleibt aber nicht bei jüngeren Ausgrabungen hängen, wenn andere Informationen sinnvoller wären. Bei den Klausenhöhlen wird bspw. auf die lange Nutzungs- und Erforschungsgeschichte eingegangen, und welche Funde es trotz Nutzung noch gegeben hat. Zum Keltentor an Station 3 wird sowohl auf die Lage, Länge und Tore der Mauern des Oppidums als auch auf dessen Schürfgrubenfelder und die mögliche Lage der zugehörigen Wohnhäuser eingegangen. Das Schema der Texte zu den einzelnen Stationen ist dabei wie folgt: die Lage der Station wird mit Geo-Koordinaten angegeben. Dann gibt es den erläuternden Text, an dessen Ende auf die Visualisierung eingegangen wird. Darauf folgt die meist eine knappe Seite umfassende Kurzgeschichte. Eingebettet sind die Beiträge zu den einzelnen Stationen in eine kurze Einführung in die „Archäologischen Kulturen im Altmühltal“ und eine Chronologietabelle am Anfang und ein kurzes Glossar, Literaturhinweise und eine Lagezeichnung der Stationen am Schluß des Buches.

Archäologiepark Altmühltal: Bronzezeitliche Opferplattform bei Riedenburg-Emmerthal

Die einzelnen Beiträge sind jeweils mit einem Kürzel des Autoren bzw. der Autorin versehen. Dr. Ruth Sandner und Prof. Dr. Michael Rind haben nach Klappentext Vor- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie studiert, Prof. Dr. Michael Rind ist Leiter der Kreisarchäologie Kelheim. Insofern wird man davon ausgehen können, daß man in dem Buch über die 2008 bekannten archäologischen Sachverhalte bestens informiert wird.

Archäologiepark Altmühltal bei der Schleuse Haidhof: hinten ein aufgeschnittener Grabhügel mit zwei übereinanderliegenden Bestattungen, vorne die Andeutung einer Kinderbestattung mit Beigabe eines Kegelhalsgefäßes

Das Buch gibt auch die Unsicherheiten wieder. Etwa „Da sämtliche organische Bestandteile der Keltenmauer im Laufe der Zeit vergangen sind, lässt sich über das Aussehen mancher Details nur spekulieren“. Ähnlich wird die Funktion des Steinrondells bei Riedenburg-Emmerthal als Opferplatz nur vermutet, diese Funktion ist nicht bewiesen. Die Kurzgeschichten von Ernst W. Heine werden auf noch weniger wissenschaftlichem Boden stehen, sie verführen aber alle zu einem Perspektivwechsel - man sieht die Welt zumindest ein klein wenig aus dem Blickwinkel eines vorzeitlichen Menschen.

Archäologiepark Altmühltal bei der Schleuse Haidhof: aufgeschnittener Grabhügel mit mit der unteren von zwei übereinanderliegenden Bestattungen

Die einzelnen Stationen bieten mehr als Pfostenschlitzmauern und Erinnerungen an ehemalige Grabhügelfelder. Die komplette Liste findet sich auf der Website www.archaeologiepark-altmuehltal.de bzw. deren Weiterleitung. Aber uns ist bei der Tour abends die Zeit davongelaufen. Noch einmal die Empfehlung in „Minas Internetideenbuch“ und den „Kraftvollen Orten“ herumzustöbern, insbesonders auch für über den Archäologiepark hinausführende Ziele. Zum Archäologiepark will ich abschließend Stephans Eintrag zur Opferplattform bei Riedenburg-Emmerthal und den von Hermine zur Kastlhänghöhle herausgreifen.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Der Michelsberg bei Kelheim

Das erste Bild zeigt die Rückseite der Befreiungshalle auf dem Kelheimer Michelsberg. Die Befreiungshalle steht an der Spitze eines Geländesporns, rechts von der Befreiungshalle geht es hinunter zur Donau, links zur Altmühl. Den Ausblick in Richtung Kelheim von der Treppe auf der Vorderseite der Befreiungshalle kann man sich im ersten Bild des Eintrags zum Archäologischen Museum Kelheim ansehen. In der Gegenrichtung aus Kelheim ist die Befreiungshalle auf dem zweiten Bild von der Ausstellung Kunst - Kelten - Kelheim zu sehen.

Befreiungshalle auf dem Michelsberg bei Kelheim

Vom Aufnahmestandort aus gibt es hinter der rechten Schulter einen Aussichtpunkt mit Blick in den Donaudurchbruch (Bild 2). Ein Stück den Weg zurück läuft man an der Rekonstruktion einer frühkeltischen Pfostenschlitzmauer in Bild 3 und 4 vorbei. Die Rekonstruktion orientiert sich nicht an dem größeren Originalzustand, sondern nach der Tafel vor Ort an der „halb zerfallenen frühkeltischen Befestigung des Michelsberges um 400 v. Chr.“. Die Rekonstruktion ist an den verfallenen Orginalwall angebaut, der den Geländesporn in der Bronzezeit und dann wieder ab der frühkeltischen Zeit schützen sollte.

Donaudurchbruch zwischen Weltenburg und Kelheim

Bei der Rekonstruktion befindet sich die zweite Station des Archäologieparks Altmühltal - beim Museum in Kelheim ist die erste. Nach dem zugehörigen Buch „Archäologiepark Altmühltal“ von Michael M. Rind und Ruth Sandner gab es durch archäologische Ausgrabungen 1997 Erkenntnisse über mindestens vier Bauphasen des Walls. Eine erste bronzezeitliche Befestigung wurde unter einer Brandschicht gefunden, der Brand wurde auf etwa 1850 v. Chr. datiert. Der Brand erinnert an das Ende der bronzezeitlichen Befestigung von Bernstorf. Für den neuen frühkeltischen Wall gibt „Archäologiepark Altmühltal“ einen Bau am Übergang vom 6. zum 5. Jh. v. Chr. an. Später, im 2./1. Jh. v. Chr., war das Gebiet des Michelsbergs Teil des wesentlich großflächigeren Oppidums Alkimoennis.

Frühkeltische Pfostenschlitzmauer-Rekonstruktion auf dem Michelsberg bei Kelheim
Frühkeltische Pfostenschlitzmauer-Rekonstruktion auf dem Michelsberg bei Kelheim

In den Überresten der bronzezeitlichen Befestigung von Bernstorf gab es archäologisch äußerst wertvolle Funde. Neben der bronzezeitlichen und frühkeltischen Vergangenheit steht für den Michelsberg auch eine „Akropolis“ des Oppidums Alkimoennis im Raum. Das Buch „Archäologiepark Altmühltal“ ist hinsichtlich möglicher Nachweise aber pessimistisch: „moderne Eingriffe in die Landschaft, vor allem der Bau der Befreiungshalle, dürften die archäologischen Reste der bewehrten Fläche stark dezimiert haben“. Gesichert ist die Zerstörung einer weiteren Befestigung im Bereich der Befreiungshalle durch deren Bau.